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Full text of "Das Oberstufenbuch"

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Das Oberstufenbuch 


DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE 



Anne Buscha ♦ Gisela Linthout 



Ein Lehr- und Übungsbuch 
für fortgeschrittene Lerner 


Das Oberstufenbuch 


DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE 


Ein Lehr- und Übungsbuch für 
fortgeschrittene Lemer 

3., erweiterte Auflage 


von 

Anne Buscha 
Gisela Linthout 


SCHUBERT- Verlag 


Leipzig 





Die Autorinnen des Oberstufenbuches sind Lehrerinnen an den Goethe-Institu- 
ten in Rotterdam bzw. Amsterdam und verfügen über langjährige Erfahrung in 
Deutschkursen zur Vorbereitung auf die Zentrale Oberstufenprüfung bzw. das 
Kleine Deutsche Sprachdiplom. 

Das Oberstufenbuch eignet sich sowohl für den Kursunterricht als auch für 
Selbstlemer. 


Zusätzliche Übungen und Aufgaben zum Buch finden Sie im Internet unter: 

www.aufgaben.schubert-verlag.de 


© SCHUBERT- Verlag, Leipzig 
3., erw. Auflage 2005 
Alle Rechte Vorbehalten 
Printed in Germany 
ISBN 3-929526-81-6 





Inhaltsverzeichnis 


Inhaltsverzeichnis 


Vorbemerkungen 9 

Kapitel 1: Vergangenes und Gegenwärtiges 

Teil A Texte und Textarbeit 11 

Prognose und Realität 
Moderne Kunst 
Werbung gestern und heute 
Keine Zeit 


Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 27 

Zeitformen der Verben 

Verben mit unterschiedlichen Vergangenheitsformen 
Temporale Präpositionen und Konjunktionen 
Umformungen von Präpositionalgruppen in Nebensätze 
Hinweise zur Verwendung der Zeitformen im Aufsatz 

Teil C Übungen 30 

Bildung von Sätzen im Präteritum 

Verben und ihre Synonyme 

Verben mit zwei Vergangenheitsformen 

Umformung von Präpositionalgruppen in Nebensätze 

Temporale Präpositionen 

Temporale Adjektive 

Verben in Verbindung mit Terminen 


Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 36 

Kapitel 2: Nähe und Ferne 

Teil A Texte und Textarbeit 37 


Mallorca - das bessere Deutschland 
Das Europahaus 
Die Globalisierung des Kinos 
Nachtgedanken 


Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 49 

Präpositionen zu Orts- und Richtungsangaben 

Unterscheidung zwischen lokalen Präpositionen - Adverbien - Adjektiven 
Teil C Übungen 51 


Lokale Präpositionen 

her und hin und deren Zusammensetzungen 
Bildung von Sätzen mit Lokalangaben 
Lokale Adverbien und Adjektive 
Einwohner von Ländern 

Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 56 


5 




Inhaltsverzeichnis 


Kapitel 3: Vermutungen und Empfehlungen 

Teil A Texte und Textarbeit 57 

Lachen 

Prima Klima im Betrieb 
Teure Langeweile 
„Sollen“ 

Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 70 

Modalverben und werden in subjektiver/sprecherbezogener Bedeutung 
und ihre Synonyme 
Zeitformen 
Behauptungen 

Umformungen von Sätzen mit modalen Wendungen in Sätze 
mit Modalverben 

Teil C Übungen 72 

Modalverben und ihre synonymen Ersatzformen 
Bildung von Sätzen mit Vermutungsbedeutung 
Weitergabe von Informationen, Gerüchten und Behauptungen 
Nachträgliche Empfehlungen 
Sätze mit Modalverben in der Vergangenheit 
Umformungen von Sätzen mit Modalverben in Sätze mit synonymen 
Wendungen 

Umformungen von Sätzen mit modalen Wendungen in Sätze 
mit Modalverben 
Adjektive auf -bar und -lieh 

Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 80 

Kapitel 4: Gründe und Folgen 

Teil A Texte und Textarbeit 81 

Lob der Lüge 

Kriminalität in Deutschland 

Untemehmenserfolg 

Koedukation 

Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 95 

Präpositionen und Konjunktionen 

Umformungen von Präpositionalgruppen in Nebensätze 

Teil C Übungen 97 

Bildung von Nebensätzen 

Umformung von Nominalgruppen in Nebensätze 

Schwierige Konjunktionen 

Umformung von Nebensätzen in Präpositionalgruppen 

Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 104 


6 




Inhaltsverzeichnis 


Kapitel 5: Beschreibungen und Vergleiche 

TeilA Texte und Textarbeit 105 

Geschwister 

Gerüche 

Lyrik im Immobilienteil 
Bauhaus und Design 
Eine Bildbeschreibung 


TeilB Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 120 

Attribute 

Umformungen von Relativsätzen in Präpositionalattribute und umgekehrt 
Vergleiche 

TeilC Übungen 122 


Adjektivendungen 

Genitivattribute 

Partizipialattribute 

Umformungen in Partizipialkonstruktionen 
Relativsätze und Umformungen in Relativsätze 


Appositionen 

Gerundiv 

Vergleichssätze 

Adjektive 

Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 132 

Kapitel 6: Gehörtes und Gesagtes 

Teil A Texte und Textarbeit 133 

Störfall Kommunikation 


Tipps zur erfolgreichen Kommunikation 
Zeitungen 

Lesen und femsehen 
„Ich habe fertig“ 

TeilB Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 145 

Möglichkeiten der Wiedergabe von fremden Meinungen, Gerüchten, 

Gehörtem und Gesagtem 
Bildung des Konjunktiv I 
Wiedergabe einer Frage und einer Aufforderung 
Möglichkeiten der Umschreibung der indirekten Rede 
Hinweise zur Verwendung des Konjunktiv I/II als indirekte Rede im Aufsatz 

Teil C Übungen 147 

Wiedergabe von Meinungen/Informationen, Fragen und Aufforderungen 
Nachrichten 

Wiedergabe eines Textes in der indirekten Rede 
Beschreibungen von Äußerungen 
Sprichwörter 

Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 152 


7 




Inhaltsverzeichnis 


Kapitel 7: Aktives und Passives 

TeilA Texte und Textarbeit 153 

Das 19. Jahrhundert 
Suchen und finden 
Senden und gesendet werden 
Waldsterben 

Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 169 

Zeitformen des Passivs 

Passiversatzmöglichkeiten 

Passivunfähigkeit 

von oder durch in Passivsätzen 

Umformungen von Aktiv- in Passivsätze 

TeilC Übungen 171 

Zeitformen des Passivs 
Passivsätze mit von oder durch 
Passivsätze im Konjunktiv 
Umformungen von Aktiv- in Passivsätze 
Passiversatzmöglichkeiten 
Zustandspassiv 

Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 178 

Kapitel 8: Formelles und Informelles 

TeilA Texte und Textarbeit 179 

Verhandlungskunst 
Andere Länder - andere Sitten 
Deutsche und fremde Wörter 
Formelle Briefe 

Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 191 

Konjunktiv II als Ausdruck der Höflichkeit und Zurückhaltung 
Nomen- Verb- Verbindungen 

Nominalstil - Umformung von Sätzen in Nominalgruppen 
Präpositionen der Schriftsprache 

Teil C Übungen 193 

Sätze im Konjunktiv II 
Nomen-Verb- Verbindungen 
Umformung von Sätzen in Nominalgruppen 
Feste Verbindungen mit Präpositionen 
Präpositionen der Schriftsprache 
Textvariationen 

Umgangssprachliche Redewendungen 


Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 200 

Hinweise zu den Prüfungen 201 

Lösungsschlüssel 207 

Quellenverzeichnis 240 


8 




Vorbemerkungen 


Vorbemerkungen 

Das vorliegende Buch richtet sich an Lemer mit Deutschkenntnissen auf fortgeschrittenem Niveau, 
die ihren Wortschatz und ihre Ausdrucksfähigkeit verbessern sowie ihre Grammatikkenntnisse 
vertiefen möchten. Es bietet eine große Auswahl an Texten mit anschließendem Wortschatz- 
training, Grammatikerläuterungen und Übungen, Aufsatz- und Vortragsthemen, die ganz nach 
Ihren Wünschen zusammengestellt und bearbeitet werden können. Außerdem integriert das 
Buch Übungen und Hinweise zur Vorbereitung auf die Zentrale Oberstufenprüfung und Teile 
des Kleinen Deutschen Sprachdiploms . 

Die Konzeption des Buches ermöglicht Auswahl, Weglassen und Erweiterung in alle Richtungen 
und macht es dadurch vielseitig einsetzbar. Es enthält einen ausführlichen Lösungsschlüssel und 
ist sowohl für Gruppenkurse als auch für Selbstlemer geeignet. 

Das Buch ist in 8 Kapitel gegliedert, die jeweils aus 4 Teilen bestehen: 

Teil A: Texte und Textarbeit 

Teil B: Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 
Teil C: Übungen 

Teil D: Themen für Vortrag und Aufsatz 

Alle Kapitel orientieren sich sowohl in ihrer thematischen Auswahl als auch in ihren Erläute- 
rungen und Übungen zu Grammatik und Semantik an den oben genannten Prüfungen. 

Die Texte im Teil A können nach persönlichem Interesse ausgewählt werden. Sie stellen zum 
Großteil Originaltexte aus Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchveröffentlichungen dar und wurden 
zum Teil gekürzt bzw. bearbeitet. Wir empfehlen Selbstlemem, sich unabhängig vom Kapitel 
ca. zehn bis fünfzehn Texte auszusuchen und zu bearbeiten. In diesem Teil werden durch viele 
Synonym- und Ergänzungsübungen vor allem der Wortschatz, die richtige Verwendung der 
Präpositionen und die Bildung von Sätzen geschult. 

Den Synonymübungen liegen Beispiele aus dem Prüfungsteil „Texterklärung“ zugrunde, bei 
denen es um die Erklärung einzelner Textstellen ohne Zuhilfenahme eines Wörterbuchs geht. 
Erst nachdem versucht wurde, eine Erklärung mit eigenen Worten zu finden, sollte zur Selbst- 
korrektur das Wörterbuch oder der Lösungsschlüssel genutzt werden. 

Teil B enthält neben Grammatikerläuterungen auch gezielte Hinweise und Techniken zu den 
Prüfungsaufgaben der Teile „Ausdrucksfähigkeit“ und „Aufsatz“. 

Besondere Aufmerksamkeit wurde der Umformung von Sätzen geschenkt. Der Umformungs- 
vorgang wird anhand von Beispielen schrittweise erklärt und ist dadurch für den Lemer leicht 
nachvollzieh- und reproduzierbar. 

Teil C konzentriert sich vor allem auf Umformungs- und Satzbildungsübungen sowie Ergän- 
zungsübungen zur Festigung der grammatischen Korrektheit und sollte nur als Minimalangebot 
verstanden werden, das in jede Richtung erweitert werden kann. 

Teil D bietet eine Auswahl an Themen für Vortrag und Aufsatz zur Verbesserung des schriftlichen 
und mündlichen Ausdrucks. 

Weitere Hinweise zu allen Prüfungsteilen sowie der Lösungsschlüssel befinden sich im An- 
hang. 

Im Internet finden Sie unter www.aufgaben.schubert-verlag.de zusätzliche Übungen und 
Aufgaben zum Buch. 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg beim Lernen. 

Die Autorinnen 


9 



Vorbemerkungen 


Zum Geleit 

Wer fremde Sprachen nicht kennt, 
weiß nichts von seiner eigenen. 

Johann Wolfgang Goethe 

Jede neue Sprache, die wir lernen, 
ist ein Zuwachs an neuen Erlebnissen. 

Hermann Hesse 


10 



Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1-A 


Kapitel 1 Vergangenes und Gegenwärtiges 

Teil A Texte und Textarbeit 


I. Prognose und Realität 


1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Spiegel der eigenen Wünsche 

Wie die Zeitgenossen um 1910 auf „Die Welt in 100 Jahren“ blickten 


Die Zahl der Wahnsinnigen wird irre steigen, 
das Verbrechen, zur Domäne der Frauen 
geworden, gewinnt an grässlicher Tücke 
und jedermann läuft mit einem schnurlosen 
Telefon herum. So beschrieben in einem 
Buch, das im Jahre 1910 in der Berliner 
Verlagsanstalt Buntdruck erschien, Prophe- 
ten der damaligen Zeit die Welt von heute. 
In dem Buch findet man zwei Dutzend 
Aufsätze, die alle um den Titel „Die Welt 
in 100 Jahren“ kreisen. Zu den Autoren 
gehören führende Köpfe der damaligen Zeit, 
darunter Sozialdemokrat Eduard Bernstein, 
Kritiker Hermann Bahr und die Pazifistin 
Bertha von Suttner. 

Die „großen Verheißungen “, die 1910 
zu lesen waren, zwei Jahre vor dem Un- 
tergang der „Titanic“, nach dem Flug Otto 
Lilienthals und den Entdeckungen von 
Röntgen und Curie, sind in erster Linie von 
der Euphorie der Zeit geprägt . Ein froher, 
komfortabler Kommunismus steht bevor, so 
die Vorhersagen, Äpfel werden so groß sein 
wie Melonen und den einzig bedeutenden 
Weltkrieg führen die „Vereinigten Staaten 
Europas gegen die gelbe Rasse“, den sie 
dank „riesenhafter Vakuumluftschiffe“ 
siegreich beenden. Danach wird angesichts 
„gewaltiger Vemichtungskräfte“ Krieg 
zur „Unmöglichkeit“, Wettervorhersagen 
können bis auf halbe Monate im Voraus 
mit voller Genauigkeit gestellt werden und 
die Geselligkeit blüht auf , „weil dann gute 
Manieren so selbstverständlich sind wie 



frische Wäsche“. Weiterhin legt man sich 
über den „Tropengebieten von Amerika“ in 
3000 Meter Höhe in Schlafballons zur Ruhe, 
die Morgenlektüre entfällt, denn Zeitungen 
gibt es 2009 nicht mehr und alles geht draht- 
los, „auch vom Mars herüber“. 

Die beiden großen Bewegungen der Neu- 
zeit, die Frauen- und die Arbeiterbewegung, 
werden, nach Meinung des Sozialdemokra- 
ten Bernstein, ihre Ziele erreichen und die 
Menschheit kann sich ohne Elternschaft 
fortpflanzen. 

Großen Weitblick offenbarten die Autoren, 
als sie die Möglichkeit der Umwandlung 


Bücher, Hörbücher und Hörspiele auf Deutsch - caMoe nyHiuee cooömecTßo khmt 
Ha HeMeLjKOM B3bixe BKoHTaxie, pyxoBOflmenb Ubsh BepeujamH 


11 


Kapitel 1-A 


Vergangenes und Gegenwärtiges 


von Sonnenlicht in Motorkraft vorhersagten, 
geregelte Mindestlöhne und Arbeitszeiten ” 
und einen drahtlosen Weg, der den „Anblick- 
von Sensationen furchtbarster Art“ in alle 
Welt gewährt (den Fernseher). Literatur 
allerdings wird unnötig, weil das Grundmo- 
tiv des Dichters, der Gelderwerb, entfällt. . 


Möglicherweise könnte, das räumt Hermann 
Bahr ein, ein „heute durchaus unbekanntes 
Motiv“ auftauchen und einer dichtet, „weil 
er was zu sagen hat“. 

Die Zukunft, so kann man lesen, ist ein 
„Spiegel, in dem nichts anderes erscheint als 
die Erfüllung der eigenen Wünsche“. 

Aus: Der SPIEGEL (bearb.) 


2. Geben Sie die Prophezeiungen noch einmal mit eigenen Worten wieder. 


1 . Es wird mehr Wahnsinnige geben. 10. 

2 11 . 

3 12. 

4 13. 

5 14. 

6 15. 

7 16. 

8 17. 

9 18. 


3. Beantworten Sie die folgenden Fragen. 

1 . Wie beurteilen Sie die Prognosen der Autoren von 1910? 

2. Halten Sie Zukunftsprognosen für sinnvoll? Begründen Sie Ihre Meinung. 

4 . Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. Domäne 

2. Tücke 

3. Verheißungen 

4. geprägt 

5. Geselligkeit blüht auf 

6. Anblick gewähren 

5. Erklären Sie die folgenden Wendungen mit Ihren eigenen Worten. 

1. etwas mit List und Tücke tun 

2. die Tücke des Objekts 

6. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1. Die Zahl der Wahnsinnigen wird irre steigen, das Verbrechen, Domäne der 

Frauen geworden, gewinnt grässlicher Tücke und jedermann läuft einem 

schnurlosen Telefon herum. 


12 





Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel l-A 


2. So beschrieben einem Buch, das Jahre 1910 der Berliner Verlags- 
anstalt Buntdruck erschien, Propheten der damaligen Zeit die Welt heute. 

3 dem Buch findet man zwei Dutzend Aufsätze, die alle den Titel „Die Welt 

100 Jahren“ kreisten. 

7. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 . Zu den Autoren führende Köpfe der damaligen Zeit. 

2. Die „großen Verheißungen“, die 1910 zu waren, sind aber auch von der 

Euphorie der Zeit 

3. Danach wird angesichts „gewaltiger Vemichtungskräfte“ Krieg zur „Unmöglichkeit“, 

Wettervorhersagen können bis auf halbe Monate im Voraus werden und 

die Geselligkeit 

4. Großen Weitblick die Autoren, als sie die Möglichkeit der Umwandlung 

von Sonnenlicht in Motorkraft und einen drahtlosen Weg, der den „Anblick 

von Sensationen furchtbarster Art“ in alle Welt 

8. Was meinen Sie, was die Zukunft in den nächsten 

a) fünfhundert Wochen, 

b) fünfhundert Monaten, 

c) fünfhundert Jahren 

bringen wird? Erstellen Sie selbst Prognosen für diese drei Zeiträume. 

9. Die Zukunftsforscher Watts Wacker, Jim Taylor und Howard Means haben für diese Zeit- 
räume ebenfalls Prognosen abgegeben. 

Vergleichen Sie diese mit Ihren Voraussagen. 


Die nächsten fünfhundert Wochen 

Sie werden einen Beruf ausüben, für den Sie offiziell nicht ausgebildet wurden. 

Der illegale Handel mit Zellgewebe wird den illegalen Drogenhandel als größten inter- 
nationalen Verbrecherring ersetzen. 

Die pharmazeutische Behandlung des Alterungsprozesses wird zur globalen Manie 
werden. 

Ein Eignungstest wird über das Recht, an einer Wahl teilnehmen zu dürfen, entscheiden. 
Drei Wissenschaften, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können, werden erfun- 
den. 

Deutschland und Japan werden Atommächte sein. 

Die nächsten fünfhundert Monate 

Jeder, der das fünfzigste Lebensjahr erreicht, hat eine achtzigprozentige Chance, hundert 
Jahre alt zu werden. 

Wir werden wissen, dass wir nicht allein im Universum sind. 

Genkosmetische Chirurgie wird alltäglich sein. 

Die früher als Englisch bekannte Sprache wird zur am meisten gesprochenen Sprache 
der Welt. 


13 





Kapitel 1-A 


Vergangenes und Gegenwärtiges 


Die nächsten fünfhundert Jahre 

Es werden weniger Menschen am Leben sein als heute. 

Die Weltbevölkerung wird in einem Umkreis von 500 km um den Äquator angesiedelt 
sein. 

Die durchschnittliche Lebensdauer eines Menschen wird, unterstützt von Gentechnik, 
Bioenzymen und anderen Komponenten, 800 Jahre betragen. 

Im Durchschnitt werden sich die Menschen im Alter von 75 Jahren erstmals verheiraten. 

Sogar geringfügige kriminelle Vergehen werden mit dem Ausschluss aus der Gesellschaft 
geahndet werden. 

Die Todesstrafe wird in einer künstlichen Alterung des Verurteilten bestehen. 

Die Antwort auf die Frage: „Woher kommst du?“ wird lauten: „Von der Erde.“ 

Aus: „Futopia ... oder das Globalisierungsparadies“ 
10 . Finden Sie zusammengesetzte Wörter mit zukunft-ZZukunft-, 


11 . Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . Aufstellen - Prognosen - manche, Zukunftsforscher - einträglich, Geschäft - sein 


2. selten, Fälle - Vorhersagen - nur - tatsächlich - eintreffen 


3. Regel - Veränderungen - Forscher - langsamer - sich vollziehen - Vorhersagen 


4. zukunftsorientiert, Denken - wichtig, Faktor - gesellschaftlich, Entwicklung - 
darstellen 


II. Moderne Kunst 

1. Was ist Ihrer Meinung nach Kunst? 

- der Entwurf eines Architekten 

- das „Lächeln der Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci 

- das Gericht eines Drei-Steme-Kochs 

- der Lehmhaufen des Künstlers Joseph Beuys im Museum 
die bunte Bleistiftzeichnung eines Kindergartenkindes 

- ein preisgekrönter Kurzfilm 
ein Werbefilm/Werbespot 

- die Fotografie einer Landschaft in einem Museum von einem bekannten Fotografen 
die Fotografie einer Landschaft in einem Reiseprospekt 

- die Fotografie einer Landschaft, die ich im letzten Urlaub gemacht habe 
der schöne handgefertigte Übertopf, in dem jetzt meine Palme steht ... 

Sammeln Sie allein oder in Gruppen Kriterien für Kunst. 


14 









Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1-A 


2a. Wofür interessieren Sie sich am meisten? Begründen Sie Ihre Meinung. 


( M U*ik ]— ) 

Architektur ) 1 

FCLm/ ] 






* > 

Theater 

\ / 





f > 

Maleret/ 

V J 

Tan V J 

Literatur ] 


2b. 


Ergänzen Sie die fehlenden Buchstaben 
schiedenen Kunstrichtungen zu. 

1 . die Theaterauf 

2. der Dreh autor 

3. der Vorab eines Romans 

4. das Bühnenb 

5. die Schwarz- -Fotografie 

6. die Außen nahmen beim Film 

7. die Fi Szene 

8. die Gebäudeeinw 

9. die Choreo 

10. das Inst ent 


Silben und ordnen Sie die Wörter den ver- 

11. der Haupt Iler 

12. dieAusst Öffnung 

13. derEntw f eines Architekten 

14. die Generalpr. 

15. die Skulpt 

16. der Literaturkri 

17. das Manus 

18. der Ausstellungsbes 

19. dasTheaterst 

20. die Bestsellerl 


oder 


3. Lesen Sie den folgenden Text. 


Moderne Kunst 


Bei Ausstellungsbesuchen kann 
man immer wieder bemerken, dass 
ein Großteil der Betrachter irritiert 
vor den Objekten zeitgenössischer 
Kunstschaffender steht und sich 
ver geblich bemüht, die Werke 
zu interpretieren. Das könnte ein 
dreijähriges Kind, denkt sich da so 
mancher oder man ruft bei so viel 
Verworrenheit oder verstecktem 
Tiefsinn nach psychoanalytischer 
Hilfe. Doch auch die wortrei- 
chen Erläuterungen von Galeris- 
ten oder Gelehrten helfen uns oft 
nicht, Zugang zum Dargestellten 
zu finden. 



W. Kandinsky: Dreißig, 1937. © VG Bild-Kunst 


15 














Kapitel 1-A 


Vergangenes und Gegenwärtiges 


Befragt man den Künstler/die Künstlerin 
selbst - allerdings ergibt sich eine solche 
Gelegenheit nur selten - kommt man unter 
Umständen zu der Meinung, er oder sie solle 
dann doch lieber malen als reden, denn das 
Chaos in unseren Köpfen ist nun perfekt. 

Wie wohltuend heben sich da z. B. die 
Werke van Goghs, Kandinskys oder Paul 
Klees ab. Da weiß der kunstsinnige Betrach- 
ter gleich, in welcher Phase des Künstlers das 
Werk entstand, was der Meister beim Schöp- 
fungsakt dachte und was das Dargestellte 
bedeuten soll. Wie elektrisiert bestaunen wir 
das Kunstwerk, welches wir als Ausdruck der 
vergangenen Epoche, als Widerspiegelung 
des Zustandes der Gesellschaft erkennen 
und nachempfinden. 

Schenken wir also der Theorie: „Das 
Kunstwerk ist das Werk eines einzelnen, 


Kunst aber ist Äußerung der Gesellschaft und 
der Epoche, in der sie entstand“ Glauben, 
müssen wir davon ausgehen, dass die für 
uns unverständlichen Werke heutiger Kunst- 
schaffender Ausdruck unserer Gesellschaft, 
Repräsentanten unserer Epoche sind. Doch 
steht diese These nicht im Widerspruch zu 
unserem Unverständnis? 

Wie kommt es, dass von uns heute überaus 
geschätzte Kunstwerke von damaligen Be- 
trachtern ignoriert oder verachtet wurden? Ist 
die zeitliche Diskrepanz im Verständnis von 
Kunst damit zu erklären, dass es immer neue 
Strömungen und Moden geben muss, damit 
sich im Gegensatz dazu das alte, „vor kurzem 
noch so unverständliche, bizarre, ja verrückte 
Werk plötzlich als klar und verständlich“ er- 
weist ? Ist „moderne Kunst ebenso unpopulär 
wie populäre Kunst unmodern ist“? 


4 . Fassen Sie den Inhalt des Textes mit eigenen Worten zusammen. 

5 . Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1. Berichten Sie über moderne Kunst in Ihrem Heimatland. 

2. Nehmen Sie zu dem Zitat: „Moderne Kunst ist ebenso unpopulär wie populäre 
Kunst unmodern ist“ Stellung. Begründen Sie Ihre Meinung. 

6. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. irritiert 

2. zeitgenössischer Kunstschaffender 

3. vergeblich 

4. die Werke heben sich ab 

5. geschätzte Kunstwerke 

6. sich erweisen 

7. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1. Die wortreichen Erläuterungen Galeristen helfen uns oft nicht, Zugang 

Dargestellten zu finden. 

2. Wie ist es zu erklären, dass uns heute geschätzte Kunstwerke damaligen 

Betrachtern ignoriert wurden? 

3. Ist die zeitliche Diskrepanz Verständnis Kunst damit zu erklären, dass es 

immer neue Strömungen und Moden geben muss, damit sich Gegensatz dazu 

das alte Werk plötzlich als „klar und verständlich“ erweist? 


16 




Vergangenes und Gegenwärtiges Kapitel 1-A 


8. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 . Bei Ausstellungsbesuchen kann man immer wieder , dass ein Großteil der 


Betrachter irritiert vor den Objekten zeitgenössischer Kunstschaffender 

und sich vergeblich , die Werke zu 

2. Wie wohltuend sich da z. B. die Werke van Goghs, Kandinskys oder Paul 

Klees ab. 

3. Da der kunstsinnige Betrachter gleich, in welcher Phase des Künstlers 

das Werk , was der Meister beim Schöpfungsakt und was das 

Dargestellte soll. 

4 diese These nicht im Widerspruch zu unserem Unverständnis? 

9. Lesen Sie den wichtigen Text. 

Töpfernde Äffchen 

Können Kapuzineraffen Kunstwerke fabri- etwa einer halben Stunde das Interesse an 
zieren? Ein Versuch zweier amerikanischer ihrer Bastelarbeit und wandten sich anderen 
Verhaltensforscher nährt diese Vermutung: Beschäftigungen zu. 

Die Forscher legten zehn Kapuzineräffchen Ob die äffischen Töpfereien als Kunst 
Tonkugeln, Steine, Temperafarben und gelten können, ist unter Verhaltensforschem 
Blätter in den Käfig. Daraufhin begannen umstritten. Manche Experten betrachten 
die Tiere, den Ton zu klobigen Objekten die Hervorbringungen vielmehr als eine 
zu formen, ihn zu bemalen und ihn mit Vorstufe von Kunst - der Neigung ent- 
Blättem zu verzieren. Ähnlich wie kleine Sprüngen, spielerisch etwas Neues zu schaf- 
Kinder verloren die Kreativ-Affen nach fen. 

Aus: Der SPIEGEL 

10. Sind die Objekte der Äffchen nach den in Aufgabe 1 von Ihnen zusammengestellten Kri- 
terien Kunst? 

11. Schreiben Sie mit Hilfe der vorgegebenen Wörter einen kurzen Text. 


Wissenschaftler - Kunstge- 
nuss - Immunsystem - Be- 
trachten eines Bildes - Sti- 
mulation - Lebensweise 
ohne Kunst - Leben - Jahre - 
schwedisch - regelmäßig - 
geistig - ungesund - einige - 
beweisen - stärken - bewir- 
ken - können - verkürzen 



17 





Kapitel 1-A 

12. Lesen Sie den folgenden wichtigen Hinweis. 


Vergangenes und Gegenwärtiges 


Banausen sterben eher! 

Vielleicht, so die Forscher, sind die 
heftigen Emotionen während eines Films 
oder einer Sinfonie schuld, vielleicht die 
Inspiration und Kraft, die von Romanen 
ausgeht. Seelische und geistige Stimulation 
jedenfalls wirkt sich günstig aufs Hormon- 
und Immunsystem aus. 

Möglich ist aber auch, dass die Kultur- 
banausen ungesunden Hobbys nachgehen: 
essen, trinken, rauchen, in der Kneipe pala- 
vern . auf der Kirmes Karussell fahren. Laut 
Studie werden solche netten Zeitgenossen 
aber leider selten alt. 

Aus: Der SPIEGEL 

13 . Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1 . die Studie belegt 

2. die dem Kunstgenuss frönten 

3. Kulturbanausen 

4. in der Kneipe palavern 

14 . Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 . Die schönen Künste können Schreikrämpfe , aber auch die Seele 

2. Eine schwedische Studie mit 13 000 Menschen nun, dass das Interesse an 

Kultur lebensverlängemd 

3. In der Studienlaufzeit von neun Jahren war die Sterbewahrscheinlichkeit der Menschen, 

die sich nur gelegentlich einem Kulturgenuss eineinhalbmal größer als 

bei denen, die regelmäßigem Kunstgenuss 

4. Vielleicht ist die Inspiration und Kraft, die von Romanen , daran schuld. 

5. Möglich ist aber auch, dass die Kulturbanausen ungesunden Hobbys 

15 . Ordnen Sie den Substantiven die passenden Verben zu. 

1 . einen Raum 

2. etwas mit den Händen ... 

3. ein Kunstwerk 

4. künstlerische Neigungen 

5. ein Gemälde 

6. sich dem Kunstgenuss ... 

7. sich an Kunst 


hervorbringen 

gestalten 

erfreuen 

hingeben 

formen 

schaffen 

entwickeln 

betrachten 


Die schönen Künste können Schreikrämpfe 
auslösen, aber auch die Seele erfreuen - so 
weit nichts Neues. Eine schwedische Stu- 
die mit 13 000 Menschen beleg t nun, dass 
das Interesse an Kultur - Lesen, Konzert-, 
Museen-, Kino- und Theaterbesuche- le- 
bensverlängemd wirkt. 

In der Studienlaufzeit von neun Jahren war 
die Sterbewahrscheinlichkeit der Menschen, 
die sich nur gelegentlich einem Kulturge- 
nuss hingaben, eineinhalbmal größer als 
bei denen, die regelmäßigem Kunstgenuss 
frönten . 


18 





Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1-A 


III. Werbung gestern und heute 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Von der Nachkriegsreklame bis zur Werbung der vierten Art 


Am Anfang war ein Ei. Ein Ei und ein Käfer. 
Der Käfer hatte einen Rückspiegel und zwei 
Rücklichter. „Es gibt Formen, die man nicht 
vergessen kann“, stand unter dem Käfer, der 
aussah wie ein Ei, aber in Wirklichkeit ein 
Volkswagen war. 

Diese Anzeige war so etwas wie der Ur- 
knall der modernen Werbung in Deutschland. 
Bis dahin gab es nur Anzeigen, die nicht 
mehr sagten als: Fersil! Oder: Es gibt wieder 
Sunlicht-Seife. Oder: Endlich wieder Nivea- 
Zahnpasta! Die deutsche Nachkriegswerbung 
hatte noch einmal begonnen, wo auch die 
deutsche Wirtschaft begonnen hatte: unge- 
fähr bei der Jahrhundertwende. 

Werbung wurde Anfang der Sechziger 
neu erfunden, als die gröbste Nachfrage 
befriedigt und der Konkurrenzkampf 
entbrannt war. Das war die Zeit, als die 
Amerikaner nach ihren Soldaten und nach 
dem Kaugummi ihre Werbestrategen an die 
Konsumfront nach Deutschland schickten. 
Die großen amerikanischen Agenturen grün- 
deten Niederlassungen oder kauften deutsche 
Firmen auf. Schlagzeilen wie: „Verdienen 
Sie zu viel, um sich einen Volkswagen 
leisten zu können?“ widersprachen der bis 
dahin üblichen Aufschneiderei der Reklame, 
bei der immer nur das Größte, Beste und 
Schönste an gesagt war . Die harte Konkur- 
renz auf den US-Märkten hatte intelligente 
Anzeigen produziert. Überraschende Fotos, 
humorvolle Überschriften und inhaltsvollere 
Texte ergaben einen neuen Reklamestil: 
diskreter Charme und hintergründiger Spaß 
sollten die Waren verkaufen helfen. „Bei 
100 Stundenkilometern ist das lauteste 
Geräusch im Rolls-Royce das Ticken der 
elektrischen Uhr“, so überschrieb David 
Ogilvy, einer der wichtigsten Männer dieser 


t • 



Denkrichtung, eine Anzeige. Vielleicht sei, 
vom Jazz einmal abgesehen, die moderne 
Werbung die einzige Kunstform amerikani- 
schen Ursprungs, lästerte ein kritischer Kopf 
unter den amerikanischen Werbern. 

Tatsächlich war jedoch die Werbung, die 
von den US-Agenturen exportiert wurde, ein 
Mischprodukt europäisch-amerikanischer 
Traditionen, aus der Plakatkunst in den 
Metropolen und aus der Überredungskunst 
der Versandhauskataloge. 

So gab es neben einem Tiger bei Esso, 
absurden Dialogen mit einem Bären, der für 
Puschkin-Wodka warb, auch den Krieg der 
Wasch- und Putzmittel, bei dem der Grau- 



schieier über die Wäsche der Hausfrauen 
herfiel . Intelligente, witzige Werbung war 
doch eher die Ausnahme. 

In den späten sechziger Jahren kam eine 
werbefeindliche Stimmung auf. Das Buch 
„Die geheimen Verführer“ über die Wer- 
bung als Manipulation, als Kommerz und 
das Gegenteil von Kultur lag auf vielen 
Nachttischen. 

Die Werbestrate- 
gen reagierten dar- 
auf, indem sie nicht 
mehr nur Produkte 
anboten, sondern 
Leitbilder verkauf- 
ten. Man begann, 
glückliche Menschen 
um die Waren zu 
gruppieren, Produkte 
als Ausdruck von 
Persönlichkeit dar- 
zustellen, die Marken 
mit Images aufzu- 
werten: Stuyvesant 
hatte fortan den Duft 
der großen weiten 
Welt, Puschkin den Charme des harten 
Mannes, Coca-Cola den Geschmack von 
ewiger Jugend. Geboren war das, was die 
Branche „Werbung der dritten Art“ nennt. 
Geschichten aus dem Leben vorbildlicher 
Konsumenten werden gezeigt, dem Durch- 
schnittsmann wird klar gemacht, dass er zu 
wenig Geld für Unterwäsche ausgibt, keine 
Hüte und nur ungern Krawatten trägt. 

Die Werbung entblößte den Verbraucher, 
um ihn anzuziehen. Die lila Kuh kommt 
zur Welt und die Propheten der Reduktion 
in der Werbung lassen sich die erste Anzei- 


ge der Welt mit nur einem Wort einfallen 
„schrelBMaschinen“. 

Der im Reklamefeuer aufgewachsene 
Konsument der heutigen Zeit will von Wer- 
bung unterhalten werden. Wer tolle Werbung 
macht, macht auch gute Produkte - das ist 
das einzige Verkaufsargument, was ihn noch 
erreicht. Und die Werbeleute müssen sich 
Mühe geben - denn, einer Umfrage zufolge, 


ist durch die übermäßige Werbepräsenz in 
allen Medien die messbare Markenerinne- 
rung seit 1979 um 80 Prozent gefallen, nur 
drei von hundert Spots hinterlassen noch 
Produktbotschaften im Gedächtnis des 
Zuschauers. 

Unter diesem Druck entsteht die Werbung 
der vierten Art - Plakate, Spots und Anzei- 
gen, die für sich selbst werben, zum Teil 
gedreht von namhaften Filmregisseuren. Die 
Werbung ist selbst zum Produkt geworden, 
das konsumiert wird wie ein Comic-Heft 
oder ein Videoclip. 



Aus: Der SPIEGEL 

2. Fassen Sie den Text mit eigenen Worten zusammen. 

3. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1 . gröbste Nachfrage 

2. Konkurrenzkampf ist entbrannt 

3. Aufschneiderei 


20 




Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1-A 


4. etwas ist angesagt 

5. lästern 

6. über etwas/jmdn. herf allen 

7. den Verbraucher entblößen 

4. Erklären Sie die folgenden Begriffe mit eigenen Worten: 

1 . Werbeträger 

2. Werbebotschaft 

3. Werbeetat 

4. Werbemittel 

5. Werbekampagne 

6. Werbespot 

5. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1 . Berichten Sie über Werbung in Ihrem Heimatland. Wofür wird geworben, wofür nicht? 
In welchen Medien wird am meisten geworben? Wie hat sich die Werbung in den 
letzten Jahren verändert? 

2. Lassen Sie sich selbst von Werbung zum Kauf animieren oder vom Kauf abhalten? 

3. Welche Werbung gefällt Ihnen, welche lehnen Sie ab? Beschreiben Sie einen Werbe- 
spot und erklären Sie, warum Sie ihn gut oder schlecht finden. 

6. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 . Werbung wurde Anfang der Sechziger neu erfunden, als die gröbste Nachfrage 

und der Konkurrenzkampf war. 

2. Die großen amerikanischen Agenturen Niederlassungen oder 

deutsche Firmen auf. 

3. Die harte Konkurrenz auf den US-Märkten hatte intelligente Anzeigen 

4. In den späten sechziger Jahren eine werbefeindliche Stimmung auf. 

5. Die Werbestrategen darauf, indem sie nicht mehr nur Produkte 

sondern Leitbilder verkauften. 

6. Man begann, glückliche Menschen um die Waren zu Produkte als Ausdruck 

von Persönlichkeit darzustellen, die Marken mit Images 

7. Dem Durchschnittsmann wird klar dass er zu wenig Geld für Unterwäsche 

8. Nur drei von hundert Spots im Gedächtnis des Zuschauers Produktbot- 

schaften. 

7. Ordnen Sie dem Substantiv ein passendes Adjektiv zu. 

namhaft - werbefeindlich - übermäßig - hart - messbar - modern - diskret - inhalts- 
voll - hintergründig - vorbildlich 

0. vorbildliche Konsumenten 

1 Stimmung 3 Filmregisseure 

2 Werbung 4 Werbepräsenz 


21 



Kapitel 1-A Vergangenes und Gegenwärtiges 

5 Markenerinnerung 8 Charme 

6 Konkurrenz 9 Spaß 

7 Texte 

8. Finden Sie Übertreibungen. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. 

0. dunkler Raum finsterer/stockdunkler Raum 


1. großes Ausmaß Ausmaß 

2. kleiner Fehler Fehler 

3. sehr gute Arbeit Arbeit 

4. schlechte Arbeitsbedingungen Arbeitsbedingungen 

5. schönes Wetter Wetter 

6. eindrucksvolle Aufführung Aufführung 

7. kühle Atmosphäre Atmosphäre 

8. freigiebiger Mensch Mensch 


9. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . fünfziger Jahre - Werbung - Sehnsucht - Wohlstand - vermitteln 


2. sechziger Jahre - Humor - Werbung - Einzug halten 


3. gut, Werbung - Kunst - werden 


4. übermäßig, Werbepräsenz - immer weniger - Produkte - Produktbotschaften - Ge- 
dächtnis - Zuschauer - hinterlassen 


5. häufig, Werbeunterbrechungen - Spielfilme - viele Fernsehzuschauer - Werbung - 
sich belästigt fühlen 


6. Werbeaufträge - hart, Konkurrenzkampf - entbrennen 


7. hervorragend, Werbung - Kunden - Kauf - animieren - können 


22 



Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1-A 


IV. Keine Zeit 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Keine Zeit 

Alles begann mit einem Mönch, der im 
Jahre 320 nach Christus eine feste Zeitein- 
teilung mit fünf Gebetsstunden für den Tag 
einführte und damit die geistigen Grundla- 
gen für das Klosterleben legte. Auf dieser 
Einteilung basierend entwickelte 200 Jahre 
später ein Benediktiner die erste von strik- 
ter Zeitdisziplin bestimmte Sozialordnung 

in Europa, indem er im Kloster durch ein Nichts ist heute peinlicher , als Zeit zu haben, 
automatisches Läutwerk die Mönche an und Sätze wie „In der nächsten Woche sieht’s 
ihre Gebetseinheiten erinnerte. Außerhalb bei mir ganz schlecht aus“ bescheinigen uns 
der Klostermauem allerdings richteten sich den Erfolgsmenschen. Zeit zu haben ist nicht 
die Menschen noch bis ins 13. Jahrhundert gut für das Image, 
nach dem Hahnenschrei und dem Sonnen- Es scheint, als führe sich die fortwährende 
stand, bevor sie einen eigenartigen Wunsch Industrialisierung und Automatisierung 
verspürten : Sie wollten wissen, wie spät es selbst ad absurdum, denn jede neue Ma- 
ist. „Aus der Zeit Gottes wurde die Zeit der schine, jeder Computer soll dem Menschen 
Händler“, so beschrieb der Historiker Adolf Arbeit abnehmen, ihm Zeit verschaffen. 
Holl diese Wende. die er dann sinnvoll nutzen könnte. Doch 

Bis heute arbeitet die Masse der Men- mit dieser Zeit kann der Mensch nach rund 
sehen nach dem Diktat der Uhr . Aus der 1500 Jahren Drill zur Zeitdisziplin nichts 
7-Tage- Woche mit ca. 70 Arbeitsstunden von mehr anfangen , denn wenn er keine Ter- 
vor hundert Jahren ist eine 5-Tage-Woche mine hat, vernichtet er seine Zeit vor dem 
mit ca. 38 Arbeitsstunden geworden. Und Fernseher oder lässt sie vernichten, von 
dennoch hat niemand mehr Zeit. „Zeit ist professionellen Zeitkillem wie Animateuren 
Geld“ ist das Motto unserer Tage und Zeit- am Strand oder sonst wo. 

Ver geudung die schwerste Sünde in unserer Ein paar global denkende Wissenschaft- 
Gesellschaft. 1er fordern jetzt ein radikales Umdenken, 

Um seine Zeit noch besser organisieren einen neuen Umgang mit der Zeit, denn sie 
zu können, liest der erfolgreiche Manager haben erkannt, dass . .sich das Tempo der 
Bücher wie „Ganzheitliches Zeitmanage- Wirtschaftstätigkeit“ wieder mit den „Zeit- 
ment“, , .Die Neunzig-Minuten-Stunde“ oder plänen der Natur“ vertragen muss, um einen 
„Der Zeitplaner“. Diese Zeitplanungsspiele Ausweg aus Wirtschafts- und Umweltkrisen 
haben aber nicht etwa zum Ziel, Zeit übrig zu finden. Es muss wieder erlaubt sein, Zeit 
zu haben, um zum Beispiel zum Nachdenken zu haben und sich Zeit zu lassen. Es muss 
zu kommen, sondern sie dienen dazu, die wieder erlaubt sein, länger als bisher über 
„gewonnene“ Zeit mit anderen Terminen bis Dinge nachzudenken, sonst lassen sich 
in den letzten Winkel wieder zu füllen. Das viele Probleme, die durch Schnelligkeit 
gilt nicht nur für Manager, auch Schüler und und zu hohes Tempo entstanden sind, nicht 
Rentner haben übervolle Terminkalender, mehr lösen. 

2. Fassen Sie den Inhalt des Textes mit eigenen Worten zusammen. 



23 





Kapitel 1-A 


Vergangenes und Gegenwärtiges 


3. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. strikte Zeitdisziplin 

2. einen Wunsch verspüren 

3. nach dem Diktat der Uhr 

4. Zeitvergeudung 

5. peinlich sein 

6. etwas bescheinigt uns 

7. nichts anfangen können mit der Zeit 

8. sich vertragen müssen 

4 . Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1. Alles begann einem Mönch, der Jahre 320 Christus eine feste 

Zeiteinteilung fünf Gebetsstunden den Tag einführte und da die 

geistigen Grundlagen das Klosterleben legte. 

2 dieser Einteilung basierend entwickelte ein Benediktiner die erste strikter 

Zeitdisziplin bestimmte Sozialordnung Europa, indem er Kloster 

ein automatisches Läutwerk die Mönche ihre Gebetseinheiten erinnerte. 

3 der Klostermauem allerdings richteten sich die Menschen noch 13. Jahr- 

hundert dem Hahnenschrei und dem Sonnenstand. 


5. Bilden Sie jeweils einen Beispielsatz mit: 
1. seine Zeit verbringen 


2. Zeit sparen 


3. Zeit vertrödeln 


4. sich seine Zeit vertreiben 


6. Finden Sie zusammengesetzte Wörter mit 
dem Wort Zeit -/zeit-, 

Zeitabschnitt, 



24 





Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1-A 


7. Beantworten Sie die folgenden Fragen. 

1 . Gibt es in Ihrem normalen Tagesablauf Dinge, die Sie überflüssig oder zeitraubend 
finden? 

2. Haben Sie das Gefühl, dass Ihnen zu wenig Zeit für Dinge bleibt, die Sie gern tun 
würden? 

3. Haben Sie einen genauen Zeitplan für Ihren Tages- oder Wochenablauf? Wenn ja, gibt 
es in diesem Zeitplan leere Stellen? 

4. Wenn Sie viel Zeit zur Verfügung hätten, was würden Sie garantiert nicht tun? 

5. Könnten Sie ohne Uhr leben? 

8. Erklären Sie die Wendungen mit anderen Worten. 

1. Es ist an der Zeit , etwas zu tun 

2. Soldat auf Zeit 

3. Alles zu seiner Zeit! 

4. Ich habe für alle Zeiten genug davon 

5. Von Zeit zu Zeit kommt er uns besuchen 

6. die Zeit totschlagen 

7. jemandem die Zeit stehlen 

8. D a s h a t Z g jt. 

9. jemandem Zeit lassen 

10. Zeit schinden 

11. Das ist reine Zeitverschwendung! 

9. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . heutig, Zeit - Menschen - groß, Zeitdruck - stehen 


2. Zeitforscher - Thema „Zeitknappheit“ - groß, Aufmerksamkeit - schenken 


3. man - nur 60 % - sein, Zeit - verplanen - sollten 


4. Nachdenken - Probleme - nur - wer - Zeit nehmen - lösen - können 


10. Berichten Sie. 

1. Was fällt Ihnen zum Thema Warten ein? 


Warten 


2. Sind Sie ein guter Wärter? Was tun Sie, wenn Sie warten müssen? 

3. Schildern Sie typische Warte-Situationen in Ihrem Heimatland. Beschreiben Sie die 
allgemeine Stimmung beim Warten, z. B. im Stau, auf dem Bahnhof oder in einem 
Amt. 




25 



Kapitel 1-A 


Vergangenes und Gegenwärtiges 


11. Formen Sie den Text so um, dass Sie die auf der rechten Seite angegebenen Wörter in der 
richtigen Form in den Text einarbeiten. 


„Träumen, das ist Glück - Warten ist das Leben“, schreibt Victor 
Hugo. Jeder wartet täglich viele Male auf irgendetwas, doch jeder 
empfindet das Warten anders. Für die einen ist es eine willkomme- 
ne Pause, für andere ist es eine Qual. Die dritte Gruppe macht ihre 
Einstellung vom Grund des Wartens abhängig . Wartet man zum 
Beispiel auf ein öffentliches Verkehrsmittel, dann hat das Warten 
ein absehbares Ende. Das erleichtert vieles. Während der Wartezeit 
kann man beispielsweise Beschäftigungen nachgehen wie : Lesen, 
Rauchen, Essen oder Autos zählen. Glaubt man den Ergebnissen 
einer deutsch-amerikanischen Studie, reagieren Männer und Frauen 
beim Warten unterschiedlich. 

Während Frauen Wartezeiten häufig im Sinne von „Luftholen“ be- 
trachten, scheint bei Männern eine entscheidende Rolle zu spielen , 
ob das Warten selbst bestimmt ist oder nicht. Das Warten an der Su- 
permarktkasse oder im Verkehrsstau kam Männern durchweg stressig 
oder nicht zumutbar vor. Als Grund dafür nennen Wissenschaftler 
das negative Bild, das wir vom Nichtstun haben. Denn in unserer 
westlichen Gesellschaft güt jemand, der ohne erkennbaren Grund 
herumhängt, als Nichtsnutz, Wartezeit gilt als verlorene Zeit. 

Mit dem negativen Bild des Wartens arbeitet auch die Werbung. Mar- 
ketingexperten versuchen mit den durch das Warten hervorgerufenen 
Emotionen und Werbesprüchen wie „Warten Sie nicht länger!“ oder 
„Warum warten?“ Produkte besser abzusetzen . 


Empfindungen 

ausschlaggebend 

absehen lassen 

leichter 

beschäftigen 

zufolge 

Reaktionen 

Gegensatz 
große Bedeutung 

empfinden 

anführen 

betrachten 

halten 

zu Nutze machen 
bemühen 

Absatz erhöhen 


„Träumen, das ist Glück - Warten ist das Leben“, schreibt Victor Hugo. Jeder wartet täglich 
viele Male auf irgendetwas, doch jeder hat/hegt beim Warten andere Empfindungen . 



Wirklich, er war unentbehrlich ... 

Wirklich, er war unentbehrlich! 
Überall, wo was geschah 
Zu dem Wohle der Gemeinde, 

Er war tätig, er war da. 

Schützenfest, Kasinobälle, 
Pferderennen, Preisgericht, 

Liedertafel, Spitzenprobe, 

Ohne ihn, da ging es nicht. 

Ohne ihn war nichts zu machen, 

Keine Stunde hatt’ er frei. 

Gestern, als sie ihn begruben. 

War er richtig auch dabei. 

Wilhelm Busch (1832-1908) 


26 







Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1-B 



Kapitel 1 Vergangenes und Gegenwärtiges 

Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 


1. Zeitformen 

Präsens 

ich laufe 

ich arbeite 

Präteritum 

ich lief 

ich arbeitete 

Perfekt 

ich bin gelaufen 

ich habe gearbeitet 

Plusquamperfekt 

ich war gelaufen 

ich hatte gearbeitet 

Futur I 

ich werde laufen 

ich werde arbeiten 

Futur II 

ich werde gelaufen sein 

ich werde gearbeitet haben 


2. Einige Verben, die verschiedene Vergangenheitsformen bilden können. 


Infinitiv 

Vergangenheitsformen 

Synonyme 

senden 

a) sandte/gesandt 

oder sendete/gesendet 

schicken 


b) sendete/gesendet 

übertragen (von Rundfunk/Femsehen) 

wenden 

a) wandte/gewandt 

oder wendete/gewendet 

jmdn. etwas fragen (sich an jmdn. wenden) 
praktisch umsetzen (anwenden) 


b) wendete/gewendet 

umdrehen/die Richtung ändern 

bewegen 

a) bewog/bewogen 

veranlassen 


b) bewegte/bewegt 

den Platz/die Lage verändern 
emotional ergreifen 

schaffen 

a) schuf/geschaffen 

etwas hervorbringen/gestalten 


b) schaffte/geschafft 

etwas erreichen/zu Stande bringen 
(weg)bringen 

schleifen 

a) schliff/geschliffen 

etwas schärfenyglätten 


b) schleifte/geschleift 

den Boden berühren/etwas über den Boden 
ziehen 

wiegen 

a) wog/gewogen 

Gewicht feststellen/schwer sein 


b) wiegte/gewiegt 

schaukeln (Baby im Arm) 
zerkleinern (Kräuter) 

Infinitiv 

Vergangenheitsformen 

Grammatische Umschreibung 

hängen 

a) hing/gehangen 

Beschreibung eines Zustandes 


b) hängte/gehängt 

Beschreibung eines Vorganges 

erschrecken 

a) erschrak/erschrocken 

intransitiv 


b) erschreckte/erschreckt 

transitiv 


27 











Kapitel 1-B 


Vergangenes und Gegenwärtiges 



28 









Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1-B 



29 





Kapitel 1-C 


Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1 Vergangenes und Gegenwärtiges 

Teil C Übungen 


1. Bilden Sie Sätze im Präteritum. 

0. Schüler - wiederholt. Mal - Hausaufgaben - vergessen 

Der Schüler vergaß zum wiederholten Mal seine Hausaufgaben. 

1 . Vortrag - Konferenz - Schweiz - er - halten 


2. Finger - sie - Zwiebelnschälen - sich schneiden 


3. die Fabrik - noch ungeklärt, Ursache - bis auf die Grundmauern - abbrennen 


4. sie - Mitschüler - erste Klasse - bestehlen 


5. Pressesprecher - Journalisten - Fragen - ausweichen 


6. Angestellte - sich selbstständig machen - erwägen 


7. er - Freund - Hilfe - bitten 


8. Geschwister - im Aussehen - sich gleichen 


9. er - sein Freund - Feigling - nennen 


10. Schneiderin - Kundin - Armlänge - messen 


1 1 . Schnee - manch, Gebiete - erst - Ende Mai - schmelzen 


12. er - Gelegenheit - ergreifen - Haus - günstig, Preis - kaufen 


13. Anblick - Höhe - sein Mut - schwinden 


14. er - Stelle - Abteilungsleiter - sich bewerben 


15. Forscher - Grabungen - Knochen - Steinzeit - stoßen 


16. verstorbene Könige - alt, Ägypten - ihr, Schätze - sich begraben lassen 


30 




Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1-C 


17. Gericht - Hausmeister - Zeuge - vorladen 


18. er - sein Vermögen - Stiftung - überschreiben 


19. diese Berge - Gebirgsbach - früher - rinnen 


20. Diebe - Museum - Hinterausgang - verlassen 


2 1 . Wein - Essig - vergären 


22. er - ich - 10.000 Euro - leihen 


2. Suchen Sie synonyme Verben, die starke Vergangenheitsformen bilden. 

0. Er erinnerte sich nicht mehr an ihre Telefonnummer. - Er vergaß ihre Telefonnummer. 


1. Es passierte mitten in der Nacht. - Es mitten in der Nacht. 

2. Er borgte mir sein Fahrrad. - Er mir sein Fahrrad. 


3. Er sagte, es wäre besser, das Hemd nicht zu kaufen. - Er vom Kauf des 

Hemdes 

4. Sie erreichten den Zielort gegen Mitternacht. - Sie gegen Mitternacht am 

Zielort 

5. Die Preise für Kaffee sind niedriger geworden. - Die Preise für Kaffee sind 

6. Der Benzinpreis ist höher geworden. - Der Benzinpreis ist 

7. Er hat den Ring unter dem Sofa entdeckt. - Er hat den Ring unter dem Sofa 

8. Er sagte mir nicht die Wahrheit. - Er mich. 

9. Er entwendete dem Taxifahrer die Brieftasche. - Er dem Taxifahrer die 

Brieftasche. 

10. Er sagte, er wolle mir helfen. - Er mir seine Hilfe 

11. Sie hatte neben ihrem Ehemann noch einen Liebhaber. - Sie ihren Ehe- 

mann. 

12. Die Sitzung wurde auf Mittwoch verlegt. - Die Sitzung wurde auf Mittwoch 


3. Ergänzen Sie die Verben im Präteritum bzw. Partizip Perfekt. 

0. Er ihr zum Geburtstag Blumen, (senden) 

Er sandte/sendete ihr zum Geburtstag Blumen. 

1. Sie das Kunstwerk im Jahre 1904. (schaffen) 

2. Der Mantel war so lang, dass er am Boden (schleifen) 

3. Sie nur noch 46 kg. (wiegen) 

4. Das Auto sich einfach nicht von der Stelle, (bewegen) 

5. Der Koch die Kräuter für die Suppe, (wiegen) 


31 


Kapitel 1-C 


Vergangenes und Gegenwärtiges 


6. Plötzlich kam eine Hand aus dem Dunkeln und ich ( erschrecken ) 


7. Die Messer sind stumpf. Sie müssen werden, (schleifen) 

8. Jedes Mal, wenn das Telefon klingelte sie sich, (erschrecken) 


9. Der Rundfunk gestern Abend ein Sonderkonzert, (senden) 

10. Sie haben trotz aller Bemühungen das Ziel nicht (schaffen) 

11. Das Schicksal des blinden Mannes hat uns tief (bewegen) 

12. Hast du heute die Wäsche zur Reinigung ? (schaffen) 

13. Nicht einmal seine Schmerzen ihn, zum Arzt zu gehen, (bewegen) 

14. Sie weiß genau, dass sie die Jacke an die Garderobe hat. (hängen) 

15. Die Frau an der Garderobe behauptet aber, der Mantel habe da nicht 

(hängen) 

16. Den Ratschlag sie gleich in der Praxis an. (wenden) 

4 . Rekonstruieren Sie den folgenden Text. Ergänzen Sie die fehlenden Verben im Präteri- 
tum. (Den Originaltext finden Sie im Lösungsschlüssel.) 


Mein erster Bericht 

Fritz Pleitgen, seit 1995 Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), berichtet über 
den Beginn seiner journalistischen Karriere 


Es mit einem kleinen Schwindel. 

Der Fall ist verjährt. Man kann also darüber 
reden. In Bünde, einem kleinen Zigarrenma- 
cherstädtchen die , .Freie Presse“ 

für den Sportteil ihrer Lokalredaktion einen 
freien Mitarbeiter. Honorar: sechs Pfennig 

pro Zeile. Die Nachricht auch in 

unser Gymnasium. 


Einige sich interessiert, aber 

keiner sich. Für eine Zeitung zu 


schreiben, das hatte damals in dem klein- 
bürgerlichen Städtchen etwas Zwielichtiges 

an sich. Mich die Sache, mich 

das Geld; denn damit war es 

bei uns zu Hause nicht so gut bestellt 1 . Das 


Ganze nur einen Haken: Der 

Bewerber wenigstens 18 Jahre 


alt sein und ich erst 14. Aber 

ich hatte den Stimmbruch hinter mir, war 
einsfünfundsiebzig groß und der Redakteur 

war klein von Wuchs. Er erst gar 

nicht nach meinem Alter. Ich 

den Job. 


Meine Eltern, einfache Leute, 

völlig ahnungslos. Um ihnen nicht den 

Seelenfrieden zu rauben, ich 

den Presseausweis zu Hause als Geheim- 
dokument. Ich ihn versteckt. 

Am nächsten Morgen ich zur 

allgemeinen Verwunderung den Konfirmati- 
onsanzug an, zum Sportplatz der 

SG 2 Bünde 08, den Presseausweis 

und gleich mein blaues Wunder 3 . 

Der Kassierer mich zunächst 

perplex 4 an, dann er los: „Du 

willst mich wohl reinlegen. Beim letzten 
Spiel bist du noch über den Zaun gestiegen. 
Jetzt versuchst du's mit einem Presseausweis. 
Anzeigen sollte man dich!“ Die Situation war 

prekär 5 der Mann Emst, dann 

bei der Zeitung mein jugendli- 
ches Alter heraus. Also ich mich 

zurück, am anderen Eingang brav 

meinen Eintritt und als Reporter 

gewissermaßen incognito die Arena. Schon 
ein anderer Mensch. 


32 





Das Geschehen auf dem Platz meiner Laufbahn. Der Redakteur . 


ich ohne Herzensregung, em- 
sig jeden Spielzug und mich 

jeder Sympathiekundgebung. Wer mich 

mich nicht wieder. 

Nach Spielschluss ich in die 

Redaktion und 

mich mit Feuereifer an die 
Arbeit. Ganz Gymnasiast, ■ 'f'f 

ein dreiteiliger Aufsatz. fl / / 

Zwölf Seiten handge- fl A 

schrieben. Die erste wahre fl 

Analyse der SG Bünde fl A. ^ , 

08 und ihrer Spielweise. & w— 

Selbstsicher Aiiil J' 

ich dem Redakteur das 
Manuskript. * 

Am nächsten Morgen 

ich meinen Bericht nicht in 

der Zeitung. Nur 25 Druckzeilen über das 
Spiel der SG Bünde 08. Keine einzige 
von mir. Meine größte Enttäu- 
schung ich gleich zu Beginn 


Z 11 


mich: das sei ein ganz normaler Anfang. Ein 
Zeitungsartikel sei kein Schulaufsatz, die 
Joumalistensprache sei knapp, prägnant, 

© griffig. Ich würde das 
schon lernen. 

Beim nächsten Mal 

ich eine alte 

II Ausgabe des damals 
' y/* H populären „Sportbeob- 

J fl achters“ mit, 

/ fl ein Spiel mit dem pas- 

y I senden Resultat aus, 

' I in dem Arti- 

kel die Namen aus und 

den Bericht 

telefonisch an die Zentrale durch. „Schon 

besser!“ mich der Redakteur. 

Nur die Sprache sei schlechter geworden. 
Im Übrigen sollte ich erklären, wie in dem 
ostwestfälischen Bezirksklassenspiel der FC 6 
St. Pauli aus Hamburg auftauchen konnte. 
Seitdem ich auf Anleihen. 


Aus: Kölnische Rundschau/Rundschau am Sonntag (leicht gekürzt) 

1 mit/um etwas ist es nicht so gut bestellt: die Lage ist schlecht 

2 SG: Sportgemeinschaft 

3 sein blaues Wunder erleben: eine böse Überraschung erleben 

4 perplex: erstaunt/verwundert 

5 eine prekäre Situation: schwierige/unangenehme Situation 

6 FC: Fußballklub 

5. Formen Sie die Sätze so um, dass Sie Nebensätze bilden. 

0. Seit Beginn der Dürreperiode vertrocknet ein Großteil der Ernte. 

Seit die Dürreperiode eingesetzt hat, vertrocknet ein Großteil der Ernte. 

1. Bei Einbruch der Nacht war er noch immer nicht zu Hause. 


2. Während der Sitzung sagte sie kein Wort. 


3. Bis zum Beginn des Studiums solltest du deinen Führerschein machen. 


wir noch lange über dieses Ereignis. 


äse musste er noch verschiedene Dinge erledigen. 


33 




Kapitel 1-C 


Vergangenes und Gegenwärtiges 


6. Nach dem wiederholten Ausfallen der Elektronik wurde das Flugzeug endlich aus dem 
Verkehr gezogen. 


7. Sie hat sich seit ihrer Ankunft in New York noch nicht gemeldet. 


8. Er trieb während seines Englandaufenthaltes viel Sport. 


9. Seit seiner Entlassung vor zwei Jahren sucht er eine neue Stelle. 


10. Bei aufkommendem Nebel dürfen Sie nicht schneller als 30 km/h fahren. 


6. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen, wenn nötig. 

1. Tag Tag arbeiteten sie auf dem Feld. 

2. Das Radio lief den ganzen Tag 

3 Mitte Mai beginnen die Prüfungen. 

4. Jedes Jahr August fahren wir nach Frankreich. 

5. Das Bild dürfte 1900 gemalt worden sein. 

6 dem Essen verabschiedeten wir uns. 

7 dem 18. Jahrhundert ist das Gemälde in Besitz der königlichen Familie. 

8 den Ferien arbeitete sie bei der Post. 

9. Wir bitten Sie, die Rechnung der nächsten vier Wochen zu begleichen. 

10 1748 wurde der Dichter in Frankfurt geboren. 

1 1 Sonnenuntergang saßen wir oft am Strand. 

12 Beginn der Tagung stellte sich jeder Teilnehmer kurz vor. 

13 des Sommers hat es kaum geregnet. 

14. Das Virus wurde bereits 20 Jahren entdeckt. 

15. Wir treffen uns 15.00 Uhr. 

16. Was macht ihr Weihnachten? 

17. Könnten Sie mir 13. März Bescheid geben, ob das Projekt realisiert werden 

kann? 

18. Das Laufen fällt dem alten Mann Jahr Jahr schwerer. 

19. Die Sitzung wurde den 25. Mai verschoben. 

20. Das Erscheinen des Buches ist den Monat November geplant. 

7. Adjektive mit Zeitbedeutung 

Formen Sie die Sätze um, indem Sie aus den unterstrichenen Satzteilen Adjektive bilden. 

0. Das Ausfüllen der Steuererklärung, die ich jedes Jahr erhalte , kostet mich viel Zeit. 
Das Ausfällen der jährlichen Steuererklärung kostet mich viel Zeit. 

1. Gestern gab es ein großes Treffen mit vielen Mitarbeitern von früher und heute . 


34 


Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1-C 


2. Nichts ist langweiliger als die Zeitung von gestern . 


3. Morgen auf der Sitzung werde ich die Ergebnisse bekannt geben. 


4. Die Situation macht es notwendig, dass sofort Maßnahmen ergriffen werden. 


5. Er hört noch immer die Lieder von damals . 


6. Die Konferenz, die den ganzen Tag dauerte , ging gegen 20.00 Uhr zu Ende. 


7. Die Einnahme der Tabletten, die jeden Tag erfolgt , darf nicht unterbrochen werden. 


8. Die Ausbildung, die sich über zehn Monate erstreckt , findet in Miesbach statt. 


9. Auf der Sitzung, die jede Woche stattfindet , werden alle Probleme besprochen. 


10. Die Reise, drei Wochen lang , führt Sie in die schönsten Gegenden Kanadas. 


1 1. Bei dem Praktikum, das ein Jahr dauert , lernen die Lehrer den Umgang mit den Schü- 
lern. 


1 2. Mein Gehalt, das ich jeden Monat bekomme , reicht immer nur für drei Wochen. 


8. Verben in Verbindung mit einem Zeitpunkt/einer Zeitspanne 

Ergänzen Sie die Verben vormerken - festsetzen - anberaumen - datieren - verschie- 
ben - verzögern - vertagen - vorverlegen - vereinbaren. 

Achtung: Manchmal gibt es mehrere Lösungen. 

0. Die Vorstandssitzung wurde auf den 12. Juli festgesetzt/anberaumt. 

1 . Könnten wir für nächste Woche einen Termin ? 

2. Wir müssen die Besprechung mit der Firma Köhler um zwei Wochen 

3. Könnten Sie sich den 12. Mai für unser Gespräch erst mal ? 

4. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass sich der Liefertermin voraussichtlich um eine 

Woche 

5. Die Gerichtsverhandlung wurde von Freitag auf Donnerstag 

6. Könnten Sie den Scheck auf den 14. dieses Monats 

7. Wir haben heute noch so viel zu tun, wir die geplante Sitzung auf 

Freitag. 

8. Die nächste Betriebsversammlung wurde auf den 13. Oktober 


35 


Kapitel 1-D 


Vergangenes und Gegenwärtiges 


Kapitel 1 Vergangenes und Gegenwärtiges 

Teil D Themen fiir Vortrag und Aufsatz 


Prophezeiungen und Wünsche 

1. Was halten Sie von Vorhersagen im Allgemeinen? Welche Art von Prophezeiungen kennen 
Sie? Welchen Einfluss können Prophezeiungen auf Menschen ausüben? 

2. In welcher Zeit würden Sie gerne leben? Begründen Sie Ihre Meinung. 

Kunst und Kultur 

3. Einige berühmte Kunstwerke, z. B. Bilder, werden von reichen Privatleuten auf Auktio- 
nen ersteigert und sind dann für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Sollte man bei 
bestimmten Kunstwerken den Verkauf an Privatpersonen verbieten? Begründen Sie Ihre 
Meinung. 

4. Berichten Sie anhand ausgewählter Beispiele über die Kunst und Kultur Ihres Heimatlandes. 
Begründen Sie Ihre Auswahl. 

5. Inwieweit sollte der Staat mit finanziellen Mitteln oder mit Beschränkungen ausländischer 
Kunst und Kultur die eigene unterstützen? Belegen Sie Ihre Ausführungen mit Beispielen 
und berichten Sie über die Förderung einheimischer Kultur in Ihrem Heimatland. 

Werbung 

6. Werbung für Kinder nimmt immer mehr zu, Kindersendungen werden immer häufiger durch 
lange Werbeblöcke unterbrochen. Sind Kinder ein zum Kauf zu animierender Kundenkreis 
oder sollten der Werbung da Grenzen gesetzt werden? Welche Grenzen sollte es nach Ihrer 
Meinung für die Werbung überhaupt geben? Begründen Sie Ihre Meinung. 

7. Sehr gute und witzige Werbespots werden von einigen Leuten als moderne Kunst betrachtet. 
Wird dadurch die Werbung überbewertet? Beziehen Sie dazu Stellung und äußern Sie sich 
darüber, welchen Stellenwert die Werbung in unserem Leben Ihrer Meinung nach haben 
sollte. 

Zeit und Zeitkultur 

8. Welchen Einfluss hat Zeit auf die Gesellschaft und das Leben des Einzelnen? Wie sieht 
Ihrer Meinung nach richtiger Umgang mit Zeit aus? Beschreiben Sie das anhand von 
Beispielen. 

9. Keuschheit, Geduld, Bescheidenheit, Hoffnung - die meisten Tugenden sind entstanden, 
weil Menschen sich Zeit nehmen, warten. Welche Rolle spielt das Warten in der Gesellschaft 
und in Ihrem eigenen Leben? Belegen Sie Ihre Ausführungen mit Beispielen. 


36 




Nähe und Ferne 


Kapitel 2-A 


Kapitel 2 

Nähe und Ferne 

Teil A 

Texte und Textarbeit 

I. Mallorca - das bessere Deutschland 


1. Lesen Sie den folgenden Text. 



Das bessere Deutschland 

Jahrhundertelang zogen die Deutschen gen 
Ost- oder Welschland, bis sie endlich merk- 
ten, dass man Lebensraum auch mieten kann. 
Oder noch besser: kaufen. Und nirgendwo 
hat sich die neue Zivilität dieses getriebenen 
Volkes so ausgebreitet wie auf 3640 Qua- 
dratkilometern Kalk- und Sandsteininsel 
kurz vor Afrika. 

Mallorca. Der einzige Fleck Ausland, 
den die Deutschen wirklich in ihr Herz 
geschlossen haben und deshalb liebevoll 
nach ihrem Bilde prägen: Auf Mallorca 
gibt es eine deutsche Hundefriseurin, eine 
deutsche Wochenzeitung und deutsche 
Inselpastoren beider Konfessionen. Es gibt 
Klempner, Altersheime, Kartenleger - alles 



deutsch - und jede Menge deutsche Promi- 
nenz. Man kann sogar bei einem deutschen 
Fußballstar Fußballkurse belegen. Es ist wie 
in Deutschland. Nur besser. 

Es mag andere Inseln in den Prospekten 
geben, aber Mallorca ist das erschlossenste 
und erreichbarste Paradies der Deutschen. 
Der Bürger rechnet und sieht: Von Lörrach 
bis Palma sind es nur hundert Kilometer 
Luftlinie weiter als nach Rügen 1 . Man ist in 
zweieinhalb Stunden da und es ist billiger. 
Auf dem Düsseldorfer Flughafen werden 
Standby-Tickets für unter hundert Euro 
unters Volk geworfen, für 300 Euro kann 
man zwei Wochen auf Mallorca leben. 

Mehr als 2,5 Millionen Bundesbürger 
besuchen jährlich die Insel, etwa 50 000 
Deutsche leben ständig und gemeldet dort. 
Dazu kommen schätzungsweise noch einmal 
ebenso viele Illegale, Ausreißer, Sonnen- 
scheinasylanten . 

Dabei bevölkern die Deutschen nicht nur 
die Strände, sondern kaufen sich auch ins 
Hinterland ein. Der Umsatz des größten 
Immobilienmaklers der Insel hat sich um 
62 % erhöht. Es gibt sogar Wartelisten für 
Ein-Millionen-Euro-Objekte. Ähnlich wie 
einst im Osten Deutschlands durchstreifen 
Grundstückshändler das Hinterland und 
überprüfen jeden Ziegenstall auf seine 
Ausbau- oder Wohnfahigkeit. 

Richtig gewahr wurde der Deutsche seiner 
Liebe zur eigenen Finca, als der Finanzmi- 
nister anfing, in den Konten herumzuschnüf- 
feln und eine Steuer auf Zinseinkünfte zu 
erheben. Da beschloss so mancher, sein Geld 
besser woanders anzulegen. 


Bücher, Hörbücher und Hörspiele auf Deutsch - caMoe nyHwee cooÖmecTßo khmt 
Ha HeMeqKOM rubiKe BKoHTaKTe, pyKOBOflmenb 1/lßaH BepemamH 


37 



Kapitel 2-A 


Nähe und Feme 


Die Zeit des Tourismus begann auf 
Mallorca bereits im 19. Jahrhundert, als 
prominente Europäer wie der Komponist 
Frederic Chopin mit seiner Geliebten, der 
französischen Schriftstellerin George Sand, 
der habsburger Erzherzog Ludwig Salvator 
und die österreichische Kaiserin Sissi auf 
Mallorca ihre Zeit verbrachten und von der 
Landschaft schwärmten . Später kam die Insel 
besonders bei den Briten in Mode, Winston 
Churchill badete hier, englische Schriftsteller 
und Künstler siedelten sich an. In Adels- 
kreisen längst bekannt, wurde Mallorca zur 
Insel der Reichen und Berühmten; es sei so 
wunderbar ruhig, hieß es damals. 


1973 landeten die ersten Condor-Jumbo- 
jets aus Düsseldorf und es wurde Emst mit 
dem Massentourismus. Heute starten und 
landen in Palma stündlich 42 Maschinen, 
mehr als in Paris oder Frankfurt. Ein- und 
Auschecken dauert nicht länger als eine 
Viertelstunde und neben den Urlaubern 
kommen immer mehr Deutsche, die nur 
ein Wochenende auf der Insel verbringen 
und Montag früh wieder nach München zur 
Arbeit fliegen. 

Die Briten haben sich in der Zwischenzeit 
nach Menorca oder Ibiza zurückgezogen, 
Mallorca ist ihnen zu deutsch. 


1 Rügen: Ostseeinsel 


Aus: Der SPIEGEL (bearb.) 


2. Fassen Sie den Inhalt des Textes mit eigenen Worten zusammen. 

3. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1. Welche Folgen könnte der Ansturm aus Deutschland Ihrer Meinung nach für die 
einheimischen Inselbewohner gehabt haben bzw. noch haben? 

2. Würden Sie auch auf Mallorca leben wollen? Begründen Sie Ihre Meinung. 

4. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen 

1 . etwas ins Herz schließen 

2. schätzungsweise 

3. Sonnenscheinasvlanten 

4. bevölkern 

5. durchstreifen 

6. g ewah r w erde n 

7. herumschnüffeln 

8. schwärmen 

5. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

Mallorca ist der einzige Fleck Ausland, den die Deutschen wirklich in ihr Herz ( 1 ) 

haben und deshalb liebevoll nach ihrem Bilde (2). Auf Mallorca ist fast alles 

möglich, man kann sogar bei einem deutschen Fußballstar Fußballkurse (3). 

Mehr als 2,5 Millionen Bundesbürger (4) jährlich die Insel, etwa 50 000 Deutsche 

(5) ständig dort. Dabei (6) die Deutschen nicht nur die Sonne an den 


38 




Sähe und Feme 


Kapitel 2-A 


Stränden, sondern sie (7) sich auch auf die Suche nach geeignetem Wohnraum. 

Der Umsatz des größten Immobilienmaklers der Insel hat sich um 62 % (8). Be- 
reits im 19. Jahrhundert (9) prominente Europäer wie der Komponist Frederic 

Chopin von der Landschaft. Später (10) die Insel besonders bei den Briten in 

Mode, die aber jetzt ihr Urlaubsglück auf Ibiza (11). 

6. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . berühmt, Leute - Landschaft - Winter - Insel - schwärmen - verbringen - und 


2. Folge - Massentourismus - Müllberge - überfüllt, Strände - sein - und 


3. Inselbewohner - steigen, Preise - Häuser - Hinterland - nicht mehr - zahlen - 
können 


4. Düsseldorf, Flughafen - Billig-Tickets - weniger, 100 Euro - Volk - werfen 


7. Aus welchen Gründen verreisen Sie? Worauf legen Sie bei einer Reise besonderen Wert, 
worauf können Sie verzichten? Sammeln Sie erst Stichpunkte und berichten Sie anschie- 
ßend mündlich oder schriftlich. 


Reisegründe 


wichtig bei der Reise unwichtig bei der Reise 


8. Beschreiben Sie das Reiseverhalten in Ihrem Heimatland. 

Welche Reiseländer sind die beliebtesten? Wie oft fahren die Menschen in den Urlaub? 
Mit welchen Verkehrsmitten? usw. 

9. Stellen Sie allein oder in der Gruppe Hypothesen auf: Wohin geht die Entwicklung? Welche 
Tendenzen und Schwerpunkte wird es in der Reisebranche geben? 


39 








Kapitel 2-A 


Nähe und Feme 


10. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse aus Übung 9 mit dem folgenden Text. Ergänzen Sie auch 
die fehlenden Präpositionen. 

Wohin die Reise der Deutschen in Zukunft geht 

( 1 ) einer Studie eines Hamburger Zukunftsinstituts zeichnet sich (2) 

den nächsten Jahren eine Trendwende (3) Massentourismus (4) Indivi- 
dualtourismus ab. Dabei erfreuen sich Hotels, die sich (5) die Bedürfnisse ihrer 

Kunden einstellen, immer größerer Beliebtheit, zum Beispiel Spezialhotels (6) 

Rucksackreisende oder Hotels (7) Frauen (8) Bereich der Luxusklasse 

steigen Angebot und Nachfrage ebenfalls (9) allem Frauen haben einen neuen 

Reisetrend (10) Leben gerufen: die Wellnessreisen. Der Wellnessurlaub verspricht 

einen Ausgleich (11) den komplexen Anforderungen (12) Beruf und Fami- 
lie. Manche Touristen werden sich ( 1 3) Parfüm-, Gourmet- oder Weinreisen dem 

Kaufrausch hingeben. Sie zählen, wie auch die Reisen zu Olympischen Spielen (14) 

den ( 1 5) Trend liegenden Kurz- und Themenreisen. Schon lange ( 1 6) dem 

Markt und beliebter denn je sind die Erlebnisreisen. Unberührte Landschaften, Wüsten 

oder Naturreservate werden (17) Zukunft noch mehr Besucher verkraften müssen. 

Auch Burgen, Schlösser oder so genannte Vergangenheitsparks locken erlebnishungrige 

Touristen (18) Scharen an. Und: (19) Krisen (20) vielen Teilen 

der Welt sagt man den Femreisen voraus, dass sich ihre Anzahl verdoppelt (21) 

Jahr 2020 soll China das beliebteste Reiseziel der Deutschen sein. 

11. Das Europa-Haus 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Das Europa-Haus - eine Architektur-Skizze 

Von Hans-Magnus Enzensberger 


Die Frage, ob es eine europäische Kultur 
gibt und, falls ja, wie sie zu definieren wäre, 
ist ein idealer Gegenstand für Tagungen, 
Podiumsdiskussionen und Symposien, und 
zwar aus folgendem Grund: Es gibt darauf 
keine klare Antwort, so dass beliebig viele 
weitere Veranstaltungen darüber beraten 
können, weil alle diese Veranstaltungen 
folgenlos bleiben. 

Ähnlich schwerelos stellen sich die Er- 
örterungen darüber dar, ob es nicht an der 
Zeit wäre, eine gemeinsame europäische 
Kulturpolitik zu entwerfen . Die europäische 


Union war von Anfang an als ein reines 
Wirtschaftskartell konzipiert. Für kulturelle 
Zwecke sind dementsprechend im Budget der 
Union höchstens Zehntel-Promille- Anteile 
vorgesehen und die werden größtenteils für 
Prestigeprojekte ausgegeben. 

Pomp und Schäbigkeit sind allerdings 
nicht allein der Brüssler Bürokratie anzu- 
lasten . Es liegt auch in der Sache selbst. 
Offenbar gibt es die europäische Kultur nur 
im Plural und vielleicht ist der Eigensinn, der 
sich hierin ausdrückt, sogar das Beste an ihr. 
Jeder Versuch, sie zu vereinheitlichen , wäre 


40 




Sähe und Ferne 


Kapitel 2-A 


von vornherein zum Scheitern verurteilt. 
Die Lösung, falls es denn eine gibt, kann 
nur in einer ebenso intensiven wie flexiblen 
Kooperation zwischen den Teilnehmern am 
europäischen Spiel liegen. 

Auf Dauer ist es ein witzloser Luxus, 
wenn sich die größten und reichsten Nati- 
onalstaaten, jeder für sich, Kulturinstitute 
in Nairobi, Seoul oder Buenos Aires leis- 
ten. Das kostet viel Geld und führt nur zu 
überflüssigen Rivalitäten. Viel vernünftiger 
wäre es, in allen wichtigen Hauptstädten so 
etwas wie ein Europa-Haus einzurichten: 
die Deutschen, die Franzosen, die Italiener, 
Spanier, Briten - alle unter einem Dach. 
Dabei müsste jeder der Beteiligten souverän 
über sein eigenes Programm entscheiden. 
Von Fall zu Fall ließe sich, wenn die übli- 
chen Animositäten es erlauben, auch etwas 
Gemeinsames machen. 

Die Infrastrukturkosten für Mieten, Per- 
sonal und technische Ausrüstung ließen sich 
teilen. Vielleicht könnte man sich sogar auf 
eine gemeinsame Bibliothek einigen. In ers- 
ter Linie wäre damit dem Publikum gedient , 
das ja nicht nur aus Spezialisten besteht. Die 
Anziehungskraft der Institute könnte durch 


eine solche Lösung nur gewinnen und die 
Kosten würden sinken. Auch kleinere oder 
ärmere Länder könnten auf diese Weise in 
vielen Teilen der Welt kulturpolitisch aktiv 
werden: und wenn es nur zwei Zimmer wä- 
ren, in denen die Ungarn und die Norweger, 
die Polen und die Griechen zeigen könnten, 
was sie zu bieten haben. 

Natürlich ist ein solches Projekt viel zu 
einleuchtend , viel zu vernünftig, als dass es 
sich ohne weiteres verwirklichen ließe. Was 
würde die Bundesbaudirektion dazu sagen? 
Wie sollten die Vorschriften des Quai d'Orsay 
eingehalten werden? Würde die Abrechnung 
über die verbrauchten Bleistifte nicht unter 
solchem Arrangement leiden? Lassen das 
Haushalts-, das Tarif-, das Beamten-, das 
Arbeits-, das Verwaltungsrecht überhaupt 
eine solche Lösung zu? Immobilienfragen 
und Bestandsgarantien sind zu berücksichti- 
gen, die Botschaften müssen befragt werden, 
es geht um Zuständigkeiten und um die 
Federführung - schwer wiegende Bedenken ! 
Ganze Ministerien würden ins Grübeln g e- 
raten . Im Hickhack der Institutionen bleibt 
von einem Vorschlag, gerade dann, wenn er 
einfach ist, gewöhnlich wenig übrig. 


Aus: Die ZEIT (gekürzt) 


2. Fassen Sie den Inhalt des Textes mit eigenen Worten zusammen. 

3. Beantworten Sie die folgende Frage. 

Sollte es Ihrer Meinung nach eine gemeinsame europäische Kulturpolitik geben und wenn 
ja, wie könnte sie aussehen? Machen Sie Vorschläge und begründen Sie Ihre Meinung. 

4. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. eine Kulturpolitik zu entwerfen 

2. Pomp 

3. Schäbigkeit 

4. jmdm. etwas anlasten 

5. etwas vereinheitlichen 

6. überflüssige Rivalitäten 

7. A nimositä ten 

8. dem Publikum wäre gedient 

9. einleuchtend sein 


41 





Kapitel 2-A 


Nähe und Feme 


10. etwas verwirklichen 

11. die Federführung 

12. schwer wiegende Bedenken 

13. ins Grübeln geraten 

14. das Hickhack 

5. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1 . Die europäische Union war Anfang als ein reines Wirtschaftskartell kon- 

zipiert. 

2 Fall Fall ließe sich auch etwas Gemeinsames machen. 

3 erster Linie wäre damit dem Publikum gedient, das ja nicht nur Spezialisten 

besteht. 

4. Würde die Abrechnung die verbrauchten Bleistifte nicht solchem Arran- 

gement leiden? 

6. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 . Pomp und Schäbigkeit sind allerdings nicht allein der Brüssler Bürokratie 

Es auch in der Sache selbst. 

2. Jeder Versuch, die Kulturpolitik zu vereinheitlichen, wäre von vornherein zum Schei- 
tern 

3. Vielleicht könnte man sich sogar auf eine gemeinsame Bibliothek 

4. Die Anziehungskraft der Institute könnte durch eine solche Lösung nur : 

und die Kosten würden 

5. Was würde die Bundesbaudirektion dazu ? 

6. Ganze Ministerien würden ins Grübeln 

7. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . Möglichkeit - Zukunft - Kulturpolitik - Einrichtung - Europa-Haus - sein ( Konjunktiv II) 


2. man - gemeinsam, Haus - Geld - kulturell, Angebot - und - sparen - erweitern - kön- 
nen ( Konjunktiv II) 


3. Verantwortliche - Ministerien - auftretend, Probleme - Lösungen - einfallen las- 
sen- müssen ( Konjunktiv II) 


8. Wie heißt das Gegenteil? 

1 . das Angebot erweitern 

2. Geld sparen 

3. die Kosten steigen 

4. etwas ist einleuchtend 

5. Pomp 

6. die Kosten werden gesteigert 


42 



Nähe und Feme 


Kapitel 2-A 


III. Die Globalisierung des Kinos 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Der Verlust der Liebe 

Von Volker Schlöndorf 

Spielfilme, die wir Europäer im Kino oder 
Fernsehen sehen, kommen zu drei Vierteln 
aus den USA. Ziehen wir ein paar Außensei- 
ter ab, können wir diese , .Mainstream“- Ware 
das Globale nennen. Auf dem amerikani- 
schen Markt dagegen machen ausländische 
Filme insgesamt etwa zwei Prozent aus. 
Genauer gesagt sind es jährlich nur zwei 
bis drei Filme aus dem Rest der Welt, die in 
den USA überhaupt auf eine nennenswerte 
Zuschauerzahl kommen. Unbestreitbar 
können wir also den Rest der Weltproduk- 
tion als das Regionale 
betrachten. Dieser Trend 
scheint nicht umkehrbar, 
nicht in den USA und 
nicht im Rest der Welt. 

Denn überall heißt ins 
Kino gehen einen ame- 
rikanischen Film sehen. 

Das ist kein Werturteil, 
nur eine Feststellung von 
Marktanteilen. 

Eine Erklärung dafür 
muss wohl sein, dass 
man mit der Kinokarte 
nicht nur einen Film, son- 
dern auch zwei Stunden 
„American way of life“ 
kauft. 

Eine andere Erklärung liegt in den Filmen 
selbst. Bis in die fünfziger Jahre brachten 
die Exilanten aus Europa ihre Erzählweise 
nach Hollywood mit und gaben so dem 
amerikanischen Kino zusätzlichen Witz und 
kosmopolitischen Touch. Seit den siebziger 
Jahren ist der pazifische Einfluss dazugekom- 
men: Japaner, Koreaner und Chinesen zählen 
heute zu den erfolgreichen Filmemachern 
von Hollywood. Und weiterhin strömen 
Regisseure aus aller Welt in die USA. Eine 


von so vielen geprägte Kultur schleift das 
allzu Spezifische einer Kultur ab und ist so 
leicht rückexportierbar. 

Die Verführung dieses Globalen, das eine 
heile Welt vorspiegelt , ist so stark, dass wir 
darüber unsere Identität vergessen. Die Seele 
braucht aber immer noch das Vertraute, das 
Heimische. Deshalb produziert jedes euro- 
päische Land noch die Komödien des ihm 
eigenen Humors und ein paar kleine Dramen. 
Das meiste davon läuft im Fernsehen. Aber 
diese nationalen Filme schaffen den Sprung 


EVITA 



nicht einmal über die Grenze zum nächsten 
Nachbarn. Das war früher anders. Ungefähr 
von 1 960 bis 1 980 folgten wir Europäer einer 
ausgewogenen Diät, bestehend aus etwa 
einem Drittel amerikanischer Filme, einem 
Drittel nationaler Produktionen und einem 
Drittel Filme aus Nachbarländern. Wir wieg- 
ten uns in der Sicherheit, dass Europa weiter 
zusammenwachsen werde und schließlich 
ein gemeinsamer Markt bei gleichzeitiger 
kultureller Vielfalt entstehen würde. 


43 





detailgenau die Ausstattung einer Polizeista- 
tion in der Bronx. 

Der Druck ist groß, sich dem globalen 
Entwurf des Menschen anzupassen. Wenn 
wir uns aber alle einander anpassen, können 
wir uns nicht mehr verlieben, meint der 
große ägyptische Filmemacher Youssef 
Chahine. Am anderen lieben wir gerade jene 
Fremdheit, Individualität und Besonder- 
heit, die uns mehr und mehr abgeschliffen 
wird. Der Verlust der Liebe aber wäre ein 
hoher Preis für die Unterhaltungshegemonie 
des US-Kinos. 

Ein paar Einzelfälle geben uns in letzter 
Zeit wieder Hoffnung. Briten und Dänen 
weisen mit ihren Erfolgen den Weg: ln 
kleinen Filmen mit sozialen Inhalten und 
Doch: Während die Märkte sich geöffnet spezifischem Ambiente kann sich ein welt- 
haben, scheinen die Kulturen sich abzukap- weites Publikum wieder finden. Es sind 
sein . Dieses Paradox lässt sich auch in Asien wohl kaum mehr als ein Dutzend regional 
und Südamerika, in Mittel- und Osteuropa verwurzelter Filme pro Jahr, die mit Hilfe 
und in den Ländern der ehemaligen Sowjet- der entsprechenden Marketing-Startrampe 
Union beobachten, wo die Flut amerikani- in die Umlaufbahn des Globalen geschossen 
scher Filme ganze nationale Kinematografien werden, aber sie bieten einen Hoffnungs- 
weggeschwemmt hat. Schimmer für die Zuschauer wie für die 

Auch die digitalen Technologien, die zur Filmemacher. Auch wenn die Rollenvertei- 
Vielfalt geradezu einladen, haben diesen lung zwischen Globalem und Regionalem 
Trend zum Globalen nicht aufgehalten, endgültig ist, sollten wir uns nicht für immer 
sondern noch verstärkt, nach dem Motto: mit dem Regionalen bescheiden . Schließlich 
auf immer mehr Kanälen immer weniger kamen auch die meisten Autos eine Zeit 
Filme - und zwar immer die gleichen. Heute lang aus Detroit. 

bummeln wir nicht mehr mit Jeanne Moreau Volker Schlöndorf ist einer der international aner- 

über die Champs-Elysees, dafür kennen wir kanntesten deutschen Regisseure. 

Aus: Der SPIEGEL (bearb.) 

2. Fassen Sie den Inhalt des Textes mit eigenen Worten zusammen. 

3. Sagen Sie etwas über die folgenden Themen. 

1 . Berichten Sie über Filme aus Ihrem Heimatland, berühmte Regisseure und Schauspie- 
ler. 

2. Berichten Sie über den Anteil amerikanischer Filme im Kino- und Femsehangebot 
Ihres Landes und stellen Sie Ihre eigene Meinung dazu dar. 

3. Unterbreiten Sie Vorschläge, wie die Regierung Ihres Heimatlandes die nationale 
Filmproduktion unterstützen könnte. 



44 




A Jähe und Feme 


Kapitel 2-A 


4. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. von vielen geprägte Kultur 

2. heile Welt vorspieg elt 

3. schließlich 

4. sich abkapseln 

5. ganze Kinematografien weggeschwemmt 

6. über eine Straße bummeln 

7. spezifisches Ambiente 

8. Hoffnungsschimmer 

9. sich bescheiden 

5. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

Drei Viertel aller Spielfilme, die die europäischen Kinos (1), (2) aus 

den USA. Auf dem amerikanischen Markt dagegen sind ausländische Filme nur mit etwa 

zwei Prozent (3). Genauer gesagt sind es jährlich zwei bis drei Filme aus dem 

Rest der Welt, die in den USA überhaupt eine nennenswerte Zuschauerzahl (4) 


können. Dieser Trend (5) nicht umkehrbar, weder in den USA noch im Rest 

der Welt. Denn überall (6) ins Kino gehen, sich einen amerikanischen Film 


(7). Eine Erklärung dafür (8) sein, dass man mit der Kinokarte nicht 

nur einen Film, sondern auch zwei Stunden „American way of life“ (9). 

Das war früher anders. Ungefähr von 1960 bis 1980 (10) das Filmangebot in 

Europa aus etwa einem Drittel amerikanischer Filme, einem Drittel nationaler Produktionen 

und einem Drittel Filme aus Nachbarländern. Wir (11) uns in der Sicherheit, 

dass Europa weiter zusammen (12) werde und schließlich ein gemeinsamer 

Markt, bei gleichzeitiger kultureller Vielfalt (13) würde. Doch das Gegenteil 

(14). Während sich die ökonomischen Märkte geöffnet haben, scheinen die 

Kulturen sich (15). Dieses Paradox lässt sich auch in Asien und Südamerika, in 

Mittel- und Osteuropa und in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion (16). 

6. Ordnen Sie den Substantiven ein passendes Adjektiv in der richtigen Form zu. 

national - ausgewogen - digital - nennenswert - sozial - erfolgreich - heil - hoch 
1 . Koreaner und Chinesen zählen heute zu den Filmemachern. 


2. Die Filme schaffen den Sprung nicht einmal über die Grenze. 

3. die Technologien, die zur Vielfalt geradezu einladen 

4. kleine Filme mit Inhalten 

5. einen Preis für etwas zahlen 


6. Von 1960 bis 1980 folgten wir Europäer einer Diät. 

7. Nur zwei bis drei Filme kommen überhaupt auf eine Zuschauerzahl. 

8. die Verführung dieses Globalen, das eine Welt vorspiegelt 


45 



Kapitel 2-A 


Nähe und Feme 


7. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . letzte Zeit - Filme - Großbritannien - Dänemark - Interesse - weltweit, Publikum - er- 
wecken 


2. digital, Technologien -Trend -das Globale -verstärken 


3. europäisch, Regisseure -Einfluss- amerikanisch, Kino-Vergangenheit-ausüben 


8. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1 . Interessieren Sie sich für Filmfestivals? Wenn ja, welches halten Sie für das bedeu- 
tendste? Begründen Sie Ihre Meinung. 

2. Gibt es in Ihrem Heimatland ein Filmfestival? Wenn ja, können Sie etwas über das 
Festival berichten? (Welche Filme werden gezeigt? Wie viele Zuschauer hat das Fes- 
tival? Kommen viele Stars? Waren Sie schon einmal dabei?) 

9. Ergänzen Sie die fehlenden Substantive in der richtigen Form. 

Programm - Eröffnungsfilm - Überreichung - Filmfestival - Vorgang - Präsenz - Prei- 
se - Jurymitglieder - Sicht - Überraschung - Beitrag - Regie -Absage - Wettbewerb - Pre- 
miere - Start - Darstellerin 

Mit der ( 1 ) des Goldenen und der Silbernen Bären ging gestern die diesjährige 

Berlinale in Berlin zu Ende. Bei dem (2) wurden insgesamt 343 Filme aus 

52 Ländern gezeigt. Im (3) um die begehrten (4) liefen 22 Filme, 

darunter drei deutsche. Zu den (5) zählten unter anderem der in den USA 

lebende deutsche Regisseur Roland Emmerich und der Modeschöpfer Nino Cemiti. 

Doch trotz einiger bemerkenswerter Filme konnte das (6) nicht wirklich über- 
zeugen. Vor allem der schwache (7) „Man to Man“ hatte für Kopfschütteln 

und einen misslungenen (8) gesorgt. Wie erfreulich ist dann aus deutscher 

(9), dass zwei Silberne Bären an den deutschen (10) „Sophie 

Scholl -3 die letzten Tage“ gingen: Julia Jentsch erhielt ihn als beste (11), 

Lars Rothemund für die beste (12). Der Goldene Bär für den besten Film 

ging zur (13) vieler an einen südafrikanischen Film, eine Adaption der Oper 

Carmen. 

Für etwas Verstimmung hatte die (14) der Schauspielerin Glenn Close 

gesorgt, die zur (15) ihres Films „Heights“ erwartet wurde. Berlinale-Chef 

Dieter Kosslick nahm den Film daraufhin aus dem Wettbewerb. Dieser einzigartige 

(16) wurde als brachenintemer Warnschuss gewertet. In dem immer härter 

werdenden Wettbewerb mit den Festivals in Cannes und Venedig ist die Berlinale auf die 
(17) von Stars angewiesen. 


46 



XV. Nachtgedanken 

Lesen Sie das folgende Gedicht von Heinrich Heine (1797-1856). 


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Nachtgedanken 

Denk ich an Deutschland in der Nacht, 

Dann bin ich um den Schlaf gebracht, 

Ich kann nicht mehr die Augen schließen, 

Und meine heißen Tränen fließen. 

Die Jahre kommen und vergehn! 

Seit ich die Mutter nicht gesehn, 

Zwölf Jahre sind schon hingegangen; 

Es wächst mein Sehnen und Verlangen. 

Mein Sehnen und Verlangen wächst. 

Die alte Frau hat mich behext, 

Ich denke immer an die alte, 

Die alte Frau, die Gott erhalte. 

Die alte Frau hat mich so lieb, 

Und in den Briefen, die sie schrieb, 

Seh ich, wie ihre Hand gezittert, 

Wie tief das Mutterherz erschüttert. 

Die Mutter liegt mir stets im Sinn. 

Zwölf lange Jahre flössen hin, 

Zwölf lange Jahre sind verflossen, 

Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen. 

Deutschland hat ewigen Bestand, 

Es ist ein kerngesundes Land, 

Mit seinen Eichen, seinen Linden, 

Werd ich es immer wieder finden. 

Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr. 

Wenn nicht die Mutter dorten wär; 

Das Vaterland wird nie verderben. 

Jedoch die alte Frau kann sterben. 

Seit ich das Land verlassen hab, 

So viele sanken dort ins Grab, 

Die ich geliebt - wenn ich sie zähle, 

So will verbluten meine Seele. 

Und zählen muss ich - Mit der Zahl 
Schwillt immer höher meine Qual, 

Mir ist, als wälzen sich die Leichen 
Auf meine Brust - Gottlob! sie weichen! 

Gottlob! durch meine Fenster bricht 
Französisch heitres Tageslicht; 

Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen, 
Und lächelt fort die deutschen Sorgen. 


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47 




Kapitel 2-A 


Nähe und Feme 


2. Erklären Sie mit anderen Worten. 

1 . Die alte Frau, die Gott erhalte 

2. Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen 

3. Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr 

3. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1. Was bedeutet für Sie das Wort Heimwehl 

2. Würden Sie für längere Zeit ins Ausland gehen und wenn ja, in welches Land? 
Begründen Sie Ihre Meinung. 

3. Welche Empfehlungen geben Sie jemandem, der für längere Zeit in Ihr Heimatland 
kommt? 


4 . Finden Sie Wörter/Wendungen mit antonymer Bedeutung. 

1. Heimweh 

2. sich einsam fühlen 

3. jmd. ist erschüttert 

4. ein trauriges Gemüt haben 

5. sich nach etwas sehnen 

6. sich seiner Umgebung verschließen 


5 . 


Finden Sie die passende zweite Hälfte der Redewendungen und erklären Sie diese mit 
Ihren eigenen Worten. 


1 . Ob Osten oder Westen 

2. Hinter den Bergen 

3. Andere Länder 

4. Ein guter Nachbar in der Not 

5. Der Prophet gilt 

6. Reiche Leute 

7. Wenn einer eine Reise tut 

8. Andere Städtchen 

9. Viele Wege 

10. Warum in die Feme schweifen 

1 1 . Überall wird nur 

12. Eigener Herd 


a) mit Wasser gekocht. 

b) führen nach Rom. 

c) zu Hause geht’s am besten. 

d) nirgends weniger als in seinem Vaterland. 

e) wohnen auch Menschen. 

f) ist Goldes wert. 

g) sieh das Gute liegt so nah. 

h) - andere Sitten. 

i) ist besser als ein ferner Freund. 

j) sind überall daheim. 

k) dann kann er viel erzählen. 

l) - andere Mädchen. 


48 



Kapitel 2 

Teil B 


Nähe und Ferne 

Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 


1. Präpositionen zu Orts- und Richtungsangaben 


Richtungsangaben (wohin?/woher?) 

Ortsangaben (wo?) 

an (A) 

Wir fahren ans Meer. 

an (D) 

Wien liegt an der Donau. 

auf (A) 

Er stellte das Glas auf den Tisch. 

auf (D) 

Das Glas steht auf dem Tisch. 

hinter (A) 

Der Ball flog hinter das Tor. 

hinter (D) 

Der Ball liegt hinter dem Tor. 

in (A) 

Wir fahren in die Schweiz. 

in (D) 

In der Suppe schwimmt eine Fliege. 

neben (A) 

Er setzte sich neben mich. 

neben (D) 

Er saß nicht neben seiner Frau. 

über (A) 

Hänge nicht noch ein Bild über das Sofa ! 

über (D) 

Über dem Eingang hängt eine Fahne. 

unter (A) 

Ich kroch unter die Abdeckung. 

unter (D) 

Der Hund lag unter dem Tisch. 

vor (A) 

Immer drängelt sich einer vor mich. 

vor (D) 

Diesmal steht niemand vor mir. 

zwischen (A) 

Er schob sich zwischen die Menschen. 

zwischen (D) 

Er versteckte den Brief zwischen zwei 
Büchern. 

um (A) 

Der Hund lief um den Baum. 

um (A) 

Wir saßen um das Feuer (herum). 

entlang (G/D/A) 

1. neben/parallel/längs 

Entlang dem Weg/ des Weges stehen 
schöne Villen. (D/G) 

Der Weg führt den Bach entlang. (A) 

2. auf/auf und ab/parallel (bei Bewe- 
gungsverben) 

Die Kinder liefen den Weg ent- 

bei (D) 

Sie ist bei ihrer Mutter. 

Der Baum steht bei dem alten 

Feuerturm. 

gegenüber (D) (vor- und nachgestellt) 
Das Haus ist dem Bahnhof gegenüber/ 
gegenüber dem Bahnhof. 

lang. (A) 

3. entlang + am 

Der Dieb schlich an der Mauer ent- 
lang. (D) 

oberhalb/unterhalb (G) 

Unterhalb der 1000-Meter-Grenze liegt 
kein Schnee. 


49 




Richtungsangaben (wohin?/woher?) 

Ortsangaben (wo?) 

gegen (A) 

Er fuhr gegen den Baum. 

durch (A) 

innerhalb/außerhalb (G) 

Innerhalb des Landes gibt es scharfe 
Kontrollen. 

Der Weg führte durch den Wald. 

aus (D) 

Er trat aus dem Haus. 

abseits/jenseits (G) 

Abseits der Touristengebiete gibt es 
eine blühende Vegetation. 

von (D) 

Etwas fällt vom Dach. 

längs/längsseits (G) 

Längsseits der Autobahn entstehen 
große Einkaufszentren. 

nach (D) (ohne nachfolgenden Artikel) 

Wir fahren nach Italien. 


zu (D) 

Sie fährt zu ihrer Mutter. 



2. Unterscheidung zwischen Präposition - Adverb - Adjektiv 


Präposition 

Adverb 

Adjektiv 

über 

oben 

ober- 

(die obere Schublade) 

unter 

unten 

unter- 

hinter 

hinten 

hinter- 

vor 

vom 

vorder- 

in/innerhalb 

Das Bild hängt über dem 
Sofa. 

Ich hänge das Bild über 
das Sofa. 

innen/drinnen 

Er ist oben, in der ersten 
Etage. 

Er geht nach oben (hin- 
auf), in die erste Etage. 

inner- 

Der Brief liegt in der obe- 
ren Schublade. 

Ich habe den Brief in die 
obere Schublade gelegt. 


50 









Nähe und Feme Kapitel 2-C 



Kapitel 2 Nähe und Ferne 

Teil C Übungen 


I. Rekonstruieren Sie den folgenden Text von Franz Hohler. Ergänzen Sie die Präpositionen 
und die Endungen der bestimmten und unbestimmten Artikel. (Den Originaltext finden Sie 
im Lösungsschlüssel.) 


Made Hongkong 

Von Franz Hohler 

„Made Hongkong“ - das habt ihr 

sicher schon ein eu Spielzeuge 

gelesen. Aber wisst ihr auch, was es heißt? 
Also, ich will es euch erklären. 

Was Maden sind, wisst ihr, so nennt man 
Käfer, wenn sie noch so klein sind, dass sie 
wie winzige Würmer aussehen. 

ein Garten lebte einmal eine 

ganze Schar solcher Maden. Eine davon 

war besonders klein und wurde den 

anderen ständig ausgelacht. „Du bringst es 
nie zu etwas!“ sagten sie immer wieder, 
bis die kleine Made so wütend wurde, dass 
sie sagte: „Ich bringe es weiter als ihr alle. 

Ich komme Hongkong!“ und 

schnell davonkroch. 

„Viele Grüße!“ riefen ihr die anderen nach, 

„und lass es uns wissen, wenn du 

Hongkong angekommen bist!” 

Die Made kroch Flughafen und 

konnte sich dort Spalt ein großen 

Kiste verstecken. Der Zufall wollte es, dass 

diese Kiste Hongkong geflogen wurde, 

aber das war noch nicht alles. Die Kiste war 
nämlich voll Gold und deshalb wurde sie 

Hongkong d Flughafen 

Räubern gestohlen, die damit davonfuhren 

und sie ein Keller versteckten. 

Nachher wollten sie eine zweite solche 

Kiste rauben, wurden aber dabei d 

Polizei erschossen. 


Jetzt wusste niemand mehr, wo die Kis- 
te d Gold war unser..... 

Made. Die überlegte sich, wie sie ihren 

Maden Hause mitteilen konnte, dass 

sie Hongkong angekommen war. 

Dabei kam ihr d Sinn, dass 

Garten, wo sie lebten, ein großer Sandhau- 
fen war, d viele Kinder spielten. 

Deshalb kaufte sie ihr..... Gold alle 

Spielzeugfabriken ganz Hongkong 

und befahl sofort, dass man jed 

Spielzeug, das Europa verkauft wurde, 

die Nachricht draufdrucken musste: „Made 
in Hongkong.“ 

Ich kann euch sagen, die Maden machten 

große Augen, als sich die Kinder 

Sandhaufen laut vorlasen, was ihr..... 

Spielzeug stand. „Habt ihr das gehört?“ 
flüsterten sich die Maden untereinander zu, 
„die ist tatsächlich angekommen.“ 

Viele ihnen versuchten daraufhin 

auch, die Reise zu machen, aber keiner ge- 
lang es, die eine flog ein Pendeluhr 

Amsterdam, die andere versteckte sich 

ein Sandwich und wurde unterwegs 

aufgegessen und die meisten kamen nicht 

einmal Flughafen, weil sie ihn 

entweder nicht fanden oder vorher 

einem Vogel aufgepickt wurden. 

Klein sein allein genügt eben nicht, es 
gehört auch noch etwas Glück dazu. 





Kapitel 2-C 


Nähe und Feme 


2. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen und, wenn angegeben, die Artikelendungen. 

1 . Wir fuhren diese prachtvolle Allee 

2. Die Kinder liefen immer das Schwimmbecken 

3. Er kam gestern d Münchner Flughafen an. 

4. Ich fliege nicht d Schweiz, sondern d Antillen. 

5. Die Kneipe befand sich seinem Wohnhaus 

6 der großen Städte liegen idyllische kleine Dörfer grünen Hängen. 

7 des Zentrums schließen die meisten Lokale vor 24.00 Uhr. 

8. Alle sahen, wie die Rakete d Wolken verschwand. 

9. Könnten Sie mir das Frühstück Zimmer bringen? 

10. Wenn man das Diapositiv d Licht hält, kann man etwas erkennen. 

11. Erfährt d Urlaub. 

12. Er ist schon seit zwei Wochen Urlaub. 

13. Ich bin ihm erst kürzlich d Automobilmesse begegnet. 

14. Wir waren heute Strand. 

15. Der Dieb ist d Grenze festgenommen worden. 

16. Tut mir Leid. Herr Meier ist nicht Hause. Er ist ein Kongress. 

17. Ich komme gerade Augenarzt und muss jetzt noch Zahnarzt. 

1 8. Das Bild hängt d Fernseher nicht gut. Lass es uns lieber d Sofa 

hängen. 

19. Wann kommt er d Urlaub zurück? 

20. Der Präsident mischte sich d Volk. Er nahm sozusagen ein Bad d 

Menge. 

21 des Sees liegt eine wunderbare Insel. 

22. Die Katze verkroch sich d Bett. 

3. Bilden Sie Sätze im Präteritum. 

0. Jugendliche - Lagerfeuer - herumsitzen 

Die Jugendlichen saßen um das Lagerfeuer herum. 

1 . Sturm - Ziegel - Dach - herunterwehen 


2. Katze - Zaun - kriechen 


3. Hund - Fahrradfahrer - herlaufen 


4. wir - Post - vorbeikommen - nicht 


5. er - Fluss - jeden Morgen - entlanglaufen 


52 



6. sie - Strand - täglich - zwei Stunden - sich sonnen 

7. Ausstellung - alte Kirche - stattfinden 

8. Weg - Wald - alt, Pfarrhaus - führen 

4. Ergänzen Sie her oder hin, wenn nötig. 

0. Wo kommst du denn plötzlich her? 

1 . Setzen Sie sich zu mir, hier 

2. Warst du in der Ausstellung? - Nein, ich bin nicht gegangen. 

3. Als wir vor 30 Jahren hier. gekommen sind, gab es noch nicht so viele chinesische 

Restaurants. 

4. Wo hast du das Buch gelegt? 

5. Uns gefällt es hier. wirklich gut. 

6. Was für ein wunderschönes Bild. Wo hast du das ? 

7. Warum stellst du den Tisch nicht dort wo er immer stand? 

8. Wo nimmt die Frau diese Kraft ? 

5. Ergänzen Sie her- oder hin- in Zusammensetzung mit einer Präposition oder die entspre- 
chende Kurzform. 

0. Könntest du mit dem Hund ein bisschen hinaus-Zrausgehen? 

1 . Sie schaute zum Fenster 

2. Meine Nachbarin wollte ein bisschen Zucker von mir. Ich bringe ihn mal schnell 

3. Wenn du noch mal in den Keller gehst, bring bitte noch eine Flasche Wein mit. 

4. Was für eine tolle Aussicht! Komm mal ! 

5. Guten Tag, Herr Meier. Bitte kommen Sie 

6. Ich weiß nicht, warum die Vase kaputtgegangen ist. Ich habe Sie sehr vorsichtig aus 

der Kiste genommen. 

7. Das Tier lugte vorsichtig unter dem Bett 

8. Du musst noch näher gehen, sonst siehst du nichts. 

6. Bilden Sie Sätze. 

0. Brief - ober-, Schublade - liegen 

Der Brief liegt in der oberen Schublade. 

1 . Verkaufsabteilung - erste Etage - sich befinden - oben 


2. Sarg - Grabkammer - Wissenschaftler - fanden - innerst- 


3. Kopierapparat - Keller - Ecke - stehen - unten - hinterst- 


53 






Kapitel 2-C 


Nähe und Feme 


4. Kind - Bett - sich verstecken - unter 


5. Zimmer, Sekretärin - Zimmer, Chef - liegen - hinter 


6. er - Wettkämpfe - Plätze - belegen - immer - vorder* 


7. Dokument - Schreibtisch - möglicherweise - rutschen - hinter 


8. Portier - Eingangstür - stehen - vor 


7. Nennen Sie die Einwohner (maskulin/feminin/Plural) der folgenden Länder. 

0. Spanien der Spanier die Spanierin die Spanier 

1. Portugal 

2. Argentinien 

3. China 

4. der Sudan 

5. Deutschland 

6. Irland 

7. Israel 

8. Pakistan 

9. Chile 

10. Brasilien 

8. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . er - sie - Messe - Schweiz - kennen lernen 


2. Sudan - langjährig, Bürgerkrieg - herrschen 


3 er - Wintermonate - Kanarische Inseln - verbringen 


4. Autor - Niederlande - geboren - und jetzt - Antillen - leben 


5. er - 1 8 - USA - auswandem 


6. wir - Auto - französisch, Küste - Spanien (Ziel) - fahren 


54 








Nähe und Feme 


Kapitel 2-C 


9 . Rekonstruieren Sie den folgenden Textausschnitt aus Christoph Heins Erzählung „ Von 
allem Anfang an “. Ergänzen Sie die Präpositionen und die fehlenden Artikelendungen. 
(Den Originaltext finden Sie im Lösungsschlüssel.) 


Christoph Hein 

Von allem Anfang an (Auszug) 


Tante Magdalena wohnte 

über d Bäckerei Theuring 

d Mühlenstraße, 

wo wir unser Brot kauf- 
ten und die Brötchen und 
manchmal auch ein paar 
Plunderstücke 1 . Der Ein- 
gang ihrer Wohnung 

war aber nicht d 

Mühlenstraße, man musste 

die Ecke gehen, 

d Molkengasse, zu d 

großen Holztor, das im Un- 
terschied zu allen anderen 

Toren d Stadt nie 

offen stand und das 

eine Tür hineingeschnitten 
war. Wenn man diese öffne- 
te, bewegten sich die beiden 

mächtigen Torflügel den Angeln und 

man musste einen Moment warten, bis sie 
wieder Stillständen und man den Fuß- 

teil des eisernen Türrahmens treten konnte. 

einen breiten Torgang gelangte man 

d Hof, dort waren die Kamickel- 

ställe des Bäckers und ein Drahtverschlag 
für die Hühner. Es gab auch einen winzigen, 

mit Draht geschützten Garten d 

Tante Magdalena Kräuter anbaute. 

Links schloss sich ein Hofgang an, 

dem man den Hintertüren der anderen 

Häuser in der Molkengasse gelangte und der 

Anger 2 reichte, wo die Garagen 

standen. Am Ende des Torgangs rechter Hand 
führten drei Steinstufen einer Tür, 


der sich ein Trep- 
penhaus und der Eingang 

Backstube von Herrn 

Theuring befanden. 

eine gewunde- 
ne, sehr schmale Treppe 


gelangte man d 

ersten Stock Woh- 


nung von Tante Magda- 
lena. Wenn man die Tür 

öffnete, war man 

ihr..... Wohnküche, in der 

dem Eingang ein 

Gaskocher ein 

mit bunten Stoffgardinen 
verhängten Regal stand. 

dem Fenster und der 

nächsten Tür waren der 
Eisschrank, ein Schränk- 
chen, ein ausziehbarer Tisch d 

Küchensofa und zwei Stühle. 

die Küche schloss sich das gute 

Zimmer an d runden Tisch mit den 

Intarsien lag stets eine feine, durchbrochene 
Decke. Sie war so fein, dass sie eher wie ein 
kostbares Netz wirkte und die Einlegearbei- 
ten der Tischplatte nicht verhüllte, sondern 

hervorhob den Tisch standen sechs 

Stühle mit hohen geschnitzten Lehnen und 

dunklen Samtpolstem d Fenster, 

das Hof ging, war eine Vitrine. Der 

obere Teil hatte Glastüren, denen 

farbige Kelche zu sehen waren und Blumen- 
vasen d Tante Magdalena aber nie 

Blumen stellte. 



© Suhrkamp- Verlag Frankfurt/M. 

1 Plunderstücke: Gebäck aus Plunderteig 

2 Anger: freier Grasplatz in einem Dorf, meist im Dorfzentrum 


55 




Kapitel 2-D 


Nähe und Ferne 


Kapitel 2 Nähe und Ferne 

Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 


Tourismus 

1. Beschreiben Sie die Folgen des Massentourismus. Nennen Sie Vor- und Nachteile und 
äußern Sie Ihre eigene Meinung. 

2. Wenn Sie verantwortlich für den Tourismus Ihres Landes wären, wo würden Sie Schwer- 
punkte setzen und was würden Sie an der derzeitigen Situation verändern? Begründen Sie 
Ihre Meinung. 

Kulturpolitik 

3. Welchen Stellenwert hat Ihrer Meinung nach Kulturpolitik im Gesamtrahmen der Politik? 
Wie viel Geld sollte für Kulturpolitik zur Verfügung gestellt werden? Begründen Sie Ihre 
Meinung. 

4. Wenn Sie Kulturminister Ihres Landes wären, was oder wen würden Sie besonders fördern, 
welche Projekte würden Sie unterstützen? Begründen Sie Ihre Ausführungen. 

Kinofilme 

5. „Überall heißt ins Kino gehen: einen amerikanischen Film sehen. Dieser Trend scheint 
nicht umkehrbar, nicht in den USA und nicht im Rest der Welt.“ Nehmen Sie zu diesem 
Ausspruch von Völker Schlöndorf Stellung und berichten Sie über aktuelle Kinotendenzen 
in Ihrem Heimatland. 

Leben im Ausland 

6. Welche positiven und welche negativen Erfahrungen kann man Ihrer Meinung nach bei 
einem jahrelangen Auslandsaufenthalt machen? Belegen Sie Ihre Ausführungen mit Bei- 
spielen. 

7. Kann ein freiwilliger oder unfreiwilliger langer Auslandsaufenthalt das Verhältnis zum 
eigenen Land und zur eigenen Sprache verändern? 


56 




Vermutungen und Empfehlungen Kapitel 3-A 


Kapitel 3 Vermutungen und Empfehlungen 

Teil A Texte und Textarbeit 


I. Lachen 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Bitte lachen! 

Die Bedeutung des Lachens im Leben der 
Menschen wurde viele Jahre unterschätzt , 
offensichtlich besonders von den Deutschen, 
ln letzter Zeit aber wird Lachen und Humor 
endlich der notwendige Emst geschenkt und 
eine Reihe von Veröffentlichungen widmen 
sich diesem Thema. 

In Frauenzeitschriften, die sich monatlich 
um das Wohlbefinden der weiblichen Bevöl- 
kerung sorgen, kann man z. B. nachlesen, 
dass Lachen die Durchblutung des Körpers 
anregt, den Sauerstofftransport verbessert, 
die Immunabwehr erhöht und das zentrale 
Nervensystem stärkt. Diese von Wissen- 
schaftlern belegten Erkenntnisse versuchen 
neuerdings auch Manager zum Wohle ihrer 
Firma zu nutzen. Denn Mitarbeiter, die 
körperlich fit sind, sind leistungsfähiger, 
stressbeständiger, motivierter und zufrie- 
dener als andere. 

Eine Studie des Instituts für Rationelle 
Psychologie zeigt, dass in Betrieben, in 
denen häufig gelacht wird, sich die Innova- 
tionsrate durchschnittlich um 86 % steigert, 
die Mobbing-Rate um 56 % sinkt, sich die 
Fehlerquote um 47 % reduziert und die Leis- 
tungsbereitschaft im ganzen Unternehmen 
um 14 % ansteigt. 

Dass man mit Humor auch bei internatio- 
nalen Verhandlungspartnern weiterkommt , 
hat der Kommunikationsexperte Heinz 
Goldmann festgestellt, der den Deutschen 
bescheinigte, bei Verhandlungen auf Grund 
fehlenden Humors höchstens Sachakzeptanz, 



aber selten Gefühlsakzeptanz zu erzie- 
len - und das könnte sich negativ auf das 
Geschäft auswirken. 

Ist das Problem einmal erkannt, sind 
Anbieter von Lösungen nicht weit. Man 
kann jetzt in „Humaerobics-Seminaren“ 
Humor trainieren, unter anderem mit Hilfe 
folgender Übungen: 

- Lassen Sie mal einen Freudenschrei her- 
aus! 

- Machen Sie Fotos von sich und Ihren 
Kollegen beim Grimassenschneiden und 
hängen Sie diese auf. 

- Machen Sie alberne Geräusche. 

- Erstellen Sie eine Liste von komischen 
Erinnerungen, die Sie zum Lachen brin- 
gen. 

Ob das wohl hilft? 


2. Fassen Sie den Text mit eigenen Worten zusammen. 


57 



Kapitel 3-A 


Vermutungen und Empfehlungen 


3. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1. Welche Bedeutung haben Lachen und Humor im beruflichen Umfeld in Ihrem Hei- 
matland, zum Beispiel bei Verhandlungen, bei Vorträgen oder kurzen Ansprachen, im 
Umgang mit Vorgesetzten, im Umgang der Kollegen untereinander usw.? 

2. Welche Rolle spielt der Humor im gesellschaftlichen Leben Ihres Landes, z. B. in der 
Politik? Schildern Sie das anhand einiger Beispiele. 

3. Glauben Sie an die im Text beschriebenen Folgen des Lachens? 

4 . Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1 . etwas wird unterschätzt 

2. sich einem Thema widmen 

3. beleg te Erkenntnisse 

4. weiterkommen 

5. alberne Geräusche 

5. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

Seit einiger Zeit wird die Bedeutung des Lachens, die die Deutschen vor allem im beruflichen 

Leben jahrelang (1) haben, endlich (2)! Wissenschaftler haben in 

Untersuchungen (3), dass Lachen zum Beispiel die Immunabwehr (4). 

In Betrieben, in denen häufig gelacht wird, (5) die Leistungsbereitschaft um 

14%, die Fehlerquote dagegen (6) um 47 %. Auch bei internationalen Ver- 
handlungen kann sich Humor positiv (7). Der Kommunikationsexperte Heinz 

Goldmann hat (8), dass die Deutschen bei Verhandlungen auf Grund fehlenden 

Humors höchstens Sachakzeptanz, aber selten Gefühlsakzeptanz (9). Jetzt 

(10) deutsche Manager nach Lösungen und (11) ihre Mitarbeiter 

zu so genannten Humaerobics-Seminaren, in denen man Humor (12) kann. 

6. Ergänzen Sie die richtigen Präpositionen. 


1 . sich ärgern a&. böse sein / 

2. sich freuen / 7. sich amüsieren / 

3. sich erfreuen 8. sich lustig machen 

4. wütend sein / 9. beunruhigt sein / 

5. erbost sein 10. glücklich sein 

7. Bei diesen Wörtern sind die Buchstaben durcheinander geraten. Ordnen Sie sie. 

0. beteisegrt begeistert täusntchte enttäuscht 

1. eitrhe trigaur 

2. vemgtüg verossendr 

3. überügmti ' kervollumm 

4. frlichöh misstigmu 

5. aufräugemt becktdrü 

6. entckütz vergertär 


58 



Vermutungen und Empfehlungen 


Kapitel 3-A 


g. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . Lachen - spezifisch menschlich, Fähigkeit - gelten 


2. medizinisch, Kraft - Humor - menschlich, Bewusstsein - immer mehr - rücken 



3. Forscher - positiv, Reaktion - Körper - Lachen - nachweisen 


4. eine Minute - Lachen - 15 Minuten - Entspannungstraining - genauso gut sein 



5. Wut und Stress - Herz und Immunsystem - negativ, Auswirkungen - haben 



9. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1. Welche Bedeutung haben Lachen und Humor für Sie selbst? Worüber lachen Sie 
gern? 

2. Hören und erzählen Sie gern Witze? 

10 . Ergänzen Sie in dem folgenden Text die fehlenden Präpositionen und Endungen. 

Böse Witze: Trinkende Männer - neugierige Frauen 

Kennen Sie den schon? Frage: „Was ist das: Zwei Blondinen werfen sich Strohballen 

zu?“ - Antwort: „Gedankenaustausch!“ Ganz oben (1) d Beliebtheitsskala 

stehen jene Witze, die sich (2) stereotypischen Macken und Manieren des jeweils 

anderen Geschlechts befassen - das sind die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Unter- 
suchung (3) Witze. Und wie erwartet rangiert auch der Blondinenwitz, der Frauen 

(4) blonden Haaren einen hohen Grad (5) Dummheit unterstellt, ganz weit 

vom. Aber nicht nur Blondinen kommen (6) Witzen schlecht weg. Allen Frauen 

wird unterstellt, dass sie Luxus orientierte Geldverschwenderinnen seien, zu viel redeten. 


dass sie weder Auto fahren noch einparken könnten und sich zu viel (7) d 

Kaschieren ihres Aussehens beschäftigen würden. Außerdem gelten sie (8) nervig, 

bösartig, aufgeblasen, neugierig und nachtragend. 


Doch Männer sollten sich nicht zu früh freuen. Ihr Bild wird (9) Witzen geprägt 

(10) ihren Hang (11) Alkohol und ihre schlechten Manieren. Außerdem 

sagt man ihnen nach, dass sie sich (12) d Hausarbeit drücken, überheblich, 

gefühllos, kindisch und faul seien. Die Art und Weise, (13) welchen stereoty- 
pen Klischees das jeweils andere Geschlecht ^ (14) Witzen beschrieben wird, ist 

(15) wissenschaftlicher Interpretation eine Ausdrucksform des Geschlechterkampfes 

(16) Männern und Frauen. 


59 







Kapitel 3-A 


Vermutungen und Empfehlungen 


Unser Buchtipp: Geschichtsbetrachtung mit Humor 

Am kürzeren Ende der Sonnenallee 


Micha liebt Miriam. Nur ist 
er da leider nicht der Einzige. 
Denn Miriam ist „das Ereignis“ 
schlechthin, was sich vor allem 
daran zeigt, dass auf der Straße 
„ein ganz anderer Rhythmus“ 
einsetzt, wenn sie das Haus 
verlässt: Ehrfürchtig stoppen die 
Autofahrer, Bauarbeitern fallen 
die Presslufthammer aus der 
Hand, und die Grenzsoldaten auf 
dem Wachtturm im Todesstreifen 
reißen ihre Ferngläser herum. 
Thomas Brussigs von Erinnerun- 



gen an die früheste Jugend inspi- 
riertes Werk spielt nämlich Am 
kürzeren Ende der Sonnenallee\ 
und damit sind jene sechzig Meter 
der kilometerlangen Straße ge- 
meint, die zu Mauer-Zeiten in der 
DDR-Hauptstadt lagen. Michas 
Eroberung der „Schulschönsten“ 
vollzieht sich daher unter der de- 
mütigenden Beobachtung durch 
westdeutsche Abiturklassen, die 
von ihrem Aussichtsturm am 
längeren Straßenende aus auf den 
Osten herunterspotten. 


Von Thomas Brussig. Verlag Volk & Welt Berlin. ISBN 3-353-01 168-4. 


II. Prima Klima im Betrieb 


1. Was verstehen Sie unter „Identifikation“ mit einem Arbeitgeber/einem Unternehmen? 
Sehen Sie in dieser Identifikation mehr Vorteile oder mehr Nachteile? Begründen Sie Ihre 
Meinung. 

2. Lesen Sie den folgenden Text. 


Sinn statt Identifikation 

Eine Stellungnahme von Fredmund Malik vom Malik Management Zentrum in St. Gallen 


Es ist Mode geworden , von den Mitarbeitern 
eines Unternehmens zu verlangen, dass sie 
sich identifizieren sollen - mit der Firma, den 
Produkten, mit ihrer Arbeit, mit der Vision 
des Unternehmens. Das klingt plausibel. In 
weiten Kreisen gilt es als Ausdruck einer 
besonders modernen, progressiven und 
humanen Untemehmenskultur. 

Ich halte das für falsch und bin der Mei- 
nung, dass Identifikation, womit auch immer, 
weder nötig noch wünschenswert ist. 

In vielen Fällen kommt man bei gründ- 
licher Diskussion dieses Themas zum Er- 


gebnis, dass zum Glück Identifikation nicht 
im Sinne des psychologischen Fachbegriffs 
gemeint ist. Man meint mit diesem Ausdruck 
eher, dass die Leute das Unternehmen, seine 
Tätigkeit, seine Produkte akzeptieren und 
sich dafür engagieren sollen. Damit bin ich 
einverstanden. 

In der Tat muss man das erwarten kön- 
nen - und dann muss folgerichtig auch viel 
dafür getan werden , dass die Mitarbeiter dies 
auch leisten können. Hier haben wir also kein 
wirkliches Problem, sondern lediglich einen 
schlampigen und unüberlegten Umgang 


60 




Vermutungen und Empfehlungen 


Kapitel 3-A 


mit der Sprache. Solange das keinen Schaden 
anrichtet, kann man damit leben. Meint man 
aber mit Identifikation“ wirklich etwas, was 
zumindest in die Nähe des psychologischen 
Fachausdrucks kommt, dann bewegt man 
sich auf einem gefährlichen Pfad. Im strengen 
Sinne bedeutet Identifikation: „Sich gleich- 
setzen mit einer anderen Person oder Gruppe; 
die Übernahme von Motiven und Idealen“. 

Will man das? Darf und soll man das? 
Was wird da wirklich verlangt, wenn zum 
Beispiel gefordert wird, man soll sich 
mit den Produkten eines Unternehmens 
identifizieren? Neunzig Prozent unseres 
Sozialprodukts besteht aus banalen Din- 
gen: Nahrungsmittel, Getränke, Beklei- 
dung, Unterhaltungselektronik, industrielle 
Rohstoffe. Wie krank muss ein Mensch 
eigentlich sein, um sich im strengen Sinne 
mit Mineralwasser, Streichkäse, Leberwurst 
oder CD-Playem identifizieren zu können? 
Genügt es nicht, dass er das akzeptiert und 
sich dafür engagiert? Die Mitarbeiter müssen 
vom Produkt überzeugt sein, sonst können 
sie es nicht glaubhaft verkaufen. Überzeugt 
sein von etwas ist aber etwas ganz anderes, 
als sich damit zu identifizieren. 

Ich finde es auch völlig überflüssig , an 
Führungskräfte den Anspruch zu stellen. 


dass sie ihre Mitarbeiter begeistern können. 
Führungskräfte sollen Menschen zu einer 
für das Unternehmen wichtigen Leistung 
befähigen und sie dann diese Leistung mög- 
lichst ungestört erbringen lassen. Mehr ist 
nicht nötig. Selbst der interessanteste Beruf 
kann nicht ein Leben lang mit Begeisterung 
verbunden sein . Viel wichtiger und in ihrer 
Wirkung auch nachhaltiger als die beiden 
arg strapazierten Begriffe „Identifikation“ 
und „Begeisterung“ sind Dinge wie Pflicht- 
bewusstsein, Verantwortung, Engagement, 
Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt. Und am 
allerwichtigsten ist es, dem Menschen die 
Möglichkeit zu geben, in dem, was sie tun, 
einen Sinn zu sehen. 

Und schließlich ein letzter und im Zu- 
sammengang mit Führung der wichtigste 
Gedanke: Identifikation im Sinne der Psy- 
chologie ist in der Regel verbunden mit dem 
Verlust der Fähigkeit, kritisch zu denken 
und überlegt zu urteilen. Wer sich mit etwas 
oder mit jemandem identifiziert, verliert die 
Distanz dazu - und damit die wichtigste 
Voraussetzung für so etwas Ähnliches wie 
objektives Urteilsvermögen . Gerade das soll- 
ten wir aber von Führungskräften erwarten: 
genügend Abstand, um klar zu denken und 
überlegt urteilen zu können. 


Aus: Die WELT 


3. Beantworten Sie die Fragen zum Text mit eigenen Worten in ganzen Sätzen. 

1 . Was sind Maliks Kritikpunkte an der „Identifikation“ der Mitarbeiter mit der Firma? 


2. Was sind nach Meinung des Autors für die Mitarbeiter wichtige Aspekte und Verhal- 
tensweisen bei der Arbeit? 


3. Welche Ansprüche stellt er an Führungskräfte? 


61 



Kapitel 3-A 


Vermutungen und Empfehlungen 


4 . Umschreiben Sie die Modalverben mit synonymen Ausdrücken und formen Sie die Sätze 
entsprechend um. 

0. Die Mitarbeiter eines Unternehmens sollen sich mit ihm identifizieren. 

Das Unternehmen fordert/verlangt von seinen Mitarbeitern, dass sie sich mit ihm 
identifizieren. 

1 . Für die Firma und die Produkte muss viel getan werden. 


2. Will man sich mit der Firma identifizieren? Darf man oder soll man das sogar? 


3. Die Mitarbeiter müssen vom Produkt überzeugt sein, sonst können sie es nicht glaubhaft 
verkaufen. 


4. Führungskräfte sollen Menschen zu einer für das Unternehmen wichtigen Leistung 
befähigen. 


5. Führungskräfte sollten ein gutes Urteilsvermögen besitzen. 


5. Erklären Sie die unterstrichenen Teile mit anderen Worten und nehmen Sie eventuell not- 
wendige Umformungen vor. 

1. Es ist Mode geworden , von den Mitarbeitern eines Unternehmens zu verlangen , dass 
sie sich mit der Firma identifizieren. 


2. In weiten Kreisen gilt die Identifikation der Mitarbeiter als Ausdruck einer besonders 
progressiven Untemehmenskultur. 


3. Es muss viel dafür getan werden , dass sich die Mitarbeiter für das Produkt engagie- 
ren. 


62 


Vermutungen und Empfehlungen Kapitel 3-A 

4. Ich finde es auch völlig überflüssig . dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter begeistern 
können. 


5. Selbst der interessanteste Beruf kann nicht ein Leben lang mit Begeisterung verbunden 
sein . 


6. Wer sich mit etwas identifiziert, verliert sein objektives Urteilsvermög en. 


6. Was bedeutet für Sie das Wort Betriebsklima ? 

Erarbeiten Sie eine Gedankenkarte (Mind-Map). Berichten Sie anschließend anhand Ihrer 
Gedankensammlung über das Thema. 



Zur Erinnerung: Erstellung von Gedankenkarten (Mind-Maps) 

- Schreiben Sie das Thema in die Mitte. Sie brauchen ein großes Stück Papier. Ge- 
dankenkarten kosten Platz. 

- Von der Mitte aus wachsen wie an einem Baumstamm in alle Richtungen Äste, die 
die Hauptpunkte darstellen. 

- Von den Ästen aus gehen Zweige ab, die für die Einzelheiten stehen, von denen 
wiederum Äste abgehen können für Beispiele oder weitere Einzelheiten. 

Die Schlüsselwörter werden auf die Äste und Zweige geschrieben. Sie können aber 
auch Bilder und Symbole benutzen. 

Bei der Gedankenkarte steht der Ideenfluss im Vordergrund, nicht so sehr die lineare 
Struktur. 

Sollte Ihnen die Gedankenkarte zu „chaotisch“ Vorkommen, dann lassen Sie es und 
strukturieren Ihre Ideen, wie Sie es gewöhnt sind. 


63 





Kapitel 3-A 


Vermutungen und Empfehlungen 


7. Nehmen Sie zu der folgenden Mitteilung Stellung. 

„Knapp sechs Millionen Menschen, also ein Fünftel aller Beschäftigten, gaben an, sie 
müssten im Job bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gehen. Im Bereich der tech- 
nischen und verwaltenden Berufe fühlen sich sogar 60 Prozent der Mitarbeiter ständig 
überbeansprucht.“ 

Was, vermuten Sie, könnten die Ursachen dieses Umfrageresultats sein, was die Folgen? 
Nennen Sie auch Beispiele. 

8. Lesen Sie den folgenden Text und ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. Vergleichen 
Sie anschließend den Inhalt des Textes mit Ihren eigenen Vermutungen in Übung 7. 

Eine Umfrage des Instituts (1) Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ergab, dass 

(2) Beginn der neunziger Jahre eine auffällige Zunahme psychomentaler und 

sozialer Belastungen (3) der Arbeitswelt zu verzeichnen ist. Knapp sechs Milli- 
onen Menschen, also ein Fünftel aller Beschäftigten, gaben an, sie müssten (4) 

Job bis (5) die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gehen (6) Bereich der 

technischen und verwaltenden Berufe fühlen sich sogar 60 Prozent der Mitarbeiter ständig 

* überbeansprucht. Wenn die Ökonomie (7) Umbruch ist und die Unternehmen überall 

zigfach Stellen streichen, verschärft sich der Konkurrenzdruck (8) Arbeitsmarkt und 

(9) jedem einzelnen. Der Sparzwang, der überall anzutreffen ist, zieht Beschleu- 
nigung und Arbeitsverdichtung nach sich. Das gilt nicht nur (10) Deutschland. 

Französische Arbeitsmediziner beobachteten 
(11) dauergestressten leitenden Ange- 
stellten einen „pathologischen Anwesenheits- 
drang“. Sechs (12) zehn Europäern 

klagten (13) einer europaweiten 

Befragung (14) knappe Fristen und 

rasendes Arbeitstempo. Doch wer dauerhaft 

(15) Stress steht, wird (16) 

hoher Wahrscheinlichkeit krank. Arbeitsme- 
diziner haben eine Zunahme (17) 

Verspannungen, Schlaflosigkeit und Konzent- 
rationsstörungen festgestellt. Schon 30-jährige 

Computerspezialisten leiden (18) Ohrpfeifen oder dem Bum-Out-Syndrom. Der 

Druck, der (19) die neue Flexibilität (20) der Lebens- und Arbeitswelt 

entsteht, strapaziert genau das, was man am meisten braucht: die Nerven (21) 

den schlimmsten Druckmachem gehören übrigens die modernen Kommunikationssysteme: 
Wachsende Kundenkontakte (22) alle Zeitzonen hinweg und ständige Bereit- 
schaft (23) Laptop und Handy - der kommunikative Ansturm ist oft nur schwer 

zu bewältigen. In die Kritik geraten ist aber auch das Klima (24) den Betrieben. 



64 


Vermutungen und Empfehlungen 


Kapitel 3-A 


Ändern sich zum Bespiel (25) Betrieben, die umstrukturieren, die Überlebens- und 

Aufstiegschancen der Mitarbeiter, nimmt auch das Mobbing zu. Beleidigungen, Gerüchte 

oder Isolation gehören dann (26) Arbeitsalltag. Auch die moderne Arbeitsform 

(27) Projektteams gerät (28) die Kritik. Die (29) den Projekt- 
gruppen entstehenden sozialen Strukturen ähneln denen einer Wohngemeinschaft, inklusive 
gegenseitiger Kontrolle, Misstrauen und Hass. Ein einziger nicht gut „funktionierender“ 

Mitarbeiter kann (30) Erfolgshindemis (31) das ganze Projekt werden. 

So wird der Mensch (32) Störfaktor. 

9. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1. Firma - Kommunikationstechnik - Mitarbeiteranzahl - Hälfte - reduzieren (Pas- 
siv) - Anzahl, Kunden - aber - gleich bleiben 


2. Untersuchungen - IBM - Projektarbeit - spannungsgeladen, Arbeitsform - erweisen 


3. zwei Drittel - alle, Beschäftigte - Klima - Betrieb - beschweren 


4. simpel, Ratschläge - Problem - nicht - lösen lassen 


III. Teure Langeweile 

I. Lesen Sie den folgenden Text. 

Teure Langeweile 

Teambesprechungen und Konferenzen 
kosten bereits über die Hälfte der Arbeits- 
zeit- doch nur selten sind die Zusammen- 
künfte effektiv. 

Während in der Produktion um Minu- 
ten gefeilscht wird und in der Logistik 
Lagerbestände und Materialfluss peinlich 
genau aus geklügelt werden, gelten für 
Besprechungen offenbar andere Maßstäbe. 
Bei einer Befragung von rund 200 Füh- 
rungskräften in Deutschland, der Schweiz 
und Österreich stellte sich heraus, dass 


rund 80% der Führungskräfte rund 60 % 
ihrer Zeit auf Sitzungen und Konferenzen 
verbringen. 65 % der Befragten gaben zu, 
sich während der Besprechungen nicht 
richtig zu konzentrieren, 60 % bekannten, 
sich auf ihre Sitzungen kaum vorzubereiten. 
„Teuer bezahlte Langeweile“, so ließe sich 
das Befragungsresultat beschreiben, dabei 
könnten Effizienz und Nutzen der Sitzungen 
durch das Beherzigen einiger schlichter 
Regeln ohne große Anstrengung erheblich 
gesteigert werden. 


65 






Hier ein paar klassische Sitzungsfehler und wie man sie vermeidet: 


FÄLSCH 
Zu viele Sitzungen 

Gar keine oder mangelnde 
Vorbereitung 


Unvollständige oder zu lange 
Tagesordnungen; Themen, 
die nicht zusammengehö- 
ren 

Zu viele Teilnehmer 


Keine effiziente Zeitplanung; 
Anfangs- und Endzeiten, die 
lediglich als Orientierungs- 
punkte gelten. Ebenfalls ris- 
kant: Tagesordnungspunkte 
ohne Zeitlimits. 

Keine Pausen 

Sitzungen, wo die Sachpro- 
bleme in den Hintergrund 
gedrängt werden 

Übertriebenes Harmonie- 
bestreben 

Sitzungen ohne Folgen; 
Besprechungen, deren Be- 
schlüsse nicht umgesetzt 
werden. 

Unzureichende oder unvoll- 
ständige Protokolle. 


RICHTIG 

Überlegen Sie, ob die Sitzung tatsächlich erforderlich ist 
und welche Resultate Sie erwarten. 

Besprechungen sind eine gute Gelegenheit, Führungsqua- 
litäten unter Beweis zu stellen - aber auch, um sich zu 
blamieren. Bereiten Sie Ihre Sitzungen deshalb gründlich 
vor und planen Sie genügend Zeit dafür ein. Überlegen Sie 
sich Regieanweisungen zu den einzelnen Tagesordnungs- 
punkten und halten Sie die erforderlichen Unterlagen für 
jedes Thema wohlgeordnet bereit. 

Lassen Sie sich von den Teilnehmern im Vorfeld Vorschläge 
zur Tagesordnung machen - mit Begründung. Nehmen 
Sie nur Punkte auf, die sinnvoll zusammenpassen. Halten 
Sie unterschiedliche Themen auseinander. Ordnen Sie die 
Tagesordnungspunkte nach Wichtigkeit. 

Denken Sie darüber nach, für wen die Themen der Sitzung 
tatsächlich von Belang sind und wer die Diskussion voran- 
treiben kann - sonst droht unnötiger Zeitverlust. 

Beginnen Sie die Sitzung pünktlich - und zwar auch, 
wenn noch nicht alle Teilnehmer da sind. Stellen Sie 
entschuldigt und unentschuldigt Abwesende fest, prüfen 
Sie Beschlussfähigkeit. Achten Sie auf den Zeitplan Ihrer 
Tagesordnung. Beenden Sie die Sitzung möglichst pünktlich. 

Planen Sie für Sitzungen über eine Stunde immer Pausen ein. 
Legen Sie die Dauer der Unterbrechungen vorher fest. 

Leiten Sie die Sitzungen straff , machen Sie die Ziele deut- 
lich. Unterbrechen Sie, wenn die Diskussion vom Thema 
wegführt. Wirksame Sitzungen sind harte Arbeit und kein 
Profilierungsforum. 

Konsens ist wichtig - bloßes Harmoniebestreben bringt 
aber nicht weiter. Einen tragfähigen Konsens erreichen Sie 
nur durch offen ausgetragenen Dissens. 

Fassen Sie den Stand der Diskussion zusammen. Legen Sie 
Ziele direkt auf der Sitzung fest. Veipflichten Sie, wenn 
möglich, einen persönlich Verantwortlichen und vereinbaren 
Sie einen Zieltermin. 

Schaffen Sie Verbindlichkeit mit Hilfe von Protokollen. 
Besonders wichtige Angelegenheiten sollten noch wäh- 
rend der Diskussion sofort und ausdrücklich ins Protokoll 
aufgenommen werden. 

Aus: Manager-Magazin 


66 





Vermutungen und Empfehlungen 


Kapitel 3-A 


2 . Berichten Sie über Ihre Erfahrungen in Besprechungen oder Konferenzen. 

3 . Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. um Minuten feilschen 

2 . etwas ausklüg eln 

3. das Beherzigen der Regeln 

4. erheblich gesteigert 

5. erforderliche Unterlagen 

6 . im Vorfeld der Sitzung 

7. von Belang sein 

8 . straff leiten 

9. Konsens 

10 . etwas ausdrücklich aufnehmen 

4. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1. Teambesprechungen bereits über die Hälfte der Arbeitszeit. 

2. Für Besprechungen offenbar andere Maßstäbe als für die Produktion. 

3. Bei einer Umfrage 65 % der Befragten zu, sich während der Besprechun- 
gen nicht richtig zu konzentrieren, 60 % sich auf ihre Sitzungen kaum 

vorzubereiten. 

4. Um Sitzungen effektiver zu , sollte man einige schlichte Regeln 

5. Bei Besprechungen kann man Führungsqualitäten unter Beweis 

6 Sie Ziele fest und Sie einen Zieltermin. 

7. Unterbrechen Sie, wenn die Diskussion vom Thema 

8 . Beschlüsse und Maßnahmen müssen ins Protokoll werden. 


5. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1 . Während der Produktion Minuten gefeilscht und in der Logistik Lager- 
bestände und Materialfluss peinlich genau ausgeklügelt werden, gelten Bespre- 

chungen offenbar andere Maßstäbe. 

2 einer Befragung von rund 200 

Führungskräften Deutschland, der 

Schweiz und Österreich stellte sich her- 
aus, dass rund 80 % der Führungskräfte 

rund 60 % ihrer Zeit Sitzungen und 

Konferenzen verbringen. 

3. 65 % der Befragten gaben zu, sich 

der Besprechungen nicht richtig zu kon- 
zentrieren, 60 % bekannten, sich 

ihre Sitzungen kaum vorzubereiten. 

4. Effizienz und Nutzen der Sitzungen 

könnten das Beherzigen einiger 

schlichter Regeln große Anstren- 

gung erheblich gesteigert werden. 



67 



Kapitel 3-A 


Vermutungen und Empfehlungen 


5. Lassen Sie sich den Teilnehmern Vorfeld Vorschläge Tagesordnung 

machen. 

6. Ordnen Sie die Tagesordnungspunkte Wichtigkeit. 

7. Denken Sie darüber nach, wen die Themen der Sitzung tatsächlich Belang 

sind. 

8. Achten Sie den Zeitplan Ihrer Tagesordnung. 

9. Planen Sie Sitzungen eine Stunde immer Pausen ein. 

10. Unterbrechen Sie, wenn die Diskussion Thema wegführt. 

6. Ergänzen Sie Sie oder Ihnen. 

0. Könnten Sie mir das bitte genauer erklären? 

1. Ich möchte mich kurz vorstellen, ... 

2. Darf ich mal kurz unterbrechen? 

3. Da gebe ich vollkommen Recht. 

4. Da haben möglicherweise Unrecht. 

5. Herr Dr. Grünkem, darf ich jetzt das Wort erteilen? 

6. Ich heiße zu unserer heutigen Sitzung recht herzlich willkommen. 

7. Entschuldigen dass ich ins Wort falle, aber ich muss an dieser Stelle 

widersprechen. 

8. Was halten von diesem Vorschlag? 

9. Dürfte ich daran erinnern, dass wir das Thema schon abgeschlossen haben. 

10. Erinnern mich bitte daran, dass ich nach der Sitzung das Protokoll 

zusende. 

7. Ergänzen Sie das zum Substantiv gehörende Verb und formulieren Sie Sätze. 

Beginnen Sie mit: Meines Erachtens/Meiner Meinung nach ... 

0. sofort - Maßnahmen - müssen - treffen 

Meiner Meinung nach müssen sofort Maßnahmen getroffen werden. 

1 . Betriebsrat - Vorschlag - Vorstand - Stellung - sollten - 


2. heutige Sitzung - Thema - untergeordnete Rolle - sollten - 


3. Wir - Erhöhung, Werbeetat - Erwägung - sollten - 


4. Transportprobleme - nächste Besprechung - Diskussion - müssen - unbedingt - 


5. Wir - Firma Simpex - neues Angebot - sollten - 


6. Kosten - gesamter Schaden - Versicherung - müssen - 


68 



Vermutungen und Empfehlungen 


Kapitel 3-A 


IV. Sollen 

1. Lesen Sie den folgenden Text mindestens zweimal. Der Text ist ziemlich schwer, geben 
Sie nicht gleich auf. 


2. Beantworten Sie die folgenden Fragen. 

1. Über welche Bedeutung des Verbs 
sollen macht sich der Autor lustig? 

2. Beschreiben Sie den Bedeutungs- 
unterschied zwischen sollen und 
müssen. 

3. Beschreiben Sie den Bedeutungs- 
unterschied zwischen sollen und 
wollen. 

4. Beschreiben Sie die Bedeutungen 
von nicht sollen und nicht dürfen. 

5. Beschreiben sie den Bedeutungsunter- 
schied zwischen sollen und sollten. 

6. Was bedeutet: „Das Paradies war 
sollfrei. “? 

7. Was bedeutet: „Das Soll hatte in 
Ostdeutschland einst Heimat.“? 

8. Können Sie den Satz von Karl Valen- 
tin mit anderen Worten erklären? 

3. Formen Sie die Sätze so um, dass Sie 

kein Modalverb mehr verwenden. 

1. Wenn man etwas lernen will , muss 
man viel üben. 


2. Man darf auch Fehler machen. 


3. Man sollte wichtige Dinge nicht auf 
Morgen verschieben. 


4. Er soll der beste Schüler seines Jahr- 
gangs gewesen sein. 


Sollen 

Heute habe ich noch nicht sollen müssen. 
Es ist noch zu früh am Samstag. Nicht 
einmal aufstehen habe ich sollen. Das 
Paradies muss vor dem Sollen gelegen 
haben. Das Paradies war sollfrei. Halt! 
Nicht ganz. Da war doch noch etwas mit 
einem Apfel und der Eva. Wen von den 
beiden hat man(n) denn nun nicht sollen 
dürfen? Richtig: Der Apfel war‘s. Kein 
unschuldiges Obst aus biologischem 
Anbau, sondern eine Frucht vom Baum 
der Erkenntnis. Was lehrt uns das über 
die Erkenntnis? Sie ist gefährlich. 

„Kein Mensch muss müssen“, sagt der 
Jude Nathan. Aber vielleicht .sollen“ und 
„nicht dürfen“? 

In der Schule beispielsweise müssen 
die Schüler immer sollen, nicht nur in 
Ostdeutschland, wo das Soll einst Heimat 
hatte. In der Schule sollen die Schüle- 
rinnen und Schüler erkennen, sie sollen 
schlussfolgern, sollen problematisieren, 
sollen ... Egal. Jedenfalls sollen sie sol- 
len, ob sie wollen oder nicht. Eigentlich 
sollen sie natürlich wollen, sozusagen 
fast freiwillig sollen. Das wäre optimal. 
Karl Valentin hätte allerdings eingewandt: 
„Wollen hätten wir schon mögen, aber 
trauen haben wir uns nicht dürfen.“ 

Angehende Lehrerinnen und Lehrer 
sollen in ihren Stundenentwürfen 1 immer 
schreiben: Die Schülerinnen und Schüler 
sollen ... immerhin müssen sie ja nicht. 
Vielleicht aber sollte man es mal mit 
„sollten“ versuchen. Da bliebe Spielraum 
für ein bisschen Wollen. 


Aus: Grafschafter Nachrichten (gekürzt) 


1 Stundenentwürfe: Pläne für die didaktische, 
inhaltliche und zeitliche Einteilung von Un- 
terrichtsstunden 


69 



Kapitel 3-B 


Vermutungen und Empfehlungen 



Kapitel 3 Vermutungen und Empfehlungen 

Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 


1. Modalverben und werden in sprecherbezogener (subjektiver) Bedeutung und ihre Syno- 


nyme 


Der Sprecher weiß etwas nicht hundertprozentig: 

Das mag stimmen. 

Da mögen Sie Recht haben. 

Vermutung 

eventuell/möglicherweise/vielleicht 

Er kann/könnte noch auf 
dem Sportplatz sein. 

Vermutung 

möglicherweise/vielleicht/vermutlich/ 
es ist denkbar/es ist möglich 

Das Ereignis dürfte/wird 

10 Jahre zurückliegen. 

Vermutung 

wahrscheinlich/es sieht danach aus/ 
einiges spricht dafür 

Die Angaben müssten 
stimmen. 

Vermutung 

höchstwahrscheinlich/ich bin mir 
ziemlich sicher 

Er muss an der Besprechung 
teilgenommen haben. 

Schluss- 

folgerung 

sicher/zweifellos/ganz bestimmt/für 
mich steht fest 

Er kann das nicht gewusst 
haben. 

Schluss- 

folgerung 

sicher nicht/mir scheint unmöglich/es 
ist unvorstellbar 

Der Sprecher gibt mit einer gewissen Distanz wieder, 
was er gehört/gelesen oder eine andere Person gesagt hat: 

Die Steuern sollen erhöht 
werden. 

Weitergabe ei- 
ner Information 

ich habe gehört/gelesen/in der Zei- 
tung stand/nach einer Meldung 

Der Schauspieler soll sehr 
krank sein. 

Weitergabe ei- 
nes Gerüchts 

man sagt/behauptet/jemand hat mir er- 
zählt/angeblich/Gerüchten zufolge 

Er will den Überfall nicht 
begangen haben. 

Weitergabe ei- 
ner Behauptung 

er sagt über sich selbst/er gibt vor/an- 
geblich hat er 

Der Sprecher hält etwas für ratsam, empfehlenswert 
oder ein anderes Verhalten für angebracht: 

Du solltest einen Arzt kon- 
sultieren. 

Empfehlung 

es wäre empfehlenswert/ratsam/besser, 
wenn du .../ich an deiner Stelle würde... 


2. Zeitformen 


Vermutungen und Schlussfolgerungen 


Aktiv 

Gegenwart 

Vergangenheit 


Wo ist sie? 

Wo war sie gestern gegen 15.00 Uhr? 


Sie müsste noch im Büro sein. 

Sie müsste im Büro gewesen sein. 

Passiv 

Gegenwart 

Vergangenheit 


Achte auf deine Brieftasche, 

Die Brieftasche ist weg. 


sonst könnte sie gestohlen werden. 

Sie könnte gestohlen worden sein. 


70 








Weitergabe einer Information/Meinung/Behauptung 

Aktiv Gegenwart 

Ich habe gehört: 

Vergangenheit 

Der Schauspieler soll schwer 

Der Schauspieler soll sehr krank 

krank sein. 

gewesen sein. 

Passiv Gegenwart 

Vergangenheit 

Das Bild soll für eine Million Euro 

Das Bild soll für eine Million Euro 

verkauft werden. 

verkauft worden sein. 

Empfehlung 

Aktiv Gegenwart 

Vergangenheit 

Du solltest einen Arzt konsultieren. 

Du hättest einen Arzt konsultieren 
sollen. 

Passiv Gegenwart 

Vergangenheit 

Die Ware sollte vor dem Transport 

Die Wäre hätte vor dem Transport 

kontrolliert werden. 

kontrolliert werden sollen/müssen. 


3. Umformungen von Sätzen mit modalen Wendungen in Sätze mit Modalverben 
Umzuformende Sätze: 

a) Wahrscheinlich kommt er heute nicht mehr. 

b) Es würde sich lohnen, diese Gelegenheit zu nutzen. 

c) Ich habe gelesen, dass der Bundesrat den Vertrag noch diese Woche ratifizieren 
will. 

1 . Suchen Sie das Schlüsselwort/die Schlüsselwörter: 

a) wahrscheinlich; b) es würde sich lohnen; c) Ich habe gelesen, dass 

2. Suchen Sie zu den Schlüsselwörtern das passende Modalverb: 

a) wahrscheinlich = dürfte/wird 

b) es würde sich lohnen = ? 

Finden Sie kein Modalverb, versuchen Sie, die Schlüsselwörter durch eine 
synonyme Wendung zu ersetzen: 

es würde sich lohnen = es wäre positiv, es wäre gut, ich würde empfehlen = 
sollten 

c) Ich habe gelesen, dass = sollen 

3. Streichen Sie die Schlüsselwörter und fügen Sie in den Rest des Satzes das Modal- 
verb ein. Achten Sie darauf, dass 

- das bisherige finite Verb dann in den Infinitiv kommt, 

- das zu des „Infinitivs mit zu“ entfällt, 

- bei Sätzen, die eine Absicht, einen Willen wiedergeben, eine Passivstruktur 
günstiger ist. 

Umgeformte Sätze: 

a) Er dürfte heute nicht mehr kommen. 

b) Man sollte diese Gelegenheit nutzen. 

c) Der Vertrag soll (vom Bundesrat) noch diese Woche ratifiziert werden. 


71 






Kapitel 3-C 


Vermutungen und Empfehlungen 


Kapitel 3 Vermutungen und Empfehlungen 

Teil C Übungen 


1. Suchen Sie für die angegebene Wendung das entsprechende Modalverb bzw. die entspre- 
chenden Modalverben. 

0. Es ist unvorstellbar , dass er den Termin einfach vergessen hat. 

Er kann den Termin nicht vergessen haben. 

1 . Ich bin mir sicher , dass er krank ist, sonst wäre er gekommen. 

Er krank sein, sonst wäre er gekommen. 

2. Ich habe in der Zeitung gelesen , dass deutsche Schüler im internationalen Vergleich 
nur mittelmäßig abgeschnitten haben. 

Deutsche Schüler im internationalen Vergleich nur mittelmäßig 

abgeschnitten haben. 

3. Ich empfehle dir , diesen Sommer nach Portugal zu fahren. 

Du diesen Sommer nach Portugal fahren. 

4. Es ist denkbar , dass sie sich noch verbessert. 

Sie sich noch verbessern. 

5. An geblich hat er mit dem Rauchen aufgehört. 

Er mit dem Rauchen aufgehört haben. 

6. Um diese Zeit ist höchstwahrscheinlich Stau auf der Autobahn. 

Um diese Zeit Stau auf der Autobahn sein. 

7. Vermutlich hat er sein Urlaubsgeld schon ausgegeben. 

Er sein Urlaubsgeld schon ausgegeben haben. 

8. Es wäre besser gewesen , wenn wir eher mit der Arbeit angefangen hätten. 

Wir eher mit der Arbeit anfangen 

9. Wahrscheinlich bekommt Herr Sommer die Stelle. 

Herr Sommer die Stelle bekommen. 

10. Jemand hat mir erzählt , dass sich Udo schon wieder ein neues Auto gekauft hat. 

Udo sich schon wieder ein neues Auto gekauft haben. 

2. Bilden Sie Sätze mit Vermutungsbedeutung. 

0. Gefäß - ca. 2000 Jahre 

Das Gefäß dürfte ca. 2000 Jahre alt sein. 

1 . Fahrrad - ist entwendet worden 


2. er - gleich kommen 


3 . 2 1 00 - erste Häuser - Mars - gebaut werden 


4. Klaus - Unterlagen verloren haben 


72 



Vermutungen und Empfehlungen Kapitel 3-C 

5. Kunstwerk - ist noch nicht verkauft worden 

6. sie - Andreas - sich verliebt haben 

7. alte Möbel - sind schon abgeholt worden 

8. er - Geld - gestohlen haben 

9. sie - Vorsitzende - gewählt werden 

10. Tür - Nachschlüssel - ist geöffnet worden 


3. Geben Sie folgende Informationen, Gerüchte und Behauptungen mit Hilfe eines Modalverbs 
weiter. 

0. Meine Nachbarin hat erzählt, dass der Stadtrat in diesem Sommer das Freibad schließen 
will. 

Das Freibad soll in diesem Sommer vom Stadtrat geschlossen werden. 

1. Ich habe gehört, dass Frau Meier ihren Mann verlassen hat. 


2. Der Wetterbericht teilte mit, dass es morgen regnen wird. 


3. Er behauptet, die Rechnung schon lange bezahlt zu haben. 


4. Sie sagt, sie sei nie in Rom gewesen. 


5. Presseberichten zufolge wurde der Ex-Terrorist wegen guter Führung vorzeitig aus 
dem Gefängnis entlassen. 


6. Mir ist zu Ohren gekommen, dass die Konkurrenz bereits an einem ähnlichen Projekt 
arbeitet. 


7. Angeblich hat er uns vor eventuell auftretenden Schwierigkeiten gewarnt. 


8. Im Supermarkt habe ich gehört, dass diese Bank schon dreimal ausgeraubt wurde. 


4. Geben Sie nachträgliche Empfehlungen. 

0. Er sieht müde und abgespannt aus. (er - weniger arbeiten) 

a) Es wäre besser gewesen, wenn er weniger gearbeitet hätte. 

b) Er hätte weniger arbeiten sollen. 

1 . Er hat seine Arbeit mal wieder nicht geschafft, (er - Arbeit - effektiver organisieren) 

a) 

b) 


73 









Kapitel 3-C 


Vermutungen und Empfehlungen 


2. Sie fühlte sich im Krankenhaus einsam. (Du - öfter besuchen) 

a) 

b) 

3. Er baute mit dem neuen Wagen einen Unfall, (er - vorsichtiger fahren) 

a) 

b) 

4. Die Preise sind zu schnell angehoben worden, (man - Preise - langsamer anheben) 

a) 

b) 

5. Die Untersuchungsergebnisse wurden verheimlicht, (sie - veröffentlicht werden) 

a) 

b) 

6. Die Subventionen für das Projekt wurden gestrichen, (sie - ein Jahr - verlängert 
werden) 

a) 

b) 

7. Das selbst zusammengebaute Regal brach wieder zusammen, (du - Anleitung - genauer 
lesen) 

a) 

b) 

8. Sie ist mal wieder pleite, (sie - Geld - vorsichtiger umgehen) 

a) 

b) 

5. Formen Sie die Sätze so um, dass Sie ein Modalverb verwenden. 

0. Wahrscheinlich kommt er heute nicht mehr. 

Er dürfte heute nicht mehr kommen. 

1 . Er hat den Termin ganz bestimmt vergessen. 


2. Jeder behauptet von sich , er sei es nicht gewesen. 

Keiner 

3. Es ist damit zu rechnen , dass er jeden Moment erscheint. 


4. An wen denkt er jetzt wohl ? 


5. Ich habe mich möglicherweise geirrt. 


6. Es wäre besser gewesen, wenn du den Brief gleich beantwortet hättest. 


7. Es heißt , die Diamanten wurden gestohlen. 


74 



Vermutungen und Empfehlungen 


Kapitel 3-C 


8. Sicher hat er davon gewusst. 


9. Es ist ausgeschlossen, dass er der Täter war. 


10. Es hätte nicht geschadet , wenn du den Rasen gemäht hättest. 


1 1 . Die Außenminister haben wegen der Krise höchstwahrscheinlich schon Kontakt auf- 
genommen. 


12. Er meint, er sei der beste Torwart der Bundesliga. 


13. Vielleicht hat sie das Buch noch gar nicht gelesen. 


14. Bei seinem Wissen besteht er die Prüfung ohne Zweifel . 


15. An geblich hat sich die berühmte Sängerin von ihrem Ehemann getrennt. 


16. Ich empfehle dir , in Zukunft auf eine gesündere Ernährung zu achten. 


6. Suchen Sie für die angegebene Wendung das entsprechende Modalverb (Grundbedeutung 
der Modalverben). 

0. ich bin leider nicht in der Lage ich kann nicht 

1 . es ist für uns notwendig 

2. Peter hat den Auftrag 

3. mir wurde verboten 

4. ich habe heute die Gelegenheit 

5. Sie beherrscht die englische Sprache perfekt 

6. die Regierung hat die Absicht 

7. würden Sie mir erlauben 

8. jemand hat keine Sympathie für mich 

9. Eigene Schlittschuhe sind nicht erforderlich 

10. man hat die Pflicht 

7. Erklären Sie die Bedeutung der Sätze und setzen Sie sie in 

0. Du sollst unbedingt Frau Schneeweis zurückrufen. 

Du solltest unbedingt Frau Schneeweis zurückrufen. 

Er soll die Firma um viel Geld betrügen. 

Er soll die Firma um viel Geld betrogen haben. 

1. Fritzchen darf jeden Abend bis 22.00 Uhr femsehen. 


die Vergangenheit. 

( Auftrag ) 

{Weitergabe eines Gerüchts ) 


75 






Kapitel 3-C 


Vermutungen und Empfehlungen 


2. Diese Angaben dürften nicht stimmen. 


3. Er muss noch viel lernen. 


4. Er muss sich irren. 


5. Sie will diesen Fehler nicht noch einmal machen. 


6. Sie will eine schlechte Lügnerin sein. 


7. Sie kann diese schwierigen Aufgaben ohne Probleme lösen. 


8. ln diesem Fall können Sie Recht haben. 


8. Formen Sie die Sätze so um, dass Sie ein Modalverb verwenden. 

0. Es ist uns nicht gestattet , vertrauliche Informationen weiterzugeben. 
Wir dürfen keine vertraulichen Informationen weitergeben. 

1 . Es war notwendig , dass der Betrieb umstrukturiert wurde. 


2. Die Stadt beabsichtigt , die alte Kirche abzureißen. 


3. Es ist sehr wahrscheinlich , dass der Beschluss Proteste hervorruft. 


4. Eine Wiederholung der Aufgaben ist nicht notwendig . 


5. Wahrscheinlich wurde das Bild gestohlen. 


6. Die Leuchtkraft der Farben des Originals ist nicht zu beschreiben. 


7. Es wird empfohlen , in den Räumen eine Schutzkleidung zu tragen. 


8. Er hatte den Auftrag , die neuen Produkte vorzustellen. 


9. Es wäre besser gewesen , wenn du auf seinen Rat gehört hättest. 


10. Sie hat es zweifellos mal wieder verschlafen. 


1 1 . Würden Sie mir erlauben Ihr Telefon zu benutzen? 


76 



Vermutungen und Empfehlungen 


Kapitel 3-C 


12. An geblich hat er den Kunden rechtzeitig benachrichtigt. 


13. In der Zeitung stand , dass die Benzinpreise im nächsten Monat wieder erhöht wer- 
den. 


14. Es ist nicht unwahrscheinlich , dass es zwischen den zerstrittenen Parteien doch noch 
zu einer gütlichen Einigung kommt. 


9. Formen Sie die Sätze um, indem Sie das Modalverb durch ein synonymes Verb ersetzen: 
erlauben, berechtigt sein, bedürfen, übrig bleiben, raten, schätzen, benötigen, bitten, aus- 
geschlossen sein 

0. Er fährt schon so gut, er kann nicht durch die Fahrprüfung fallen. 

Es ist ausgeschlossen , dass er durch die Fahrprüfung fällt. 

1 . Der Mann wird 50 Jahre alt sein . 

Ich des Mannes 50 Jahre. 

2. Ich brauche deine Hilfe nicht mehr. 

Ich deine Hilfe nicht mehr. 

3. Wenn er seine Noten verbessern will, muss er sich viel mehr anstrengen . 

Eine Verbesserung seiner Noten größerer 

4. Wir dürfen pro Jahr zehn Stipendien ver geben . 

Wir sind pro Jahr zur von zehn Stipendien 

5. Dürfte ich mich setzen? 

Sie, dass ich mich setze? 

6. Sie sollen noch heute Herrn Schneeweiß zurückrufen . 

Herr Schneeweiß Sie, ihn noch heute 

7. Du solltest mit den gefährlichen Chemikalien viel vorsichtiger umgehen ! 

Ich dir zur beim mit den gefährlichen Chemikalien. 

8. Du musst die Strafe für das Falschparken bezahlen. 

Es dir nichts anderes als die Strafe für das Falschparken zu 

bezahlen. 

10 . Formen Sie die Sätze so um, dass Sie kein Modalverb mehr verwenden. 

0. Er will mich nicht gesehen haben. 

Er behauptet, dass er mich nicht gesehen hätte. 

1 . Er will dieses Jahr noch befördert werden. 


2. Sie muss die Tiere täglich mit Wasser und Nahrung versorgen. 


3. Diese Abrechnung kann nicht stimmen. 


4. Es soll morgen schon wieder regnen. 


77 


Kapitel 3-C 


Vermutungen und Empfehlungen 


5. Er dürfte diese Nachricht noch nicht erhalten haben. 


6. Der Chef sollte über den Vorfall informiert werden. 


7. Können Sie den gesamten Betrag sofort und bar zahlen? 


8. Nach langer Wartezeit durften sie endlich das Land verlassen. 


Anmerkung: 

Erkennen Sie einen stilistischen Unterschied zwischen den folgenden Sätzen? 

a) Wir wollen dieses Jahr nach Spanien fahren. 

b) Wir beabsichtigen, dieses Jahr nach Spanien zu fahren. 

a) Hier darf man nicht rauchen. 

b) Hier ist Rauchen nicht gestattet. 

Wenn man Modalverben in der Grundbedeutung durch synonyme Ausdrücke ersetzt, be- 
kommt der Satz einen formalen, offiziellen Stil. Im privaten Sprachgebrauch würde man 
deshalb die Verwendung der Modalverben bevorzugen. 

Im zweiten Beispiel würde man, wenn man jemanden persönlich anspricht, Satz a) 
verwenden. Auf einem Schild allerdings, das z. B. in einem Krankenhaus hängt, wäre 
Rauchen nicht gestattet oder Rauchen verboten zu lesen. 


11. Bilden Sie Adjektive, die Möglichkeiten bzw. Nichtmöglichkeiten ausdrücken. 

lla. 0. Material, das leicht brennt leicht brennbares Material 

1. Altstoffe, die wieder verwendet werden können Altstoffe 

2. Ziele, die erreicht werden können Ziele 

3. Gedanken, die man nachvollziehen kann Gedanken 

4. Kinder, die schwer zu erziehen sind Kinder 

5. ein Risiko, das vermieden werden kann Risiko 

6. Schwierigkeiten, die man vorhersehen kann Schwierigkeiten 

7. Zeichen, die der Computer erkennen kann Zeichen 

8. ein Auto, was ich nicht bezahlen kann Auto 

9. ein Vorschlag, den man nicht umsetzen kann Vorschlag 

10. ein Ton, den man kaum hören kann Ton 

llb. 0. Ich kann mir diesen Vorgang nicht erklären. Er ist mir unerklärlich. 

1. Diese Schrift kann kein Mensch lesen. Sie ist 

2. Sie war so schön, das kann man nicht beschreiben. Sie war schön. 

3. Er dachte, er würde niemals sterben. Er hielt sich für 

4. Das Bild verkaufe ich unter gar keinen Umständen. Es ist 

5. Dieser Beamte ließ sich für Gefälligkeiten Geld geben. Er war 


78 



Vermutungen und Empfehlungen 


Kapitel 3-C 


6. Die getroffene Entscheidung kann ich nicht verstehen. Sie ist mir 

7. Bei dem Geschäft kann man viel Geld verdienen. Es ist ein ein 

Geschäft. 

8. Diesen Krach jede Nacht kann ich nicht mehr ertragen. Er ist mir 

12. Ergänzen Sie alles, was Ihnen einfällt. 

Ich soll 

Ich muss 

Ich kann 

Ich will 

Ich darf 

Ich mag 

13. Lesen Sie zum Abschluss dieses Kapitels das folgende Gedicht von Friedrich Rückert. 

Aus der Weisheit des Brahmanen 

Sechs Wörter nehmen mich in Anspruch jeden Tag: 

Ich soll, ich muss, ich kann, ich will, ich darf, ich mag. 

Ich soll, ist das Gesetz, von Gott ins Herz geschrieben, 
das Ziel, nach welchem ich bin von mir selbst getrieben. 

Ich muss, das ist die Schranke, in welcher mich die Welt 
Von einer, die Natur von andrer Seite hält. 

Ich kann, das ist das Maß der mir verliehnen Kraft, 

Der Tat, der Fertigkeit, der Kunst und Wissenschaft. 

Ich will, die höchste Krön ist dieses, die mich schmückt, 

Der Freiheit Siegel, das mein Geist sich aufgedrückt. 

Ich darf, das ist zugleich die Inschrift bei dem Siegel, 

Beim aufgetanen Tor der Freiheit auch ein Riegel. 

Ich mag, das endlich ist, was zwischen allen schwimmt, 

Ein Unbestimmtes, das der Augenblick bestimmt. 

Ich soll, ich muss, ich kann, ich will, ich darf, ich mag, 

Die sechse nehmen mich in Anspruch jeden Tag. 

Nur wenn du stets mich lehrst, weiß ich, was jeden Tag 
Ich soll, ich muss, ich kann, ich will, ich mag. 

Friedrich Rückert (1788-1866) 

Brahmane: indischer Priester 
Krön = Krone 


79 



Kapitel 3-D 


Vermutungen und Empfehlungen 


Kapitel 3 Vermutungen und Empfehlungen 

Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 


Positive Kommunikation 

1. „Positive Kommunikation und Interaktion“ werden in letzter Zeit immer häufiger als 
Wundermittel für Problemlösungen aller Art ins Gespräch gebracht. Erläutern Sie, was 
Sie darunter verstehen und in welchen Bereichen man damit Probleme lösen könnte. 

Besprechungen 

2. Berichten Sie über Besprechungen in Ihrem Betrieb/Ihrer Institution und machen Sie 
Vorschläge, wie man diese noch effektiver gestalten könnte. 

Sollen und Leistung 

3. Welche Rolle spielt das „Sollen“ im Sinne von Auftrag in Ihrem Leben? Wollen Sie auch 
immer das tun, was Sie tun sollen? Erläutern Sie das anhand von Beispielen. 

4. Welche Rolle spielt nach Ihrer Meinung das „Sollen“ in der Erziehung? Sollte es bestimmte 
Dinge geben, die einfach angeordnet werden, oder sollte man auf das „Wollen“ des Ein- 
zelnen mehr Rücksicht nehmen? 

5. Sollten Ihrer Meinung nach bereits in der Grundschule Leistungen benotet werden? Auf 
welche Weise werden Leistungen in ihrem Land beurteilt? Haben Sie selbst Vorschläge 
für ein Beurteilungssystem? 


80 




Gründe und Folgen 


Kapitel 4-A 


Kapitel 4 Gründe und Folgen 

feil A Texte und Textarbeit 


I. Lob der Lüge 

1. Was fällt Ihnen ein, wenn Sie das Wort Lüge hören? 



2. Berichten Sie. 

1 . Schätzen Sie einmal, wie oft Menschen lügen und auf welchem Kommunikationsweg 
am meisten gelogen wird. 

2. Gibt es Ihrer Meinung nach auch einen positiven Aspekt beim Lügen? 

3. Gibt es eine besondere Beziehung zwischen Lügen und Politik/Politikem? Begründen 
Sie Ihren Standpunkt. 

3. Lesen Sie den folgenden Text. 



Lob der Lüge 

Die Wahrheit - viele halten sie für das oberste 
moralische Gebot. Philosophen fordern sie 
bedingungslos, Eltern und Lebenspartner 
ebenfalls. Die Wahrheit versorgt den Men- 
schen mit verlässlichen Informationen, 


gibt psychischen Halt, wenn alles andere 
ungewiss erscheint. Fragt man einen Men- 
schen, welche Eigenschaften er am anderen 
besonders schätzt, stehen Aufrichtigkeit und 
Wahrheitsliebe fast immer an erster Stelle. 

Selbst die Bibel ver- 
langt im achten Gebot: 
„Du sollst nicht falsch 
Zeugnis reden“. 

Wenn die Wahrheit 
aber das „höchste Gut“ 
ist - warum belügt man 
dann die gerade eben 
vom Friseur gekom- 
mene Nachbarin und 
sagt ihr, wie gut ihr die 
Frisur steht? Warum sagt 
der Arzt dem krebskran- 
ken Patienten nicht die 
Wahrheit? 

Die Gründe, warum 
Menschen lügen, sind 


81 







sehr vielfältig. Angst vor der Wahrheit oder unser Selbstwertgefühl wenigstens in Teilen 
deren Konsequenzen gibt uns sicherlich auf Illusionen auf. 

die meisten Anlässe, die Wahrheit zu frisie- Lüge und Täuschung sind aber keine Erfin- 
ren. „Täuschung gibt es in allen Kulturen, düng des Menschen. Auch im Tierreich wird 

wahrscheinlich auch, weil sie die Möglich- gelogen und betrogen - was Leben retten 

keit eröffnet, Konfrontationen kampflos kann. So spiegeln Tiere falsche Tatsachen 
auszuweichen“ erläutert der amerikanische vor, indem sie Verhalten oder Aussehen ihrer 
Philosoph David Nyberg. Fressfeinde imitieren. Und im Kampf ums 

Häufig lügen Menschen jedoch, wie im Weibchen betätigt sich manches Männchen 
Fall des Arztes und der netten Nachbarin, als Hochstapler. Evolutionsbiologen begrei- 
um ihrem Gegenüber Kummer zu ersparen, fen deshalb die Lüge als eine Art Motor der 
Solche Lügen sind wichtig für die soziale Evolution, da Mogeleien und Täuschungen 
Stabilität einer Gesellschaft. Wer immer die langfristig Schwindler begünstigen - wenn 
Wahrheit sagt, steht nach kurzer Zeit ziemlich diese sich nur raffiniert genug dabei an- 
alleine da, denn schonungslose Offenheit stellen. 

schafft kein Vertrauen, sondern Feinde. Bewusstes Lügen erfordert Intelligenz. 

Problematisch wird es, wenn diese sozia- Der Lügner muss nicht nur kreativ sein, 
len Gründe - bewusst oder unbewusst- nur sondern sich auch in den Adressaten der 
vorgeschoben sind. Etwa in der Liebe. Lüge hineinversetzen können. Nur so kann 
Wer seinem Partner den Seitensprung ver- er abschätzen, wie viel der andere weiß 
schweigt, erklärt dies meistens damit, er habe und wie er auf die Geschichte, die man ihm 
dem Betrogenen nicht wehtun wollen. Erfährt auftischt, reagieren wird. Stimme, Mimik 

der dann doch durch Zufall die Wahrheit, und Sprache muss der Lügner geschickt 

ist er doppelt verletzt: Zum einen, weil der einsetzen, um den fehlenden Wahrheitsgehalt 
Partner sein Vertrauen missbraucht hat. Zum zu verschleiern. 

anderen, weil der Partner ihm nicht zutraut, Bleibt es nun dabei, ist die Lüge zu verur- 
mit der Wahrheit umgehen zu können. teilen? Ungelogen: Es gibt keine eindeutige 
Die am meisten verwendete Lüge richten Antwort. Lügen, die darauf abzielen, sich 
wir freilich gegen uns selbst. Es ist die selbst zu bereichern und anderen zu scha- 
Selbsttäuschung. ,JEs geht uns einfach besser, den, gehören ohne Zweifel in die Kategorie 
wenn wir uns nicht allzu kritisch betrachten, „verboten“. Insgesamt aber gesehen, sagt 
Selbsttäuschung hilft uns, die Person zu sein, der Soziologe Peter Stiegnitz, seien Lügen 

die wir sein wollen“, schreibt David Nyberg, „das Salz des Lebens“. Eine Prise davon 

Andere sollen erkennen, dass man ein in- hebt das Selbstwertgefühl und macht das 
telligenter, zuverlässiger und liebenswerter Miteinander leichter, zu viel davon macht 
Mensch ist. Um das zu erreichen, bauen wir das Leben ungenießbar. 

Aus: Rheinische Post 

4. Fassen Sie den Inhalt des Textes mit eigenen Worten zusammen. 

5. Wussten Sie das schon? 

Lesen Sie den folgenden Text und ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. Vergleichen 
Sie die Aussage des Textes mit Ihren Ergebnissen aus Aufgabe 2. 

(1) einer Studie zum Thema Lügen stellte sich heraus, dass jeder Testteilnehmer 

durchschnittlich 1 ,6-mal (2) Tag die Unwahrheit sagte. Der Anteil der (3) 

Lügen genutzten Medien fiel sehr unterschiedlich aus: Unangefochtener Spitzenreiter war 
das Telefon, was 37 Prozent aller Lügen verbuchen konnte, gefolgt (4) persönlichen 


82 




Gründe und Folgen 


Kapitel 4-A 


Gespräch (5) 27 Prozent (6) Ende rangierte das offensichtlich ehrlichste 

Medium: die elektronische Post. 

Den Grund (7) die hohe Lügenrate (8) Telefon sehen Psychologen darin, 

dass der Gesprächspartner die Mimik des Lügners nicht deuten kann. Mails dagegen können 

wie normale Briefe beliebig oft gelesen und (9) Dritte weitergeleitet werden. Das 

erschwert offensichtlich das Lügen. 

6. Wortschatz rund um die Lüge 

6a. Suchen Sie aus den beiden Texten Wörter und Wendungen zum Thema Lüge und Wahrheit 
und ergänzen Sie die Liste durch Wörter, die Sie noch kennen. 


Lüge Wahrheit 

jemanden belügen verlässliche Informationen 


6b. Idiomatische Wendungen/Sprichwörter zum Thema Lüge. Erklären Sie sie. 

- jemandem Märchen erzählen 

- jemandem einen Bären aufbinden 

- jemand lügt, dass sich die Balken biegen 

- jemand lügt das Blaue vom Himmel herunter 

- jemanden in den April schicken 

- Lügen haben kurze Beine. 

- Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. 

- Ehrlich währt am längsten. 

- Die Welt will betrogen werden. 

- Die Wahrheit zu sagen, ist oft schwer, die Wahrheit zu ertragen noch mehr. 

7. Ergänzen Sie die fehlenden Konjunktionen, die Nebensätze oder Hauptsätze einleiten 
können (z. B.: weil, wenn usw.). Siehe Übersicht Seite 95f. 

Viele halten die Wahrheit für das oberste moralische Gebot. Eltern und Lebenspartner 

fordern sie bedingungslos, (1) sie versorgt den Menschen mit verlässlichen 

Informationen und bietet psychischen Halt (2) alles andere ungewiss erscheint. 

Doch (3) die Wahrheit das .höchste Gut“ ist, belügt man die gerade vom Friseur 

gekommene Nachbarin und sagt ihr, wie gut ihr die Frisur stehe. 


83 




Kapitel 4-A 


Gründe und Folgen 


Die Gründe, warum Menschen lügen, sind sehr vielfältig. Einige lügen, (4) sie 

Angst vor der Wahrheit oder deren Konsequenzen haben. Andere lügen, (5) sie 

ihrem Gegenüber Kummer ersparen. 


Die am meisten verwendete Lüge richten wir freilich gegen uns selbst. „Es geht uns einfach 
besser, (6) wir uns nicht allzu kritisch betrachten“, schreibt David Nyberg. Andere 


sollen erkennen, dass man ein intelligenter und liebenswerter Mensch ist, (7) bauen 

wir unser Selbstwertgefühl auf Illusionen auf. 

Lüge und Täuschung sind aber keine Erfindung des Menschen, denn auch im Tierreich wird 

gelogen und betrogen. So spiegeln Tiere falsche Tatsachen vor, (8) sie Verhalten 

oder Aussehen ihrer Fressfeinde imitieren. 


Bewusstes Lügen erfordert Intelligenz. Der Lügner muss nicht nur kreativ sein, (9) 

sich auch in den Adressaten der Lüge hineinversetzen können. Den fehlenden Wahrheitsge- 
halt seiner Aussagen kann er unter anderem verschleiern, (10) er Stimme, 

Mimik und Sprache geschickt einsetzt. 

8. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . bestimmt, Situationen - Menschen - Notlügen - greifen 


2. Anzahl, Lügen - Medium - abhängen - wir - gerade benutzen 


3. Telefon - Gesprächspartner - unmöglich sein - unser, Mimik - deuten 


4. Hilfe - misstrauisch, Telefonpartner - Neuentwicklung - Computermarkt - kom- 
men 


5. Computerprogramm - Analysetechnik - basieren - und - Lügendetektor - funktio- 
nieren 


6. Es - Stimme + Sprechverhalten, Anrufer - Zeichen - Stress - absuchen 


7. Programm - genügend, Stressmerkmale - finden - Computerbildschirm - grün, 
Licht - erscheinen 


84 



Gründe und Folgen 


Kapitel 4-A 


Unser Buchtipp: 

Jakob der Lügner 

Das Buch erzählt eine Geschich- 
te, die in einem Ghetto in Polen 
während des D. Weltkrieges spielt. 
Die Situation ist hoffnungslos. 
Die Ghettobewohner sind von der 
Außenwelt vollständig isoliert. 
Durch einen Zufall erfährt Jakob 
aus einem Radio der Gestapo, 
dass sich die Russen zwanzig 
Kilometer vor Bezanika befinden. 
Diese Nachricht könnte vielen 



neuen Lebensmut geben, aber 
die Umstände, unter denen Jakob 
sie erfahren hat, sind so unwahr- 
scheinlich, dass ihm niemand 
glaubt. Damit ihm die Wahrheit 
aber geglaubt wird, erfindet Jakob 
eine Lüge. Es sagt, er besitze ein 
Radio und gerät so in den Mittel- 
punkt der Aufmerksamkeit ... 
Von Jurek Becker. Suhrkamp- Ver- 
lag. ISBN 3-518-37274-2. 


II. Kriminalität in Deutschland 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


In den ersten Jahren nach der deutschen Ei- 
nigung war die Bundesrepublik einer Welle 
wachsender Kriminalität ausgesetzt. Ab 1996 
ging die Zahl der kriminellen Delikte, soweit 
sie sich in der polizeilichen Kriminalstatistik 
niederschlagen, allmählich wieder zurück, 
ehe sie 2001 und 2002 erneut zunahm. 

Die Statistik verzeichnet alle Straftaten, 
die der Polizei im Laufe eines Jahres be- 
kannt geworden sind, mit Ausnahme der 
Verkehrs- und Staatsschutzdelikte. Sie erfasst 
damit allerdings nur einen Ausschnitt des 
tatsächlichen kriminellen Geschehens - je 
nach dem Anzeigeverhalten der Bevölkerung 
und nach Intensität und Schwerpunkt der 
polizeilichen Ermittlungen. Als Straftaten 
gelten Verbrechen, die mit wenigstens ein- 
jähriger Freiheitsstrafe bedroht sind, und 
Vergehen, für die kürzere Freiheitsstrafen 
oder Geldstrafen ausgesprochen werden 
können. 

Im Jahr 2002 wurden in Deutschland 
rund 6,51 Millionen kriminelle Handlun- 
gen registriert. Bundesweit ereigneten sich 



damit im Durchschnitt fast 7 900 Straftaten 
je 1 00 000 Einwohner. Am höchsten war die 
Kriminalitätsbelastung in den Stadtstaaten 
Berlin ( 1 7 236 Fälle je 1 00 000 Einwohner) 
und Hamburg (15 589), am niedrigsten in 
Baden-Württemberg (5 643) und Bayern 
(5 630). 

Die in der Gesellschaft geltenden Leitwer- 
te - Besitz, Verbrauch und Mobilität - prägen 
seit jeher auch das Erscheinungsbild der 
Kriminalität. So lag der Schwerpunkt des kri- 
minellen Geschehens bei den Eigentums- und 
Vermögensdelikten. Allein fast 48 % aller 


85 







Kapitel 4-A 


Gründe und Folgen 


Anzeigen bezogen sich auf einen Diebstahl. 
Die Häufigkeit dieser Delikte ist allerdings 
nicht mehr so hoch wie in den neunziger 
Jahren. Eine deutlich steigende Tendenz 
zeigen demgegenüber die Vermögens- und 
Fälschungsdelikte (wie Betrug, Veruntreu- 
ung, Unterschlagung), auf die 2002 mehr als 
15 % aller Straftaten entfielen. Sprunghaft 
zugenommen hat zuletzt insbesondere der 
Betrug mit Bank- und Kreditkarten. 

Übergriffe auf Leib und Leben machen 
einen weiteren Schwerpunkt kriminellen 
Handelns aus. So wurden 2002 fast 200 000 
Gewaltdelikte registriert: 127 140 Fälle von 


schwerer Körperverletzung, 58 900 Raub- 
delikte, 8 615 Vergewaltigungen und 2 664 
Fälle von Mord oder Totschlag. 

Die Ermittlungen der Polizei richteten 
sich gegen 2,29 Millionen Tatverdächtige, 
darunter 687 900 Kinder, Jugendliche und 
Heranwachsende. 

Aufgeklärt wurden 3,34 Millionen Fälle. 
Die Aufklärungsquote verbesserte sich da- 
durch auf 53 % der registrierten Straftaten. 
Tötungsdelikte konnten fast vollständig 
aufgeklärt werden; beim Taschendiebstahl 
kam die Polizei den Tätern dagegen nur in 
5 % aller Fälle auf die Spur. 


Aus: Zahlenbilder, Erich Schmidt Verlag 


2. Wortschatz 

Suchen Sie aus dem Text alle Wörter und Wendungen, die mit Straftaten zu tun haben. 
Welle wachsender Kriminalität, 


3. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 . Die Statistik alle Straftaten, die der Polizei bekannt geworden sind. 

2. Bundesweit im Durchschnitt fast 7 900 Straftaten je 100 000 Einwohner. 

3. Die in der Gesellschaft geltenden Leitwerte auch das Erscheinungsbild der 

Kriminalität. 

4. Deutlich steigende Tendenz Vermögens- und Fälschungsdelikte. 

5. Die Aufklärungsquote auf 53 Prozent der registrierten Straftaten. 

6. Beim Taschendiebstahl die Polizei den Tätern aber nur in 5 Prozent aller 

Fälle auf die Spur. 

4. Beantworten Sie (wenn Sie möchten) eine der folgenden Fragen? 

Wie hoch ist die Kriminalitätsbelastung in Ihrem Heimatland? 

Waren Sie schon einmal Opfer einer kriminellen Handlung? 

5. Ergänzen Sie die Verben: entwenden - überführen - verhören - verdächtigen - geste- 
hen - erheben - anzeigen in der richtigen Form. 

1 . Der Verdächtige Peter M. wurde von der Polizei stundenlang 

2. Seine Nachbarin hatte ihn bei der Polizei , weil sie ihn bei ihr 

nachts eingebrochen und ihren wertvollen Schmuck zu haben. 

3. Während des Verhörs Peter M. die Tat und konnte so des Einbruchs und 

Diebstahls werden. 

4. Die Staatsanwaltschaft gegen Peter M. Anklage. 


86 




Gründe und Folgen 


Kapitel 4-A 


6. Aus dem Gerichtssaal 

Ergänzen Sie die Verben: einlegen - bezeugen - ausräumen - verkünden - tagen - über- 
führen - stehlen - anklagen - nennen - verweigern - haben - erhärten - treten - aussa- 
gen - stehen in der richtigen Form. 

0. Gestern stand der 35-jährige Buchhalter August M. vor Gericht. 

1. August M. wurde des schweren Betrugs 

2. Verhandlungsgegenstand waren unter anderem zwei Millionen Euro, die der Angeklagte 

aus der Firmenkasse haben soll. 

3. Das Gericht bat den 35-Jährigen, den Aufbewahrungsort des Geldes zu 

4. August M. sagte dazu nichts. Er die Aussage. 

5. Kollegen in dem Prozess als Zeugen auf. Sie , dass August M. 

Abrechnungen gefälscht habe. 

6. Dadurch sich der Verdacht. 

7. Die Verteidigung konnte mit ihrer Strategie die Verdachtsmomente nicht 

8. Sie am Ende der Verhandlung aufgrund der erdrückenden Beweislast keine 

Einwände mehr. 

9. Nachdem insgesamt zehn Mitarbeiter vor Gericht konnte der Beschuldigte 

des schweren Betruges werden. 

1 0. Das Gericht nach Abschluss der Verhandlung ca. eine Stunde und 

anschließend ein mildes Urteil: zehn Monate auf Bewährung und die Rückerstattung 
der zwei Millionen Euro. 

1 1 . Die Staatsanwaltschaft wird gegen dieses Urteil Berufung 

7. Suchen Sie Wörter/Wendungen mit antonymer Bedeutung. 

1. Täter 

2. Der Angeklagte leugnet die Tat. 

3. Verbrechen bekämpfen 

4. Der Angeklagte wurde verurteilt . 

5. Der Täter ging der Polizei ins Netz 


Unser Krimi-Buchtipp: 

Kalt ist der Abendrauch 

Die dreiundachtzigjährige Char- 
lotte erwartet Besuch: Hugo, ihren 
Schwager, für den sie Zeit ihres 
Lebens eine Schwäche hatte. 
Sollten sie doch noch einen ro- 
mantischen Lebensabend mitein- 
ander verbringen können? Wird, 
was lange währt, endlich gut? 


Voller Sehnsucht schmiedet 
Charlotte Pläne, doch vor allem 
steigen Erinnerungen an ihre 
bewegte Vergangenheit und die 
eigenwillige Lösung so mancher 
Familienprobleme in ihr auf ... 
Von Ingrid Noll. Diogenes- Verlag 
Zürich. ISBN 3-257-23023-0. 



Iiiürid Noll 

Kall ist 
der \bend- 
hauch 


87 





Kapitel 4-A 


Gründe und Folgen 


8. Ordnen Sie die Adjektive und Partizipien: schwer - mild - erdrückend - erbeutet - sich 
erhärtend - aufgeklärt - siegreich - mutmaßlich - überführt - hoch - gepeinigt den pas- 
senden Substantiven zu. 

0. Opfer (PI) gepeinigte Opfer 

1 . Täter 

2. Verteidigung 

3. Kriminalitätsrate 

4. Betrug 

5. Beweislast 

6. Verdachtsmomente 

7. Urteil 

8. Bankräuber 

9. Geld 

10. Verbrechen 

9. Erläutern Sie die Statistik. 



Tatort 

Deutschland 

Polizeilich registrierte 
^ Straftaten in 1000 


Quelle PKS 


1980 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
i ^ alles Bundesgebiet. ( 1 99 1 .'92 mit .Gesamt . Berlin) ! 


? 93 94 95 96 97 98 99 2000 01 02 

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131 112 


© Erich Schmidt Verlag 


10. Nehmen Sie zu der folgenden in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ erschienenen 
Meldung Stellung. 

„Wie in vielen Städten hat auch in Berlin die Kriminalität dramatisch zugenommen. Politik 
und Polizei reagieren darauf mit der Strategie „Null Toleranz“, die seit einigen Jahren in 
New York erfolgreich praktiziert wird. Das heißt, in Zukunft werden auch geringfügige 
Verstöße wie z. B. das Sprühen von Graffitis oder Schwarzfahren nicht mehr geduldet. 
Außerdem soll eine stärkere Polizeipräsenz für mehr Ordnung sorgen.“ 


88 





Gründe und Folgen 


Kapitel 4-A 


III. Unternehmenserfolg 

|. Lesen Sie den folgenden Text. 


Aldi: Vom Billigladen zum Kultobjekt 


Kla ppern gehört zum Handwerk , sagen 
sich viele Essener Unternehmen und 
zeigen dies auch gerne im öffentlichen 
Telefonbuch. Großformatige Einträge sind 
die Regel. Anders die Aldi GmbH & Co. 
KG. Der Zentrale des wohl umsatzstärksten 
Lebensmittel-Discounters der Welt genügt 
wie jedem x-beliebigen Bürger eine einzige 
Zeile in unauffälliger Normalschrift. Fett 
gedruckt kostet extra und dafür gibt Aldi 
kein Geld aus. 

Eine Randnotiz, die beispielhaft steht für 
die Sparphilosophie eines Unternehmens, 
von dem man bislang nicht viel wusste: 
keine Bilanzen, keine Pressekonferenzen, 
keine Image- Anzeigen und erst recht keine 
medienwirksamen Auftritte der Chefs. Dieser 
AWt-typische Minimalismus, der Versuch, 
sich auf Preis und Qualität zu konzentrieren, 
scheint anzukommen . Neben den treuen 
Stammkunden, die sparen müssen, kommen 
durchaus auch solche, die sparen wollen. 
Einkäufen bei Aldi scheint sogar regelrecht 
„trendy“ geworden zu sein, denn so mancher, 
der früher um die Läden mit der kar gen Ein- 
richtung einen Bogen machte , 
serviert heute auf seiner Party 
selbstbewusst AWi-Champa- 
gner ( knapp zwölf Euro die 
Flasche). Inzwischen trägt man 
T-Shirts mit dem Aldi- Logo, 
es gibt AWf-Fanklubs und ein 
AW/- Kochbuch („Aldidente“). 

Und dass Aldi trotz vergleichs- 
weise niedriger Preise gute 
Qualität bietet, ist mehr als 
eine geschickte Werbelegen- 
de. Immer wieder schneiden 
AWi-Produkte bei den Tests 
der „Stiftung Warentest“ gut 
bis sehr gut ab. 


Was ist nun - neben den Preisen - das 
Erfolgsrezept der AWi-Gründer Theo und 
Karl Albrecht, die 2001 mit einem Jahres- 
umsatz von geschätzt über 20 Milliarden 
Euro andere weit hinter sich ließen und 
einen in der Branche geradezu sensationell 
hohen Gewinn von über drei Prozent des 
Umsatzes erzielten? 

Das Geheimnis, so schreibt Dieter Bran- 
des in seinem Buch „Konsequent einfach“ 
über den Erfolg des Unternehmens, ist die 
Orientierung an den Wünschen des Kunden. 
Staunend stellte vor Jahren ein unerkannt 
recherchierender „Stem“-Reporter fest, dass 
Aldi nicht nur anstandslos einen Beutel Or- 
angen zurücknahm, obwohl nur eine einzige 
Frucht Schimmelbefall zeigte. Es gab noch 
eine Packung Kaffee im fünffachen Wert der 
Orangen als Entschuldigung dazu. 

Eine weitere Stärke ist die konsequent 
einfache Organisation: Klare Verantwort- 
lichkeiten statt Managementstellen-Inflation; 
delegieren und dezentralisieren statt Geld 
für teure Wasserkopf- Verwaltungen : Neues 
einfach ausprobieren statt endlose Strategie- 



89 




Kapitel 4-A 


Gründe und Folgen 


Debatten führen; simple Lösungen finden 
statt Kreativität mit Zahlen- Kolonnen ersti- 
cken; Bescheidenheit auch in der Chefetage 
statt Skandale und Wichtigtuerei. 


Wenn Aldi all dies weiter beherzig t, 
braucht das Unternehmen sich auch in Zu- 
kunft vor ehr geizigen Konkurrenten nicht 
zu fürchten. 


Nach: Neue Ruhr Zeitung (NRZ) 


2. Fassen Sie den Text mit eigenen Worten zusammen. 

3. Beantworten Sie die folgende Frage. 

Gibt es in Ihrem Heimatland ein Unternehmen, das auf ähnliche Weise wie Aldi erfolgreich 

ist? Berichten Sie darüber. 

4. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. Kla ppern gehört zum Handwerk 

2. (beim Kunden) ankommen 

3. kar ge Einrichtungen 

' 4. einen Bogen um (die Läden) machen 

5. knapp zehn Euro 

6. anstandslos zurücknehmen 

7. Wasserkopf -Verwaltungen 

8. beherzigt 

9. ehr geizige Konkurrenten 

5. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1 . Eine Randnotiz, die beispielhaft steht die Sparphilosophie eines Unternehmens, 

dem man bislang nicht viel wusste. 

2. Einkäufen Aldi scheint sogar regelrecht „trendy“ geworden zu sein, denn so 

mancher, der früher die Läden der kargen Einrichtung einen Bogen machte, 

serviert heute seiner Party selbstbewusst AWi-Champagner. 

6. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 . Klappern zum Handwerk 

2. Der Zentrale des Lebensmittel-Discounters eine einzige Zeile in unauffäl- 

liger Normalschrift. 

3. Dass Aldi trotz vergleichsweise niedriger Preise gute Qualität , ist mehr als 

eine geschickte Werbelegende. 

4. Immer wieder AWi-Produkte bei Tests gut bis sehr gut ab. 

5. Was ist nun das Erfolgsrezept der AW/'-Gründer, die mit einem Jahresumsatz von 

geschätzt über 20 Milliarden Euro andere weit hinter sich und einen sen- 
sationell hohen Gewinn von über drei Prozent des Umsatzes ? 

6. Wenn Aldi all dies weiter braucht das Unternehmen sich auch in Zukunft 

vor ehrgeizigen Konkurrenten nicht zu 


90 




Gründe und Folgen 


Kapitel 4-A 


7. Finden Sie Antonyme. 

1 . knapp zehn Euro 

2. ein ehrgeizig er Mensch 

3. selbstbewusste Kunden 

4. ein hoher Gewinn 

5. Geld sparen 

6. einen Rat beherzigen 

7. ein karg eingerichtetes Geschäft 

8. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . Qualität und Preis - Produkte - Konzentration - Publikum - Management - ankom- 
men - scheinen 


2. Erfolg - Grund - Orientierung - Wünsche - Kunde - sein 


3. Jahresumsatz - 20 Milliarden Euro - Unternehmen - Branche - Gewinne - hoch - er- 
zielen - sehr 


4. AW/'-Produkte - Tests, „Stiftung Warentest“ - gut, Resultate - immer wieder - erzielen 


IV. Koedukation 

1. Was spricht für, was gegen den gemeinsamen Unterricht von Jungen und Mädchen 
(Koedukation)? Sammeln Sie Argumente. 

Vorteile der Koedukation Nachteile der Koedukation 


91 


Kapitel 4-A Gründe und Folgen 

2. Lesen Sie den folgenden Text. 

Ende der Koedukation? 


Nachdem sich in den 70er Jahren der gemein- 
same Unterricht von Jungen und Mädchen 
(Koedukation) an den deutschen Schulen 
durchgesetzt hat, ist die Koedukation jetzt, 
ein Viertel Jahrhundert später, in die Kritik 
geraten . 

Untersuchungen an den Schulen haben 
ergeben, dass die Mädchen unterm Strich 
die Verliererinnen des gemeinsamen Un- 
terrichts sind. Weil sie z. B. in den natur- 
wissenschaftlichen Fächern 
seltener zu Wort kommen 
oder häufiger unterbrochen 
werden als ihre männli- 
chen Mitschüler, verlieren 
Mädchen früh das Interesse 
und das Selbstbewusstsein. 

Die Folgen lie gen auf der 
Hand : nur wenige Mädchen 
ergreifen später einen der 
zukunftsträchtigen Berufe 
in Bereichen der Informatik, 

Mathematik oder Physik. 

In der Zwischenzeit geben 
einige Schulen in einzelnen 
Fächern aus pädagogischen Gründen nach 
Geschlechtern getrennten Unterricht. Schles- 
wig-Holstein war 1 990 das erste Bundesland, 
das diese Geschlechtertrennung gesetzlich 
ermöglichte, andere Bundesländer folgten 
diesem Beispiel. Die Ergebnisse des zeitwei- 
se getrennten Unterrichts sind erstaunlich: 
Die Mädchen wurden selbstbewusster und 
beteiligten sich stärker am Unterricht, die 
Jungen arbeiteten sachorientierter und 
ruhiger. Außerdem kam es zu deutlich we- 


niger Gewalttätigkeiten. Eine Ursache der 
Probleme des gemeinsamen Unterrichts ist 
das klassische Rollenverhalten, bei dem zu 
beobachten ist, dass sich Jungen öfter in den 
Mittelpunkt spielen und in Imponiergebärden 
verfallen, während die Mädchen sich eher 
zurücknehmen. 

Die Debatte über getrennten oder gemein- 
samen Unterricht wird nicht nur in Deutsch- 
land und nicht nur an Schulen geführt. 


In Norwegen und Schweden z. B. laufen 
ähnliche Diskussionen, ebenfalls an den 
Hochschulen. Nach dem Vorbild der amerika- 
nischen Women' s Colleges wird in Bonn die 
erste Frauenuniversität geplant. Ayla Neusei, 
Professorin für Hochschulforschung an der 
Gesamthochschule Kassel, hat ihr Fazit 
bereits gezogen: „Die Frauenuniversität ist 
ein unbescheidenes Resümee aus den Erfah- 
rungen mit unzähligen Reparaturversuchen 
an der bestehenden Hochschule.“ 



3. Fassen Sie den Text mit eigenen Worten zusammen. 

4. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1. Wie beurteilen Sie die im Text beschriebenen Erfahrungen in Deutschland? 

2. Welche Vorschläge würden Sie unterbreiten, wenn Sie ein Unterrichtskonzept vorlegen 
müssten, das beiden Geschlechtern gerecht wird. Begründen Sie Ihre Vorschläge. 


92 




Gründe und Folgen Kapitel 4-A 

5. Erklären Sie die unterstrichenen Teile mit anderen Worten und nehmen Sie eventuell not- 
wendige Umformungen vor. 

1 . Untersuchungen an den Schulen haben ergeben, dass die Mädchen unterm Strich die 
Verliererinnen des gemeinsamen Unterrichts sind. 


2. Die Koedukation ist jetzt in die Kritik geraten . 


3. Die Folgen lie gen auf der Hand : nur wenige Mädchen er greifen später einen der zu- 
kunftsträchtigen Berufe. 


6. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1 . Untersuchungen den Schulen haben ergeben, dass die Mädchen Strich 

die Verliererinnen des gemeinsamen Unterrichts sind. 

2. Weil sie z. B den naturwissenschaftlichen Fächern seltener Wort kommen 

als ihre männlichen Mitschüler, verlieren Mädchen früh das Interesse Fach. 

3 der Zwischenzeit geben einige Schulen einzelnen Fächern pä- 
dagogischen Gründen Geschlechtern getrennten Unterricht. 

4. Die Debatte getrennten oder gemeinsamen Unterricht wird nicht nur 

Deutschland und nicht nur Schulen geführt. 

5 Norwegen und Schweden z. B. laufen ähnliche Diskussionen, ebenfalls 

den Hochschulen. 

6 dem Vorbild der amerikanischen Women' s Colleges wird Bonn die erste 

Frauenuniversität geplant. 


7. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 . Nachdem sich in den 70er Jahren der gemein- 
same Unterricht von Jungen und Mädchen an 

den deutschen Schulen hat, ist die 

Koedukation jetzt in die Kritik 

2. Die Folgen auf der Hand: nur 

wenige Mädchen später einen der 

zukunftsträchtigen Berufe in Bereichen der 
Informatik, Mathematik oder Physik. 

3. Schleswig-Holstein war 1990 das erste Bun- 
desland, das diese Geschlechtertrennung 

gesetzlich andere Bundesländer 

diesem Beispiel. 

4. Eine Ursache der Probleme des gemeinsamen 
Unterrichts ist das klassische Rollenverhalten, 

bei dem zu ist, dass sich Jungen 

deutlicher in den Mittelpunkt und 

in Imponiergebärden 


Aus der PISA-Studie 2003 

In ihrer Lesekompetenz über- 
treffen die Mädchen die Jungen 
mit einem beträchtlichen Ab- 
stand (34 Punkte international, 
42 Punkte in Deutschland). 

In Mathematik wie in den Na- 
turwissenschaften zeigt der in- 
ternationale Vergleich hingegen, 
dass es in einigen Staaten (Finn- 
land, Niederlande, Australien, 
Schweden, Island) gelungen ist, 
Kompetenzunterschiede zwischen 
Mädchen und Jungen sehr klein 
zu halten. In Deutschland aller- 
dings schneiden die Jungen in der 
Mathematik signifikant besser ab 
als die Mädchen. 


93 



Kapitel 4-A 


Gründe und Folgen 


8. Ergänzen Sie die fehlenden Verben (frei). 

1 . Ende der 60er Jahre wurden auch Mädchen in Jungenschulen 

2. Man sollte die Klassen nicht nach Geschlechtern 

3. Früher wurden Mädchen zur höheren Töchterschule 

4. Die Koedukation hat sich als Bumerang 

5. Eine Säule der Erziehung ist ins Wanken 


6. Die Menschheit nun einmal aus zwei Geschlechtern. Sollten sie daher nicht 

gemeinsam werden? 


7. Das jedoch großes pädagogisches Geschick. 

9. Finden Sie Antonyme. 

1. Sie unterrichten Jungen und Mädchen nicht gemeinsam , sondern 

2. Das hat Nachteile , aber auch 

3. Die Koedukation sollte nicht abgeschafft , sondern werden. 

4. Das wäre kein Fortschritt , sondern ein 

5. Er ist kein Gegner , sondern ein dieser Forderung. 

' 6. Das Selbstbewusstsein soll nicht geschwächt werden, sondern 


10 . Wortschatz rund um Schule und Ausbildung 
Finden Sie die passenden Verben. 

1. zur Schule/aufs Gymnasium 

2. eine Schule/weiterführende Schule 

3. mit guten Noten in die nächste Klasse werden 

4. jemand, der anstatt in die Schule ins Kino geht, der die Schule 

5. eine Prüfung/die mittlere Reife/das Abitur / 


6. sich auf eine Prüfung ; für eine Prüfung 

7. an einer Universität 

8. ein Praktikum 

9. am Unterricht/an einer Vorlesung/an einem Seminar/an einem Sprachkurs 

10. ein Seminar/eine Vorlesung/einen Sprachkurs 

11 . Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . Mädchen - Erziehung - nicht - benachteiligen - sollten 


2. Frauenuniversitäten - größer, Beliebtheit - immer - erfreuen 


3. Geschlechtertrennung - Fächer - Leistung - Schüler - einige - können - stimulie- 
ren 


94 



Gründe und Folgen 


Kapitel 4-B 


Kapitel 4 Gründe und Folgen 

feil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 


1. Präpositionen und Konjunktionen/Konjunktionaladverbien 


Präpositionen 

Konjunktionen/Konjunktionaladverbien 

Angaben des (»rundes (Kausalangaben) 

wegen (G) seines Fleißes 
aufgrund (G) hoher Schulden 
infolge (G) verheerender Stürme 
dank (G) seiner Hilfe 
aus (D) Mitleid 
vor (D) Freude 
anlässlich (G)/zu (D) unserer 
Hochzeit 

Konjunktionen, die Nebensätze einleiten: 
weil/da 

Weil er fleißig war, ... 

.... da plötzliche Veränderungen auftraten 
Konjunktionen, die Hauptsätze einleiten: 
denn 

.... denn er war fleißig. (Typ 1: Finites Verb 
steht an 2. Stelle nach der Konjunktion.) 

Angaben der Folge (Konsekutivangaben) 

Koniunktionen. die Nebensätze einleiten: 
weshalb/weswegen/so dass 

weshalb er die Prüfung bestand 

Konjunktionen, die Hauptsätze einleiten: 
deswegen/deshalb/daru m/folglich/infolgedessen 
deshalb bestand er die Prüfung. (Typ 2: Fini- 
tes Verb steht an 2. Stelle nach dem Komma.) 

Angaben einer Bedingung (Konditionalangaben) 

bei/unter (D) diesen Bedingungen 
nur bei/mit (D) eiserner Disziplin 
im Falle (G) einer Verspätung 
ohne (A) deine Hilfe 

Konjunktionen, die Nebensätze einleiten: 
wenn/falls/sofem 

Wenn das schlechte Wetter so bleibt, ... 

Wenn du uns nicht geholfen hättest, ... 

Angaben der Kinschränkung (Konzessivangaben) 

trotz (G) aller Schwierigkeiten 
ungeachtet (G) seiner Fehler 

Gegensätze: 
im Unterschied zu (D) 
ihrer Schwester 

Konjunktionen, die Nebensätze einleiten: 
obwohiyobgleich/obschon 

Obwohl es große Schwierigkeiten gab. ... 
Konjunktionen, die Hauptsätze einleiten: 
trotzdem (Typ 2)/zwar ... aber (Typ 1) 

Es gab viele Schwierigkeiten, trotzdem wurden 
die Arbeiten rechtzeitig fertig. 

Es gab zwar viele Schwierigkeiten, aber die 
Arbeiten wurden trotzdem rechtzeitig fertig. 
Konjunktionen, die Nebensätze einleiten: 
während 

Während ihre Schwester sehr musikalisch ist, 
kann Marie überhaupt nicht singen. 


95 




Angaben der Absicht/des Ziels (Finalangaben) 


zu (D) (zum) Öffnen des Fensters 
für (A) ein besseres Verständnis 


Konjunktionen, die Nebensätze einleiten: 
damit/um ... zu (Infinitivkonstruktion) 
Damit man das Fenster öffnen kann , ... 
Um das Fenster zu öffnen , ... 


Angaben der Art und Weise (Modalangaben) 


nach (D) Aussage des Ministers 
laut (G) den Bestimmungen 

Mittel/Weg: 

durch (A) Austausch der Teile 
mit (D) einem Schraubenzieher 
Fehlender Umstand: 
statt/anstatt (G) ihres Koffers 
ohne (A) gültige Dokumente 


Konjunktionen, die Nebensätze einleiten: 
wie/so weit/so viel 
Wie der Minister heute mitteilte, ... 

indem/dadurch, dass ... 

Indem man die Teile austauscht, ... 

statt (anstatt) dass .../statt (anstatt) ... zu (Infinitiv- 
konstruktion)/ohne ... zu (Infinitivkonstruktion) 

... statt ihren neuen Koffer mitzunehmen , ... 

... ohne gültige Dokumente bei sich zu haben, ... 


2. Schritte für Umformungen von Präpositionalgruppen in Nebensätze 
(wie in Kapitel 1) 


Umzuformende Sätze: 

a) Wegen des schlechten Wetters kam es zu mehreren Verkehrsunfällen. 

b) Trotz mangelnden Fleißes bestand sie die Prüfung. 

c) Durch ständiges Wiederholen der Vokabeln festigt sich der Wortschatz. 

1 . Suchen Sie für die präpositionalen Wendungen die entsprechenden Konjunktionen, 
die einen Nebensatz einleiten: 

wegen - weil; trotz - obwohl; durch - indem 

2. Finden Sie ein Verb, das zu dem Substantiv passt, oder formen Sie das Substantiv 

in ein Verb um: Wetter - Wetter sein (war) 

Fleiß - fleißig sein (war) 
das Wiederholen - wiederholen 

3. Finden Sie ein Subjekt: a) Wetter 

b) sie (aus dem Hauptsatz) 

c) das unpersönliche man 

4. Formen Sie aus Konjunktion, Verb und Subjekt den Nebensatz. Passen Sie die 
anderen Wörter der Satzstruktur an. 

Umgeformte Sätze: 

a) Weil schlechtes Wetter war, kam es zu mehreren Verkehrsunfällen. 

b) Obwohl sie nicht fleißig war, bestand sie die Prüfung. 

c) Indem man Vokabeln ständig wiederholt, festigt sich der Wortschatz. 


96 





Gründe und Folgen 


Kapitel 4-C 


Kapitel 4 Gründe und Folgen 

Teil C Übungen 


1. Verbinden Sie die Sätze miteinander und verwenden Sie dabei Konjunktionen, die Neben- 
sätze einleiten. 

0. Die japanische Delegation verspätete sich. Der Beginn der Konferenz wurde um zwei 
Stunden verschoben. 

Die japanische Delegation verspätete sich, weshalb der Beginn der Konferenz um zwei 
Stunden verschoben wurde. 

1 . Sie war sehr warm angezogen. Sie fror. 


2. Bei dem Unfall gab es mehrere Verletzte. Das teilte die Polizei mit. 


3. Man muss auf die grüne Taste drücken. Dann lässt sich das Gerät anschalten. 


4. Die Ladenöffnungszeiten wurden verlängert. Jetzt kann man auch abends noch ein- 
kaufen. 


5. Er hatte die besten Abschlussnoten. Er ist noch immer arbeitslos. 


6. Sie hat zwei Töchter. Die eine ist klein und zierlich. Die andere ist groß und kräftig. 


7. Wir übernachteten im Auto. Wir wollten Geld sparen. 


8. Die Familie hat jahrelang keine Miete bezahlt. Die Wohnung wird jetzt zwangsge- 
räumt. 


9. Sie sollte Hausaufgaben machen. Sie hat die ganze Zeit femgesehen. 


10. Wir haben die hohen Produktionskosten verringert. Jetzt geht es dem Betrieb wirt- 
schaftlich wieder besser. 


11. Sie hatte die Prüfung mit „sehr gut“ bestanden. Sie war mit sich selbst unzufrieden. 


12. Auf der Autobahn gab es einen schweren Unfall. Sie wurde für mehrere Stunden 
gesperrt. 


2. Ergänzen Sie die fehlenden koordinierenden oder subordinierenden Konjunktionen. 

1. Sie lernt Deutsch, sie in Deutschland studieren will. 

2. Sie lernt Deutsch, sie es schon perfekt beherrscht. 


97 



Kapitel 4-C 


Gründe und Folgen 


3. Sie lernt Deutsch, ihre Sprechfertigkeit verbessern. 

4. Sie lernt Deutsch, sie braucht es für ihren Beruf. 

5. Sie lemt Deutsch, ihre Briefe fehlerfreier werden. 

6. Sie will in Berlin in München studieren. 

7. Sie will nicht schreiben sprechen lernen. 

8. Er will schreiben sprechen lernen. 

9. Sie spricht Spanisch Französisch, nur Englisch und Deutsch. 

10 sie aus der Schule ist, hat sie nicht mehr Deutsch gesprochen. 

11 man viel übt, lemt man schneller. 

12 mehr man übt, schneller lemt man. 

13 Sie sich für die Prüfung anmelden, sollten Sie eine Probeprüfung machen. 

14. Wie lange wird es dauern er fehlerfrei spricht? 

15 sie ihr Abitur bestanden hatte, warf sie alle Schulbücher weg. 

3. Formen Sie die unterstrichenen Satzteile so um, dass sie einen Nebensatz bilden. 

0. Wegen aufkommenden Regens wurde der Start verschoben. 

Weil Regen aufkam, wurde der Start verschoben. 

oder: Der Start wurde verschoben, weil Regen aufkam. 

3a. Kausalangaben 

1 . We gen ihrer Verschwendungssucht geriet sie in große Geldprobleme. 


2. Er tat das alles nur aus Liebe zu ihr . 


3. Er bekam zum bestandenen Abitur einen neuen Computer. 


4. Aufgrund sinkender Einschaltquoten wurde die Sendung aus dem Programm genommen. 


5. We gen seines gebrochenen Fußes konnte er am Waldlauf nicht teilnehmen. 


3b. Konditionalangaben 

1 . Bei stärkerem Druck wäre die Anlage explodiert. 


2. Im Falle eines Feueralarms muss das gesamte Gebäude sofort geräumt werden. 


3. Diesen Berg sollte man nur mit einer guten Ausrüstung besteigen. 


4. Ohne hartes Training wäre er nicht Olympiasieger geworden. 

5. Nur bei Änderung des Vertrages kommt es zu einer weiteren Zusammenarbeit. 


98 








Gründe und Folgen 


Kapitel 4-C 


3c. Konzessivangaben 

1 . Trotz seiner Abscheu gegen Gewalt sah er mit ihr einen Krimi. 


2. Un geachtet des Verbots betraten sie das abgesperrte Gelände. 


3. Am Vormittag schien die Sonne , am Nachmittag regnete es in Strömen. 
(adversativ) 


4. Trotz ihrer guten Spanischkenntnisse hatte sie Angst auf Spanisch zu telefonieren. 


5. Trotz guter Kritiken verkaufte sich der Roman nur schlecht. 


3d. Finalangaben 

1 . Zur Verbesserung seiner Noten lernte er Tag und Nacht. 


2. M i t de m Z iel ei ner Lo h n erh ö hun g i m öffentlich en Di enst um 5 % verhandelten die 
Gewerkschaftsführer zum dritten Mal mit der Regierung. 


3. Sie fährt zur Erholung nach Griechenland. 


4. Zur besseren Information über ihr Reiseziel kaufte sie sich ein Buch über das alltägliche 
Leben in China. 


5. Für eine einfachere Bedienung des Geräts wurde die Anleitung neu überarbeitet. 


3e. Modalangaben 

1 . Nach Angaben der Polizei gibt es keine weiteren Verdächtigen. 


2. Laut den Ergebnissen einer Studie erhöht regelmäßiger Kunstgenuss die Lebensdauer. 


3. Meines Wissens ist die Arbeit an dem Projekt schon beendet. 


4. Die Waren werden mit einer elektronischen Markierung vor Diebstahl geschützt. 


5. Durch Verringerung der Temperatur kann der Vorgang unterbrochen werden. 


6. Mit der Eingabe eines Passwortes kann man die gespeicherten Daten vor fremdem 
Zugriff sichern. 


7. Er lief ohne einen Gruß an mir vorbei. 


99 











Kapitel 4-C 


Gründe und Folgen 


4 . Formen Sie die unterstrichenen Satzteile so um, dass Sie einen Nebensatz bilden. 

1. Zur Erhöhung der Attraktivität ihrer Fernsehsender setzen Programmmanager in 
Deutschland immer mehr auf Comedy-Serien. 


2. Wegen seiner tollen Ideen ist Michael Herbig der zur Zeit bestverdienende deutsche 
Komiker. 


3. Sensationelle Erfolge gelangen ihm durch die Verlagerung des Witzig-Trends ins 
ertragsstarke Kino . 


4. Trotz der gegenwärtigen Medienkrise erwirtschaften Produktionsfirmen mit Komödien 
Millionen. 


5. Allein am Freitag und am Samstag bringen die beiden Privatsender SAT1 und RTL 
1 8 Comedy-Sendungen zur Belustigung der Zuschauer. 


6. Vielleicht erfreuen sich bei schlechter Wirtschaftslage gerade Komödien besonderer 
Beliebtheit. 


7. Sie lenken durch ihre Späße über menschliche Schwächen die Zuschauer von den 
Alltagssorgen ab. 


8. Doch trotz des Namens Komödie ist nicht immer alles, was man zu sehen bekommt, 
zum Lachen. 


9. Mit einer erhöhten Nachfrage nach Witz steigt auch die Zahl der Komödienschreiber, 
die auf ein lukratives Geschäft hoffen. 


1 0. Laut der Zeitschrift „Der Spiegel“ ist eine Tendenz zur Verflachung in der Spaßkultur 
festzustellen. 


5. Angaben, bei denen etwas Erwartetes nicht eintrifft: weder - noch; nicht einmal; geschweige 
denn 


Beispiele: 

Er hatte eine Zahnoperation. Jetzt kann er weder sprechen noch essen. 

Er hatte eine Zahnoperation. Jetzt kann er nicht essen, nicht einmal sprechen. 

Er hatte eine Zahnoperation. Jetzt kann er nicht sprechen, geschweige denn essen. 

In den beiden letzten Sätzen wird betont, dass „essen“ und „sprechen“ unterschiedliche 
Schwierigkeitsgrade haben und dass das Subjekt auch die am ehesten erwartete Tätigkeit 
„sprechen“ nicht bewältigen kann. 


100 



Gründe und Folgen 


Kapitel 4-C 


Differenzieren Sie die Aussagen durch nicht einmal oder geschweige denn wie im ange- 
gebenen Beispiel. 

1. Mit dieser schlechten Vorbereitung kommt der Schwimmer bei den Meisterschaften 
weder in den Endlauf noch unter die ersten drei. 


2. Sie hinterließ ihren Schreibtisch weder sauber noch aufgeräumt. 


3. Susanne kann Peter weder 1000 Euro noch 10 Euro borgen. 


4. Er hat mit Sicherheit kein großes Auto und auch keine Segeljacht. 


5. Sie kann nach der Operation weder sitzen noch laufen. 


6. Sie hat im Moment weder für mich noch für ihren Freund Zeit. 


6. Angaben mit sich widersprechenden Aussagen: trotzdem - dennoch - dessen ungeach- 
tet - ungeachtet der Tatsache - nichtsdestoweniger (selten) - nicht sdestotrotz (selten) 


Beispiele: 

Sie fühlte sich krank, trotzdem kam sie mit ins Konzert. 

Es regnete in Strömen, dessen ungeachtet wurde das Spiel fortgesetzt. 
Er hatte keine Chance, nichtsdestotrotz versuchte er es erneut. 


Formen Sie die Konzessivsätze um und verwenden Sie die oben genannten koordinierenden 
Konjunktionen. Achten Sie auf den Satzbau. 

1 . Obwohl die Meteorologen vor einer Lawinengefahr warnten, machte sich eine Gruppe 
von Bergsteigern früh auf den Weg. 


2. Obwohl sofort Maßnahmen ergriffen wurden, verbesserte sich die Lage nicht. 


3. Obwohl an dem Zaun ein Verbotsschild befestigt war, betraten sie das Militärge- 
lände. 


4. Obwohl die Rettungsmannschaft sofort zur Stelle war, konnte sie keine Lebenden 
mehr bergen. 


5. Obwohl er den Hauseingang die ganze Nacht überwachen sollte, fuhr er nach Hause, 
um sich umzuziehen. 


6. Obwohl sie den Film sehr spannend fand, schlief sie ein. 


101 












Kapitel 4-C 


Gründe und Folgen 


7. Angaben einer Gegenbedingung: es sei denn 


Beispiel: 

Wenn wir nicht jeden Abend bis Mitternacht arbeiten, schaffen wir die Arbeit nicht bis 
zum Wochenende. (Bedingung) 

Wir schaffen die Arbeit nicht bis zum Wochenende, es sei denn , wir arbeiten jeden Abend 
bis Mitternacht. (Nach es sei denn folgt die Bedingung, die die vorher angegebene Aussage 
widerruft.) 


Formen Sie die Sätze um und verwenden Sie es sei denn. 

1. Wenn du dich nicht ein bisschen beeilst, kommen wir mal wieder zu spät. 


2. Wenn er sich nicht besser vorbereitet, wird er durch die Prüfung fallen. 


3. Wenn sich das Wetter nicht noch ändert, wird das Openair-Konzert verschoben. 


4. Wenn Herr Kunz seine Arbeitseinstellung nicht entscheidend verbessert, wird er ent- 
lassen. 


5. Klaus kann uns nicht abholen. Sein Auto ist noch in der Werkstatt. 


6. Wenn kein Wunder geschieht, kann den Opfern im Katastrophengebiet nicht mehr 
geholfen werden. 


8. Angaben eines Gegensatzes: während - wohingegen - jedoch - dagegen - im Gegensatz 
dazu - demgegenüber 


Beispiele : 

Heike ist eine fleißige Schülerin, während/wohingegen ihr Bruder Heinz sehr faul ist. 
( Nebensatz ) 

Heike ist eine fleißige Schülerin, ihr Bruder Heinz jedoch/dagegen ist sehr faul. ( Haupt- 
satz Typ 2) 

Heike ist eine fleißige Schülerin, im Gegensatz dazu/demgegenüber ist ihr Bruder Heinz 
sehr faul. ( Hauptsatz Typ 1) 


Bilden Sie Sätze mit den oben genannten Konjunktionen. 

1. Georg ist ein guter Tennisspieler. Sein Freund kann überhaupt nicht Tennis 
spielen. 


2. Bei Herrn Meier haben die Abrechnungen immer gestimmt. Bei seinem Nachfolger 
treten immer wieder Fehler auf. 


102 



Gründe und Folgen 


Kapitel 4-C 


3. Früher schrieben viele Romanautoren ihre Bücher auf der Schreibmaschine. Heute 
schreiben sie sie auf dem Computer. 


4. Letztes Jahr war das Konzert der Popgruppe ausverkauft. Dieses Jahr war die Hälfte 
des Saales leer. 


5. Er achtet auf das Geld und lebt sehr sparsam. Seine Frau kann an keinem Modegeschäft 
Vorbeigehen. 


9. Umformungen 

Verkürzen Sie die Sätze so, dass kein Nebensatz mehr verwendet wird. 

0. Weil Regen aufkam , wurde der Start verschoben. 

Wegen aufkommenden Regens wurde der Start verschoben. 

1 . Um den Müll besser wiederzuverwerten , muss er getrennt werden. 


2. Obwohl sich viele besseren Umweltschutz wünschen , wollen sie auf ihr Auto nicht 
verzichten. 


3. Wenn man die Ökosteuem erhöhen würde , könnte man einen Teil der Unkosten finan- 
zieren. 


4. Die Verteuerung des Benzins wäre eine weitere Möglichkeit, damit die Umweltschutz- 
kosten bezahlt werden können . 


5. Wenn das Verkehrsaufkommen gering ist , sinkt der Schadstoffausstoß. 


6. Weil sich d i e Erde erwärmt , steigt der Wasserspiegel. 


7. Wenn alle sauberes Trinkwasser hätten , könnte sich die Zahl der Krankheiten weltweit 
erheblich reduzieren. 


8. Weil die Bevölkerungszahlen steigen , bleibt die Wasserversorgung ein Hauptproblem 
der Umweltexperten. 


9. Während in den Industrieländern Wasser tonnenweise verschwendet wird , leiden in 
Afrika viele Länder unter Wassermangel. 


1 0. Man kann eine gesündere Ernährung dadurch erzielen, dass man Fertigprodukte mei- 
det . 


103 




Kapitel 4-D 


Gründe und Folgen 


Kapitel 4 Gründe und Folgen 

Teil D Themen fiir Vortrag und Aufsatz 


Wahrheit und Lüge 

1. Nehmen Sie zu der folgenden Aussage Stellung und begründen Sie Ihre Meinung: 

„In Detroit ist die Selbstmordrate plötzlich ganz brüsk abgesunken, für sechs Wochen unten 
geblieben und nach sechs Wochen ebenso plötzlich wieder angestiegen. Während dieser 
sechs Wochen war ein kompletter Zeitungsstreik in Detroit. Jetzt werden Sie verstehen, 
was es heißt zu behaupten, es sei das Recht oder die Pflicht, um jeden Preis alles zu sagen.“ 
(V. E. Frankl) 

2. Viele Menschen unterstellen Politikern, dass sie öfter lügen als andere. Ist das nur ein Vorurteil 
oder stimmen Sie dieser Behauptung zu? Gibt es Ihrer Meinung nach einen Zusammenhang 
zwischen Lügen und Politik? Belegen Sie Ihre Ausführungen mit Beispielen. 

Gewalt und Kriminalität 

3. „Es liegt an der fehlenden Konditionierung (Loben und Strafen), dass viele Länder große 
Probleme mit Jugendkriminalität haben. Eltern, Lehrer und Staat versagen.“ (Hans-Jürgen 
Eysenck, Professor für Psychologie) 

Nehmen Sie Stellung zu diesem Zitat und erläutern Sie, was Ihrer Meinung nach Eltern, 
Lehrer und Staat tun können, um die Jugendkriminalität einzudämmen. 

4. „Jugendliche Straftäter müssen sofort hart bestraft werden. Selbst vor Prügelstrafe würde 
ich nicht zurückschrecken, denn körperliche Bestrafung hinterlässt erfahrungsgemäß den 
stärksten Eindruck.“ (Hans-Jürgen Eysenck, Professor für Psychologie) 

Nehmen Sie Stellung zu diesem Zitat und erörtern Sie, welche Bedeutung die Strafe in der 
Kindererziehung für Sie hat. 

5. „Auge um Auge - Zahn um Zahn“. 

Nehmen Sie zu diesem Zitat aus der Bibel Stellung und belegen Sie Ihre Ausführungen 
anhand von Beispielen. 

Untemehmenserfolg 

6. Was müsste Ihrer Meinung nach ein Unternehmen berücksichtigen, wenn es erfolgreich 
sein will? Welche Faktoren sind für die erfolgreiche Zukunft eines Unternehmens ausschlag- 
gebend? Begründen Sie Ihre Meinung. 

7. Vergleichen Sie unternehmerische Strategien von früher und heute. Gibt es Unterschiede 
und/oder Gemeinsamkeiten? Erläutern Sie das anhand von Beispielen. 

Schule und Ausbildung 

8. Berichten Sie über das Schulsystem in Ihrem Heimatland. Welche Rolle spielt in Ihren 
Traditionen und für Sie selbst Koedukation? 

9. Welche soziale Stellung haben Lehrer in Ihrem Heimatland? Welche Berufe haben ein 
höheres bzw. ein niedrigeres Ansehen? Begründen Sie Ihre Ausführungen. 


104 





Kapitel 5 Beschreibungen und Vergleiche 

Teil A Texte und Textarbeit 


I. Eigenschaften und Verhaltensweisen 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 



Krieg der Geschwister 


Der eine, ein Mann von fanatischer Fröm- 
migkeit, weihte sein Leben Gott und der 
Obrigkeit. Schon als Teenager übte er sich 
in Pflichtbewusstsein und Sittenstrenge. 
Nichts la g ihm ferner als Frivolität oder 
un gezügelte Lebensfreude. Der andere, 
ein Spötter und Freigeist, zeigte weder vor 
weltlichen noch vor geistigen Autoritäten 
Respekt. Elf Monate saß er in der Bastil- 
le, zeitlebens attackierte er mit Witz die 
katholische Kirche. Mit dem ungleichen 
Geschwisterpaar Armand und Fran?ois 
Arouet, Francois wurde bekannt unter dem 
Schriftstellemamen Voltaire, beschäftigen 
sich Historiker und Psychologen seit mehr 
als zwei Jahrhunderten. 

Frank Sulloway, Wissenschaftler am MIT 
(Massachusetts Institute of Technology), 
glaubt das Rätsel gelöst zu haben. Schon 
in der Kinderstube, heißt es, hätten sich die 
feindlichen Geschwister konsequent ausein- 
ander entwickelt. Im erbitterten, lebenslang 
fortgesetzten Widerstand gegen Armand, 
den Erstgeborenen, sei der kleine Francois 
nach und nach zu dem großen Voltaire 
herangereift. 

Der Wissenschaftler untersuchte anhand 
von 10 000 Lebensläufen aus 500 Jahren den 
Einfluss des Ranges in der Geburtenfolge auf 
die Charakterentwicklung des Menschen. 
Nichts, so ist das eindeutige Ergebnis der 
Untersuchungen des ein gefleischten Dar- 
winisten, prägt den menschlichen Charakter 
ähnlich nachhaltig wie das stets von Riva- 
lität bestimmte Verhältnis zu den eigenen 
Geschwistern. 


Wie die Jungen im Tierreich, für die der 
Kampf um elterliche Fürsorge oft über Leben 
und Tod entscheidet, so streiten auch die 
Menschenkinder um die Gunst der Alten, 
wobei sich Erstgeborene und Nachzüg- 
ler unterschiedlicher Methoden bedienen. 


Erstgeborene entwickeln nach der Ankunft 
von Geschwistern, begünstigt durch den Al- 
tersvorsprung, ein autoritäres Machtgehabe . 
Da sie, einst im Alleinbesitz der Elternliebe, 
nun mit Jüngeren konkurrieren müssen, 
neigen sie zu Eifersucht, Rachegelüsten und 
plötzlichen Gewaltausbrüchen, entwickeln 


105 





Kapitel 5-A 


Beschreibungen und Vergleiche 


aber gleichzeitig Eigenschaften wie Disziplin 
und Verantwortungsbewusstsein. 

Spät geborene müssen im Wettstreit um 
die Zuwendung der Eltern Talente entfal- 
ten, mit denen die älteren Geschwister bis 
dahin nicht aufwarten konnten. Das macht 
sie kreativ und geneigt, sich stets auf neue 
Experimente einzulassen. Dabei bleiben sie 
meist freundlich und friedlich, denn als die 
körperlich schwächsten in der Familie haben 
sie gelernt, gewaltsame Konfrontationen 
zu meiden. Sie ziehen Kompromisse vor 


und tendieren im Streit zum persönlichen 
Ausgleich. Andererseits entwickeln sie einen 
hoch empfindlichen Gerechtigkeitssinn, 
der sie leicht in die Rebellion treibt und zu 
sanften Widerständlem macht, die sich vor 
allem in der Politik nicht selten zwischen 
den Fronten wieder finden. 

Ein Rüstungswettlauf der Evolution tobt 
also im Schoß der Familie und die jeweils 
angewandte Taktik im Geschwisterkampf 
modelliert und festigt das Persönlich- 
keitsprofil. 


Aus: Der SPIEGEL (gekürzt) 


2. Fassen Sie den Inhalt des Textes mit eigenen Worten zusammen. 

3 . Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

* 1. übte sich in 

2. nichts lag ihm ferner 

3. un gezügelte Lebensfreude 

4. eingefleischter Darwinist 

5. prä gt den Charakter 

6. Machtgehabe 

7. mit etwas aufwarten 

4 . Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen 

1 erbitterten, lebenslang fortgesetzten Widerstand Armand, den Erstgebo- 
renen, sei der kleine Fran?ois nach und nach dem großen Voltaire herangereift. 

2. Wie die Jungen Tierreich, die der Kampf elterliche Fürsorge oft 

Leben und Tod entscheidet, so streiten auch die Menschenkinder die 

Gunst der Alten, wobei sich Erstgeborene und Nachzügler unterschiedlicher Methoden 
bedienen. 

3. Sie ziehen Kompromisse vor und tendieren Streit persönlichen Aus- 

gleich. 

5. Ergänzen Sie die fehlenden Verben 

1 . Schon als Teenager er sich in Pflichtbewusstsein und Sittenstrenge. 

2. Nichts ihm ferner als Frivolität oder ungezügelte Lebensfreude. 

3. Der andere, ein Spötter und Freigeist, weder vor weltlichen noch vor geis- 

tigen Autoritäten Respekt. 

4. Erstgeborene nach der Ankunft von Geschwistern ein autoritäres Macht- 

gehabe. 


106 




Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-A 


5. Da sie, einst im Alleinbesitz der Elternlie- 
be, nun mit Jüngeren müssen, 

sie zu Eifersucht und Rache- 
gelüsten. 

6. Ein Rüstungswettlauf der Evolution 

also im Schoß der Familie 

und die jeweils angewandte Taktik im 
Geschwisterkampf das Per- 

sönlichkeitsprofil. 


6. Nehmen Sie Stellung zum Fazit des Arti- 
kels: 

„Ein Rüstungswettlauf der Evolution tobt im 
Schoß der Familie und die jeweils angewandte 
Taktik im Geschwisterkampf modelliert und 
festigt das Persönlichkeitsprofil.“ 

Begründen Sie Ihre Meinung. 

7. Wie beurteilen Sie das Ergebnis der neben- 
stehenden Umfrage unter 177 Unternehmen, 
die auf die Frage: „Welche Eigenschaften 
verbessern die Einstellungschancen junger 
Volks- und Betriebswirte?“ antworteten? 

8. Welche Eigenschaften sind in Ihrem Beruf 
wichtig? Begründen Sie Ihre Darlegungen. 

9. Erklären Sie die folgenden Verhaltensweisen 
mit Ihren eigenen Worten. 

Chef-Knigge: 

Zehn Verhaltensweisen, die Mitarbeiter bei ihren Chefs besonders nerven: 

1 . Bevormundung 

2. Geheimniskrämerei 

3. Entscheidungsschwäche 

4. Unberechenbarkeit 

5. Sprunghaftigkeit 

6. Taube Ohren 

7. Innovationsscheue 

8. Misstrauen 

9. Besserwisserei 

10. Selbstbeweihräucherung 

Freiherr von Knigge (1752-1796) stellte eine Sammlung von Verhaltensweisen zusammen, 
die später zur Norm für gutes Benehmen wurden. 

10. Nennen Sie positive Verhaltensweisen, die Ihrer Meinung nach einen guten Chef auszeich- 
nen. 


Welche Eigenschaften verbessern 
die Einstellungschancen 
junger Volks- und Betriebswirte? 


Teamrähigkeit/Kooperationsbereitschaft 

62 


87 


Mobilität 


60 


Kontakt-/Kommunikationsfahigkeit 

si 

Analytische und konzeptionelle Fähigkeiten 

so 

Eigeninitiative 


46 


Einsatzbereitschaft/Engagement 

mammmmmmmm 46 

Persönlichkeitsbild/Selbstdarstellung 

42 

Kreativität/Innovationsfähigkeit 

41 

Flexibilität 

37 

Soziale Kompetenz 

■■■■■■■ 34 

Lem-/Leistungsorientierung 

■■■■■■■ 31 

Unternehmerisches Denken 

■■■■■ 25 

Sicheres Auftreten 

H 23 

Zielstrebigkeit 


107 



Kapitel 5-A 


Beschreibungen und Vergleiche 


II. Gerüche 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Wie riecht das Mittelalter? 


Strenge Gerüche strömen durch Häuser 
und Gassen, über Burghöfe und aus den 
Kammern. Das Mittelalter stinkt. Begeben 
wir uns in eine deutsche Stadt um 1400: Wer 
keine schweren Überschuhe aus Holz trägt, 
versinkt an manchen Stellen knöcheltief im 
Dreck. Die wenigsten Wege sind gepflastert. 
Da es trotz städtischer Vorschriften üblich 
ist, alles Überflüssige aus dem Fenster zu 
werfen, stapft man durch eine Brühe aus Es- 
sensresten, Unrat, menschlicher Verdauung 
und Tierkadavem. 

Eine öffentliche Reinigung oder Müllab- 
fuhr gibt es kaum. Manche Städte beschäfti- 
gen zwar Straßenreiniger, aber es sind viel zu 
wenige, um des Drecks einigermaßen Herr 
zu werden . Nur in Zeiten von Seuchen, wenn 
schlechte Luft als ansteckend gefürchtet 
ist, bemühen sich die lokalen Machthaber 
ernsthaft um Sauberkeit. Und wenn politisch 
hoher Besuch ansteht , dann werden hastig 
die Gassen gereinigt. 

Um vier Uhr morgens, im Winter etwa 
eine Stunde später, erwacht die Stadt. Bis 
nachmittags gegen drei Uhr verstopfen die 
Händler mit ihren mobilen Buden die ver- 
winkelten Straßen. Zu den Ausdünstungen 
des Unrats kommen nun neue Gerüche 
hinzu: Duftwolken von fettig-heißen Ku- 
chen, bratenden Würsten und geräuchertem 
Fleisch vermengen sich mit dem Rauch, 
den die offenen Feuer der unterschiedlichen 
Werkstätten erzeugen. Vor allem der Gestank 




Umgebung. Auch Färber verätzen die Luft 
mit dem, was sie zum Beispiel zum Beizen 
ihrer Stoffe brauchen. Die schlimmsten 
Werkstätten aber sind die Gerber . Wer hier 
vorbeigeht atmet einen üblen Geruch von 
Fäulnis und Verwesung ein, den die noch 
nicht entfetteten und enthaarten Tierhäute 
verströmen. Die Ratsherren vieler mittelal- 


terlicher Städte beschließen daher, die Gerber 
an den Stadtrand zu drängen - obwohl deren 
Gewerbe eigentlich hoch geachtet ist. 

Auch in den Häusern ist man schutzlos. 
Es gibt kein Fensterglas, manche Öffnungen 
sind mit Lumpen oder ölgetränktem Papier 
verkleidet, andere gar nicht. Wie es in den 
Wohnhäusern selbst riecht, ist eine Frage des 
Standes und der Pflege. In den Randgebieten 
stinkt es ärger als in der Innenstadt, weil 
am Rande die ärmsten Leute wohnen. Ihre 
Häuser sind oft modrig und feucht; Menschen 
und Tiere leben in denselben Räumen. 

Selbst bei einem mittelalterlichen Mittag- 
essen wären heutige Nasen überfordert. Da 


es keine Kühlschränke gibt, sind verderbliche 
Lebensmittel häufig an der Grenze der Ge- 
nießbarkeit. Einen besseren Magen als wir 
haben die Menschen aber nicht. Deshalb 
müssen sie sich vor wirklich verdorbenem 
Fisch oder Fleisch hüten. Die Ärmeren 



108 






Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-A 


können ihre Gerichte nur mit Kräutern 
verfeinern. Wer es sich aber leisten kann, 
schüttet teure Gewürze auf die Teller, ohne 
Rücksicht auf den Geschmack zu nehmen. 
Pfeffer, Zimt, Gewürznelken, Muskat, Ing- 
wer, Kalmus, Zucker, Safran - die Mischung 
der Zutaten scheint beliebig, solange es 
nur reichlich von jedem ist. Selbst als Zwi- 
schenmahlzeit gibt es „Gewürzpulver“, eine 
Mischung aus Pfeffer und Zucker, geröstet 
mit Brot. 

Angesichts der vielen intensiven Gerüche 
spielt der eigene Körpergeruch keine beson- 
dere Rolle mehr . Es gibt zwar im Mittelalter 
Badehäuser, aber nicht jeder besucht sie. 
Gegen Ende des Mittelalters gerät Wasser 
sogar in Verdacht , durch die Poren der Haut 
in den Körper zu dringen und ihm dadurch 
zu schaden. Jetzt badet praktisch niemand 
mehr. Ansonsten gilt deijenige als sauber, 
der saubere Kleidung trägt. Man glaubt, sie 
überdecke nicht nur den Geruch, sondern 
befreie auch den Körper von jeglichem 
Schmutz. 

Manche Wohnhäuser riechen zumindest im 
Sommer erträglich, wenn es frische Blumen 


gibt und keine rußigen Feuer oder Talgkerzen 
brennen. Die Wohlhabenden besprenkeln 
ihre Zimmer mit Rosenwasser, bestreuen 
die Böden mit Thymian, Basilikum und 
Kamille, oder sie verbrennen Wacholder, 
Domstrauch und anderes aromatisches Holz. 
Sämtliche Vorhänge und Bettbezüge sind 
sorgfältig parfümiert, Kissen und Polster 
mit getrockneten Kräutern wie Waldmeis- 
ter gefüllt. Besonders reiche Hausbesitzer 
leisten sich sogar professionelle Bedufter. 
Die meisten künstlichen Gerüche wabern 1 in 
jenen Zeiten, in denen es fast allerorten nach 
Verderben riecht: während der Pestjahre. 
Dann lassen die Menschen in ihren Häusern 
Weihrauch, Wacholder, Rosmarin und Lor- 
beer durften, auch Essig und Schießpulver. 
Manche verbrennen sogar alte Schuhe, um 
den todbringenden Odem 2 der Seuche fern 
zu halten. Andere halten zum selben Zweck 
eine stinkende Ziege im Haus. Man glaubt, 
die Nase führe direkt ins Gehirn. Deswe- 
gen gelten bestimmte Geruchsstoffe in der 
mittelalterlichen Medizin als besonders 
starke Heilmittel - stärker als alles, was 
man schlucken muss. 


Aus: P. M. Perspektive 

1 wabern = sich hin und her bewegen 

2 Odem = Atem 


2. Wortschatz 

2a. Was machten die folgenden Handwerker im Mittelalter? Beschreiben Sie die Tätigkei- 
ten. 

Seifensieder 

Kürschner 

Färber 

Gerber 

2b. Erklären Sie die unterstrichenen Teile mit eigenen Worten und nehmen Sie eventuell not- 
wendige Umformungen vor. 

1. ... es sind viel zu wenige Stadtreiniger, um des Drecks einigermaßen Herr zu werden 


2. ... wenn politisch hoher Besuch ansteht 


109 




Kapitel 5-A 


Beschreibungen und Vergleiche 


3. ... obwohl deren Gewerbe eigentlich hoch geachtet ist 

4. Selbst bei einem mittelalterlichen Mittagessen wären heutige Nasen überfordert . 

5. ... müssen sie sich vor wirklich verdorbenem Fisch oder Fleisch hüten 


6. ... spielt der eigene Körpergeruch keine besondere Rolle mehr 


7. ... gerät Wasser sogar in Verdacht 


3. Beantworten Sie die Fragen zum Text kurz mit eigenen Worten. 

1 . Was verursacht im Mittelalter den Gestank? 


2. Welche Maßnahmen ergreift die Stadt dagegen und was sind die Anlässe dafür? 


3. Wie riecht es in den Häusern? 


4. Welche Rolle spielen Kräuter und Gewürze? 


5. Was verstand man im Mittelalter unter Körperhygiene? 


4. Sammeln Sie Wörter (aus dem Text und nach eigenem Wissen). 

Pfeffer. 


Gewürze/ 

UAXüb 

Kräuter 


110 














Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-A 


5. Rekonstruieren Sie den Text. Ergänzen Sie die fehlenden Endungen. 

Streng Gerüche strömen durch Häuser und Gassen. Begeben wir uns in ein deutsch 

Stadt um 1400: Wer kein schwer..... Überschuhe aus Holz trägt, versinkt an manch 

Stellen knöcheltief im Dreck, da es trotz städtisch Vorschriften üblich ist, all Überflüs- 
sig aus dem Fenster zu werfen. Ein öffentlich Reinigung gibt es kaum. Manch 

mittelalterlich Städte beschäftigen zwar Straßenreiniger, aber es sind viel zu wenige. 

Nur in Zeiten von Seuchen und wenn politisch hoh Besuch ansteht, bemühen sich d 

lokal Machthaber ernsthaft um Sauberkeit. 

Zu den Ausdünstungen des Unrats kommen nun neu Gerüche hinzu: Duftwolken von 

fettig-heiß Kuchen, bratend Würsten und geräuchert Fleisch vermengen sich 

mit dem Rauch, den d offen Feuer d unterschiedlich Werkstätten erzeugen. 

Vor allem aber d schrecklich Gestank der Gerber belästigt die Umgebung. Die Rats- 
herren viel mittelalterlich Städte beschließen daher, die Gerber an d Stadtrand 

zu drängen. 

Selbst bei einfiw, mittelalterlichen. Mittagessen wären heutig Nasen überfordert. Ver- 
derblich Lebensmittel sind häufig an d Grenze der Genießbarkeit. Ein besser..... 

Magen als wir haben die Menschen aber nicht. Deshalb müssen sie sich vor wirklich 

verdorben Fisch oder Fleisch hüten. Angesichts d viel intensiv Gerüche spielt 

d eigen Körpergeruch kein besonder Rolle mehr. 

6. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

Der menschliche Geruchssinn 

Der Mensch nimmt ungefähr 350 verschiedene Duftmoleküle 

wahr. Für jeden dieser elementaren Düfte hat er ( 1 ) 

der Nase Riechzellen mit je einer eigenen Sorte (2) 

Empfängern, genannt Rezeptoren (3) Öffnen einer 

Kaffeedose zum Beispiel werden Dutzende (4) Re- 

zeptorentypen gleichzeitig gereizt, weil fast alle Aromen, die 
(5) der Natur Vorkommen, (6) vielen Ein- 
zeldüften zusammengesetzt sind. Das Gehirn registriert dann, welche Sorten (7) 

Duftmeldem gleichzeitig aktiviert werden und erzeugt die passende Geruchsvorstellung. 

Die meisten Menschen verfügen auf diese Weise (8) durchschnittlich 10.000 

Duftmuster und sind mühelos (9) der Lage, (10) einem Rotwein eine 

Note frisch gemähtes Gras herauszuschnuppem. 

7. Nehmen Sie Stellung. 

Welche Rolle spielt der Geruch in unserem heutigen Leben? Belegen Sie Ihre Ausführungen 
mit Beispielen. 



111 



Kapitel 5-A 


Beschreibungen und Vergleiche 


8. Formen Sie den Text so um, dass Sie die auf der rechten Seite angegebenen Wörter bzw. 
Hinweise in den Text einarbeiten. 


In fast allen Bereichen unseres Lebens be gegnet uns, ohne große 
Aufmerksamkeit zu erregen , ein gewisser Wohlgeruch. Wasch- 
pulver und Putzmittel sind ohne Parfümierung unvorstellbar . 
Es gibt auch schon ein eigenes Deo für die Mülltonne, die 
Spülmaschine und den Staubsauger. Seinen Ursprung genom- 
men hat dieser Trend in Frankreich, wo man sogar parfümierte 
Spülschwämme und Gummihandschuhe mit Fruchtaroma 
kaufen kann . 

Doch Deutschland holt auf. In den vergangen fünf Jahren 
konnten „Geruchsverbesserer“ einen Umsatzanstieg von einem 
Drittel verzeichnen. Das lässt die Duftstoffhersteller immer 
mutiger werden. Zur Zeit laufen beispielsweise Experimente 
mit Gummischuhsohlen, die beim Auftreten feinen Ledergeruch 
fr ei s etz en . 

Duft als Marketinginstrument, diese Idee gewinnt immer mehr 
Anhäng er. Eine Marketingprofessorin der Universität Dresden 
fand heraus , dass man mit angenehmen Gerüchen in Geschäften 
nicht nur die Verweildauer der Kunden, sondern auch den Um- 
satz steigern kann. Diese Erkenntnis nutzen viele Unternehmen. 
Allein im deutschsprachigen Raum sind in 10 000 Hotels und 
Geschäften Duftsäulen zu finden . Doch eine Welt, in der Plastik 
nach Leder und Mülltonne nach Limone riecht, ist nicht ohne 
Gefahren. Eine Studie im Jahr 2000 zeigte, dass rund drei Prozent 
der Bundesbürger allergisch auf Duftstoffe reagieren . Das sind 
do ppelt so viele Fälle wie 1990. 


unbemerkt ein- 
schleichen 
man 

selbst, verfügen 
ursprünglich 


geben 

ansteigen 

Grund 

Mut 

(Partizipialattribut) 


Beliebtheit 

Untersuchungen 

sowohl 

zunutze 

ausgestattet 
lauem auch 

Allergien auslösen 
Anzahl 


Unser Buchtipp : 


Das Parfüm 

Jean-Baptiste Grenouille wird 
1738 als unehelicher Sohn ei- 
ner Fischverkäuferin geboren; 
er überlebt den versuchten 
Kindsmord seiner Mutter und 
das entbehrungsreiche Leben 
als Kostkind sowie die Zeit als 
Hilfskraft bei einem Gerber, wo 
er lebensgefährliche Arbeiten 
verrichten muss. Ausgestattet mit 
einem absoluten Geruchssinn, ist 
er selbst jedoch ohne Geruch: 
„Sie konnten ihn nicht riechen. 



Patrick 
Süskinri 
Das Parfüm 


iHel.rsrhUlUr 
rinn l/rln/m 

Düifrnes 


Sie hatten Angst vor ihm.“ Als 
Mensch ohne Geruch zum Außen- 
seiter verurteilt, erschließt er sich 
die Welt mit Hilfe von Gerüchen 
und Düften, die er förmlich in 
sich aufsaugt. Um sein Ziel zu 
erreichen, der größte Parfumeur 
der Welt zu werden, schreckt er 
vor nichts zurück. Eines Tages 
folgt Grenouille über mehrere Pa- 
riser Stadtviertel dem Duft eines 
jungen schönen Mädchens, den er 
unbedingt besitzen will ... 


Von Patrick Süßkind. Diogenes Verlag Zürich. ISBN 3-257-22800-7. 


112 





Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-A 


III. Lyrik im Immobilienteil 


1. Sie suchen eine Wohnung/ein Haus und finden Objekte mit folgenden Beschreibungen/ 
Hinweisen in einer Zeitungsanzeige bzw. im Internet: 


1. seriöses Umfeld 

2. zentrale Lage 

3. lebhafte Umgebung 

4. wenige Autominuten von der City 

5. unberührte Natur 


6. stilvolles und jugendliches Ambiente 

7. Nähe Stadtpark 

8. gut erhalten 

9. individuelle Bauweise 

10. experimenteller Wohnungsbau 


Welche Informationen würden Sie als positiv/neutral oder negativ interpretieren? Begrün- 
den Sie Ihre Aussagen. 


2. Lesen Sie den folgenden Text. 


„Immobilienpoesie“ 


Immobilienangebote, Lieblingslektüre des 
Erfolgsmenschen, seien mit höchster Vor- 
sicht zu genießen , denn ihr Wahrheitsgehalt 
sei äußerst zweifelhaft - das stellte der in 
Düsseldorf ansässige Zentralverband der 
Deutschen Haus-, Wohnungs-, und Grund- 
stückseigentümer (Haus und 
Grund Deutschland) fest. 

Wer in Deutschland ein Haus 
kaufen will, muss sich in die 
Geheimsprache der Immobili- 
enpoesie einarbeiten, die oft nur 
für Fachleute, nicht aber für Laien 
verständlich ist. Die Gesellschaft 
hat deshalb ein Wörterbuch mit 
dem Titel . .Augen auf beim 
Hauskauf ‘ herausgegeben, um potenziellen 
Käufern zum Verständnis des Werbejargons 
zu verhelfen. So muss man z. B. „seriöses 
Umfeld“ mit „ totes Bankviertel“ übersetzen, 
„zentrale Lage“ mit „laut und schmutzig“ 
und „lebhafte Umgebung“ bedeutet, das 
Schlaf erst im Morgengrauen möglich 
ist. „Wenige Autominuten von der City“ 
besagt nichts anderes als „Stadtrandlage 
ohne Bahn- und Busanbindung“ und bei 


„in unberührter Natur“ wohnt man gar auf 
dem „Ackerland“. Aber das ist noch längst 
nicht alles. Zur Lage der Wohnung oder des 
Hauses gibt es noch „stilvolles jugendliches 
Ambiente“, was ein Kneipenviertel verheißt 
und „Nähe Stadtpark“ ist die Gegend, die 
selbst Mitglieder des örtlichen 
Boxklubs nach Einbruch der Dun- 
kelheit meiden. 

Auch bei der Immobilie selbst ist 
Achtsamkeit geboten. „Gut erhal- 
ten“ darf man mit renovierungsbe- 
dürftig gleichsetzen, , .individuelle 
Bauweise“ bezeichnet einen ver- 
korksten Wohnungszuschnitt, was 
nur noch vom „experimentellen 
Wohnungsbau“ übertroffen wird , wohinter 
sich regelmäßig eine Planungskatastrophe 
verbirgt. Mutigen, die sich nach dieser 
Lektüre doch noch für den Erwerb eines 
Eigenheims interessieren sollten, wird 
empfohlen, das in Betracht gezogene Objekt 
nur bei schlechtem Wetter zu besichtigen, 
denn bei gutem Wetter haben die meisten 
Menschen auch gute Laune und sind daher 
weniger kritisch. 



3. Fassen Sie den Text mit eigenen Worten zusammen. 

4. Berichten Sie über Immobilienangebote und deren Erwerb in Ihrem Heimatland. 


113 




Kapitel 5-A 


Beschreibungen und Vergleiche 


5. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. etwas mit höchster Vorsicht genießen 

2. Augen auf beim Hauskauf 

3. verheißen 

4. verkorkster Wohnungszuschnitt 

5. übertroffen werden 

6. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 . Immobilienangebote sind mit höchster Vorsicht zu 

2. Auch bei der Immobilie selbst ist Achtsamkeit 

3. „Gut erhalten“ darf man mit renovierungsbedürftig „individuelle Bauweise“ 

einen verkorksten Wohnungszuschnitt. 

4. Hinter „experimenteller Wohnungsbau“ sich regelmäßig eine Planungska- 

tastrophe. 

5. Mutigen wird das in Betracht gezogene Objekt nur bei schlechtem Wetter 

zu 

7. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . Laie - Geheimsprache - Immobilienpoesie - erst - mühsam - einarbeiten - müssen 


2. Wohnviertel - Mitglieder - Boxverein - Einbruch - Dunkelheit - selbst - meiden - ge- 
ben - es 


3. wenn - jemand - Kauf - Haus - Betracht ■ ziehen - er - es - genau ansehen - soll- 
ten 


8. Was bedeuten die folgenden Abkürzungen in den Mietwohnungsanzeigen? 


München/Schwabing: großz., komf. 
4 Zi.-AB-Whg„ 113 m 2 , mit EBK, 
Parkett, Stuckdecken, frei ab Sept., 
MM EUR 1350 - inkl. NK, exkl. ZH, 
Prov. 2 MM 


München/Grünau: ruh. 2-Zi-Whg., 
EG, 100 m 2 , Gart., Bj. 1992; Wohn- 
küche, gehob. Ausstatt., FbH, Mar- 
morboden, TG, MM 1240,- + NK, 
prov. frei 


1. großz.: 

2. komf.: 

3. 4 Zi.: 

4. AB-Whg.: 

5. EBK: 

6. MM: 

7. NK: 

8. ZH: 

9. EG: 

10. Gart.: 

11. Bj.: 

12. Prov.: 

13. gehob. Ausstatt.: 

14. FbH: 

15. TG: 


114 







Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-A 


9 . Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen und die Endungen der Artikel. 

(1) einer Umfrage der Norddeutschen Landesbank sehnen sich 80 Prozent der 

Deutschen (2) einem eigenen frei stehenden Einfamilienhaus (3) al- 
lem junge Leute zieht es raus (4) Land. Sie kehren nur (5) Arbeit oder 

(6) Theaterbesuch (7) d.... Städte zurück. 

Oft werden (8) die Landflucht finanzielle Gründe angegeben, schließlich sind die 

Mieten und Immobilienpreise (9) d.... Innenstädten höher. Doch Berechnungen 

des Naturschutzbundes (10) kommt (1 1) dem Strich bestenfalls Null her- 
aus, egal ob man fünf oder 20 Kilometer (12) der Stadtgrenze wohnt. Außerdem 

unterschätzen viele, dass der Werte verfall einer Immobilie (13) d.... Land häufig 

höher ist als (14) d.... Stadt - eine Gefahr, die (15) d.... nächsten Jahren 

(16) sinkender Bevölkerungszahl wachsen wird. Wenn beide Partner arbeiten, sind 

Familien oft (17) einen Zweitwagen angewiesen, was die finanziellen Belastungen 

wieder (18) d.... Höhe treibt. 

Das Häuschen (19) Grünen garantiert nicht einmal die ersehnte Ruhe, denn jedes 

wachsende Dorf möchte am liebsten seinen eigenen Autobahnanschluss, damit die Bewohner 
(20) Arbeiten schneller (21) d.... Städten sind. 


10 . Beschreiben Sie Ihre Traumstadt (einschließlich Lage, Infrastruktur, Menschen, Architektur) 
und Ihre Traumwohnung/Ihr Traumhaus. 


115 





Kapitel 5-A 


Beschreibungen und Vergleiche 


IV. Bauhaus und Design 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 

Bauhaus und Design 

Das 1919 von Walter Gropius gegründete noch moderne Tradition des Bauhauses 

Bauhaus war eine Hochschule für Ge- anschloss. Das Wort Design begann sich 

staltung, die sich mit allen Bereichen des damals auch im deutschen Sprachraum 
menschlichen Bedarfs auseinander setzte, durchzusetzen, zunächst nur für technische 
Das betraf industrielle Serien-Produkte des Industrieprodukte und erst später in dem 
Alltags ebenso wie Architektur, Vorstellungen heute gebräuchlichen breiten Bedeutungs- 
von zeitgemäßer Bekleidung und Wohnen Spektrum. 

und schließlich die Darstellung in Grafik und Die Auffassungen vom „richtigen Ver- 
Fotografie, die Gestaltung der Medien. ständnis“ des Designs haben sich bis zum 

Im Bauhaus wird heute oft der Ursprung heutigen Tag sehr differenziert entwickelt: 

einer ausschließlich technisch-rationalen, Von streng sachlicher Gestaltung bei inno- 
„funktionalistischen“ Gestaltung gesehen, vativen Produkten bis zu verspielten Formen 
doch die Bauhäusler waren keine in sich der Selbstdarstellung im persönlichen Be- 
ge'schlossenen Gruppe mit einheitlichen Vor- reich sind alle Varianten denkbar und legitim 
Stellungen von „richtiger Form“ und „richti- geworden. Design ist so vielfältig wie die 
gern Inhalt“ - sie wirkten vielmehr in einer Vorstellung der Menschen vom Richtigen 
sehr lebendigen Experimentierwerkstatt, und Wichtigen. 

in der Ansätze zu fast allen heute gängigen Als Mitarbeiter in einem Team kann 
Design-Vorstellungen entwickelt wurden, sich der Designer naturgemäß nicht nur 
Die unmittelbare Auseinandersetzung mit auf subjektive Gefühle verlassen. Er muss 
den Tendenzen der bildenden Künste tat dazu sich mit technischen und wirtschaftlichen 
das Ihre: Wassily Kandinsky, Paul Klee und Rahmenbedingungen auseinander setzen, 
andere waren Bauhaus- Lehrer. Mehr Freiheit des Spiels hat er bei Produkten, 

1933 kam, wie für viele andere Kunst- die für den persönlichen Bereich bestimmt 
richtungen, auch das Ende das Bauhauses, sind. Hier kann er Gestaltungsexperimente 
Freiheit des Denkens entsprach nicht riskieren, die schon eher dem Bereich der 
dem totalen Gestaltungsanspruch und der bildenden Kunst zuzuordnen sind. Und 
programmatischen Selbstdarstellung des mit der zunehmenden Normierung und 
Nationalsozialismus. Walter Gropius und Nivellierung technischer Standards wächst 
andere gingen in die Emigration und wirkten ein Bedürfnis nach ungewöhnlichem und 
am New Bauhaus in Chicago. exzentrischem Design. Was früher in der 

1955 wurde in Ulm die Hochschule für Schublade blieb , wirbt heute für Ideenreich- 
Gestaltung gegründet, die an die durchaus tum und Originalität. 

Aus: Kulturelles Leben in der BRD 

2. Fassen Sie den Text mit eigenen Worten zusammen. 

3. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. heute gängige Design- Vorstellungen 

2. zunächst 

3. legitim geworden 

4. Entwürfe, die in der Schublade blieben 


116 




Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-A 


4 . Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1 . Das 1919 Gropius gegründete Bauhaus war eine Hochschule Gesamtgestal- 
tung, die sich allen Bereichen des menschlichen Bedarfs auseinander setzte. 

2. Die Bauhäusler waren keine sich geschlossene Gruppe einheitlichen 

Vorstellungen .richtiger Form“ und , .richtigem Inhalt“. 

3. Sie wirkten in einer Experimentier- Werkstatt, der Ansätze allen gängigen 

Design- Vorstellungen entwickelt wurden. 

4. Die 1955 gegründete Hochschule schloss die noch moderne Tradition des Bau- 

hauses an. 

5. Die Auffassungen „richtigen Verständnis“ des Designs haben sich heutigen 

Tag differenziert entwickelt: streng sachlicher Gestaltung innovativen 

Produkten verspielten Formen der Selbstdarstellung persönlichen Be- 

reich. 

6. Als Mitarbeiter einem Team kann sich der Designer nicht nur subjektive 

Gefühle verlassen. 

7 der zunehmenden Normierung technischer Standards wächst ein Bedürfnis 

exzentrischem Design. 

8. Was früher der Schublade blieb, wirbt heute Ideenreichtum und Origina- 

lität. 


5. Finden Sie Antonyme. 

1. üppige Ausstattung Ausstattung 

2. moderne Möbel Möbel 

3. origineller Entwurf Entwurf 

4. schreiende Farben Farben 

5. schlichte Kleidung Kleidung 

6. verspielte Formen Formen 


6. Bilden Sie aus den unterstrichenen Satzteilen Relativsätze. 

1 . Das 1919 von Gropius gegründete Bauhaus war eine Hochschule für Gestaltung. 


2. Die Bauhäusler waren keine in sich geschlossene Gruppe. 


3. Dort wurden Ansätze zu fast allen heute gängigen Design- Vorstellungen entwickelt. 


7. Verkürzen Sie die Sätze, indem Sie die Relativsätze in Partizipialkonstruktionen umfor- 
men. 

1 . Die Hochschule für Gestaltung, die 1955 in Ulm gegründet wurde , schloss an die noch 
moderne Tradition des Bauhauses an. 


17 








Kapitel 5-A 


Beschreibungen und Vergleiche 


2. Das Wort Design setzte sich in dem breiten Bedeutungsspektrum durch, das heute 
gebräuchlich ist . 


3. Mehr Gestaltungsfreiheit hat der Designer bei Produkten, die für den persönlichen 
Bereich bestimmt sind . 


V. Eine Bildbeschreibung 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Peter Härtling: Für Ottla (Auszug) 

Vor einigen Wochen hängte ich an der 
Stirnwand meines Zimmers ein Bild auf, 
das ich seit mehr als einem Jahr besitze und 
das ständig vor Augen zu haben ich mich 
scheute . Es ist ein schlichtes, in aller Ruhe 
nachzuerzählendes Blatt. Als Vorlage diente 
ihm ein Foto, das der Wuppertaler Maler 
Gerd Aretz lithografisch vergrößerte, in seiner 
gespannten Mitteilungskraft verstärkte. Die 
Fotografie kannte ich seit langem. Ich habe 
mich vor ihr ein wenig gefürchtet. Sie hörte 
nie auf zu reden. Und es war- ich bin mir 
nicht sicher, ob Sie dieses Paradoxon begrei- 
fen -das Reden von Stummen. 

Auf dem Bild stellen sich zwei Personen 
einem unbekannten Fotografen, ein junger 
Mann und eine junge Frau. Er hält sich etwas 
im Hintergrund, lässig und heiter. Es scheint, 
als halte er in einem Glücksmoment inne, 
dem er nicht trauen kann. Vielleicht hat er 
sich für den Fotografen so nobel gekleidet, 
mit einem gut geschnittenen Anzug und 
einer Weste, vielleicht ist der Anlass für die 
Aufnahme ein häusliches Fest gewesen. Sie 
gingen, als das Licht günstig war, kurz nach 
draußen. 

Der junge Herr lehnt sich, seine Über- 
legenheit betonend, gegen eine Säule am 
Portal. Da er aber groß und mager ist, gerät 
die souveräne Attitüde etwas unbeholfen . 
Einen halben Schritt vor ihm steht die 
junge Frau. Sie trägt, festlich wie er, ein 


1 beredt = ausdrucksvoll/viel sagend 


knöchellanges, weites, schwarzes Kleid, 
das am Hals von einem weißen Kragen ge- 
fasst ist. Der Fotograf hat sie mehr gesehen 
als ihn. Und zu Recht. Ihn wird, wie den 
nachträglichen Betrachter, die ungefügte 
Würde dieses Geschöpfs gerührt haben. Man 
schaut in das Gesicht eines Mädchens und 
weiß, wie es altem wird. Das Lächeln wird 
sich eingraben, die noch zarten Schatten 
werden neben Falten stehen. Doch nicht 
ihres Gesichts wegen zieht das Mädchen die 
Aufmerksamkeit so nachdrücklich auf sich. 

Es ist ihre Haltung. Und diese wiederum 
wird beredt 1 in den Armen, genau gesagt: 
in den Unterarmen, die von den Ärmeln frei 
sind. Sie wirken sonderbar entblößt, schwer. 
Die Hände sind geöffnet und man hat den 
Eindruck, sie erwarteten, von Nägeln oder 
Domen verletzt zu werden. Es sind große, 
arbeitskundige Hände; als tüchtige Hände 
würde man sie beschreiben, gäben sie nicht 
ihre Hilflosigkeit so preis . Da die junge 
Frau auch noch andeutungsweise nach vom 
geneigt steht, glaubt man ein unsichtbares 
Gewicht zu spüren, das sie mit unbezwing- 
barer Freundlichkeit schlepp t. 

Die beiden, die ich zu beschreiben versuche, 
sind Franz und Ottla Kafka. Aufgenommen 
wurde dieses Bild vermutlich 1914 vor dem 
Oppeltschen Haus in Prag, in dem die Familie 
Kafka wohnte. Franz war einunddreißig Jahre 
alt, Ottla zweiundzwanzig. 

Radius- Verlag, Stuttgart 


118 







Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-A 


2 . Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. sich scheuen 

2. lässig 

3. nobel gekleidet 

4. mager 

5. unbeholfen 

6. gerührt sein 

7. tüchtig 

8. etwas preisgeben 

9. schlepp en 

3. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 . Die Fotografie ich seit langem. 

2. Ich habe mich vor ihr ein wenig 

3. Als Vorlage dem Fotografen ein Foto, das der Wuppertaler Maler Gerd 

Aretz vergrößerte und in seiner Mitteilungskraft noch 

4. Auf dem Bild sich zwei Personen einem unbekannten Fotografen. 

5. Er sich etwas im Hintergrund. 

6. Es scheint, als er in einem Glücksmoment inne. 

7. Sie ein weites, schwarzes Kleid. 

8. Die Arme sonderbar entblößt, schwer. 

9. Man könnte Sie als tüchtige Hände wenn sie nicht ihre Hilflosigkeit 

preis würden. 

4. Finden Sie Antonyme zu den folgenden 
Adjektiven, die das Aussehen bzw. die 
Kleidung von Personen beschreiben. 

1 . untersetzt 

2. bieder 

3. schlampig 

4. gepflegt 

5. zierlich 

6. schön 

7. vornehm 

8. auffällig 

5. Beschreiben und interpretieren Sie das 
nebenstehende Bild oder ein Bild Ihrer 
Wahl. 



119 




Kapitel 5-B Beschreibungen und Vergleiche 



Kapitel 5 Beschreibungen und Vergleiche 

Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 


1. Attribute 


Adjektiv 

der schöne Hut 

Partizipialattribut 

der ankommende Zug 

(Partizip I: zur Bezeichnung aktiver Handlungen, Zustände oder 
Vorgänge, die meist gleichzeitig zur Haupthandlung laufen) 
der eingebaute Motor, der angekommene Zug, der aufgeregte 
Autofahrer 

(Partizip II: zur Bezeichnung passivischer Handlungen, Zustände 
und Vorgänge, bei denen das Geschehen in den meisten Fällen 
schon vergangen ist, und aktiver Handlungen bei intransitiven 
und reflexiven Verben, oft mit vorzeitiger oder abgeschlossener 
Handlung) 

Genitivattribut 

der Mantel des kleinen Mädchens 

Gerundiv 

ein ernst zu nehmender Vorwurf 
(sein + zu + Partizip I) 

Apposition 

Frau Müller, die Leiterin der Abteilung , ... 

(die Apposition steht immer im selben Kasus wie das Bezie- 
hungswort) 

Relativsatz 

Das Buch, das du mir geschenkt hast, gefällt mir sehr. 

(Das Relativpronomen richtet sich in Genus und Numerus nach 
dem Beziehungswort, im Kasus nach der Stellung im Relativsatz) 


2. Schritte für Umformungen von Relativsätzen in Partizipialattribute und umgekehrt 

Relativsatz - Partizipialattribut 
Umzuformende Sätze: 

a) Von den Kriminellen, die gestern aus der Haftanstalt geflohen sind, fehlt noch 
jede Spur. 

b) Dem Mann, der stark nach Alkohol roch, wurde der Eintritt verwehrt. 

1. Suchen Sie das Bezugswort: a) Kriminellen; b) Mann 

2. Unmittelbar vor das Bezugswort kommt das Partizip mit einer Adjektivendung. 
Beachten Sie die Handlung/den Zustand. Ist er passivisch, gleichzeitig, schon ver- 
gangen usw.? Danach wählen Sie die Form des Attributs: 

a) Partizip II: geflohen + en (vergangenes Geschehen) 

b) roch - Partizip I: riechend + en (Geschehen läuft gleichzeitig zur Haupt- 
handlung) 


120 






Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-B 


3. Streichen Sie das Relativpronomen: a) die; b) der 
und das Hilfsverb: a) sind; b) - 

4. Übernehmen Sie den Rest des Satzes unverändert: 

a) gestern aus der Haftanstalt; b) stark nach Alkohol 

Umgeformte Sätze: 

a) Von den gestern aus der Haftanstalt geflohenen Kriminellen fehlt noch jede 
Spur. 

b) Dem stark nach Alkohol riechenden Mann wurde der Eintritt verwehrt. 
(Schriftsprache) 


Partizipialattribut - Relativsatz 
Umzuformender Satz: 

Das ins Schleudern geratene Auto fuhr in den Straßengraben. 

1. Hängen Sie das Bezugswort an den bestimmten Artikel und suchen Sie das Relativ 
pronomen im richtigen Kasus (bestimmt von der Stellung im Relativsatz): 

das Auto, das (Nominativ) ... 

2. Streichen Sie die Adjektivendung des Partizips und formen Sie den Prädikatsteil, 
eventuell mit einem Hilfsverb: geraten ist 

3. Übernehmen Sie den Rest unverändert: ins Schleudern 

Umgeformter Satz: 

Das Auto, das ins Schleudern geraten ist, fuhr in den Straßengraben. 


l 

3. Vergleichssätze 

i 

Sie läuft wie eine Mondsüchtige. 

Sie läuft, als wäre/sei sie mondsüchtig 

.... als ob sie mondsüchtig wäre/sei. 


121 








Kapitel 5-C 


Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5 Beschreibungen und Vergleiche 

Teil C Übungen 


1. Adjektivendungen 

Ergänzen Sie die Endungen der Artikel, Adjektive, Partizipien und substantivierten Adjek- 
tive, wenn nötig. (Das ist eine leichte Übung zur Einstimmung.) 

Ein Dümmer finden Sie kaum! 

Aus d Unfallprotokollen deutsch Versicherungsnehmer 

1. In d Faschingszeit zerrauft sich so manch Büttenredner die Haare auf d ver- 
zweifelt Suche nach Witz und Esprit. Dabei genügte für humorvoll Anregungen 

ein Blick auf d Wirklichkeit - zum Beispiel in d Unfallprotokolle d deutsch 

Versicherungen. D folgend Formulierungen stammen aus d Briefwechseln 

von Versicherten mit ihr..... Assekuranz. 

(Büttenredner = möglichst humorvoller Redner bei einer Faschingsveranstaltung) 

2. „Beim Heimkommen fuhr ich versehentlich in ein falsch Grundstücksauffahrt 

und rammte ein Baum, der bei mir dort nicht stand.“ 

3. „Ein unsichtbar Fahrzeug kam aus dem Nichts, stieß mit mir zusammen und 

verschwand dann spurlos.“ 

4. „An d Kreuzung hatte ich ein unvorhergesehen Anfall von Farbenblind- 

heit.“ 

5. „Ich fuhr rückwärts ein steil Straße hinunter, durchbrach ein Grundstücks- 
mauer und rammte ein Baum. Ich konnte mich einfach nicht mehr erinnern, wo 

d Bremspedal angebracht war.“ 

6. ,AHe Rechnungen, die ich erhalte, bezahle ich niemals sofort. Die Rechnungen werden 

vielmehr in ein groß Trommel geschüttet, aus der ich am Anfang jed Monats 

drei Rechnungen mit verbunden Augen herausziehe. Diese Rechnungen bezahle 

ich dann sofort. Ich bitte Sie zu warten, bis d groß Los Sie getroffen hat.“ 

7. „Ihre Argumente sind wirklich schwach. Für solch faul Ausreden müssen Sie 

sich ein Dümmer suchen, aber den werden Sie kaum finden.“ 

8. „Ich habe so viel Formulare ausfüllen müssen, dass es mir bald lieber wäre, mein 

geliebt Mann wäre überhaupt nicht gestorben.“ 

Aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung 


2. Adjektivendungen 

Ergänzen Sie die Endungen der Artikel, Adjektive, Partizipien und substantivierten Adjek- 
tive. (Diese Übung ist etwas schwieriger.) 

R. K. verhaftet 

1. Während ein Feier mit viel alt Freunden anlässlich sein 50. Geburtstages 

wurde d mutmaßlich deutsch Drogenhändler R. K. von der Polizei festge- 

nommen. 

2. R. K. gilt als Geschäftspartner einig groß niederländisch Drogenhändler. 

3. Alle anwesend Polizisten durchsuchten d dreistöckig Haus, stellten 50 kg 

Heroin sicher und befragten d meist d überrascht Gäste. 


122 




Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-C 


4. Einzeln anwesend Gäste behaupteten, den Gastgeber gar nicht zu kennen. 

5. R. K. schwieg während des Verhörs, aber ein sein Freunde belastete R. K. mit 

sein zu Protokoll gegeben Aussage schwer. 

6. Mehrer..... alt Vertraut des Festgenommen wurden in d nächst Tagen 

ebenfalls von der Polizei vernommen. 

7. Nach Aussagen ein d teuerst Anwälte der Stadt sei R. K. zu Unrecht verhaftet 

worden und das Heroin auf noch ungeklärt Weise in die Wohnung d reich 

Verdächtig gelangt. 

8. In der Zwischenzeit hat die Polizei mehrer..... sicher..... Beweise gegen R. K. und die 
Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben. 

3. Genitivattribute/Adjektivendungen 

Bilden Sie mit den vorgegebenen Wörtern Sätze im Präteritum. 

0. Mantel (klein, Mädchen) - finden (Passiv) - Polizei - Nähe (Bach) 

Der Mantel des kleinen Mädchens wurde von der Polizei in der Nähe des Baches 
gefunden. 

1. Computer (japanisch, Vorgesetzter) - ersetzen (Passiv) - neueres Modell 


2. anhaltende Trockenheit - vernichten - Vegetation (ganz, Gebiet) 


3. Dieb - stehlen - Tasche (Frau Friedrich) 


4. Anzahl (tödlich, Autounfälle) - zurückgehen - letztes Jahr - drei Prozent 


5. Fischen - sein - früher - Hobby (viel, pensioniert, Beamte) 


6. Behandlung (krank, Junge) - kosten - Eltern - ein Vermögen 


7. Erfolg - sein - Ergebnis (ein, stark, Wille) 


8. militärisch, Auseinandersetzung (benachbart, Staaten) - bedeuten - Gefährdung 
(Weltfrieden) 


9. Glas (klar, Wasser) - helfen - Peter - Kopfschmerzen 


10. Empfang (französisch, Botschafter) - verlaufen - ohne befürchtet - Zwischenfälle 


1 1 . bisher unbekannt - Fotografien (berühmt, Komponist) - finden (Passiv) - sein Nachlass 


1 2. Entwurf (heute, anerkannt, Architekt) - keine Beachtung finden - damalig, Ausschrei- 
bung 


123 













Kapitel 5-C 


Beschreibungen und Vergleiche 


4. Bildung des Partizip I 

Bilden Sie Sätze mit einem Partizipialattribut. 

0. Einbrecher - (schlafen) Wachmann - überraschen 

Die Einbrecher überraschten den schlafenden Wachmann. 

1 . er - (ankommen) Zug - warten 


2. Herr Meier - (in, gegenüberliegend, Wohnung, tanzen) Frau - beobachten 


3. (lärmen) Fußballfans - Kneipe - stürmen 


4. Autofahrer - (an, Straßenrand, spielen) Kinder - Acht geben - müssen 


5. Besatzung - (sinken) Schiff - verlassen 


6. (in, Schweiz, leben) Schriftsteller - Nobelpreis für Literatur - ausgezeichnet 
werden 


7. Publikum - Sänger - (anerkennen) Beifall - zollen 


8. (als Juristin, arbeiten) Ehefrau des Politikers - Rechte der Kinder - sich einsetzen 


5. Bildung des Partizip II 

Bilden Sie Sätze mit einem Partizipialattribut. 

0. (noch nicht, bezahlen) Rechnung - Papierkorb - er - schmeißen 
Er schmiss die noch nicht bezahlte Rechnung in den Papierkorb. 

1 . (stehlen) Ware - nicht versichert sein 


2. (entfliehen) Täter - jede Spur - fehlen 


3. (neu erscheinen) Buch - kürzeste Zeit - Bestseller - werden 


4. (viel, anerkennen) Wissenschaftler - Kongress - teilnehmen 


5. (von, Eis, befreien) Straßen - weniger Unfälle - letzte Tage - geben 


6. (in Moskau, aufwachsen) Künstler - erstes Mal - Berlin - gastieren 


7. (neu einbauen) Motor - Probleme - Rennwagen - verantwortlich sein 


8. (seit Jahren, suchen) Beutegeld - Banküberfall - Zürich - Polizei - sicherstellen können 


124 











Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-C 


6. Umformungen: Relativsätze - Partizipialkonstmktionen 

Formen Sie die Relativsätze in Partizipialkonstmktionen um. 

6a. 0. Der Fußballer, der vor zehn Wochen am Bein schwer verletzt wurde , kann heute 
wieder spielen. 

Der vor zehn Wochen am Bein schwer verletzte Fußballer kann heute wieder spie- 
len. 

1. Die Fehler, die während des Versuchszeitraums immer wieder auftraten , konnten 
beseitigt werden. 


2. Von den Menschen, die bei dem Lawinenunglück verschüttet wurden , hat keiner 
überlebt. 


3. Die Bedenken, die von der Gewerkschaft auf der Betriebsversammlung vorgebracht 
wurden , konnten vom Vorstand nicht vollständig ausgeräumt werden. 


4. Die Mitarbeiter, die für den Erfolg verantwortlich sind , bekamen hohe Prämien. 


5. Das Bild, das vermutlich 1 895 gemalt wurde und dann verschollen ist , kann ab heute 
im Museum Ludwig bewundert werden. 


6. Dieses Gesetz ist durch einen Beschluss, der am 7.9.2004 vom Parlament gefasst 
wurde , geändert worden. 


6b. 1. Die Kirche, die im Krieg völlig zerstört wurde , konnte dank zahlreicher Spenden 
wieder aufgebaut werden. 


2. Die Deckengemälde, die originalgetreu restauriert wurden , sind Meisterwerke des 
Barock. 


3. Auch einige Kunstwerke, die von den Alliierten vor der Vernichtung gerettet wurden , 
sind ab nächste Woche im Stadtmuseum zu bewundern. 


125 








Kapitel 5-C 


Beschreibungen und Vergleiche 


4. Der Bürgermeister der Stadt, der erst kürzlich zum dritten Mal wieder gewählt wurde , 
eröffnet die Ausstellung. 


5. Wenn man durch die Straßen läuft, die während des Krieges von Bomben verschont 
geblieben waren , bekommt man ein Gespür für den ehemaligen Glanz der Stadt. 


6. Die Wohnungen, die sich direkt im Zentrum befinden , gehörten früher reichen Kauf- 
leuten. 


7 . Die Wohnungseigentümer, die vor, während oder nach dem Krieg aus der Stadt geflohen 
sind , haben jetzt Anspruch auf ihr ehemaliges Eigentum. 


8. Mit den Musiktagen, die jedes Jahr stattfinden , erreicht dieser Sommer seinen kultu- 
rellen Höhepunkt. 


7. Bildung von Relativsätzen 

7a. Ergänzen Sie das Relativpronomen mit der richtigen Präposition. 

Das ist: 0. das Thema, über das wir gestern gesprochen haben. 

1 . eine Prüfung, ich gar keine Angst habe. 

2. eine Sache, ich mich seit langem beschäftige. 

3. eine Aufgabe, ich noch Schwierigkeiten habe. 

4. ein Projekt, ich mich sehr interessiere. 

5. ein Angebot ich abraten würde. 

6. eine Ungerechtigkeit, man sich wehren sollte. 

7. ein Argument ich nachdenken werde. 

8. eine Entscheidung, ich nicht einverstanden bin. 

Das sind: 9. Dinge ich nichts zu tun haben will. 

10. Vorschläge, ich dankbar bin. 

1 1 . Fehler, ich mich entschuldige. 

12. Witze niemand lachen kann. 

13. Freunde ich gem diskutiere. 

14. Bücher, man reden sollte. 

15. leere Versprechungen, man verzichten kann. 

16. Erfolge man nur staunen kann. 


126 



Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-C 


7b. Bilden Sie Relativsätze. 

Was ist das für ein Mann? 

0. Der Direktor geht gern mit ihm essen 

1. Die Erfindung des Mannes wurde 
eine Sensation. 

2. Alle Leute reden über seine 
Erfindung. 

3. Seine Frau ist Lehrerin. 

4. Er wurde kürzlich Abteilungsleiter. 

5. Seine Sekretärin arbeitet sehr 
gewissenhaft. 

6. Über seine Herkunft weiß niemand 
etwas. 

7. Von seiner Einsatzbereitschaft sind 
alle begeistert. 

8. Er hat eine Vorliebe für alte Autos. 

7c. Ergänzen Sie das Relativpronomen (wenn nötig mit Präposition) oder das Pronominalad- 
verb. 

0. Das ist etwas, worüber ich mir wirklich Sorgen mache. 

1 . Es gibt nichts, ich Angst habe. 

2. Das ist die Stadt, die Revolution begann. 

3. In Leipzig, die Völkerschlacht stattfand, steht heute ein Denkmal. 

4. Ich ziehe nach Frankfurt, ich schon immer wollte. 

5. Es gibt so manches man verbessern könnte. 

6. Alle, es zu kalt ist, sollten sich mit einem heißen Tee aufwärmen. 

7. Nicht alle Demonstranten wussten, eigentlich protestiert wurde. 

8. Das ist etwas, nie wieder geschehen darf. 

7d. Ergänzen Sie das personale Bezugswort derjenige, diejenige usw. vor den Relativsätzen. 

0. Diejenigen, die keine Karten haben, können leider nicht in die Vorstellung. 

1. Das sind die Fingerabdrücke der zuletzt in diesem Raum war. 

2 , der den Hauptgewinn bekommt, braucht nie wieder zu arbeiten. 

3. Ich fahre mit der mich auch wieder nach Hause bringt. 

4. Für , die die besten Leistungen haben, ist es leichter, einen Studienplatz zu 

finden. 

5 die sich nicht regelmäßig bei der Arbeitsagentur melden, kann die Unter- 

stützung gestrichen werden. 


6. Das sind die sich nach jeder Reise beschweren. 

7. Was geschieht mit die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben? 


8 die die Prüfung nicht bestanden haben, können es im Mai noch einmal 

probieren. 


Das ist der Mann, 

mit dem der Direktor gern essen geht. 


127 


Kapitel 5-C 


Beschreibungen und Vergleiche 


8. Umformung: Partizipialkonstruktionen - Relativsätze 

Formen Sie die Partizipialkonstruktionen in Relativsätze um. 

0. Die in den vorderen Teil des Gerätes eingebauten Sensoren sind sehr störanfällig. 
Die Sensoren, die in den vorderen Teil des Gerätes eingebaut worden sind, sind sehr 
störanfällig. 

1 . Die gestern von Frau Griinberg vorgetragenen Einwände sollten unbedingt Beachtung 
finden. 


2. ln dem vor wenigen Minuten auf dem Hamburger Hauptbahnhof angekommenen In- 
tercity-Zug kam es zu Auseinandersetzungen zwischen miteinander in Streit geratenen 
Fußballfans. 


3. Der von Beginn an falsch behandelte Patient erlag gestern seinem Leiden. 


4., Der erst kürzlich auf der Automobilmesse vorgestellte Wagen konnte den hohen Er- 
wartungen nicht entsprechen. 


5. Die immer wieder durch starke Regenfälle unterbrochenen Bergungsarbeiten konnten 
erst gegen Mittag fortgesetzt werden. 


6. Der von seinen Kollegen lange ein gearbeitete Mitarbeiter übernahm seinen ersten 
selbstständigen Auftrag. 


7. Das von den Europäern mitfinanzierte Raumfahrtprojekt konnte erfolgreich abge- 
schlossen werden. 


8. Die auf dem Dach des Hauses installierte Satellitenschüssel hielt dem starken Sturm 
nicht Stand. 


9. Appositionen 

Bilden Sie die Apposition zum Bezugswort. (Die Apposition steht im selben Kasus wie 
das Bezugswort.) 

0. Gestern verlas Richter Hans Kolle, (Vorsitzender - Gericht), das Urteil im Prozess 
gegen W. S. 

Gestern verlas Richter Hans Kolle, der Vorsitzende des Gerichts, das Urteil im Prozess 
gegen W. S. 


128 


Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-C 


1. Der Prozess fand in Holzkirchen, (Ort - Nähe, München), statt. 


2. Die Tat wurde von W. S., (ein Angestellter bei der Post), begangen. 


3. Der Angeklagte sprach vor der Verhandlung noch einmal mit Frau Lange, (seine An- 
wältin). 


4. Nach Aussagen des Bruders, (Eigentümer der Apotheke am Hauptplatz), neigte der 
Beschuldigte schon als Kind zum Diebstahl. 


5. Die bestohlenen Opfer, (ganz normal, Bürger), können nicht mit einer Entschädigung 
rechnen. 


6. Die Post will nach Aussage ihres Anwalts, (der erfolgreichste der Stadt), nicht für den 
Schaden aufkommen. 


10. Gerundiv 

10a. Notwendigkeit/Empfehlung 

Formen Sie die Sätze um und verwenden Sie das Gerundiv (sein + zu + Partizip / + Ad- 
jektivendung). 

0. Man muss/sollte diese Kritik ernst nehmen. 

Das ist eine ernst zu nehmende Kritik. 

1. Die Vorschriften müssen unbedingt beachtet werden. 

Das sind 

2. Wir sollten den Konkurrenten nicht unterschätzen. 

Das ist ein 

3. Die These muss noch bewiesen werden. 


4. Die Fragen müssen heute noch geklärt werden. 


5. Die Probleme sollten umgehend gelöst werden. 


6. Wir müssen diese Punkte auf der nächsten Sitzung besprechen. 


129 


Kapitel 5-C 


Beschreibungen und Vergleiche 


10b. Nicht-Möglichkeit 

Formen Sie die Sätze um und verwenden Sie das Gerundiv. 

0. Diese Anschuldigungen können nicht bewiesen werden. 
Das sind nicht zu beweisende Anschuldigungen. 

1 . Wir können diese Arbeitsumstände kaum mehr ertragen. 


2. Diese Vorhaben können nicht finanziert werden. 


3. Die Beschädigungen können nur schwer beseitigt werden. 


4. Diese Vorwürfe können wir nicht ernst nehmen. 


5. Wir können diese Forderungen nicht akzeptieren. 

6. Über die Beschlüsse kann nicht mehr diskutiert werden. 


11. Vergleichssätze 

Bilden Sie irreale Vergleichssätze. 

0. Er - schnell laufen // Löwe - verfolgen 

Er läuft so schnell, als ob ein Löwe ihn verfolgen würde. 

Er läuft so schnell, als würde ihn ein Löwe verfolgen. 

1 . Sie - Spanisch sprechen // Spanien - jahrelang - gelebt haben 


2. er - hart trainieren // Weltrekord - dieses Jahr noch - brechen wollen 


3. Jacke - aussehen // 100 Jahre - alt sein. 


4. Sie - ansehen - mich // mich - nicht verstanden haben 


5. sein Gang - schwer wirken // Blei - Schuhe - haben 


6. Sie - Geld - umgehen // großes Vermögen - verfügen 


12. Bildliche Vergleiche 

Ergänzen Sie die passenden Adjektive. 


0. 

weiß wie Schnee 

6 

wie ein Esel 

1. 


7 

wie ein Mäuschen 

2. 

wie ein Pfau 

8 


3. 


9 

wie ein Riese 

4. 


10 

wie der Blitz 

5. 

wie ein Aal 

11 

wie der Tod 


130 



Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5-C 


13 . Benennen Sie die Eigenschaften, die die folgenden umgangssprachlichen Redewendungen 
beschreiben. 

0. Sie arbeitet/schuftet wie ein Pferd fleißig 

1. Ihr muss man alles dreimal sagen. 

2. Bei ihr kann man vom Fußboden essen. 

3. Sie lässt ihren Freund nicht aus den Augen. 

4. Ihre Geschichten sind zum Einschlafen. 

5. Bei ihr sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa. 

6. Sie lässt dich nicht im Stich. 

7. Bei ihr weiß man immer, woran man ist. 

8. Sie gibt gern. 

9. Sie hat eine hohe Meinung von sich selbst. 

10. 10 Uhr heißt für sie 10 Uhr. 

11. Sie will hoch hinaus. 

12. Heute sagt sie „hü“ und morgen „hott“. 

14 . Finden Sie das Antonym zu den angebenden Eigenschaften. 


0 . 

1. 

ordentlich unordentlich/chaotisch 

intolerant 

7. unbeholfen 

2. 

angeberisch 

8. streitsüchtig 

3. 

verschwenderisch 

9. einfallslos 

4. 

provinziell 

10. großmäulig 

5. 

taktlos 

11. berechnend 

6. 

launisch 

12. mürrisch 


15 . Leiten Sie aus den Substantiven Adjektive auf -lieh ab und suchen Sie ein dazu passendes 
Substantiv. 

0. der Schmerz schmerzlich eine schmerzliche Erfahrung 

1. der Schaden 

2. das Kind 

3. die Krankheit 

4. der Schrecken 

5. die Dummheit 

6. das Vergessen 

7. die Bedrohung 

8. das Bild 


131 



Kapitel 5-D 


Beschreibungen und Vergleiche 


Kapitel 5 Beschreibungen und Vergleiche 

Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 


Charaktereigenschaften 

1. Welche Faktoren haben Ihrer Meinung nach Einfluss auf die charakterliche Entwicklung 
eines Menschen? Begründen Sie Ihre Meinung. 

2. Welche Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen wünschen Sie sich bei Ihren 
Arbeitskollegen? Begründen Sie Ihre Meinung. 

3. Welche Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen erwarten Sie von Ihrem/einem Chef? 
Begründen Sie Ihre Meinung. 

Architektur 

4. „Die meisten Entwürfe der modernen Architektur machen die Großstädte hässlicher und 
tragen zur Vereinsamung der Menschen bei.“ Nehmen Sie zu diesem Satz Stellung und 
belegen Sie Ihre Ausführungen mit Beispielen. 

5. . Wenn Sie Bau-Senator einer Großstadt wären, welche baulichen Projekte würden Sie fördern 

und/oder finanziell unterstützen? Wie würde die Stadt Ihrer Träume aussehen? Begründen 
Sie Ihre Darlegungen. 

Design und Mode 

6. Welche Bedeutung hat das Aussehen von Gebrauchsgegenständen für Sie? Welche Aspekte 
sollte ein Designer beim Entwerfen von Gebrauchsgütem beachten? 

7. Nicht nur Jugendliche, sondern auch viele Erwachsene geben für modische Kleidung sehr 
viel Geld aus. Worin liegen Ihrer Meinung nach die Ursachen dafür und wie beurteilen Sie 
diese Entwicklung? 


132 



Gehörtes und Gesagtes Kapitel 6-A 


Kapitel 6 Gehörtes und Gesagtes 

Teil A Texte und Textarbeit 


I. Störfall Kommunikation 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Störfall Kommunikation 

Kommunikation ist ein Grundbedürfnis des 
Menschen. Und zwar ein relativ elemen- 
tares: Nichts geht ohne Kommunikation. 
Kommunikation hilft, Entscheidungen zu 
fällen, Konflikte zu lösen, Probleme dar- 
zustellen, beschafft Informationen, sorgt 
für Entspannung, macht Wissen verfügbar, 
baut Überzeugungen auf. Und: Kommu- 
nikation bildet Gesellschaften und hält sie 
zusammen. 

„Man kann nicht nicht kommunizie- 
ren“- dieser Satz von Paul Watzlawick 
gehört wahrscheinlich zu den am häufigsten 
zitierten und berühmtesten Lehrsätzen der 
Kommunikationswissenschaft. Der Grund: 
Er beschreibt in einem Satz 
die zentrale Bedeutung von 
Kommunikation. Ob mündlich 
oder schriftlich, symbolisch, 
nonverbal, absichtlich, spon- 
tan, unbewusst oder passiv: 
Kommunikation bestimmt 
unser Leben. Selbst wenn 
wir „nichts tun“, kommuni- 
zieren wir, sei es durch einen 
Gesichtsausdruck oder eine 
Körperhaltung. Auf die Uhr 
zu schauen ist daher ebenso 
Kommunikation wie schwei- 
gend an seinem Vorgesetzten 
vorbeizugehen. 

Zudem ist korrekte Sprachanwendung 
keineswegs ein Garant für erfolgreiche 
Kommunikation. Sprachliche Zeichen ver- 
weisen nicht eindeutig auf Bedeutungen 


oder Vorstellungen. Auch der Beziehungs- 
aspekt zwischen Sender und Empfänger 
spielt in der Kommunikation eine wichtige 
Rolle, sowohl in hierarchischer als auch in 
emotionaler Hinsicht. 

Wenn Kommunikation nicht eine Hürde 
unzähliger Voraussetzungen überspringt, 
können daraus Missverständnisse, Fehl- 
interpretationen, Streit und Spannungen 
resultieren. In Betrieben zum Beispiel sind 
Expertenschätzungen zufolge 70 Prozent 
aller Fehler am Arbeitsplatz auf man- 
gelnde Kommunikation zurückzuführen. 
Offensichtlich wird zwar fleißig in die 
Verbesserung der Kommunikationstechnik 


investiert, wie rentabel und erfolgreich 
diese Investitionen jedoch sind, das scheint 
jedoch wegen eines fehlenden Bewusstseins 
für die Schwierigkeiten effektiver Kom- 
munikation in den Hintergrund zu treten. 







Kapitel 6-A 


Gehörtes und Gesagtes 


Die Gesprächspartner müssen (neben der 
Sprachbeherrschung) lernen: 

O Gesprächsbereitschaft und Aufrichtigkeit 
mitzubringen, 

O die in einer bestimmten Situation von 
bestimmten Personen erwartete Kom- 
munikation richtig einzuschätzen, 

O die Sozialstruktur von Situationen be- 
rücksichtigen zu können, d. h. Anrede 
und Höflichkeitsformen handzuhaben 
und Gesprächsanteile richtig zu verteilen 
(z.B. zwischen Chef und Untergebe- 
nem), 


O ein zutreffendes Bild von dem jeweiligen 
Gesprächspartner anzufertigen, um sein 
Wissen, seine Interessen, seine Gefühls- 
lagen und Motive abschätzen zu können 
(z. B. bei einem Verkaufsgespräch, einer 
Beratung und einem Mitarbeiterge- 
spräch). 

Das setzt die Breitschaft voraus, über 
Kommunikation nachzudenken, seine ei- 
genen Fehler zu erkennen und zu versu- 
chen, sie zu reduzieren oder gar abzustel- 
len. 


Aus: ManagerSeminare 


2. Fassen Sie den Text mit eigenen Worten zusammen. 

3. Berichten Sie über eigene Erfahrungen in gut funktionierender oder missglückter Kommu- 
nikation. Sind Ihrer Meinung nach in dem Text alle für eine erfolgreiche Kommunikation 
zu beachtenden Voraussetzungen genannt worden? Wenn nicht, ergänzen Sie den Text und 
belegen Sie Ihre Ergänzungen mit Beispielen. 

4. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1 . Informationen beschaffen 

2. zudem 

3. verweisen 

4. Hürde 

5. rentabel 

6. Auf rich tigkeit 

7. Höflichkeitsformen handhaben 

8. ein zutreffendes Bild 

5. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1. Nichts ohne Kommunikation. 

2. Kommunikation hilft, Entscheidungen zu Konflikte zu Proble- 
me beschafft Informationen für Entspannung, macht Wissen 

verfügbar, Überzeugungen auf. 

3. Kommunikation bildet Gesellschaften und sie zusammen. 

4. Sprachliche Zeichen nicht eindeutig auf Bedeutungen oder Vorstellun- 

gen. 

5. Auch der Beziehungsaspekt zwischen Sender und Empfänger eine wichtige 

Rolle. 

6. Wenn Kommunikation nicht eine Hürde unzähliger Voraussetzungen 

können daraus Missverständnisse 


134 




Gehörtes und Gesagtes 


Kapitel 6-A 


7. Die Gesprächspartner müssen lernen, die erwartete Kommunikation richtig , 

Anrede und Höflichkeitsformen und sich ein zutreffendes Bild von dem 

jeweiligen Gesprächspartner 

8. Das die Bereitschaft voraus, über Kommunikation seine eigenen 

Fehler 

6. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1. Korrekte Sprachanwendung ist keineswegs ein Garant erfolgreiche Kommuni- 

kation. 

2 die Uhr zu schauen ist ebenso Kommunikation wie schweigend seinem 

Vorgesetzten vorbeizugehen. 

3 Betrieben Beispiel sind Expertenschätzungen 70 Prozent aller Fehler 

Arbeitsplatz mangelnde Kommunikation zurückzuführen. 

7. Erklären Sie die folgenden Wendungen mit eigenen/anderen Worten. 

1. Er lässt mit sich reden. : 

2. Er redet immer mit Händen und Füßen 

3. Du hast leicht reden. 

4. Reden und Tun ist zweierlei. 

5. Von einer Sache viel Redens machen 

II. Tipps zur erfolgreichen Kommunikation 

1. Lesen Sie die folgenden Tipps zur Kommunikation und äußern Sie (mündlich oder schrift- 
lich) Ihre Meinung dazu. Belegen Sie Ihre Ausführungen auch mit Beispielen. 


Typische Fallen: Wann Kommunikation misslingt 

1 . Der Gesprächspartner ist unaufmerksam, unkonzentriert und durch Lärm, Stress 
o. ä. abgelenkt. 

2 . Ihr Gesprächspartner hat eine vor gefasste Meinung, denkt in Stereotypen und hegt 
Vorurteile. 

3 . Man findet keine „gemeinsame“ Sprache, da Alter-, Geschlechts- und Mentali- 
tätsunterschiede, unterschiedliche soziale wie geografische Herkunft, Bildung, 
Persönlichkeit, Wertvorstellungen und ein anderer Lebensstil eine Annäherung 
unwahrscheinlich machen und ein gegenseitiges Aufeinandereingehen verhin- 
dern. 

4. Man ist dem Gesprächspartner gleichgültig und das, was man sagt, interessiert ihn 
nicht. 

5 . Dem Gesprächspartner fehlen Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit zum aktiven 
Zuhören. 


135 



Elf kommunikative Todsünden für das Berufsleben 


2 . Bewerten 

Vermeiden Sie globale, respektlos vorgetragene Pauschalurteile ! Spezifizieren Sie 
statt dessen Ihr Lob und Ihren Tadel und begründen Sie Ihre Bewertung. 

2 . Trösten 

Mitleid suggerierende Bemerkungen vermitteln schnell den Eindruck von Über- 
heblichkeit. Vermeiden Sie Klischees und Beschwichtigungen . 

3 . Etikettieren oder einer „Schublade“ zuweisen 

Spielen Sie nicht den Hobby-Psychologen, der andere zu deuten versucht. 

Ironische Bemerkungen machen 

Ironie kann die Gefühle anderer verletzen und damit ein offenes Gespräch verhin- 
dern. 

5 . Übertriebene oder unangebrachte Fragen stellen 

Quetschen Sie Ihre Mitmenschen nicht aus . Wenn Sie etwas wissen müssen, fragen 
Sie nach, ob Sie fragen dürfen. Zeigen Sie durch Blickkontakt oder Körpersprache, 
dass Sie zuhören. 

6 . Befehlen 

Drücken Sie Ihre Botschaft so aus, dass der Mitarbeiter versteht, warum etwas 
getan oder gelassen werden soll. 

7 . Drohen 

Vermeiden Sie „Entweder-oder-Botschaften“. Drohungen provozieren regelrecht 
Widerstand. 

8 . Ungebetene Ratschläge 

Wenn jemand Ihren Rat oder Ihre Meinung hören will, dann lassen Sie ihn zuerst 
danach fragen. 

9. Vage sein 

Kommen Sie gleich zur Sache und bekennen Sie sich zu Ihren eigenen Botschaf- 
ten. 

10 . Informationen zurückhalten 

Das Zurückhalten nützlicher Informationen führt zu Machtspielen und Überheb- 
lichkeitsgefühlen. 

2 2 . Ablenkungsmanöver 

Hören Sie aktiv zu! Will ein Mitarbeiter etwas Persönliches mit Ihnen besprechen, 
zeigen Sie ihm nicht die kalte Schulter . Lenkt der Gesprächspartner bei einem 
persönlichen Gespräch auf ein oberflächliches Thema, zwingen Sie ihn nicht zu 
einem tieferen Gespräch. 

Aus: ManagerSeminare 


136 



Gehörtes und Gesagtes 


Kapitel 6-A 


2. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. vor gefasste Meinung 

2. gleichgültig 

3. Pauschalurteile 

4. Beschwichtigungen 

5. deuten 

6. jmdn. ausquetschen 

7. vage sein 

8. gleich zur Sache kommen 

9. jmdm. die kalte Schulter zeigen 

3. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 Sie Pauschalurteile. 

2. Mitleid suggerierende Bemerkungen den Eindruck von Überheblichkeit. 

3 Sie nicht den Hobby-Psychologen. 

4. Ironie kann die Gefühle des anderen 

5 Sie durch Blickkontakt oder Körpersprache, dass Sie zuhören. 

6 Sie Ihre Botschaft so aus, dass der Mitarbeiter versteht, warum etwas getan 

werden soll. 

7. Drohungen regelrecht Widerstand. 

8 Sie gleich zur Sache. 

9. Das Zurückhalten nützlicher Informationen zu Machtspielen und Über- 

heblichkeitsgefühlen. 

10 der Gesprächspartner bei einem persönlichen Gespräch auf ein oberfläch- 

liches Thema, zwingen Sie ihn nicht zu einem tieferen Gespräch. 

4. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . Beziehungsaspekt - Sender - Empfänger - wichtig, Kommunikation - Rolle - spie- 
len 


2. Großteil - Fehler - Berufsleben - mangelhaft, Kommunikation - zurückführen - las- 
sen 


3. Betriebsführung - Wert - Weiterbildung - alle, Mitarbeiter- Bereich - Kommunika- 
tion - legen - sollten 


4. Training - kommunikativ, Fähigkeiten - Entwicklung - Persönlichkeit - miteinan- 
der - eng - verbunden 


5. wenn aber - Mitarbeiter - nicht - ihr, kommunikativ, Verhalten - konstant - arbei- 
ten- Fortbildungsmaßnahmen - unwirksam - erweisen 


137 








Kapitel 6-A 


Gehörtes und Gesagtes 


III. Zeitungen 

1. Welche Ansprüche stellen Sie an eine Zeitung? Beschreiben Sie Ihre Wunschzeitung. 
Denken Sie dabei z. B. an: Inhalte, Bilder, Verhältnis Text-Bild, Werbung, Zeitenzahl, 
grafische Gestaltung, Format, Preis, Leserkreis. 

2. Lesen Sie den folgenden Text. 

Was macht Zeitungen bei Lesern erfolgreich? 

Junge Leute lieben Videoclips. Deshalb kön- wenn die Zeitung anschließend Übersicht- 
neman sie nur für das Medium Tageszeitung licher und geordneter ist, das Schriftbild 
gewinnen, wenn die Themen kleinteilig eher „luftig“ wirkt und die Texte maßvoll 
und bunt aufgemacht werden. Diese unter mit Fotos und Grafiken illustriert werden. 
Verlegern weit verbreitete Ansicht ist falsch. Die Erweiterung des Service-Angebots hatte 
„Für uns war die größte Überraschung, dass keine höhere Nachfrage zur Folge, schadete 
gerade junge Leute sehr viel stärker inhalts- aber auch nicht, 
orientiert lesen als ältere“ betont Prof. 

Schönbach aus Hannover, der im Auf- 
trag des Bundesverbandes Deutscher 
Zeitungsverleger untersuchte, wie die 
Leser auf neue Inhalte und gewandeltes 
Zeitungsdesign reagieren. 

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass 
viele Tageszeitungen heute übersichtli- 
cher sind als noch vor zehn Jahren, im 
Schriftbild klarer und mehr Rubriken 
wie Fotos oder Grafiken enthalten. Sie 
sind umfangreicher geworden, insbe- 
sondere durch mehr Sonderseiten, mehr 
Lokales , mehr Service, mehr längere 
Beiträge und mehr Leserbriefe. Der 
Anteil an Unterhaltung (Infotainment) 
jedoch ist, entgegen den Erwartungen, 
gleich geblieben. Strikt abgelehnt wird 
die Unterhaltung sogar außerhalb der 
Gemischten Seiten, denn das Privat- 
leben von Prominenten im Politikteil 

wirkt unseriös und damit abschreckend auf Von einer Zeitung erwartet das Publikum 
die Leser. vor allem eine Vielfalt im täglichen Angebot 

Bestätigt wurde die Erkenntnis, dass es und Information und Einordnung, wobei 
relativ einfach ist, bereits gewonnene Leser auch längere Artikel durchaus willkommen 
enger an die Zeitung zu binden, während es sind. 

sich als sehr schwierig erwiesen hat, neue Die Leser trennen ihre Ansprüche an 
Leser zu gewinnen. Zeitungen und z. B. an das Fernsehen sehr 

Layout- Verbesserungen z. B. haben nur genau, weshalb auch für junge Leute Video- 
dann messbare Auflagenerfolge gebracht, clip-Optik nicht in die Zeitung gehört. 

Aus: Handelsblatt 



138 




Gehörtes und Gesagtes 


Kapitel 6-A 


3. Fassen Sie den Inhalt des Textes mit eigenen Worten zusammen. 

4. Erläutern Sie die Statistik auf Seite 138. 

5. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. eine Zeitung wird auf gemacht 

2. es gibt mehr Lokales 

3. strikt 

4. sich erweisen 

5. maßvoll 

6. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1 . Kennen Sie eine oder mehrere der in der Statistik aufgeführten Zeitungen/Zeitschriften? 
Wenn ja, dann beschreiben Sie bitte Ihren Eindruck von dieser Zeitung/Zeitschrift. 

2. Berichten Sie über Zeitungen und Zeitschriften in Ihrem Heimatland. 

3. Welche Bedingungen müsste eine Zeitung erfüllen, die Sie gerne regelmäßig lesen 
würden? 

7. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1. Diese Verlegern weit verbreitete Ansicht ist falsch. 

2. Prof. Schönbach Hannover untersuchte Auftrag des Bundesverbandes 

Deutscher Zeitungsverleger, wie die Leser neue Inhalte und gewandeltes Zei- 

tungsdesign reagieren. 

3. Der Anteil Unterhaltung jedoch ist, den Erwartungen, gleich geblieben. 

4. Unterhaltung wird der Gemischten Seiten abgelehnt, denn das Privatleben 

Prominenten Politikteil wirkt unseriös und damit abschreckend die Le- 

ser. 

5 einer Zeitung erwartet das Publikum allem eine Vielfalt täglichen 

Angebot. 

8. Bilden Sie aus den angegebenen Wörtern Sätze. 

1 . übersichtlich, Design - vielfältig, Angebot - Zeitungen - Leser - und - erfolgreich - 
machen 


2. Erweiterung - Service- Angebot - kein, höher, Nachfrage - Folge - haben 


3. Leser - Ansprüche - Zeitungen - Fernsehen - und - trennen 


9. Wie schätzen Sie die Zukunft der Zeitungen ein? Was sind Ihrer Meinung nach Vorteile, 
was Nachteile gegenüber den anderen Medien? 


139 


Kapitel 6-A Gehörtes und Gesagtes 

10. Formen Sie den Text so um, dass Sie die auf der rechten Seite angegebenen Wörter bzw. 
Hinweise in den Text einarbeiten. 

Krisenstimmung 
sinken 

zurückgehen 
entwickeln 
vermeiden 

Suche 
Idee 

(Nebensatz) 
schwarze Zahlen 

einschlagen 
(Relativsatz) 

Verlust 
(Nebensatz) 
Interesse 
Titel 

(Relativsatz) 
Möglichkeit 
Ziel 

ansprechen 


11. Suchen Sie aus den Präfixen ab-, an-, auf-, aus-, be-, bei-, durch-, ein-, nach-, über-, um-, 
unter-, vor-, weg-, zer- diejenigen heraus, die sich mit lesen kombinieren lassen, und finden 
Sie ein passendes Substantiv oder eine passende Wendung. 

ablesen eine Rede ablesen 



12. Erklären Sie die Bedeutungen des Wortes lesen mit eigenen/anderen Worten. 

1 . Der Lektor liest den Roman Korrektur. 

2. Der Priester liest die Messe. 

3. Der Professor liest über Goethe 

4. Er las es in ihren Augen. 

5. Die Trauben werden von Hand gelesen 


Es kriselt im Zeitungsgeschäft. Seit einem Zwischenhoch durch 
die Wiedervereinigung verlieren die Zeitungen in Deutschland 
an Auflage. Auch die Zahl der einzeln erscheinenden Blätter hat 
sich deutlich verringert . Die Strategien gegen das Zeitungssterben 
fallen sehr unterschiedlich aus . 

So manche Zeitung flüchtete vor dem Konkurs zu einem Geld- 
geber des bisher bekämpften politischen Lagers. Andere, wie 
die „Süddeutsche Zeitung“, suchen neue Einnahmequellen: 
Die Geschäftsführer der SZ wollen 50 Millionen Euro durch 


erwirtschaften. Damit sollen bei der SZ in Zukunft die Finanz- 
löcher gestopft werden . 

Einen ganz anderen Weg geht die „Lausitzer Rundschau“ in 
Cottbus. Durch die in der Region herrschende Arbeitslosigkeit 
haben die Zeitungsmacher 50 000 Exemplare Auflage verloren . 
Nach der Erkenntnis , dass keiner eine Zeitung machen kann, die 
für 14- bis 94-Jährige gleichermaßen interessant ist , erscheinen 
jetzt zwei Zeitungen. Eine davon heißt „20 Cent“. In dem für 
Jugendliche entwickelten Blatt können sich zum Beispiel Singles 
auf einer Doppelseite vorstellen. 

Die Zeitschrift „Die Welt“ setzt auf Verschlankung. Sie will 
in einem kleineren Format, gekürzt auf 32 Seiten, eine mobile 
Leserschaft für sich gewinnen , die mit weniger Lesestoff zu- 
frieden ist. 


140 




Gehörtes und Gesagtes 


Kapitel 6-A 


IV. Lesen und fernsehen 

1. Beschreiben und interpretieren Sie die Karikatur von Luis Murschetz. 



Luis Murschetz: „Bücherwürmer" 


2. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1 . Wie wichtig ist Lesen für Sie? Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen? Berichten 
Sie darüber. 

2. Welche Bücher lesen Sie am liebsten? Berichten Sie über das Buch, was Ihnen am 
meisten Freude bereitet hat oder was Sie am meisten beeindruckt hat. 

3. Lesen oder/und fernsehen? Wann lesen Sie lieber, wann sehen Sie lieber fern und 
warum? 

4. Was halten Sie von verfilmten Romanen? Begründen Sie Ihre Meinung anhand von 
Beispielen. 

5. In den letzten Jahren hat das „Hörbuch“ eine ständig wachsende Anhängerzahl ge- 
funden. Was immer man sucht, ob Roman oder Gedicht, Drama oder Novelle, Krimi 
oder Sciencefiction, Kindergeschichte oder Fantasy: das Angebot umfasst sämtliche 
Gattungen und Sparten. Wie ist Ihre Auffassung über Hörbücher? 

3. Vermuten Sie. 

1 . Wie lange sehen die Menschen in Ihrem Heimatland durchschnittlich fem? 

2. In welcher Region wird am meisten femgesehen? 

3. Wer sieht am meisten fem? (Kinder/Schüler/Männer im Alter von .../Frauen im Alter 
von ... usw.) 


141 


Kapitel 6-A 


Gehörtes und Gesagtes 


Lesen Sie den folgenden Text. 


Sehen, was kommt 

Fernsehen ist die wichtigste Freizeitbe- 
schäftigung der Deutschen. Drei Stunden 
und 23 Minuten sehen sie fern, so die 
neueste Untersuchung der Gesellschaft 
flir Konsumforschung. Und drei Stunden 
und 23 Minuten sind nur der Durchschnitt. 

Selbst die Bayern, Schlusslicht 

in der Statistik, gucken täglich [ ^ — - 
fast drei Stunden in die Röhre . I r ” 
In Sachsen-Anhalt meint man I 1 
dagegen, erst vier Stunden und \ 1 ^ 
acht Minuten seien genug. Rund \ 

1 500 Stunden kommen so jähr- V l 
lieh zusammen. Das entspricht JT 

188 Arbeitstagen zu acht Stun- /vt 
den oder auch zwei Monaten TV yji 

nonstop. Jahr für Jahr. f \ M l 

Seit der Einführung des Pri- j \ M 
vatfemsehens ist der tägliche \ \\/ 
Femsehkonsum der Erwachsenen I ’ ' 

um 68 Prozent gestiegen. Nicht die 
Kinder, sondern wir Erwachsenen sind die 
Gaffer der Nation. Der durchschnittliche 
Tageskonsum erhöht sich mit dem Alter - von 
94 Minuten bei den Drei- bis 13-Jährigen 
auf 262 bei den über 50-Jährigen. 

Zum bisherigen Klischee des Dauerzu- 
schauers gehört der beidarmig tätowierte 
Mann mittleren Alters, der im Jogginganzug 
vorm Fernseher sitzt und jede Hoffnung 
auf einen Arbeitsplatz aufgegeben hat. Ein 
wüstes Klischee, das es allerdings nicht gäbe, 
wäre da nicht irgendetwas dran. Tatsächlich 


wird in der Unterschicht überdurchschnittlich 
viel femgesehen. Und: Je höher die Arbeits- 
losigkeit in einem Bundesland, desto höher 
ist dort der Femsehkonsum. Die Arbeitslosig- 
keit ist aber nur ein Indikator für die gesamte 
wirtschaftliche Lage. Es müsste also heißen: 

■ Je schlechter die Leute gestellt 

» \ sind und je größer die allgemeine 

~"j\ Verunsicherung ist, desto mehr 

* wird femgesehen. Zumal aktive 

Freizeitgestaltung heutzutage oft 
y ein teurer Spaß ist. ln einem Land, 
in dem die Familienkarte für den 
Tierpark 41 Euro kostet und drei 
Stunden Schwimmen mit Kind 
/ \ 7,10 Euro, entscheiden sich viele, 

/ I N. zu Hause zu bleiben. Und dort lockt 
' \ I das Fernsehen. 

/rM Der typische TV-Junkie trägt aber 

' ' keine Tattoos mehr, sondern Falten- 

rock und Dauerwelle. Er ist tendenziell 
weiblich und lebt in Ostdeutschland. Und 
vor allem ist er eins: über 65 Jahre alt. Es 
ist die Lebensphase, in der die Menschen 
weder durch Erwerbsarbeit noch durch 
intensiven Familienkontakt eingebunden 
sind. Frauen über 65 sehen täglich fast 
fünf Stunden Fernsehen. Doch bereits die 
Gesamtheit der über 50-Jährigen hebt den 
Durchschnittswert kräftig nach oben. Nicht 
einmal eine Jugendsendung wie Bravo-TV 
im ZDF schreckt sie ab - über die Hälfte 
der Zuschauer ist älter als 50. 


5. Fassen Sie den Text mit eigenen Worten zusammen. 


Aus: Die ZEIT 


6. Erklären Sie die unterstrichenen Teile mit eigenen Worten und nehmen Sie notwendige 
Umformungen vor. 

1 . Selbst die Bayern, Schlusslicht in der Statistik, gucken täglich fast drei Stunden in die 
Röhre . 

2. Der durchschnittliche Tageskonsum erhöht sich mit dem Alter. 


142 





Gehörtes und Gesagtes 


Kapitel 6-A 


3. Ein Klischee, das es allerdings nicht gäbe, wäre da nicht irgendetwas dran . 


4. Zumal aktive Freizeitgestaltung heutzutage oft ein teurer Spaß ist . 


5. Nicht einmal eine Jugendsendung schreckt die über 50-Jährigen ab, den Fernseher 
einzuschalten. 


7. Vergleichen Sie die Angaben aus Deutschland mit Ihren Vermutungen über Ihr Heimat- 
land. 

8. Wörter sammeln 

Suchen Sie aus dem Text alle Wörter und Wendungen, die mit Fernsehen zu tun haben, 
heraus und beurteilen Sie, welche nur in der Umgangssprache verwendet werden können. 
Erweitern Sie die Übersicht durch weitere Wörter, die Sie kennen. 

Standardsprache: 


Umgangssprache: 


9. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

(1) den Bayern, die drei Stunden täglich femsehen, meint man (2) Sachsen- 

Anhalt, erst vier Stunden und acht Minuten seien genug (3) der Einführung des 

Privatfemsehens ist der tägliche Femsehkonsum der Erwachsenen (4) 68 Prozent 

gestiegen. Die durchschnittliche Femsehzeit erhöht sich (5) dem Alter (6) 

262 Minuten (7) den (8) 50-Jährigen. 

Das bisherige Klischee des Dauerzuschauers (9) tätowierten Mann, der (10) 

Jogginganzug (11) Fernseher sitzt und jede Hoffnung (12) einen Ar- 

beitsplatz aufgegeben hat, muss berichtigt werden. Der typische TV-Junkie ist nämlich 

tendenziell weiblich, lebt (13) Ostdeutschland und ist (14) 65 Jahre alt. 

Es ist die Lebensphase, ( 1 5) der die Menschen weder ( 1 6) Erwerbsarbeit 

noch (17) intensiven Familienkontakt eingebunden sind. 

10 . Berichten Sie über eins der folgenden Themen. 

1 . Berichten Sie über Ihr eigenes Femsehverhalten, Ihre Lieblingssendung und Sendungen, 
die Sie überhaupt nicht mögen. 

2. Stellen Sie Ihr ideales Fernsehprogramm zusammen und begründen Sie Ihre Aus- 
wahl. 

3. Hat Ihrer Meinung nach der hohe Anteil von Gewaltszenen im Femsehen Einfluss auf 
das menschliche Verhalten und den Umgang der Menschen miteinander? Begründen 
Sie Ihre Meinung. 


143 






Kapitel 6-A 


Gehörtes und Gesagtes 


11. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . viele Jugendliche - ganz, Nachmittag - Fernseher - sitzen 


2. Kinderprogramme - hoch, Anteil - Gewaltszenen - selbst - aufweisen 


3. Gewaltverherrlichung - Fernsehen - Hemmschwelle - Jugendliche - aktiv, Gewalt- 
ausübung - senken - können 


4. Staat - Maßnahmen - Einschränkung - Gewaltszenen - Jugendprogramme - ergrei- 
fen - sollten 


5. Einschaltquoten - Gestaltung - Programme - groß, Einfluss - ausüben 


12. Ergänzen Sie die fehlenden Verben zum Wortfeld sehen: bestaunen - glotzen - mustern - 
entdecken - beobachten - betrachten - besichtigen - blinzeln. 

1. Der Dieb wurde beim Einbruch aus einer gegenüberliegenden Wohnung 

2. Im Vorbeigehen er die blonde Frau. 

3. Er das Bild länger als eine halbe Stunde. 

4. Sie können das Haus morgen von 15.00 bis 17.00 Uhr 

5 nicht andauernd in den Fernseher! 

6. Die Sonne schien ihm direkt ins Gesicht, so dass er musste. 

7. Sie den neuen Diamantring ihrer Freundin. 

8. Bei näherem Hinsehen er auf dem Bild den Hauch eines Schattens. 

13. Finden Sie für die zusammengesetzten Verben mit -sehen Synonyme. 

1 . Dieses schlechte Resultat war bei seiner 

Faulheit abzusehen . 

2. Ich werde mich nach einer anderen 

Arbeit umsehen . 

3. Er hat es nicht mit Absicht gemacht, 

du solltest ihm das nachsehen . 

4. Wenn man sich das Bild genau ansieht . 

fällt einem die besondere Maltechnik auf. 

5. Die Anwälte kamen, um die Akten 

einzusehen . 

6. Warum kannst du nicht einsehen . 

dass das nicht richtig war? 

7. Der Weg ist gefährlich, du musst dich 

vorsehen . 

8. Den Tippfehler habe ich leider 

übersehen . 


144 







Gehörtes und Gesagtes Kapitel 6-B 


Kapitel 6 Gehörtes und Gesagtes 

Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 


1. Möglichkeiten der Wiedergabe von fremden Meinungen, Gerüchten, Gehörtem und Ge- 
sagtem 


Das wörtliche Zitat 

Der Politiker sagte : „Diese Entscheidung ist notwendig und wird zu einer Verbesserung 
auf dem Arbeitsmarkt führen.“ 

Die indirekte Wiedergabe 

a) Der Politiker sagte, dass diese Entscheidung notwendig ist und zu einer Verbesse- 
rung auf dem Arbeitsmarkt führen wird . 

Indikativ (Abstand des Sprechers zur Aussage ist gering.) 

b) Der Politiker sagte, dass diese Entscheidung notwendig sei und zu einer Verbesse- 
rung auf dem Arbeitsmarkt führen werde . 

Konjunktiv I (neutralste Form der Wiedergabe) 

c) Der Politiker sagte, dass diese Entscheidung notwendig wäre und zu einer Verbesse- 
rung auf dem Arbeitsmarkt führen würde . 

Konjunktiv II (Abstand zur Aussage ist am größten) 

Möglichkeiten der Einleitung: 

- Der Politiker sagte, meinte, erklärte, teilte mit ... 

- Der Politiker vertritt die Ansicht/Auffassung/Meinung ... 

- Entsprechend/laut Ansicht/Meinung des Politikers ... 

- Seiner Aussage zufolge/nach ... 

Modalverben sollen und wollen (siehe Kapitel 3) 

Sollen und wollen verwendet man oft für die Wiedergabe von Gehörtem/Gelesenem oder 
von Gerüchten. Der Abstand zur Aussage ist groß, bei wollen sehr groß. 

- In den Nachrichten habe ich gehört, dass die Preise durchschnittlich um 2 % steigen. 

O Die Preise sollen durchschnittlich um 2 % steigen. 

- Mein Nachbar behauptet: „Ich habe den Krach nicht gehört.“ 

O Mein Nachbar will den Krach nicht gehört haben, (aber ich glaube es ihm nicht) 


2. Bildung des Konjunktiv I 


Konjunktiv I 

= Präsensstamm + Konjunktivendung (-e, -est, 

-e, -en, -et, -eri) 

Achtung! 

Ist die Form des Konjunktiv I mit der Form des Indikativ identisch, wird 
sie durch die Konjunktiv II-Form ersetzt. 

z. 

B. haben 

werden 

sein (Sonderform) 

ich 

hab-e (hätte) 

werd-e (würde) 

sei 

du 

hab-est 

werd-est 

sei(e)st 

er/sie/es 

hab-e 

werd-e 

sei 

wir 

hab-en (hätten) 

werd-en (würden) 

seien 

ihr 

hab-et 

werd-et (würdet) 

seiet 

sie/Sie 

hab-en (hätten) 

werd-en (würden) 

seien 


145 








Kapitel 6-B Gehörtes und Gesagtes 


Vergangenheit: (es gibt nur eine 

Vergangenheitsform ) 

Aktiv 

Passiv 

Er sagte. 

Er sagte. 

Hans sei schon gegangen. 

der Fehler sei sofort verbessert worden. 

Hans habe nicht danach gefragt. 

der Motor habe nicht mehr repariert werden können. 


3. Wiedergabe einer Frage 


a) 

„Warum kommst du nicht?“ 

„Warum bist du nicht gekommen?“ 


Erfragte, 

& Erfragte, 

Ind. 

warum ich nicht komme. 

warum ich nicht gekommen bin. 

KI 

warum ich nicht (komme) käme. 

warum ich nicht gekommen sei. 

KU 

warum ich nicht käme. 

warum ich nicht gekommen wäre. 

b) 

„Willst du etwas trinken?“ 



< > Erfragte, 


Ind. 

ob ich etwas trinken will. 


KI 

ob ich etwas trinken wolle. 


KU 

ob ich etwas trinken wollte. 



4. Wiedergabe einer Aufforderung 

„Rufe mich bitte so schnell wie möglich an!“ 

^ Er sagte, 

Ind. ich soll ihn so schnell wie möglich anrufen. 

K I ich solle/möge ihn so schnell wie möglich anrufen. 
K II ich sollte ihn so schnell wie möglich anrufen. 


5. Möglichkeiten der Umschreibung der direkten Rede 

Man kann Sprechakte auch mit Hilfe eines Verbs umschreiben: 

Er sagte: „Guten Tag, Frau Müller. Herzlich willkommen in unserer Firma.“ 
<=> Er begrüßte Frau Müller in der Firma. 

Sie sagte: „Herr Nachbar, könnten Sie bitte ihre Musik etwas leiser stellen?“ 
O Sie bat den Nachbarn darum, seine Musik etwas leiser zu stellen. 


6. Hinweise zur Verwendung des Konjunktiv I/II als indirekte Rede im Aufsatz 

Man kommt im Aufsatz, vor allem bei literarischen Themen, nicht umhin, Meinungen 
bestimmter Personen und Gesagtes wiederzugeben. Diese Meinungen und Aussagen 
kann man sehr gut mit Hilfe des Konjunktivs kennzeichnen. Achten Sie beim Schreiben 
auf Schlüsselwörter wie: er sagte, behauptete, dachte, war der Meinung, bildete sich 
ein, glaubte, ... 

Genau das, was er/sie dachte, sagte usw. setzen Sie in den Konjunktiv I oder II, danach 
schreiben Sie im Indikativ weiter. 

Z. B.: Edgar glaubte, dass Charlie ihn liebe/lieben würde . 

Edgar war der Meinung, mit Erwachsenen könne/könnte man nicht richtig reden. 


146 











Gehörtes und Gesagtes 


Kapitel 6-C 


Kapitel 6 Gehörtes und Gesagtes 

Teil C Übungen 


1. Geben Sie die Sätze des Ministers in der indirekten Rede wieder. 

0. „Die Arbeitslosigkeit wird in den nächsten Jahren halbiert.“ 

Den Aussagen des Ministers zufolge werde die Arbeitslosigkeit in den nächsten Jahren 
halbiert. 

1 . „Eine Steuerreform ist notwendig und muss deshalb innerhalb kürzester Zeit durch- 
geführt werden.“ 


2. „Ein Ausbau der europäischen Zusammenarbeit ist die Grundlage weiteren Wachs- 
tums.“ 


3. „Die Bekämpfung der organisierten Kriminalität hat in Europa einen besonderen 
Stellenwert.“ 


4. „Untersuchungen darüber wurden vor kurzem in Auftrag gegeben.“ 


5. „Zur Entspannung der Lage auf dem Arbeitsmarkt müssen auch die Unternehmen 
umdenken.“ 


2. Geben Sie die Aufforderungen in der indirekten Rede wieder. 
Der Chef sagte zu seiner Sekretärin: 

0. „Bitte beantworten Sie die Anfrage sofort.“ 

Er sagte, sie solle die Anfrage sofort beantworten. 

1. „Vereinbaren Sie für mich bitte einen Termin mit Dr. Kurz.“ 


2. „Bringen Sie die Briefe bitte gleich zur Post.“ 

3. „Erinnern Sie bitte die Transportfirma an die Einhaltung des Liefertermins.“ 


4. „Informieren Sie die Kunden über die Preisänderung.“ 

5. „Rufen Sie bitte meine Frau an und sagen Sie ihr, dass ich heute später komme.“ 


147 













Kapitel 6-C 


Gehörtes und Gesagtes 


3. Geben Sie die Fragen in der indirekten Rede wieder. 

0. Marie - Klaus: „Warum kommst du nie pünktlich?“ 

Marie fragte Klaus, warum er nie pünktlich komme. 

1 . Patient - Arzt: „Haben Sie die Untersuchungsergebnisse schon?“ 


2. Leser - Bibliothekar: „Kann ich die Ausleihfrist noch um zwei Wochen verlängern?“ 


3. Wähler - Politiker: „Was tun Sie konkret gegen die Arbeitslosigkeit?“ 


4. Student - Dozent: „Bis wann müssen die Arbeiten abgegeben werden?“ 


5. Lehrer - Susi und Anette: „Aus welchem Grund vergesst ihr so oft eure Hausaufga- 
ben?“ 


4. Ergänzen Sie bei den folgenden Kurznachrichten die Verben bzw. Hilfsverben in der indi- 
rekten Rede. 

Formulierungshilfe: haben - sein - werden - reduzieren - befinden - arbeiten - zwingen - 
fürchten - einschränken - gehen - liegen - ausgeben - erfüllen - erzielen - Vorbeugen - er- 
warten - machen - können - verlaufen - enthalten - dürfen - kommen - bedenken 

4a. Deutsche geben weniger Geld aus 

Das Konsumklima in Deutschland trübt sich laut Marktforschungsinstitut GFK wieder ein. 
GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst sagte vier Tage vor Veröffentlichung des neuen 
Monatberichts, er fürchte (0), die jüngste Erholung (1) nur eine vorüberge- 


hende Episode. Die Krisen bei Karstadt-Quelle und Opel (2) den Deutschen 

vor Augen geführt, dass ihre Angst vor Arbeitslosigkeit begründet (3). Im 


Schnitt (4) ein wegfallender Arbeitsplatz 150 Menschen Angst, die daraufhin 

ihren Konsum (5). 


4b. Preiskampf im Supermarkt 

Nach Aussagen des Verbandes der Einzelhändler (1) die Kaufzurückhaltung 

der Deutschen die Geschäfte dazu, ihre Preise massiv zu senken. Fleisch und Milchpro- 


dukte (2) im Moment zu Tiefstpreisen über den Ladentisch. Ein Sprecher des 

Verbandes betonte, dass man den Grund dafür nicht nur in der schlechten Wirtschaftslage 
suchen (3), sondern dass die Deutschen im Vergleich zu anderen Ländern 


ohnehin viel weniger Geld für Nahrungsmittel (4). 

4c. Deutschland und die Euro-Stabilitätskriterien 

Der Finanzminister musste heute in Brüssel eingestehen, dass Deutschland zum wieder- 
holten Mal die Euro-Stabilitätskriterien nicht (1). Es (2) eine 


148 



Gehörtes und Gesagtes 


Kapitel 6-C 


Neuverschuldung von 3,4 % erwartet, was deutlich über der in Maastricht festgelegten 
Stabilitätsgrenze (3). 

4d. Optimismus bei der Regierung 

Trotz der anhaltenden Proteste gegen die geplanten Sozialreformen hält die Regierung 
an den getroffenen Maßnahmen fest. Der Bundeswirtschaftsminister betonte, dass dies 
der einzig richtige Weg (1). Man (2) nur mit einer Umgestal- 

tung des bisherigen Systems den Schuldenberg des Staates senken und damit ein neues 

Investitionsklima schaffen. Eine Änderung der Reformen (3) nicht mehr in 

Frage. Man (4) bereits im nächsten Jahr eine deutliche Verbesserung auf dem 

Arbeitsmarkt. 

4e. Kampf gegen Raubkopien zeigt erste Erfolge 

Im Kampf gegen das Brennen und Herunterladen von Filmen hat die deutsche Filmwirtschaft 
nach eigenem Bekunden einen Etappensieg errungen. Eine starke Zunahme von Raubkopien, 
die man angesichts der sprunghaft angestiegenen Ausstattung der Verbraucher mit DVD- 

Brennem erwartet (1), (2) im ersten Halbjahr ausgeblieben, heißt 

es bei der Filmförderungsanstalt. Zwar (3) es sowohl beim Herunterladen als 

auch beim Brennen Zuwächse gegeben, diese (4) aber moderat ausgefallen, 

wenn man (5), dass die Anzahl von DVD-Brennem in deutschen Haushalten 

um 500 Prozent gestiegen (6). 

4f. Sicherheitslücken bei Ebay verunsichern Internetgemeinde 

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass durch eine Sicherheitslücke beim Internet- Aukti- 
onsportal Ebay Passwörter gestohlen werden (1). Angeblich (2) 

ein Computerspezialist die Sicherheitslücke schon vor über einem Jahr entdeckt und Ebay 

gegen Honorar Details angeboten. Außerdem, so heißt es (3) sich derzeit im 

Netz ein kleines Programm, mit dem es möglich (4), sich selbst ein positives 

Ebay-Bewertungsprofil zu schreiben. Ein Ebay- Vertreter versicherte den Kunden, dass man 

bei Ebay an den Sicherheitsmängeln (5) und dass die Mehrheit aller Ebay- 

Transaktionen zur Zufriedenheit von Käufern und Verkäufern (6). 

4g. Schokolade als neuer Schönmacher 

Schokolade macht süchtig und dick? Diese Meinung ist überholt. Wissenschaftliche Un- 
tersuchungen ergaben völlig neue Einsichten: Alles, was Schokolade oder Kakaobutter 

( 1 ), meinten die Wissenschaftler, (2) voll im Schönheitstrend. 

Der Grund dafür (3), dass die süße Versuchung Wirkstoffe (4), 

die einen hautstraffenden und feuchtigkeitsspendenden Effekt (5) und somit 

der Hautalterung (6). 


149 



Kapitel 6-C Gehörtes und Gesagtes 

5. Erzählen Sie die nachfolgende Geschichte im Konjunktiv I. 


Eine wahre Geschichte 

Der Schauspieler Manfred Krug fuhr spät 
abends nach seiner Arbeit mit der Straßen- 
bahn nach Hause. Er bezahlte die Fahrt und 
bat den Schaffner, ihn kurz vor der Halte- 
stelle, wo er aussteigen muss, zu wecken, 
damit er ein bisschen schlafen kann. 

Der Schaffner vergaß das und Manfred Krug 
wachte an der Endstation auf. Er beschloss, 
mit derselben Bahn wieder zurückzufahren. 
Da kam der Schaffner wieder und wollte 
erneut Fahrgeld kassieren. Der Schauspie- 
ler weigerte sich, denn schließlich war es 
nicht seine Schuld, dass er eine zweite 
Fahrt antreten musste. Aber der Schaffner 
bestand darauf: Fahrschein oder keine 
zweite Fahrt! 


Es kam zu einem Streit mit dem Schaffner 
und Krugs Personalien wurden festgestellt. 
Er musste die Straßenbahn verlassen und 
mitten in der Nacht zu Fuß nach Hause 
laufen. 

Nach einer Weile kamen Zahlungs- 
aufforderungen: erst waren es fünf Mark 
Strafgebühr, dann zehn, dann zwanzig, 
plus Mahnkosten, wegen Benutzung der 
Bahn ohne Fahrschein. Nachdem sich 
der Schwarzfahrer noch immer geweigert 
hatte, das Geld zu bezahlen, drohte man 
ihm mit einer Gefängnisstrafe. Selbst das 
veranlasste ihn nicht zum Nachgeben und 
ein paar Wochen später fand sich Manfred 
Krug in sauber gewaschenem Zustand, mit 
Zahnbürste, zum Absitzen seiner Strafe im 
Gefängnis ein. 


Beginnen Sie so: Ich habe letztens folgende Geschichte gehört: Der Schauspieler Manfred Krug 
sei spät abends nach seiner Arbeit mit der Straßenbahn nach Hause gefahren. Er ... 

(Die Erzählung Manfred Krugs können Sie bei Stefan Heym: Der Winter unseres Missvergnügens, 
Wilhelm Goldmann Verlag, München 1996 nachlesen.) 


6. Geben Sie die Sätze des Politikers wieder und betonen Sie Ihre Zweifel. 

0. „Leider schlief ich, als das Unglück passierte.“ 

Der Politiker will geschlafen haben, als das Unglück passierte. 

1 . „Ich wusste nichts von der Vergabe des Millionenauftrags an meinen Schwager.“ 


2. „Ich hatte keine Ahnung von dem Vorfall.“ 


3. „Ich bin dafür nicht zuständig.“ 


4. „Ich habe diesen Brief nicht unterschrieben.“ 


5. „Ich wurde über dieses Projekt erst heute Morgen informiert.“ 


150 




Gehörtes und Gesagtes 


Kapitel 6-C 


7. Geben Sie die folgenden Informationen aus den Nachrichten weiter. 

0. Das Erdbeben kostete etwa 1000 Menschen das Leben. 

Hast du schon gehört, bei dem Erdbeben sollen 1000 Menschen gestorben sein. 

1 . In dem berühmten Juweliergeschäft „Diamant“ wurde gestern zum fünften Mal ein- 
gebrochen. 


2. Das königliche Paar besuchte einen Freund im Krankenhaus. 


3. Die Feier fand nicht wie geplant im Schlossgarten, sondern in der Pauluskirche 
statt. 


4. Neugierige behinderten die Rettungsmannschaft bei der Versorgung der Unfallopfer. 


5. Morgen scheint in weiten Teilen des Landes die Sonne. 


8. Umschreibungen 

Beschreiben Sie die Äußerung des Sprechers mit Hilfe eines Verbs. 

Sie sagte: 

0. „Peter, ich gratuliere dir zu deinem Erfolg.“ 

Sie beglückwünschte Peter zu seinem Erfolg. 

1. „Du solltest dich vor Haustürgeschäften in Acht nehmen.“ 

Sie ihn vor Haustürgeschäften. 

2. „ Ich schlage vor, wir treffen uns am Dienstag um 13.00 Uhr.“ 

Sie mit ihm einen Termin. 

3. „Zeigen Sie mir bitte Ihren Ausweis.“ 

Sie um den Ausweis. 

4. „Nein, diesen Anzug kannst du nicht kaufen. Der steht dir nicht.“ 

Sie ihm vom Kauf des Anzugs 

5. „Nimm das blaue Hemd. Das passt zu deinem Pullover.“ 

Sie ihm das blaue Hemd. 

6. „Ich brauche deine Hilfe nicht. Ich komme auch allein zurecht.“ 

Sie seine Hilfe 

7. „Du, Michael hat angerufen. Er kommt später.“ 

Sie ihm dass Michael später kommt. 

8. „Rege dich nicht auf, Rudolf. Es wird schon alles gut werden.“ 

Sie Rudolf. 

9. „Nein, ich schaffe das heute nicht mehr. Ich mache diese Arbeit morgen.“ 

Sie ihre Arbeit auf morgen. 


151 


Kapitel 6-D 


Gehörtes und Gesagtes 


Kapitel 6 Gehörtes und Gesagtes 

Teil D Themen fiir Vortrag und Aufsatz 


Kommunikation 

1. Welchen Stellenwert hat Kommunikation in der heutigen Gesellschaft? Belegen Sie Ihre 
Ausführungen auch mit Beispielen. 

2. Beschreiben Sie die Ihrer Meinung nach häufigsten Kommunikationsfehler und geben Sie 
eventuelle Lösungsmöglichkeiten an. Belegen Sie Ihre Ausführungen auch mit Beispie- 
len. 

Zeitungen 

3. Beschreiben Sie Ihre „Idealzeitung“ und erläutern Sie, warum die von Ihnen ausgewählte 
Zusammensetzung auch für andere Menschen interessant sein könnte. 

Pressefreiheit 

4. ,Es gibt Zeitungen, die so genannte Regenbogenpresse, die sich darauf spezialisiert haben, 
Detailliertes aus dem Privatleben von Adligen, Schauspielern, Politikern oder anderen 
Personen des öffentlichen Interesses zu berichten. Wie weit darf Ihrer Meinung nach diese 
Berichterstattung gehen? Sollte der Staat die Freiheit der Presse zum Schutz der Personen 
mit bestimmten Maßnahmen einschränken? Begründen Sie Ihre Meinung. 

Lesen und Fernsehen 

5. Berichten Sie an ausgesuchten Beispielen über Literatur und Autoren Ihres Heimatlandes. 
Welche Rolle spielen Lesen und Literatur in Ihrem Land? 

6. Als Freizeitbeschäftigung hat das Fernsehen das Lesen längst überholt. Wie beurteilen Sie 
diese Entwicklung? Erläutern Sie Vor- und Nachteile beider Medien. 

7. Weltweit erweitern immer mehr Fernsehsender ihr Programm durch Sendungen wie 
„Reality-TV“, in denen Gewaltverbrechen, Unfälle oder Naturkatastrophen live in die 
Wohnzimmer übertragen werden, um ihre Einschaltquoten zu erhöhen. Wie beurteilen 
Sie diese Entwicklung und das offenkundige Interesse nicht weniger Menschen an diesen 
Sendungen? Gehen Sie auch auf Ursachen und Folgen dieser Entwicklung ein. 


152 




Aktives und Passives 


Kapitel 7-A 


Kapitel 7 Aktives und Passives 

Teil A Texte und Textarbeit 


I. Das 19. Jahrhundert 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Das 19. Jahrhundert 

Hat uns das 19. Jahrhundert heute noch et- 
was zu sagen? Können wir überhaupt noch 
Zugang zu ihm finden? 

Wer über diese Zeit nachdenkt, wird zu 
überraschenden Antworten gelangen. Es 
gibt kaum eine Phase der Geschichte, die 
so sehr mit unserem Leben, unserer Politik 
und den Einrichtungen unserer Gesellschaft 
verknüpft ist, wie das 19. Jahrhundert. Der 
Grund dafür ist einfach: An der Wende zum 
1 9. Jahrhundert begann mit der Aufklärung 
und der französischen Revolution die Moder- 
ne oder - wenn man so will - die Gegenwart. 
Mit den Revolutionen von 1830 und 1848/49, 
der Verfassungsentwicklung, der Bildung 
organisierter Parteien, der Industrialisierung 
und der Entstehung der Arbeiterbewegung, 


dem Aufkommen des Nationalismus und 
territorial gebundener Nationalstaaten sowie 
der umfassenden Erweiterung politischer 
Dimensionen zur Weltpolitik setzte sich die- 
ser Prozess der Herausbildung der Moderne 
fort. Es war eine Zeit der Erneuerung, des 
Durchbruchs neuer Ideen und Entwicklun- 
gen - ein revolutionäres Zeitalter in vielerlei 
Hinsicht, allen antirevolutionären Kräften 
und Behammgsversuchen zum Trotz. 

Und die Ergebnisse dieser Umwälzun- 
gen prägen und bestimmen unser Denken 
und Handeln bis heute. Deshalb ist die 
Beschäftigung mit dem 19. Jahrhundert 
die Voraussetzung zum Verständnis unse- 
rer eigenen Zeit. Deshalb fällt es uns so 
leicht, das 19. Jahrhundert zu erschließen 
und der Beschäftigung mit ihm Interesse 
abzugewinnen. 


Aus: M. Görtemaker: Deutschland im 19. Jahrhundert 


2. Verbalisieren Sie die nominalen Wendungen. 

0. die Entwicklung der Verfassung die Verfassung wurde entwickelt 

1. die Bildung organisierter Parteien 

2. die Entstehung der Arbeiterbewegung 

3. das Aufkommen des Nationalismus 

4. die Erweiterung der politischen Dimensionen 

5. das Durchbrechen neuer Ideen 

3. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1. Können wir überhaupt noch Zugang zum 19. Jahrhundert ? 

2. Wer über diese Zeit wird zu überraschenden Antworten 

3. Es gibt kaum eine Phase der Geschichte, die so sehr mit unserem Leben 

ist, wie das 19. Jahrhundert. 

4. Die Ergebnisse dieser Umwälzungen unser Denken und Handeln bis heute. 

5. Deshalb es uns so leicht, das 19. Jahrhundert zu erschließen. 


153 






Kapitel 7-A 


Aktives und Passives 


4. Formulieren Sie mit den angegebenen Informationen Sätze im Passiv. 

Formulierungshilfe (einige Verben können mehrmals verwendet werden): eröffnen - her- 
stellen - erfinden - bauen - veröffentlichen - konstruieren - gründen - entwickeln- er- 
lassen - durchführen 

Das geschah im 19. Jahrhundert: 

0. 1 825: 1 . Eisenbahnstrecke für Personenverkehr - England - 61 km 

Die erste Eisenbahnstrecke für Personenverkehr wurde 1825 in England eingeweiht. 
Sie war 61 km lang. 

1 . 1 833: Carl Friedrich Gauß/Wilhelm Weber: elektromagnetische Telegrafenverbindungen 


2. 1835: 1. deutsche Dampfeisenbahnstrecke Nürnberg-Fürth (6,1 km) 


3. 1837: Samuel Morse: 1. brauchbarer Schreibtelegraf 


4. 1848: Karl Marx/Friedrich Engels: „Manifest der kommunistischen Partei“ 


5. 1849: James B. Francis: Hochdruckwasserturbine 

6. 1859-69: Suez-Kanal 


7. 1861: Johann Philipp Reis: 1. Fernsprecher 


8. 1869: Wilhelm Liebknecht/August Bebel: „Sozialdemokratische Arbeiterpartei“ 

9. 1878: Alexander Bell: elektromagnetischer Fernsprecher 

10. 1878: „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ 

1 1. 1883: Gottlieb Daimler: gebrauchsfähiger Benzinmotor 


12. 1884: Carl Benz: dreirädriges Automobil mit Viertaktmotor 


13. 1890-96: Otto Lilienthal: Gleitflugversuche 


14. 1893-97: Rudolf Diesel: Dieselmotor 


5. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1. Welches Jahrhundert spielt für die Entwicklung Ihres Heimatlandes eine besondere 
Rolle? Belegen Sie Ihre Ausführungen mit Beispielen. 

2. Welche Erfindung (egal aus welcher Zeit) ist für Sie persönlich die wichtigste? Be- 
gründen Sie Ihre Meinung. 


154 














Aktives und Passives 


Kapitel 7-A 


Lesen Sie den folgenden Text. 


Nicht im Sinne des Erfinders 

„Anstandswidriges und geistesverwirrtes 
Betragen“ wurde Karl Friedrich Drais zur 
Last gelegt - wegen seines 1817 erfundenen 
Laufrades, Grundlage des Fahrrades. Der 
Karlsruher Beamte verlor Job und Pensions- 
anspruch und starb völlig veramt. 

Rudolf Diesel musste mit seiner 
Idee für einen effizienteren 
Motor jahrelang hausieren 
gehen , bis er endlich Finan- 
ziers fand. Der Dieselmotor 
wurde schließlich in der Indus- 
trie eingesetzt. Doch das Geld, das er mit 
dem Patent verdiente, verlor Diesel an der 
Börse. Als er 1913 Selbstmord beging, ahnte 
er nichts vom späteren überwältigenden Er- 
folg seiner Erfindung bei Lokomotiven und 
Autos. Und Johann Martignoni verhungerte 
nach dem Zweiten Weltkrieg in Leipzig. 
Noch heute werden in der ganzen Welt Spi- 
ralbohrer nach dem von ihm entwickelten 
Prinzip hergestellt. 

Extreme Beispiele, sicher. Doch in jedem 
Fall gilt, dass es mit einer guten Idee allein 
nicht getan ist - ein Erfinder braucht viel 
Geduld und auch ein bisschen Glück. Und 
manchmal kommt am Schluss sogar etwas 
völlig anderes heraus, als der Erfinder im 
Sinn hatte . Spencer Silver beispielsweise 
wollte Ende der 1960er Jahre im Auftrag 
des US-Chemie-Konzems 3M einen neuen 
Superklebstoff entwickeln. Bei einem der 
Versuche mischte er die Substanzen ein 
wenig unorthodox zusammen: „Wenn ich 
vorher in der Fachliteratur nachgeschlagen 
hätte, wie es sich gehört, hätte ich sicher 


die Finger von dem Experiment gelassen“, 
sagte Silver später. Heraus kam ein Kleber, 
der zwar für eine Art Haftung sorgte, aber 
nicht für eine dauerhafte Klebebindung. 

Ein Fehlschlag also, der in irgendeiner 
Firmenschublade vergessen worden wäre, 
wenn der 3M-Mitarbeiter Art Fry nicht im 
Kirchenchor gesungen hätte. Ihn ärgerte es, 
dass die Lesezeichen immer aus 
dem Gesangsbuch fielen. „Man 
müsste sie auf die Seiten kleben 
können“, überlegte er. Dann 
erinnerte er sich an die scheinbar 
nutzlose Erfindung, die sein Kollege 
fünf Jahre zuvor gemacht hatte. Die beiden 
setzten sich zusammen, experimentierten - 
und entwickelten die „Post-it-Notes“, die 
1978 auf den amerikanischen und 1981 auf 
den europäischen Markt kamen. Heute sind 
sie aus den Büros nicht mehr wegzudenken , 
übersäen Schreibunterlagen und Monitore, 
Telefone und Schreibtischlampen. 

Auch die Karriere des Wunderstoffes Po- 
lytetrafluorethylen, besser bekannt unter dem 
Namen Teflon, verlief über viele Umwege . 
Viele Jahre wusste niemand etwas damit an- 
zufangen . Der Chemiker Roy Plunkett suchte 
in den 1930er Jahren für DuPont ein neues 
Kältemittel für Kühlschränke. Eine Flasche 
Tetrafluorethylen ließ er aus Versehen bei 
Zimmertemperatur stehen - und der Inhalt 
wurde zur festen Masse, die chemisch mit 
nahezu keiner Substanz reagierte. Doch erst 
1943 erinnerte man sich bei DuPont an die 
Entdeckung und fünf Jahre später startete 
die Firma die kommerzielle Produktion von 
Teflon für Beschichtungen, Dichtungen und 
Isolationsmaterial. 


Aus: Die ZEIT 


7. Fassen Sie den Text in etwa fünf Sätzen zusammen. 


Erklären Sie die unterstrichenen Teile mit eigenen Worten und nehmen Sie eventuell not- 
wendige Umformungen vor. 

1 . Rudolf Diesel musste mit seiner Idee jahrelang hausieren gehen ... 


155 




Kapitel 7-A 


Aktives und Passives 


2 . Doch in jedem Fall gilt, dass es mit einer guten Idee allein nicht getan ist . 


3. Und manchmal kommt am Schluss sogar etwas völlig anderes heraus, als der Erfinder 


4. Heute sind sie aus den Büros nicht mehr wegzudenken . 


5. Auch die Karriere des Wunderstoffes Polytetrafluorethylen verlief über viele Umweg e. 


6. Viele Jahre wusste niemand etwas damit anzufang en. 


7. Eine Flasche Tetrafluorethylen ließ er aus Versehen bei Zimmertemperatur stehen. 


9. Wortschatz 

Ergänzen Sie die Verben. 


Der Weg einer Erfindung zum Patent 



II. Suchen und finden 


1. Berichten Sie. 

1. Wozu und wie oft nutzen Sie das Internet? 

F- Mails xrhrpihpn 



2 . Was ist Ihnen durch das Internet erleichtert oder überhaupt erst ermöglicht worden? 

3. Was stört Sie bei der Benutzung bzw. welche Probleme sind aufgetaucht? 

4. Was ist das Ungewöhnlichste/Seltsamste/Lustigste, was Ihnen im Internet bisher 
begegnet ist? 


156 







Aktives und Passives 


Kapitel 7-A 


2. Haben Sie sich schon mal im Internet loben lassen, weil es sonst keiner tut? Wenn nicht, 
dann lesen Sie den folgenden Text. 


Besser geht’s nicht 

Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass 
Sie ein Genie sind? Nein? Und Ihre rosarote 
Brille haben Sie heute auch verlegt? Ihr 
Hirn ist schwer, Ihre Gedanken sind grau? 
Dann wird es Zeit, dass Ihnen jemand mal 
deutlich sagt, wie toll Sie eigentlich sind. 
„Du siehst jeden Tag jünger und schöner 
aus. Wie machst du das?“ Klingt gut, lässt 
sich aber noch steigern: „Du bereicherst 
die Welt durch deine bloße Existenz.“ Be- 
ziehungsweise: „Da soll noch mal jemand 
sagen, Intelligenz und gutes Aussehen gingen 
nicht zusammen“. 

Sollten Sie in der bedauerlichen Lage 
sein, dass kein Mensch Ihnen derlei Dinge 
freiwillig sagt, können wir Ihnen die Inter- 
net-Seite www.lobgenerator.de empfehlen. 
Sie überhäuft jeden, der einen Mausklick 
hinbekommt , mit Lobpreisungen in den Ka- 
tegorien , Job“, „Aussehen“ und - besonders 
ersprießlich - „Allgemein“. 

All die oben zitierten, ganz und gar 
wunderbaren Sätze stammen vom Lobgene- 
rator. Mit dieser brillanten Erfindung wird 
der Tatsache Rechnung getragen , dass der 
Mensch Lob braucht wie die Blume Dünger. 
Schmeicheln ist eine bewährte Kulturtechnik, 
das wusste Machiavelli 1 , das weiß jeder 
Management-Trainer. 

Natürlich sagt Dinen nun Ihr messerschar- 
fer Verstand: Wer lobt, will manipulieren. 
Wer lobt, wird nicht nach seiner Legitimation 
gefragt. Loben kostet nichts. Wenn wir uns 
alle nur noch loben, reden wir vielleicht 
bald wie die Moderatoren im Home Order 
TV („dieser unglaubliche Wischmopp“ 2 ), 
oder wir stehen da wie Generäle einer Ba- 
nanenrepublik, bei denen man vor lauter 
Orden die Uniform nicht mehr sieht. Das 
ist alles sehr gut beobachtet - herzlichen 


Glückwunsch! -, aber was bedeutet das im 
Vergleich mit den einzigartigen Vorteilen des 
Löbens? „Lob durchdringt Panzerschilde“, 
schreibt ein Motivations-Coach, „Kompli- 
mente öffnen Türen“. 

Die durchweg positiven Urteile des Lob- 
generators mögen, wenn man ehrlich ist, 
nicht unbedingt in allen Fällen verdient 
sein. Schließlich kennt der Apparat Sie ja 
gar nicht. Es zeigt sich aber, dass dieser 
Haken die subjektive Wirkung des Lobs 
kaum beeinträchtigt. Lob befriedigt den 



Hunger nach Anerkennung in unserer von 
Wettbewerb geprägten Welt. Eine sexy In- 
telligenzbestie wie Sie sollte immer wieder 
daran erinnert werden, was die anderen an 
Ihnen haben . 

Möchten Sie, möchte nicht jeder Mensch 
öfter emotional ergreifende und wundervoll 
orchestrierte Sätze hören wie - wir zitieren: 
„Für deinen Charme sollte man einen Waf- 
fenschein verlangen.“? Erzeugen solche 
Worte nicht ein einzigartiges Wohlgefuhl und 
machen damit die Welt zu einem fabelhaften 
Ort? Ja, Loben kommt von Lieben. Und 
wenn Ihnen dabei irgendwann die Worte 
ausgehen , dann hauchen Sie einfach mal 
ein unwiderstehliches „Wow!“. 

Aus: Die ZEIT 


1 Machiavelli = italienischer Politiker und Geschichtsschreiber ( 1 469- 1 527) 

2 Wischmopp = Haushaltsgerät zum Wischen von Fußböden 


157 




Kapitel 7-A 


Aktives und Passives 


3. Wie wirkt der Text auf Sie? 

3a. Beschreiben Sie die Textwirkung mit Hilfe von Adjektiven: unterhaltsam - anspruchs- 
voll - ergreifend - analytisch - langweilig - banal - humorvoll - ironisch - kämpferisch - 
sachlich - lustig - analytisch - traurig - zweideutig - verwirrend - inspirierend - wohl- 
tuend - beruhigend ... 

3b. Welche Meinung hat der Autor über den Lobgenerator? 

4. Beantworten Sie die folgenden Fragen. 

1 . Sind Sie überrascht, dass es so etwas gibt? 

2. Glauben Sie, dass der Lobgenerator oft genutzt wird? 

3. In welchen Bereichen kann das Internet Lebenshilfe bieten? Begründen Sie Ihre Mei- 
nung und nennen Sie Beispiele. 

5. Erfinden Sie in Gruppen oder allein drei „Lobessätze" als Bereicherung für den Lobgene- 
rator. 

1 


2 . 


3. 


6. Erklären Sie die Wörter/Wendungen nach ihrer Bedeutung im Text mit eigenen Ausdrü- 
cken. 

1. derlei Dinge 


2. die Intemet-Seite überhäuft jeden, der einen Mausklick hinbekommt , mit ... 


3. besonders ersprießlich 


4. mit dieser Erfindung wird der Tatsache Rechnung getragen 


5. Die durchweg positiven Urteile des Lobgenerators mögen nicht unbedingt ... 


6. Lob befriedigt den Hung er nach Anerkennung. 


7. Eine Intelligenzbestie wie Sie sollte daran erinnert werden, was die anderen an Ihnen 
haben . 


8. Und wenn Ihnen dabei irgendwann die Worte ausgehen , dann ... 


158 



Aktives und Passives 


Kapitel 7-A 


7. Ergänzen Sie die fehlenden Endungen der Artikel und Possessivpronomen, wenn nötig, 
und die Adjektive/Partizipien in der richtigen Form. Achtung! Nicht alle vorgegebenen 
Wörter passen. 

brillant - positiv - subjektiv - ergreifend - glücklich - rosarot - toll - messerscharf - 
grau - einzigartig - bloß - bedauerlich - objektiv 

Haben Sie Ihr (1) Brille heute verlegt oder (2) Gedanken? Dann wird 

es Zeit, dass Ihnen jemand mal deutlich sagt, wie (3) Sie eigentlich sind. „Du 

bereicherst die Welt durch dein (4) Existenz.“ Klingt doch gut, oder? Sollten 

Sie in d (5) Lage sein, dass kein Mensch Ihnen derlei Dinge freiwillig sagt, 

können wir Ihnen die Internet-Seite www.lobgenerator.de empfehlen. 

Mit dies (6) Erfindung wird der Tatsache Rechnung getragen, dass der Mensch 

Lob braucht wie die Blume Dünger. Natürlich sagt Ihnen nun Ihr. (7) Ver- 

stand: Wer lobt, will manipulieren. Aber was bedeutet Ihr Einwand im Vergleich mit d..„ 
(8) Vorteilen des Löbens? 

D.... durchweg (9) Urteile des Lobgenerators mögen nicht unbedingt in allen Fällen 

verdient sein. Schließlich kennt der Apparat Sie ja gar nicht. Es zeigt sich aber, dass dieser 

Haken d (10) Wirkung des Lobs kaum beeinträchtigt. Möchten Sie, möchte 

nicht jeder Mensch öfter emotional (11) Sätze hören wie „Für deinen Charme 

sollte man einen Waffenschein verlangen.“? 


8a. Wortschatz rund um den Computer 

Ergänzen Sie die fehlenden Worthälften, Silben, Buchstaben. 


0 . 

1 . 

2 . 

3. 

4. 

5. 

6 . 

7. 

8 . 


das Gehäurg 

9. 

die unerwü 

der Rech 

10. 

die Sound 

das DVD-Lauf. 

11. 

der schi 

das Pass 

12. 

die Leit 

die Speicherkapa 

13. 

die Speichererwei 

die Tasta 

14. 

das Antiviren 

die Festpl 

15. 

die Zugangsbe 

die Intemetver 

16. 

der Arbeitsspei 

die Suchma 

17. 

die Grafikkar. 


8b. Mit einem Textver. Programm kann man Texte: 

a) sehr. b) aus c) ein. 

d) kop e) sp und f) lö.. 


9. Beantworten Sie die folgenden Fragen 

1 . Spielen Sie Computerspiele? Wenn ja, welche? Beschreiben Sie ein Spiel. Wenn nein, 
warum spielen Sie nicht? 

2. Können Computerspiele Ihrer Meinung nach Menschen beeinflussen/verändem? Wenn 
ja, auf welche Weise und in welchen Bereichen? Nennen Sie Beispiele. 


159 



Kapitel 7-A 


Aktives und Passives 


10 . Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

Gewalttätige Computerspiele machen aggressiv - unter bestimmten Bedingungen. Das ist 
das zentrale Ergebnis einer deutschen Studie, die von zwei Psychologen der Ruhr-Univer- 
sität Bochum (1) wurde. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 

vierzehn Jahren durften sich mit einem von drei Computerspielen (2): einem 

gewaltfreien Spiel, einem Problemlösespiel und 
einem Kampfspiel. Anschließend wurden sie mit 
einem Bildersatz konfrontiert, der positive und ne- 
gative Bilder (3). Die Kinder konnten 

selbst darüber (4), wie viele der Bilder 

sie sich wie lange (5) wollten. 

Um die Reaktionen der jungen Versuchspersonen 

(6), versahen die Forscher sie mit 

einer Elektrode am Zeigefinger. Das Ergebnis 
war eindeutig: Kinder, die vorher ein Kampfspiel 

gespielt hatten, (7) freiwillig mehr 

belastende Bilder als Kinder, denen ein gewalt- 
freies Computerspiel zugeteilt worden war. Bei 
den Jungen konnten die Psychologen auch eine Abstumpfung in der mimischen Reaktion 
(8): Sie (9) deutlich weniger emotionale Betroffenheit bei be- 
lastenden Bildern als die anderen Kinder. 

Gewalttätige Spiele, so das Resümee aus der Studie, sollten nicht unterschätzt werden. Die 

Beschäftigung mit ihnen (10) dauerhaft zu einer emotionalen Abstumpfung 

und würde langfristig die Hemmschwelle für aggressives Verhalten herabsetzen. 


III. Senden und gesendet werden 

1. Inwieweit hat das Mobiltelefon das gesellschaftliche Leben verändert? 
Berichten Sie darüber und belegen Sie Ihre Ausführungen mit Beispielen. 


EiAtfLuM' ciey 
Mobütelefcnvy 



160 



Aktives und Passives 


Kapitel 7-A 


2 . Lesen Sie den folgenden Text. 


Leben auf Empfang 


Noch nie hat ein schlichtes Gerät die Welt 
so schnell für sich eingenommen und zu- 
gleich aufgewühlt wie das Mobiltelefon. 
Was für ein Segen, dass ich jeden erreiche! 
Was für ein Ruch, dass auch mich und den 
Tischnachbam jeder erreicht! Meist kämpfen 
Hass und Liebe in ein und derselben Person. 
Studien zeigen, dass selbst die heftigsten 
Nutzer sich der Nachteile Gewahr sind 
und oft mit ihrem Gerät hadern . Dennoch 
führt kein Weg zurück. Erstaunlich viele 
Menschen, zumal die jungen, können sich 
ein Leben ohne Mobiltelefon gar 
nicht mehr vorstellen. Man 
drückt ein paar Tasten, und 
ein ferner Mitmensch greift 
sich hastig in die Jacken- 
tasche. Kein Vergleich 
zu früher. Da rief man 
einen Ort an, an dem ein 
Telefon stand, und hoffte 
das Beste. Heute meldet 
sich genau die angepeilte 
Zielperson, wo immer 
sie sich aufhalten mag: in 
der Schlange vorm Skilift, im 
Bett der Nebenbuhlerin oder auf dem Flug- 
hafenklo (es gibt Leute, die gehen einfach 
überall ran). Das ist die wahre Magie des 
Mobiltelefons: Es ist eine Fernbedienung, 
die abwesende Menschen unverzüglich aus 
jeder Lebenslage herbeizaubert - ja, es muss 
dem Anrufer Vorkommen, als steckten diese 
allesamt schon im Gerät. 

Forscher aller Art beäugen nun das Volk 
der Mobilfunker und den Wandel seiner 
Sitten. Anthropologen vermessen die Dau- 
men von Jugendlichen, um zu sehen, ob sie 
vom vielen SMS-Tippen angeschwollen 
sind - schließlich schwirren jeden Tag 
schätzungsweise mehr als eine Milliarde 
Textbotschaften durch die Netze der Welt. 
Das kann nicht ohne Folgen bleiben. Manche 
Vielschreiber sind in der Tat schon so geübt, 


dass sie beim Tippen nicht mehr hinsehen 
müssen. Für junge Menschen ist die SMS 
zum Lebensmedium geworden. Nichts ist 
praktischer, wenn es gilt, Verbindungen mit 
Freunden zu halten. Das ermöglicht lose 
Gruppen, deren Mitglieder voll beweglich 
bleiben: Sie können sich beliebig über die 
Stadt verteilen - jeder zu seinen Geschäf- 
ten - und bleiben doch zusammen. 

Auch die Älteren benutzen das Handy vor 
allem zur Beziehungspflege im kleinen Kreis. 
Die meisten Telefonate beschränken sich auf 
Freunde und Verwandte - also Leu- 
te, die man ohnehin andauernd 
sieht. In der Familie dient das 
Handy zudem als Werkzeug 
des Managements: Auch im 
wirrsten Getriebe des flexi- 
bilisierten Lebens muss 
man sich nicht mehr aus 
den Augen verlieren . Die 
Mutter, wenn sie mittags 
ins Büro stürmt, bestellt 
beim Vater, der auf dem 
Heimweg ist, etwas Safran 
vom Wochenmarkt - und die 
Zwillinge muss er nicht abholen, das macht 
die Große, die hat sich eben aus dem Bus 
gemeldet. 

Im handybegeisterten Finnland kommt 
so manches Kind zu seinem Erstgerät, ehe 
es überhaupt den Sinn des Teils erahnt. Die 
kleinen Neubürger im Reich des Mobilfunks 
lassen sich aber weiter nicht beirren, wie 
eine Studie ergab. Sie geben ihren piepen- 
den Rätselwesen Namen und ziehen ihnen 
Puppenkleider an. 

Wenn die Kinder größer werden, müssen 
sie nicht unbedingt umdenken: Das Studium 
der Erwachsenen bestätigt ihnen ja, dass es 
sich bei dem famosen Gerät um einen Fetisch 
handelt. Zwölfjährige sind oft schon ziemlich 
gerätefixiert. In diesem Alter etwa fangen die 
Kinder an, ihre Telefone schier grenzenlos 



161 




Kapitel 7-A 


Aktives und Passives 


zu hätscheln mit neuen Logos und Klingel- 
tönen. Dafür ist ihnen so schnell nichts zu 
teuer: Allein für Klingeltöne gab die meist 
jugendliche Kundschaft im vergangenen Jahr 
weltweit rund dreieinhalb Milliarden Dollar 
aus. Kein Wunder, dass das Gerät von heute 
sich durch satten, symphonischen Klingel- 
klang auszeichnen muss. Niemand hatte 
zuvor dieses Merkmal vermisst - ebenso 
wenig wie die Möglichkeit, mit dem Telefon 
Fotos zu machen. Und dennoch wurden im 
vergangenen Jahr mehr Fotohandys verkauft 
als Digitalkameras. 

Die Kundschaft nimmt jede Neuerung 
dankbar hin; nun erforscht sie rege, wofür 
ein Handy mit Objektiv gut sein könnte. In 
Singapur filmte ein Schüler einen Lehrer, wie 
der einen Klassenkameraden drangsalierte 
und dessen Arbeit zerriss. Der Schüler stellte 
das Video ins Internet - und löste eine nati- 
onale Kontroverse aus. Darf man das? 

Die japanische Medienforscherin Mizu- 
ko hat beobachtet, was die Leute mit dem 


Kamerahandy am liebsten anfangen . Sie 
nutzen es als ambulantes Fotoalbum für 
die kleinen Denkwürdigkeiten des Tages: 
das dumme Gesicht des Nachbarn im 
Treppenhaus oder den Hamster, wie er am 
Topflappen nagt - nichts, was man aufheben 
müsste, aber ein paar Freunde könnten es 
lustig finden. So was ist nicht zu unter- 
schätzen. Das Gerät hat ja schon gezeigt, 
welche Leidenschaften es freisetzt, sobald 
die Benutzer eine gemeinschaftsstiftende 
Verwendungsweise entdecken. 

Die nächste verheißungsvolle Funktion ist 
schon marktreif: Telefone mit eingebautem 
GPS-Chip. Damit hält die Satellitennavigati- 
on auch im Handy Einzug. Sie könnte einem 
Grundmangel des mobilen Telefonierens 
abhelfen : der Ungewissheit über den Ort. 
Fast jedes Gespräch beginnt damit, dass 
die Partner einander umständlich erklären, 
wo sie gerade sind. Wäre es da nicht schön, 
ein jeder erschiene dem anderen gleich als 
Leuchtpunkt auf dem Stadtplan? 


Aus: Der SPIEGEL 


3. Fassen Sie den Inhalt des Textes mündlich oder schriftlich mit eigenen Worten zusammen. 
Gehen Sie dabei auf die Anwendungsgebiete und die Veränderungen ein, die das Mobil- 
telefon für das menschliche Zusammenleben bewirkt hat. 

4 . Erklären Sie die Wörter/Wendungen nach ihrer Bedeutung im Text mit eigenen Worten. 

1 . ein schlichtes Gerät 

2. die Welt für sich eingenommen 

3. die sich der Nachteile Gewahr sind 

4. mit ihrem Gerät hadern 

5. unverzüglich 

6. Forscher beäugen nun das Volk 

7. dient das Handy zudem 

8. sich aus den Augen verlieren 

9. schier grenzenlos 

10. Telefone hätscheln 

1 1 . Lehrer, der einen Klassenkameraden drangsalierte 

12. was die Leute mit dem Kamerahandy anfangen 

13. eine verheißungsvolle Funktion 

14. einem Grundmangel des mobilen Telefonierens abhelfen 


162 




Aktives und Passives Kapitel 7-A 

5. Formen Sie den Text so um, dass Sie die auf der rechten Seite angegebenen Wörter bzw. 
Hinweise in den Text einarbeiten. 

Noch nie hat ein schlichtes Gerät die Welt so schnell für sich 
ein genommen wie das Mobiltelefon. Was für ein Segen, dass ich 
jeden erreiche ! Was für ein Fluch, dass auch mich jeder erreicht! 

Studien zeigen, dass sich selbst die heftigsten Nutzer der Nachteile 
des Mobiltelefons Gewahr sind und oft mit ihrem Gerät hadern. 

Dennoch führt kein Weg zurück. Erwachsene benutzen das Handy 
vor allem zur Beziehungspflege im kleinen Kreis. Die meisten 
ihrer Telefonate beschränken sich auf Freunde und Verwandte. 

In der Familie dient das Handy außerdem als Werkzeug des 
Managements: Auch im wirrsten Getriebe des flexibilisierten 
Lebens mtiss man sich nicht mehr aus den Augen verlieren . So 
bestellt die Mutter beim Vater, der sich gerade auf dem Heimweg 
befindet , etwas Safran vom Wochenmarkt. Auch Zwölfjährige 
sind oft schon ziemlich gerätefixiert. In diesem Alter etwa fangen 
die Kinder an, ihre Telefone grenzenlos zu verwöhnen . Allein für 
Klingeltöne gab die meist jugendliche Kundschaft im vergange- 
nen Jahr weltweit rund dreieinhalb Milliarden Dollar aus. Kein 
Wunder, dass sich Geräte von heute durch satten, symphonischen 
Klingelklang auszeichnen müssen. Die Kundschaft nimmt jede 
Neuerung dankbar hin . Die japanische Medienforscherin Mizu- 
ko hat beobachtet , das Leute das Kamerahandy am liebsten als 
ambulantes Fotoalbum für die kleinen Denkwürdigkeiten des 
Tages benutzen. Ein paar Freunde finden sie vielleicht lustig. So 
etwas ist nicht zu unterschätzen . Das Gerät hat ja schon gezeigt, 
welche Emotionen es erzeugen kann, sobald die Benutzer seinen 
gemeinschaftsbildenden Beitrag erkennen. 

6. Formen Sie die Aktivsätze in Passivsätze um. 

0. Erwachsene benutzen das Handy vor allem gur Beziehungspflege. 

Das Handy wird von Erwachsenen vor allem zur Beziehungspflege benutzt. 

1 . Die Entwicklung des Mobiltelefons ist nicht mehr umkehrbar . 


2. Man drückt ein paar Tasten und ein ferner Mitmensch greift sich hastig in die Jacken- 
tasche. 


3. Forscher aller Art beäug en nun das Volk der Mobilfunker. 


4. Die kleinen Neubürger in Finnland sind von Handys nicht so leicht zu beeindru- 
cken . 


5. Sie ziehen ihren Mobiltelefonen Puppenkleider an- 


6. Im vergangenen Jahr ließen sich mehr Fotohandys als Digitalkameras verkaufen . 


Sympathie 

erreichbar 

zufolge 

kennen 

geben / dienen 

gelten 

werden 

Kontakt bleiben 
(Partizipialattribut) 


(Substantiv) 

investieren 

(Adjektiv) 

aufmerksam machen 
freuen 

Beobachtungen 

(Adjektiv) 

(Modalverb) 

(Passiv) 

Gemeinschaftsbil- 

dung 


163 




Kapitel 7-A 


Aktives und Passives 


7. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

Junge Menschen haben das Mobiltelefon längst (1) sich entdeckt, aber sie benut- 
zen es beileibe nicht nur (2) Telefonieren (3) der sinkenden Lese- und 

Schreibfähigkeit, die man Jugendlichen nachsagt, erfreut sich das Versenden schriftlicher 

Kurzmitteilungen allerhöchster Beliebtheit (4) sechs SMS (short messages), die 

durchschnittlich (5) Tag geschickt und empfangen werden, spielt dieser Service 

(6) Deutschland eine größere Rolle als Handytelefonate oder E-Mail-Kontakte. 

Die kurzen Textbotschaften sind (7) allem (8) ihrer Unaufdringlichkeit, 

ihrer geräuschlosen Übermittlung und ihrer Diskretion besonders gefragt (9) einer 

Studie werden die SMS am häufigsten (10) zu Hause aus verschickt, seltener als 

Zeitvertreib (11) Warten und nur (12) die 20 Prozent der Jugendlichen 

schreiben SMS ( 1 3) der Schule. Inhalt der meisten Textbotschaften ist die Planung 

gemeinsamer Unternehmungen, dicht gefolgt (14) Mitteilungen (15) das 

eigene Befinden. Besonderen Spaß macht auch das Flirten (16) SMS. 

8. Ergänzen Sie die fehlenden Substantive in der richtigen Form. (Nicht alle Substantive 
passen.) 

Quartal - Spitzenzeiten - Ziel - Marktanteile - Schwäche - Machtverhältnisse - Tal- 
fahrt - Stärke - Jahresvergleich - Sieg - Kundenwünsche - Prozentpunkte -Absicht - Bo- 
den - Wettbewerb - Vergleich - Weltrangliste - Zufall - Strategien - Hälfte 

Der Weltmarkt für Mobiltelefone ist nach einer saisonalen (1) zu Jah- 

resbeginn im zweiten Quartal wieder kräftig gewachsen. Die Zahl der verkauften Handys 
stieg im (2) um rund 37 Prozent auf fast 164 Millionen, hat das ame- 
rikanische Marktforschungsuntemehmen IDC ermittelt. Die (3) auf 

dem Handy-Markt schwankten im zweiten (4) abermals sehr stark. Die 

Hersteller Samsung, Sony-Ericsson und LG Electronics haben ihre (5) 

kräftig ausgeweitet. Dagegen geht die (6) des Weltmarktführers No- 

kia weiter: Nach IDC-Berechnungen haben die Finnen zwischen April und Juni weitere 

1 ,6 (7) gegenüber dem ersten Quartal verloren und erreichen nur noch 

einen Anteil von 27,7 Prozent am Weltmarkt. In (8) hat Nokia rund 38 

Prozent des Weltmarktes besetzt. Auch Siemens verliert rasant Anteile: Im 

(9) zum ersten Quartal rutschten die Münchner um zwei Prozentpunkte auf nur noch 

6,4 Prozent Marktanteile ab. Vom erklärten (10), 10 Prozent Anteil zu 

erreichen, entfernt sich das Unternehmen immer weiter. Motorola hat nach einigen erfolg- 
reichen Quartalen ebenfalls an (11) verloren. Die Amerikaner konnten 

ihren zweiten Platz in der (12) nur knapp vor Samsung verteidigen. Für 

IDC-Analysten sind die starken Schwankungen kein (13). Samsung und 


164 



Aktives und Passives 


Kapitel 7-A 


LG haben gezeigt, wie man mit kreativen Mittelklassemodellen Marktanteile gewinnen 

kann. Demgegenüber verfolgten Nokia und Siemens konventionelle (14), 

die aus einer Zeit stammen, als der (15) noch nicht so hart war. Diese 

Anbieter sollten sich die (16) besser anschauen. 

IV. Waldsterben 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Ein Schritt vor, einer zurück 

Ein Schritt vor, ein Schritt zurück - die 
Bekämpfung der Luftverschmutzung und 
damit des Waldsterbens scheint nicht rich- 
tig voranzukommen: Zwar ist eines der 
schlimmsten Waldgifte weitgehend ausge- 
schaltet worden, aber ein anderes ist dafür 
wirksamer denn je. Die Folge ist, dass das 
im Jahre 1981 entdeckte erste Waldsterben 
von einem zweiten Waldsterben überlagert 
und teilweise abgelöst wird. 

Knapp zwei Drittel der Wälder in der 
Bundesrepublik sind mittlerweile geschädigt. 
Der Anteil der stark lädierten Bäume ist seit 
Beginn der systematischen Zustandsermitt- 
lung im Jahre 1984 um ein Drittel gestiegen. 
Dazu kommt, dass die Zahlen ungleich höher 
wären, wenn nicht regelmäßig tote Bäume 
abgeholzt und damit auch aus der Statistik 
getilgt würden. 

Hauptursache der klassischen Waldschä- 
den waren die schwefelhaltigen Rauchgase 
aus den hohen Schloten von Kohlekraftwer- 
ken, die als Saurer Regen europaweit über 
den Wäldern niedergehen. Der Ausstoß 
des Schomsteingiftes Schwefeldioxid trägt 
zwar noch immer erheblich zum Vegetati- 
onssterben bei, aber mit sinkender Tendenz. 
Die Schwefelemissionen, unter denen vor 
allem die Nadelbäume zu leiden hatten, 
sind in Ost wie West reduziert worden, 
dank Umweltschutz und deutscher Einheit. 
Der Einbau von Rauchgas-Entschwefe- 
lungsanlagen und der Zusammenbruch der 
Industrien im Osten (die weitgehend auf 


stark schwefelhaltiger Braunkohle basier- 
ten) haben den Schwefeldioxid-Ausstoß 
deutlich verringert. Diese Entwicklung hat 
in vielen Gegenden dazu beigetragen, dass 
die klassischen Waldschäden an Bedeutung 
verlieren, mancherorts sich bei den Tannen 
sogar Erholungsanzeichen zeigen. 

Parallel zum ersten Waldsterben hat sich 
eine zweite Variante des Waldsterbens 
angebahnt , deren Folgen überproportional 
Laubbäume treffen. Stark mit genommen 
ist selbst die lange Zeit als besonders 
robust geltende Eiche: 83 % der Eichen 
in Deutschland weisen Schäden auf, fast 
der Hälfte der Eichen fehlen mehr als ein 
Viertel der Blätter. Bei den Buchen ist der 



165 




Kapitel 7-A 


Aktives und Passives 


Anteil der schwach bis stark geschädigten 
Exemplare binnen zehn Jahren von 1 1 % 
auf 75 % emporgeschnellt . 

Hauptursache dieses zweiten Wald- 
sterbens ist neben Kohlenwasserstoffen, 
Schwermetallen und Ozon ein Element, das 
eigentlich ungiftig ist: Stickstoff (N). Dieser 
Stoff bewirkt Positives wie Negatives. Er ist 
unverzichtbares Nährmittel für Felder und 
Wälder, Wiesen und Wasserleben. 

Es gibt aber Stickstoffverbindungen, die 
negative Folgen haben. 

Eine Ursache solcher „negativen Verbin- 
dungen“ ist seit langem bekannt. Es sind die 
dem Autoauspuff entweichenden Stickoxide, 
die ebenso wie Schwefelverbindungen zur 
Bildung von Sauren Niederschlägen bei- 
tragen. Diese Erkenntnis hat 1984 zu dem 
Beschluss geführt, nur noch Neuwagen mit 
Katalysator zuzulassen. Die positiven Aus- 
wirkungen des Katalysators, der einen Teil 
der Stickoxide zurückhält, werden jedoch 


dadurch zunichte gemacht , dass die Zahl der 
Autos allein in den alten Bundesländern von 
24 auf 33 Millionen gestiegen ist. 

Eine wachsende Zahl von Wissenschaft- 
lern stimmt mittlerweile darin überein, dass 
neben Schwefeldioxid und den Stickoxiden 
aus den Autos noch ein dritter gewichtiger 
Faktor das Waldsterben vorantreibt: eine 
Gruppe von Stickstoffverbindungen, die 
der Landwirtschaft entstammen und mas- 
siv in die natürlichen Stickstoffkreisläufe 
eingreifen. 

Es sind Kunstdünger aus Ammoniak, 
der aus Luftstickstoff gewonnen und zur 
Pflanzenmast eingesetzt wird (von den 
24 Millionen Tonnen Düngerstickstoff 
entweicht ein Großteil in die Atmosphäre), 
und Kunstfutter für die Massentierhaltung, 
deren Nährstoffe vom Vieh zu einem Drittel 
verwendet werden und wovon ca. 700 000 
Tonnen Ammoniak mit tierischen Exkre- 
menten in die Umwelt geraten. 


Aus: SPIEGEL spezial 


2. Fassen Sie den Inhalt des Textes mit eigenen Worten zusammen. 

3. Berichten Sie über Umweltprobleme und deren Bewältigung in Ihrem Heimatland. 

4 . Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1 . das Gift ist aus geschaltet worden 

2. lädierte Bäume 

3. aus der Statistik getil gt werden 

4. eine zweite Variante hat sich angebahnt 

5. Eiche ist stark mitgenommen 

6. der Anteil ist emporgeschnellt 

7. unverzichtbares Nährmittel 

8. zunichte gemacht 

9. mittlerweile 

5. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1. Hauptursache der klassischen Waldschäden waren die schwefelhaltigen Rauchgase 

den hohen Schloten Kohlekraftwerken, die als Saurer Regen europaweit 

den Wäldern niedergehen. 


166 




Aktives und Passives 


Kapitel 7-A 


2. Der Ausstoß des Schomsteingiftes Schwefeldioxid trägt zwar noch immer erheblich 

Vegetationssterben bei, aber sinkender Tendenz. 

3. Die Schwefelemissionen, denen allem die Nadelbäume zu leiden hatten, 

sind Ost wie West reduziert worden, Umweltschutz und deutscher Ein- 

heit. 

4. Die Industrien Osten basierten stark schwefelhaltiger Braunkohle. 

5. Parallel ersten Waldsterben hat sich eine zweite Variante des Waldsterbens 

angebahnt. 

6. Bei den Buchen ist der Anteil der geschädigten Exemplare zehn Jahren 

1 1 % 75 % emporgeschnellt. 

7. Es sind Kunstdünger Ammoniak, der Luftstickstoff gewonnen und zur 

Pflanzenmast eingesetzt wird, und Kunstfutter die Massentierhaltung, deren 

Nährstoffe vom Vieh einem Drittel verwendet werden und wo ca. 700000 

Tonnen Ammoniak tierischen Exkrementen die Umwelt geraten. 

6. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1. Eines der schlimmsten Waldgifte ist weitgehend worden. 

2. Das im Jahre 1981 entdeckte erste Waldsterben wird von einem zweiten Waldsterben 

3. Knapp zwei Drittel der Wälder in der Bundesrepublik sind mittlerweile 

4. Der Anteil der stark lädierten Bäume ist seit 1984 um ein Drittel 

5. Die Zahlen wären ungleich höher, wenn nicht regelmäßig tote Bäume und 

damit auch aus der Statistik würden. 

6. Stickstoff Positives wie Negatives. 

7. Eine wachsende Zahl von Wissenschaftlern mittlerweile darin überein, 


dass noch ein dritter gewichtiger Faktor das Waldsterben : eine Gruppe 

von Stickstoffverbindungen, die der Landwirtschaft und massiv in die 

natürlichen Stickstoffkreisläufe 


7. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

Umweltschutz heute 

1 . Früher landeten wertvolle Rohstoffe achtlos auf Mülldeponien, heute man 

sich, die Rohstoffe 

2. Die vor Jahren abgeholzten Wälder werden seit einigen Jahren mit viel Mühe 

3. Mit Artenschutzgesetzen man, Tiere vor dem Aussterben 

4. Katalysatoren in Autos sollen dazu den Schadstoffausstoß 

5. Es werden Maßnahmen , das ungebremste Wachstum der Millionenstädte 

6. Doch die Aktivitäten bei weitem nicht aus, um die Umweltbelastung dras- 
tisch und unseren Lebensraum 


167 



Kapitel 7-A 


Aktives und Passives 


8. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . Kunden - Einkäufen - Umweltverträglichkeit - Produkte - immer mehr - achten 


2. Industrie - gezielt, Einsatz - Umweltargumente - Käufer - versuchen, gewinnen 


3. Öko- Werbung - Firmen - Umsatz - 30 Prozent - einige - steigern 


4. Werbeinformationen - Verbraucher - doch - häufig - irreführend - wirken 


5. 80er Jahre - Werbung - kein Mangel - Öko-Lügen - herrschen 


6. neu, Grundsätze - besser, Öko- Werbung - dringend - müssen - entwickeln- wer- 
den 


9. Erklären Sie die folgenden Substantive mit eigenen Worten 

0. • Naturschutz Schutz zur Pflege und Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt 

1. Brandrodung 

2. Massentourismus 

3. Mülltrennung 

4. Treibhauseffekt 

5. Aufforstung 

6. Recycling 

7. Artenschutz 

8. Bodenerosion 

9. Pauschalreisen 

10. Luftverschmutzung 

10 . Beschreiben Sie das folgende Bild und äußern Sie Ihre Meinung dazu. 



Aktives und Passives 


Kapitel 7-B 



Kapitel 7 Aktives und Passives 

Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 


1. Zeitformen des Passivs 


Indikativ 


mit Modalverb 

Präsens 

Präteritum 

Perfekt 

Plusquamperfekt 

Futur 

Futur II 

Ich werde operiert. 

Ich wurde operiert. 

Ich bin operiert worden. 

Ich war operiert worden. 

Ich werde operiert werden. 

Ich werde operiert worden sein. 

Ich muss operiert werden. 

Ich musste operiert werden. 

Ich habe operiert werden müssen. 

Ich hatte operiert werden müssen. 

Ich werde operiert werden müssen. 

Präsens 

Vergangenheit 


in Vermutungsbedeutung 

Das Bild könnte gestohlen werden. 
Das Bild könnte gestohlen worden 
sein. 

Konjunktiv 

Präsens 

Vergangenheit 

Futur 

Ich würde operiert. 

Ich wäre operiert worden. 

Ich würde operiert werden. 

Ich müsste operiert werden. 

Ich hätte operiert werden müssen. 

Ich würde operiert werden müssen. 


2. Satzstellung des Modalverbs im Nebensatz 

Nach einer eingehenden Untersuchung stellte der Arzt fest, dass er sofort operiert wer- 
den musste. 

Das Modalverb steht im Nebensatz an letzter Stelle. 

3. Passiversatzmöglichkeiten 

a) Der Apparat wird durch eingebaute Sensoren gesteuert. 

Der Apparat lässt sich durch eingebaute Sensoren steuern. 

Der Apparat ist durch eingebaute Sensoren zu steuern. 

Der Apparat ist durch eingebaute Sensoren steuerbar. 

b) Das Theaterstück wurde gestern uraufgeführt. 

Das Theaterstück hatte gestern Uraufführung. 

Das Theaterstück gelangte zur Uraufführung. 

Das Verb (Partizip II des Passivsatzes) wird durch ein Substantiv + Verb ersetzt. 


169 









Kapitel 7-B 


Aktives und Passives 


4. Passivunfähigkeit 


Kein Passiv können bilden: 


a) 

reflexive Verben 

Ich verliebe mich. 

b) 

Verben der Fortbewegung 

Ich fahre Auto. 

Ich laufe durch den Park. 

c) 

Verben der Zustandsveränderung 

Die Blume verblüht. 

Der Patient ist gestorben. 

d) 

Verben der Meinungsäußerung 

Da stimme ich Ihnen zu. 

e) 

Verben des Geschehens ohne Subjekt. 

Es schneit. 


5. Von oder durch in Passivsätzen 










Aktives und Passives 


Kapitel 7-C 


Kapitel 7 Aktives und Passives 

Teil C Übungen 


1. Ergänzen Sie die fehlenden Verben im Passiv. 

0. Heute Abend der Präsident der Vereinigten Staaten vom Bundeskanzler 

Heute Abend wurde der Präsident der Vereinigten Staaten vom Bundeskanzler emp- 
fangen/begrüßt/willkommen geheißen, (ist ... worden) 

1. Die Internationale Deutschlehrertagung feierlich 

2. Zwischen beiden Staaten ein Abkommen 

3. Bei den Ausschreitungen zehn Demonstranten von der Polizei 

Weitere Übergriffe auf Geschäfte konnten 

4. Anlässlich des Jahrestages ein feierlicher Empfang 

5. Die Ursachen des Unglücks noch nicht 

6. Der Putschversuch in dem afrikanischen Land war erfolgreich. Der Präsident 

7. Gegen den mutmaßlichen Täter heute Anklage 

8. Durch die Kraft des Wirbelsturms ganze Dörfer Die Bevölke- 
rung konnte rechtzeitig in Sicherheit 

2. Setzen Sie die Sätze in die angegebene Vergangenheitsform. 

0. Die Bluse muss gewaschen werden. ( Präteritum ) 

Die Bluse musste gewaschen werden . 

1. Durch die anhaltende Dürre wird die gesamte Ernte vernichtet. ( Perfekt ) 


2. Hier darf geraucht werden. ( Präteritum ) 


3. Der Betrag kann vom Computer viel schneller errechnet werden. ( Perfekt ) 


4. Der Motor wird neu eingebaut. ( Perfekt ) 


5. Der Täter muss nach kurzer Zeit aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen werden. 
( Perfekt ) 


6. Die alten Häuser müssen abgerissen werden. (Präteritum) 

7. Der Wahl Vorgang wird wiederholt. ( Präteritum ) 


8. Der Drucker wird neu installiert. ( Perfekt ) 


171 











Kapitel 7-C 


Aktives und Passives 


3. Bilden Sie Beispielsätze im Passiv mit von oder durch. 

0. Auftrag - bekannt, Installationsfirma - ausführen 

Der Auftrag wurde von einer bekannten Installationsfirma aus geführt. 

1 . Untersuchungen - betriebsintemen Kommission - leiten 


2. schwer, Krankheit - Virus - übertragen 


3. Grundstücke - Zaun - trennen 


4. älteste Lebewesen, Welt - deutsche Forscher - entdecken 


5. Examen - zwei externe Prüfer - abnehmen 


6. Fußgänger - herunterfallen, Dachziegel - verletzen 


7. Regierung - Gesandter - vertreten 

8. gewaltsames Öffnen, Paket - Inhalt - beschädigt 


4 . Formen Sie, wo es möglich ist, die Aktivsätze in Passivsätze um. 

0. Sie haben wichtige Daten auf Ihrem Computer gespeichert? 

Wichtige Daten wurden (von Ihnen ) auf Ihrem Computer gespeichert? 

1 . Informationen sammeln, das Profil einer Zielperson erstellen. Verwertbares melden - das 
ist nicht die Tätigkeit eines Geheimagenten, sondern das passiert auf Ihrem PC! 


2. Ein Programm spioniert Sie aus. 


3. Die Schnüffel-Software schaut Ihnen beim Surfen über die Schulter. 


4. Die Programme registrieren jede gedrückte Taste, Ihre Passwörter und Kreditkarten- 
daten. 


5. Die wissensdurstige Software nennt sich „Spyware“ oder „Ad wäre“. 


6. Meist verbreitet ein Virus oder ein Wurm diese Überwachungsprogramme. 


7. Man muss Spyware als unmittelbare Gefahr einstufen, weil diese Software oft einen 
kriminellen Hintergrund hat. 


172 



Aktives und Passives 


Kapitel 7-C 


8. Wenn Spy wäre Ihre Vorlieben beim Surfen durchs Internet herausgefunden hat, sendet 
man Ihnen entsprechende Werbemails zu. 


9. Wenn man sich kostenlose Programme aus dem Internet herunterlädt, könnte Spyware 
darin versteckt sein. 


10. Vorsicht! Auch nachdem Sie das Trägerprogramm gelöscht haben, bleibt Spyware auf 
Ihrem Rechner. 


5. Vervollständigen Sie die Sätze und verwenden Sie das Passiv im Konjunktiv II. 

0. Er ist rechtzeitig operiert worden, (er- sterben) 

Wenn er nicht rechtzeitig operiert worden wäre, wäre er gestorben. 

1. Der Brief wurde rechtzeitig abgeschickt, (wir - Terminänderung - nichts erfahren) 

Wenn der Brief nicht 


2. Das Theaterstück wurde von den Schülern vier Monate geprobt, (es- kein Erfolg - werden) 

Wenn das Theaterstück nicht vier Monate 

3. Ihm wurde das wertvolle Ölgemälde gestohlen, (er- Bild - viel Geld - verkaufen können) 

Wenn ihm das wertvolle Ölgemälde nicht 

4. Jemand hat ihn beim Fußball verletzt, (er- Meisterschaft - teilnehmen können) 

Wenn er beim Fußball nicht 


5. Die Einsparvorgaben wurden realisiert. (Betrieb - Mitarbeiter - entlassen müssen) 

Wenn die Einsparvorgaben nicht 

6. Der Wagen wurde gestern repariert, (wir - Urlaub - nicht - fahren können ) 

Wenn der Wagen nicht 


6. Nachträgliche Feststellungen: Setzen Sie die Sätze in die Vergangenheit. 

0. Unsere Produktpalette müsste erweitert werden. 

Unsere Produktpalette hätte erweitert werden müssen . 

1. Hier müsste unbedingt ein Hinweisschild angebracht werden. 


2. Die Untersuchungsergebnisse dürften nicht verheimlicht werden. 


3. Die Geräte sollten sofort nach Gebrauch gereinigt werden. 


4. Das Haus müsste mal neu gestrichen werden. 


173 





Kapitel 7-C 


Aktives und Passives 


5. Der Kunde sollte über den Vorfall gleich informiert werden. 

6. Das Rundschreiben müsste von allen Mitarbeitern gelesen werden. 

7. Der Brief müsste sofort beantwortet werden. 


8. Die Abrechnung sollte noch einmal kontrolliert werden. 


7. Beantworten Sie die Frage und verwenden Sie das Passiv in der Vermutungbedeutung. 
Was könnte passiert sein? (siehe Kapitel 3) 

0. Haus - bereits - verkaufen 

Das Haus könnte bereits verkauft worden sein . 

1 . Antrag - abweisen 


2. Geldbörse - aus der Handtasche - stehlen 


3. er - vorher - warnen 


4. Sitzung - in einen anderen Raum - verlegen 


5. der ganze Besitz - versteigern 

6. Dateien - löschen 


7. beim Hausbau - unsachgemäß arbeiten 


8. ihm - Falle - stellen 


9. sie - vom Immobilienmakler - betrügen 

10. Ware - schon - abholen 


8. Formen Sie die Aktivsätze in Passivsätze um. 

0. Der Telekommitarbeiter soll die Telefonleitungen neu verlegen. 

Die Telefonleitungen sollen vom Telekommitarbeiter neu verlegt werden. 

1. Die Polizei hat zehn Demonstranten festgenommen. 

2. Jemand muss die Rechnung noch bezahlen. 


174 







Aktives und Passives 


Kapitel 7-C 


3. Man gibt die Ursachen des Unglücks noch bekannt. 


4. Den Motor musste man zweimal auswechseln. 


5. Der Bürgermeister weiht die neue Rennstrecke am Samstag ein. 


6. Das Messer müsste man mal schleifen. 


7. Ich habe gehört, dass man den Präsidenten entmachtet hat. 


8. Er behauptet, dass niemand ihn gesehen hat. 


9. Die Nachrichten berichteten über Entlassungen von 1000 Mitabeitem bei OPEX. 


10. Hätte der Stadtrat den Bau der Autobahn nicht genehmigt, hätte man hier ein Naher- 
holungszentrum errichten können. 


1 1 . Hätte man den Brief rechtzeitig abgeschickt, hätte man den Schaden begrenzen kön- 
nen. 


12. Hätten doch alle diesen Protestbrief unterschrieben! 


13. Der Chef will, dass man ihn über alles informiert. 


9. Passiversatzformen: Formen Sie die Passivsätze in Aktivsätze um, indem Sie eine Ersatz- 
form mit lassen, ist ...zu oder -bar verwenden. 

0. Der Raum muss jeden Abend abgeschlossen werden. 

Der Raum ist jeden Abend abzuschließen. 

1. Das Fenster kann nur sehr schwer geöffnet werden. 


2. Man kann die beiden Teile miteinander verschrauben. 


3. Der Feuerlöscher darf nur im Notfall verwendet werden. 


4. Dieses Gedicht kann nicht übersetzt werden. 


5. Der Aufsatz muss nochmals gründlich überarbeitet werden. 


6. Das neu entwickelte Gerät kann bei Regen nicht eingesetzt werden. 


175 










Kapitel 7-C 


Aktives und Passives 


10 . Passiversatzformen: Formen Sie die Passivsätze in Aktivsätze um, indem Sie eine Nomen- 
Verb- Verbindung verwenden. 

0. Die Vorschläge der Gewerkschaft wurden vom Vorstand des Betriebes abgelehnt. 
( Ablehnung ) 

Die Vorschläge der Gewerkschaft stießen beim Vorstand des Betriebes auf Ableh- 
nung . 

1. Seine Forschungsergebnisse wurden auf der Konferenz besonders beachtet. (Beach- 
tung) 


2. Der zu Lebzeiten berühmte Dichter wurde wenige Jahre nach seinem Tod vergessen. 
(Vergessenheit) 


3. Der zu spät eingereichte Antrag kann nicht mehr berücksichtigt werden. (Berücksich- 
tigung) 


4. Der mutmaßliche Entführer wurde seit Tagen von der Polizei beobachtet. (Beobach- 
tung) 


5. Die Themen werden auf der heutigen Besprechung diskutiert. (Diskussion) 


6. Seine Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts wurden auf der ganzen 
Welt anerkannt. (Anerkennung) 


7. Die Verbesserungsvorschläge wurden sofort in der Praxis angewendet. (Anwen- 
dung) 


8. Der Junge wurde von seinen Freunden immer wieder negativ beeinflusst. (Einfluss) 


9. Das Theaterstück wurde seit vielen Jahren nicht mehr aufgeführt. (Aufführung) 


10. Manche Wünsche werden nie erfüllt. (Erfüllung) 


11. Bilden Sie Sätze im Zustandspassiv/Zustandsreflexiv. 

0. ich - Zustände, dieses Haus - sich empören 

Ich bin über die Zustände in diesem Haus empört. 

1 . er - Werdegang, junger Mann - sich interessieren 


2. viel, Tierarten - Aussterben - bedrohen 


3. Geschäft - drei Wochen - schließen 


176 


Aktives und Passives 


Kapitel 7-C 


4. ich - Schicksal, Kind - betreffen 


5. er - lauter Fachidioten - umgeben 


6. er - sofortig, Handeln - zwingen 


7. Gerät - drei Zwischenschalter - einbauen 


8. Schwimmbad - seit Juni - öffnen 


9. er - Sabine - sich verlieben 


10. Auto - Alarmanlage - ausrüsten 


12. Formen Sie die Sätze um, ohne ihren Sinn zu verändern. 

0. Spionageprogramme können nur schwer vom PC entfernt werden. 
Spionageprogramme sind nur schwer von PC zu entfernen . 

1. Spyware kann Ihre Surfgewohnheiten im Internet ausspionieren. 


a) Spyware Ihre Surfgewohnheiten im Internet 

b) Spyware das Ausspionieren Ihrer Surfgewohnheiten im 

Internet. 

c) Spyware ist es möglich, dass Ihre Surfgewohnheiten im Internet 


2. Die Täter, die hinter krimineller Software stecken, sind in der Regel nicht zu fassen. 

a) die Täter, die hinter krimineller Software stecken, zu 

fassen. 


b) Die Täter, die hinter krimineller Software stecken in 

der Regel nicht fassen. 

c) Nur die Täter, die hinter krimineller Software stecken, 

gefasst werden. 

3. Es ist notwendig, dass Maßnahmen gegen die Computerspione ergriffen werden. 

a) Gegen die Computerspione Maßnahmen 

b) Maßnahmen gegen die Computerspione zu 


177 








Kapitel 7-D 


Aktives und Passives 


Kapitel 7 Aktives und Passives 

Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 


Technik und Fortschritt 

1. Was ist für Sie persönlich die wichtigste Erfindung der letzten Zeit? Begründen Sie Ihre 
Meinung. 

2. Ist die rasante technische Entwicklung ein Segen für die Menschheit oder eine Gefahr? 
Begründen Sie Ihre Meinung und belegen Sie sie mit Beispielen. 

3. „Es werden Milliarden Euro für die Weltraumforschung ausgegeben. Man sollte dieses 
Geld aber besser zur Bekämpfung von Problemen auf der Erde (Hunger/Überbevölkerung/ 
Umweltschutz) verwenden.“ 

Nehmen Sie zu dieser These Stellung und begründen Sie Ihre Meinung. 

Essen und Ernährung 

4. Die moderne Technik macht es möglich, Nahrungsmittel mit Hilfe von Genmanipulation 
gegen Schädlinge oder andere negative Einflüsse resistenter zu machen. Wo sehen Sie 
persönlich Chancen und Gefahren genmanipulierter Nahrungsmittel? Begründen Sie Ihre 
Meinung. 

5. Inwieweit haben sich die Essgewohnheiten in Ihrem Heimatland durch das weltweite 
Angebot an „Fastfood“ verändert? Wie bewerten Sie diese Entwicklung? Begründen Sie 
Ihre Meinung und belegen Sie Ihre Ausführungen mit Beispielen. 

Umwelt 

6. Beschreiben Sie die Umweltprobleme, die Sie am meisten stören, und machen Sie Vor- 
schläge, wie man sie verringern oder abschaffen könnte. Begründen Sie Ihre Meinung. 

7. Für einige Politiker sind die Einführung der Öko-Steuer und die drastische Erhöhung der 
Benzinpreise die wichtigsten sofortigen Maßnahmen zur Rettung der Umwelt. Äußern Sie 
Ihre Meinung dazu und begründen Sie sie. 


178 





Kapitel 8 Formelles und Informelles 

Teil A Texte und Textarbeit 


I. Verhandlungskunst 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 

Schluss mit dem Tauziehen 


Verhandlung oder Machtkampf? In Be- 
sprechungen und Verkaufsgesprächen ist 
die Grenze zwischen Argumentation und 
Aggression häufig fließend. Dabei sollte 
es in Verhandlungen nicht darum gehen, 
den anderen über den Tisch zu ziehen . 
Partnerschaftliches Verhalten ist angesag t. 
Gesprächstechniken sind nützlich, doch 
wichtiger ist es, für die Interessen der Ge- 
genseite offen zu sein. Und last but not least 
sollten Verhandler durch ihre Persönlichkeit 
überzeugen. 

Welche Gesprächsfertigkeiten erfolgreiche 
Verhandler brauchen, war Ausgangspunkt 
für eine Studie, bei der in über 100 Ver- 
handlungen Verhandlungsführer beobach- 
tet und die entscheidenden Verhaltenswei- 
sen identifiziert wurden, die erfolgreiche 
von durchschnittlichen Verhandlem unter- 
scheiden. 



Danach wirken folgende Gesprächstechni- 
ken im Gespräch positiv: 

O Verhandlungsweisen ankündigen: 
Anstatt z. B. direkt einen Vorschlag zu 
machen, sagen erfolgreiche Verhand- 
ler: „Wenn ich einen Vorschlag machen 
darf ..." 

O Nachhaken und Zusammenfassen: 

Um Missverständnisse und Irrtümer 
zu vermeiden, haken erfolgreiche Ver- 
handler nach , ob eine Aussage oder ein 
Vorschlag verstanden worden ist. Aus 
gleichem Grund fassen sie vorange- 
gangene Diskussionspunkte in regel- 
mäßigen Abständen zusammen. 

O Fragen stellen: Die Vorteile liegen 
u.a. darin, dass Fragen Informationen 
über Meinungen und Standpunkte des 
Gesprächspartners liefern. Sie helfen, die 
Diskussion zu kontrollieren und geben 
Zeit zum Nachdenken. 

O Gefühle zeigen: Erfolgreiche Verhandler 
teilen ihrem Gesprächspartner innere 
Beweggründe und Motive mit. Sie 
sprechen über persönliche Dinge wie 
die augenblickliche Stimmung oder 
die Zufriedenheit mit dem erreichten 
Stand. 

Neben diesen Erfolg versprechenden Ge- 
sprächstechniken gibt es mindestens ebenso 
viele Verhaltensweisen, die Verhandler besser 
meiden sollten, z. B.: 

O Verwässerung der Argumente: Je mehr 
Argumente, desto besser? Dies ist ein 
Trugschluss . Eine Reihe von Gründen 


179 






Kapitel 8-A 


Formelles und Informelles 


zur Stützung der eigenen Position vorzu- 
bringen, wirkt sich nachteilig aus, denn 
die zunehmende Anzahl der Argumente 
bietet dem Gegner mehr Angriffsfläche 
und verwässert die eigene Argumenta- 
tion. Besser ist es, weniger, dafür aber 
stichhaltige Argumente vorzubringen. 

O Eigenlob: Ausdrücke wie „fair“ oder 
„großzügiges Angebot“ haben keine 
Überzeugungskraft, wenn sie als Eigen- 
lob benutzt werden. Sie führen eher zur 
Verärgerung des Verhandlungspartners, 
der glauben könnte, er selbst erscheint 
als unfair. 


O Gegenvorschläge: Gegenvorschläge 
kommen in der Regel zu einem un- 
günstigen Zeitpunkt, da der andere mit 
seinem eigenen Vorschlag beschäftigt 
ist. Es könnte auch als Abblocken oder 
Widersprechen gedeutet werden. 

O Verteidigungs-Angriffs-Spirale: Ver- 
teidigung und Angriff sind oft schwer 
voneinander zu unterscheiden. Was der 
eine als legitime Abwehr empfindet, 
sieht der andere als ungerechtfertigten 
Angriff und der Teufelskreis „Verteidi- 
gung - Angreifen“ setzt ein. 


Aus: ManagerSeminare 


2. Nehmen Sie Stellung zu den Empfehlungen. 

Worauf sollte man Ihrer Meinung nach noch achten, wenn man eine erfolgreiche Verhand- 
lung führen will? 

3. Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text mit synonymen Wendungen. 

1. jmdn. über den Tisch ziehen 

2. etwas ist an gesag t 

3. durchschnittliche Verhandler 

4. nachhaken 

5. Trugschluss 

6. Argumente verwässern 

7. stichhaltig e Argumente 

4. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1 Besprechungen und Verkaufsgesprächen ist die Grenze Argumentation 

und Aggression häufig fließend. Dabei sollte es Verhandlungen nicht darum 

gehen, den anderen den Tisch zu ziehen. 

2. Welche Gesprächsfertigkeiten erfolgreiche Verhandler brauchen, war Ausgangspunkt 

eine Studie, der über 100 Verhandlungen Verhandlungsführer beo- 
bachtet wurden. 

3. Die Vorteile liegen u. a. darin, dass Fragen Informationen Meinungen und 

Standpunkte des Gesprächspartners liefern. 

4. Gegenvorschläge kommen der Regel einem ungünstigen Zeitpunkt, da 

der andere seinem eigenen Vorschlag beschäftigt ist. 

5. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

1 . Eine gute Vorbereitung als Voraussetzung für den positiven Abschluss einer 

Verhandlung. 

2. Als Erstes müssen erreichbare Ziele werden. 


180 





Formelles und In formelles 


Kapitel 8-A 


3. Stärken und Schwächen beider Verhandlungspartner sollten vorher und die 

Realisierbarkeit der Ziele werden. 

4. Als Nächstes sind Verhandlungspunkte und Prioritäten , um Überraschungen 

während der Verhandlung 

5. Mögliche Alternativen sind wichtig als Rückzugsposition, wenn die Verhandlung zu 
droht. 

6. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . Ziele - Verhandlung - nicht - zu hoch - ansiedeln - dürfen - werden 


2. Analyse - Verhandlungspartner - Konfliktbereiche - Vorfeld - helfen - erkennen 


3. Vertragspartner - Verhandlung - beide - eingehend - sich vorbereiten - sollten 


II. Andere Länder - andere Sitten 

1. Lesen Sie den folgenden Text. 


Andere Länder - andere Sitten 

Im Süden Europas sind die Zeitbegriffe et- 
was dehnbarer als z. B. in Deutschland. Das 
berühmte spanische „Manana“ („Morgen“) 
bedeutet zwar nicht gerade, dass alles auf 
den nächsten Tag verschoben wird, doch 
die Verspätung von einer halben Stunde 
wundert in den Spanisch sprechenden Län- 
dern (auch in Süda- 
merika) niemanden. 

Man selber sollte 
daher zu einer Ver- 
abredung nie zu 
früh kommen, denn 
das wäre eine gro- 
be Unhöflichkeit. 

Wichtig ist auch, die 
so genannte Siesta, 
die Mittagsruhe, die 
sich in den heißen 
Monaten bis vier Uhr 
nachmittags ausdeh- 
nen kann, nicht zu 
stören. 


Da man in Italien, Spanien und in Portu- 
gal recht förmlich ist, sollte man sich vor 
einer Reise nach den Titeln erkundigen, 
die mögliche Kontaktpersonen haben. In 
den romanischen Ländern ist es enorm 
wichtig, die Geschäftspartner (auch die 
Damen) mit akademischem oder militä- 



181 




182 




Formelles und Informelles 


Kapitel 8-A 


5. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen. 

1 . Das berühmte spanische „Manana“ („Morgen“) bedeutet zwar nicht gerade, dass alles 

den nächsten Tag verschoben wird, doch die Verspätung einer halben 

Stunde wundert den Spanisch sprechenden Ländern (auch Südamerika) 

niemanden. 

2. Da man Italien, Spanien und Portugal recht förmlich ist, sollte man sich 

einer Reise den Titeln erkundigen, die mögliche Kontaktpersonen ha- 
ben. 

3. Zum Beispiel gehört es den Mittelmeerländem nicht guten Ton, als Frau 

tief dekolletiert, Shorts Kopfbedeckung eine Kirche zu besichtigen. 

6. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1. Wie würden Sie das Verhalten von Touristen in Ihrem Heimatland beschreiben? Was 
fällt Ihnen unangenehm auf? Nennen Sie Beispiele. 

2. Wie benehmen sich Landleute von Ihnen, wenn sie als Touristen ins Ausland fahren? 
Können Sie bestimmte spezifische Verhaltensweisen beschreiben? 

7. Lesen Sie den folgenden Text und ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

Alles inklusive - auch schlechtes Benehmen 

Wenn einem in Thailand ein Geldschein vor die Füße ( 1 ), sollte man möglichst 

nicht drauftreten. Dies kann als Majestätsbeleidigung (2) werden, denn des 

Königs Kopf (3) jede Banknote. Aber man muss nicht erst nach Thailand 

(4), um unwissend eine Straftat zu (5). Es reicht schon, wenn 

man sich in Rom im Trevi-Brunnen die Beine kühlen will. In beiden Fällen ließen sich 

die unter Umständen teuren Fehltritte leicht (6), wenn man sich nur vor der 

Reise über die örtlichen Gepflogenheiten (7). Nach Meinung von Experten 

(8) ein direkter Zusammenhang zwischen der Erziehung und Bildung eines 

Urlaubers und dessen Verhalten in einem Gastland. Sie unterscheiden zwei Gruppen von 
Reisenden: die eine Gruppe, die sich vorher informiert und sich für unterschiedliche Men- 
talitäten (9) - die andere Gruppe, die davon (10), dass bei ihrer 

All-Inclusive-Schnäppchenpreis-Reise auch der Rezeptionist Deutsch (11). 

Einen grundlegenden Wandel im Verhalten der Touristen in den letzten Jahren konnten die 

Reiseexperten nicht (12). Die desinteressierten Touristen, die sich nach wie vor 

um nichts kümmern, (13) immer wieder dieselben Fehler. Sie (14) 

in kurzen Hosen Kathedralen und (15) in Badehose durch historische Altstädte. 

Vor allem in islamischen Ländern (16) sie Kleidungs- und Verhaltensvor- 

schriften. Doch die deutschen Touristen sind nicht alleine - sie (17) sich in 

guter bzw. schlechter Gesellschaft mit englischen, holländischen oder italienischen Urlau- 
bern. Nach Einschätzung eines Chef-Reiseleiters wären die Italiener am lautesten und die 
Deutschen und Engländer würden am meisten trinken - aber sonst würden sie sich nicht 

(18). Fakt ist aber: (19) sich eine Touristen-Gruppe daneben, 

(20) das ein schlechtes Licht auf die jeweilige Nation. 


183 


Kapitel 8-A 


Formelles und Informelles 


8. Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. 

1 . Deutsche - Leben - Privatleben - Berufsleben - teilen 


2. zwei Bereiche - sie - strikt - genau - voneinander - getrennt sein - achten - dass 


3. Berufsleben - formell, Kleidung - Kollegen - man - höflich sein - tragen - und 


4. geschäftlich, Termine - Arbeit - man - pünktlich - müssen (2 x) - einhalten - erschei- 
nen - werden - und 


5. Scherze - formell, Gelegenheiten - nicht besonders - beliebt sein 


6. Privatleben - Deutsche - lockerer - kleiden - benehmen - und 


7. Grüßen - gesamt, deutsch, Leben - Rolle - wichtig - spielen 


III. Deutsche und fremde Wörter 

1. Das schönste deutsche Wort 

Im Jahre 2004 gab es eine weltweite Umfrage, in der das schönste deutsche Wort gesucht 
wurde. Zu diesem erstmals ausgerufenen Wettbewerb gab es rund 23 000 Einsendungen 
aus über 100 Ländern. 

Spielen Sie mit. 

a) Welches ist Ihr schönstes deutsches Wort? 

b) Hier finden Sie einige Vorschläge, unter denen sich auch der Gewinner des Wettbewerbs 
befindet. Wenn Sie Jurymitglied gewesen wären, welche drei Wörter hätten bei Ihnen 
Platz 1, 2 und 3 belegt? Begründen Sie Ihre Auswahl. 

(Die Wettbewerbsgewinner finden Sie im Lösungsschlüssel.) 


O Fernbedienung 

O Plaudertasche 

O Hintergrundrauschen 

O Doppelkaw sbälf-te 

O Pusteblume 

O Zeitlupe 

O auseinandersetzen 

O schweigen 

O Sommerfe-gen 

O Habseligkeiten 

O Weltschmerz 

O Wift'wa»*»* 

O Geheimratsecken 

O Zweisamkeit 

O Schlaraffenland 

O -Herbstzeitlose 

O zwar 

O Rkaba*4>e**ma*»melade 

O zärtlich 

O Wolkenkratzer 

O Sehnsucht 

O Geborgenheit 

O Geistesblitz 

O Liebling 

O nichtsdestotrotz 

O Pampelmuse 

O Lesesessel 

O lieben 

O Quatsch 

O immemm 

O Augenblick 

O schön 

O ;Arv»*ufbe antworte»* 

O Heimat 

O Mitgefühl 

O Staatsangehörigkeits- 

O Herzblut 

O Kulturbeutel 

angelege nheiten 


184 




Formelles und Informelles 


Kapitel 8-A 


2. Beantworten Sie eine der folgenden Fragen. 

1 . Gibt es in Ihrer Muttersprache aus einer anderen Sprache übernommene Wörter? Wenn 
ja, welche übernommenen Wörter halten Sie für sinnvoll, welche nicht? Nennen Sie 
Beispiele. 

2. Inwieweit wird Ihre Muttersprache (wenn sie nicht englisch ist) vom Englischen 
beeinflusst? Berichten Sie darüber auch anhand von Beispielen. 

3. Gibt es in Ihrem Heimatland Gesetze, die Ihre Sprache vor fremden Einflüssen schützen 
sollen? Halten Sie solche Maßnahmen überhaupt für sinnvoll? Begründen Sie Ihre 
Meinung. 


3. Lesen Sie den folgenden Text. 


Er designs, sie hat recycled, und alle sind chatting 

Wie werden eigentlich englische Wörter in deutscher Schriftsprache behandelt; kann man 
sie deklinieren und konjugieren wie deutsche Wörter? Oder gelten für sie andere Regeln ? 
Diese Fragen beschäftigen alle, die recyceln, designen, chatten und simsen. Ein paar 
Gedanken über die Einbürgerung von Fremdwörtern. 


Fremdwörter, egal welcher Herkunft, wer- 
den mit Ehrfurcht und Respekt behandelt, 
manche Menschen fassen sie mit Samthand- 
schuhen an . andere nur mit spitzen Fingern . 
Man ist im Allgemeinen froh, wenn man 
weiß, was sie bedeuten, aber man vermeidet 
es, sie zu deklinieren oder zu konjugieren. 
Doch je mehr man sich an sie gewöhnt, 
desto geringer werden 
die Berührungsängste. 

Und irgendwann, wenn 
das Fremdwort schon gar 
nicht mehr aus unserer 
Sprache we gzudenken 
ist, betrachtet man es als 
ein Wort wie jedes andere 
auch und behandelt es 
entsprechend. Und da- 
gegen ist im Prinzip auch 
nichts einzuwenden. 

Andere Sprachen ma- 
chen es genauso. Zum 
Beispiel heißt die Mehr- 
zahl von „bratwurst" 
auf Englisch nicht etwa 
„bratwuerste“, sondern 
„bratwursts“. Kein Brite 
oder Amerikaner käme 


auf die Idee, sich über die „undeutsche“ 
Plural-Endung aufzuregen. Und das kuriose 
Verb „to abseil“, aus dem deutschen Bergstei- 
gerwort „abseilen“ gebildet, wird problemlos 
ins Gerundium gesetzt: abseiling. 

Also halten wir es genauso. Wir haben 
Wörter wie „design“ und „recycle“ in unsere 
Sprache aufgenommen, und nun, da sie 
unentbehrlich geworden 
sind, hängen wir ihnen 
unsere eigenen Endungen 
an: Ich designe eine Kaf- 
feemaschine, du designst 
ein Auto, der Architekt 
designt ein Haus; ich 
recycle Papier, du recy- 
celst Plastik, er recycelt 
Biomüll. Im Perfekt zu 
sprechen: Er hat ein 
Haus designt, wir haben 
Autoreifen recycelt. 

Was wäre die Alter- 
native? Sollte man die 
englischen Formen be- 
nutzen? Er hat ein Haus 
designed, wir haben Pa- 
pier recycled - das mag 
im Perfekt noch angehen . 



185 





Aber wie sieht es im Präsens aus? Er designs einfach „weitergeleitet“ schreibt. Fremd- 
ein Haus, wir recycle Papier? Es sieht nicht Wörter sind willkommen, wenn sie unsere 
nur befremdlich aus, es klingt auch äußerst Sprache bereichern; sie sind unnötig, wenn 
seltsam. sie gleichwertige deutsche Wörter ersetzen 

Die Einbürgerung von Fremdwörtern oder verdrängen. Statt „gevotet“ kann man 
verläuft nicht nach festen Regeln, irgendje- ebenso gut „abgestimmt“ schreiben, statt 
mand traut sich irgendwann das erste Mal „upgedated“ „aktualisiert“, und wer seine 
„geshoppt“ oder „gemailt“ zu schreiben, ein Dateien „gebackupt“ hat, der hat sie auf gut 
anderer macht es nach, und langsam verbrei- Deutsch „gesichert“, 
tet sich der deutsche „Look“. Nach einer Während sich der Ausdruck „gekidnappt“ 
Weile hat man sich dran gewöhnt. Wer wollte für entführte Personen durchgesetzt hat, auch 
ein Wort wie „surfen“ (ich habe gesurft, ich wenn es sich dabei um Erwachsene handelt 
will nächsten Sommer wieder surfen, surfst (kidnapping bedeutete ursprünglich Kinder 
du mit mir?) heute noch anders beugen neppen), ist der Ausdruck „gehijackt“ für 
wollen als nach deutschen Regeln? entführte Flugzeuge in stilistischer Hinsicht 

Natürlich gibt es Ausnahmen: ein frisierter inakzeptabel. 

Motor ist „getuned“ und nicht „getunt“, und Wörter wie „gestylt“, „gepixelt“ und 
perfektes Timing wird im Perfekt zu „geti- „gescannt“ sind hingegen akzeptabel, da sie 
med“, nicht „getimt“. So steht es jedenfalls kürzer oder prägnanter als ihre deutschen 
im Duden. Andere englische Wörter werden Entsprechungen sind, 
dafür vom Deutschen derart absorbiert, dass Auch „chatten“ und „simsen“ sind bereits 
sie kaum noch wieder zu erkennen sind: Das in die deutsche Sprache übergegangen: Chat- 
englische Wort „tough“ ist im Deutschen zu ter chatten im Chat, und wer täglich dreißig 
„taff' geworden, und für „pushen“ findet man Kurzmitteilungen per SMS verschickt, der 

auch schon die Schreibweise „puschen“. simst, was das Zeug hält . Es ist allerdings 
Boxkämpfe werden „promotet“, Flüge denkbar, dass diese Wörter wieder aus un- 
„gecancelt“ und Mitarbeiter „gebrieft“, serem Wortschatz verschwinden, noch ehe 
Doch nicht jedes englische Verb, das sich sie Eingang in ein deutsches Wörterbuch 
in unseren Sprachraum verirrt hat, braucht gefunden haben. In ein paar Jahren kann 
ein deutsches Perfektpartizip. Die Antwort die Technik des Simsens völlig veraltet und 
auf die Frage, ob es „downgeloadet“ oder Chatten plötzlich aus der Mode gekommen 
„gedownloadet“ heißen muss, lautet: Weder sein. 

noch, es heißt „heruntergeladen“. Es ist Dann wird man ein paar Ideen recyceln 
auch nicht nötig, sich den Kopf darüber und etwas Neues designen. Oder ein paar 
zu zerbrechen , ob es „forgewardet“ oder Ideen wiederverwerten und etwas Neues 
„geforwardet“ heißt, wenn man stattdessen gestalten. Warten wir’s ab. 

Aufsatz aus der Online- Kolumne „Zwiebelfisch" der Zeitschrift „Der SPIEGEL". Diesen Text 
sowie weitere Aufsätze über die deutsche Sprache finden Sie in dem Buch: „Der Dativ ist dem 
Genitiv sein Tod" von Bastian Sick, Kiepenheuer & Witsch (ISBN: 3-462-03448-0). 

4. Beantworten Sie die Fragen zum Text kurz mit eigenen Worten. 

1 . Welche Einstellung haben deutsche Muttersprachler gegenüber Fremdwörtern? 


2. Wie werden Fremdwörter in die deutsche Sprache „eingebürgert“? 


186 




Formelles und Informelles 


Kapitel 8-A 


3. Welche gelungenen Beispiele der „Einbürgerung“ werden genannt und wann sollten 
wir Fremdwörter übernehmen? 


4. Welche Beispiele der „Einbürgerung“ führt der Autor an, die seiner Meinung nach 
unnötig sind? 


5. Erklären Sie die unterstrichenen Teile mit eigenen Worten und nehmen Sie eventuell not- 
wendige Umformungen vor. 

1. Manche Menschen fassen Fremdwörter mit Samthandschuhen an . andere nur mit 
spitzen Fingern . 


2. Wenn das Fremdwort schon gar nicht mehr aus unserer Sprache we gzudenken ist , 
betrachtet man es als ein Wort wie jedes andere auch. 


3. Also halten wir es genauso. 


4. Wir haben Papier recycled - das mag im Perfekt noch angehen . 


5. Irgendjemand traut sich irgendwann das erste Mal „geshoppt“ oder „gemailt“ zu 
schreiben. 


6. Es ist auch nicht nötig, sich den Kopf darüber zu zerbrechen , ob es „forgewardet“ oder 
„geforwardet“ heißt. 


7. Wer täglich dreißig Kurzmitteilungen per SMS verschickt, der simst, was das Zeug 
hält. 


6. Ergänzen Sie die fehlenden Verben. 

Fremdwörter werden im Allgemeinen mit Ehrfurcht und Respekt (1). Man 

ist froh, wenn man weiß, was sie (2), aber man (3) es, sie zu 

deklinieren oder zu konjugieren. Doch je mehr man sich an sie (4), desto 

geringer (5) die Berührungsängste. Und mit der Zeit (6) man es 

als ein Wort wie jedes andere auch. Die Einbürgerung von Fremdwörtern (7) 

nicht nach festen Regeln. Irgendjemand (8) sich irgendwann das erste 

Mal „geshoppt“ oder „gemailt“ zu schreiben, ein anderer macht es nach, und langsam 

(9) es sich, zum Beispiel über die Medien. Doch nicht jedes englische Verb, 

das wir (10), bereichert unsere Sprache. Fremdwörter sind unnötig, wenn sie 

gleichwertige deutsche Wörter (11). 


187 











Kapitel 8-A Formelles und Informelles 

7. Verkürzen Sie die Sätze, indem Sie die Nebensätze in Präpositionalgruppen umformen. 

1 . Einige Politiker wollen ihre Muttersprache vor fremden Einflüssen schützen, indem 
sie neue Gesetze einführen . 


2. Erst nachdem ein Wort in ein deutsches Wörterbuch aufgenommen worden ist , gilt es 
als „eingebürgert“. 


3. Viele Menschen vermeiden die Benutzung von Fremdwörtern, weil sie Angst haben , 
einen Fehler zu begehen. 


4. Fremde Wörter können auch wieder aus dem Wortschatz verschwinden, noch ehe sie 
„eingebürgert“ worden sind . 


5. Dadurch, dass sie gleichwertige deutsche Wörter verdrängen , steigt die Zahl der be- 
nutzten Fremdwörter vor allem im Bereich der neuen Medien. 


8. Nehmen Sie mündlich oder schriftlich zu der folgenden Aussage Stellung. 

„Fremdwörter sind willkommen, wenn sie unsere Sprache bereichern; sie sind unnötig, 
wenn sie gleichwertige deutsche Wörter ersetzen oder verdängen.“ 

Halten Sie diesen Satz auch in Bezug auf Ihre eigene Muttersprache für richtig? Begründen 
Sie Ihre Ausführungen und nennen Sie Beispiele. 


IV. Formelle Briefe - Einladungen und gute Wünsche 


Formelle Briefe zu schreiben ist nicht so 
schwierig, wie allgemein angenommen 
wird. Die folgenden Tipps und Beispiele 
sollen Ihnen beim Briefeschreiben ein 
wenig helfen. 

Unsere Tipps: 

Formelle Briefe sollten einfach und ver- 
ständlich sein, das heißt: 

- Beschränken Sie sich auf das Wesentli- 
che. 

- Verwenden Sie geläufige Wörter und 
einfache Sätze. 

- Gliedern Sie den Brief inhaltlich und 
optisch. 

- Schreiben Sie in einem höflichen und 
persönlichen Stil. 


Bei der Anrede für Einladungen und 
Wünsche kann man sowohl Sehr geehrte/ 
sehr geehrter als auch Liebe/lieber verwen- 
den. (Bei Aufträgen, Auftragsbestätigun- 
gen, Mängelrügen oder ähnlichen Briefen, 
schreibt man fast immer Sehr geehrte/sehr 
geehrter.) 

Zum Schluss des Briefes sind folgende 
Grußformeln möglich: Mit freundlichen 
Grüßen, Mit besten Grüßen, Mit besten 
Empfehlungen, Mit herzlichen Grüßen (als 
Ausdruck besonderer persönlicher Bezie- 
hungen). 

Unterschrieben wird mit Vor- und Nach- 
namen. 


1. Lesen Sie die folgenden Briefbeispiele. 


188 




Formelles und Informelles 


Geburtstagswünsche 
an einen Mitarbeiter 

Sehr geehrter Herr Mitschke, 
zu Ihrem 50. Geburtstag möchte ich 
Ihnen, auch im Namen aller Mitarbei- 
ter der Abteilung, ganz herzlich gratu- 
lieren. 

Für das nächste Lebensjahr wünsche 
ich Ihnen Gesundheit, Glück und Schaf- 
fenskraft. 

Hoffentlich gefällt Ihnen unser kleines 
Geschenk. Es ist auch ein Dankeschön 
für die bisherige gute Zusammenarbeit. 

Alles Gute und beste Grüße 

(Unterschrift) 

Martin Spengler 



Weihnachts- und Neujahrswünsche 

Liebe Frau Sommer, 

wir wünschen Ihnen und Ihrem Mann 
ein frohes Weihnachtsfest, gesegnete 
Feiertage und ein gesundes, glückliches 
und erfolgreiches Neues Jahr. 

Mit herzlichen Grüßen 
(Unterschrift) 

Rosemarie und Heinz Kolbach 


Kapitel 8-A 


Einladung zu einem Vortrag 

Sehr geehrte Frau Dr. Schmitz-Stöber, 
das Gesundheitswesen befindet sich im 
Wandel. Gerade in den vergangenen 
Monaten sind sehr kontroverse Diskus- 
sionen über neue Entwicklungen geführt 
worden. 

In Zusammenarbeit mit der „Vertrags- 
ärztlichen Vereinigung Miesbach 1 
laden wir Sie zu einer Veranstaltung 
mit Herrn Rechtsanwalt Karl-Gerhard 
Schädlich ein: 

Kassenarzt - ein Auslaufmodell? 

Überlebensstrategien für die 
kassenärztliche Praxis 
Termin: 26. Oktober 2004 
Beginn: 1 9.00 Uhr (Einlass 1 8.30 Uhr) 
Ort: Waitzinger Keller, Miesbach 

Die Veranstaltung dauert ca. 3 Stunden. 
Für den Hunger danach steht im An- 
schluss ein kleines Buffet für Sie bereit. 
Bitte geben Sie uns mit beiliegender 
Faxantwort bis zum 15. Oktober Be- 
scheid, ob Sie an dieser Veranstaltung 
teilnehmen. 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen! 

Mit freundlichen Grüßen 

(Unterschrift) 

Kurt Hirmer 


Absage einer Einladung 

Sehr geehrter Herr Krause, 
haben Sie vielen Dank für Ihre freund- 
liche Einladung. 

Zu meinem Bedauern muss ich Ihnen 
mitteilen, dass es mir nicht möglich ist 
zu kommen. Ich trete am Mittwoch eine 
zweiwöchige Dienstreise an. 

Mit besten Empfehlungen 
Ihr 

(Unterschrift) 

Heinz Kubelick 


189 









Neujahrswünsche 

eines Direktors an seine Mitarbeiter 


Liebe Mitarbeiterinnen, 
liebe Mitarbeiter, 

das Jahr geht seinem Ende entgegen 
und wir können stolz darauf zurück- 
blicken. Für die hervorragenden Ergeb- 
nisse, die wir in diesem Jahr erzielt 
haben, danke ich jedem von Ihnen. 

Im Neuen Jahr werden wir mehr denn 
je unsere Vorstellungskraft und Kreati- 
vität nötig haben, wir müssen offen sein 
und unseren Teamgeist weiterentwi- 
ckeln, um unsere Leistungs- und Kon- 
kurrenzfähigkeit auf dem internationa- 
len Markt noch weiter zu verbessern. 

Ich wünsche Ihnen ein sehr gutes und 
glückliches Neues Jahr! 

(Unterschrift) 

Dr. Franz Wohlfahrt 


Kondolenzbrief an die Frau eines Mitarbeiters 

Sehr geehrte Frau Schumann, 

über die Nachricht vom plötzlichen Tod Ihres Mannes sind wir tief betroffen. 

Ihr Mann war ein liebenswerter und hilfsbereiter Mensch, der durch seinen Einsatz, 
seine Kooperationsfähigkeit und seine Arbeit viel zum Erfolg des Unternehmens beige- 
tragen hat. 

Der Tod Ihres Mannes bedeutet auch für uns einen schweren Verlust. 

Wir wünschen Ihnen für die nächste Zeit Kraft und Stärke, den Schmerz und die Trauer 
zu überwinden. 

Unser herzlichstes Beileid. 

Mit tröstenden Gedanken und besten Grüßen 

(Unterschrift) 

Dr. Herbert Knaup 

2. Schreiben Sie drei kurze formelle Briefe Ihrer Wahl. 


190 






Formelles und Informelles Kapitel 8-B 


Kapitel 8 Formelles und Informelles 

Teil B Hinweise zu Grammatik und Prüfungsaufgaben 


1. Konjunktiv II als Ausdruck der Höflichkeit und Zurückhaltung 


- Würden Sie bitte das Fenster zumachen, es zieht! 

(mündliche Aufforderung) 

- Wir würden uns freuen, Sie bei uns als Gast begrüßen zu dürfen. 

( Höflichkeitsfloskel ) 

- Wie wäre es, wenn wir uns auch von anderen Firmen einen Kostenvoranschlag 
zuschicken lassen? 

(höflicher Vorschlag) 

Wenn Sie höflich, formell oder etwas zurückhaltend sein wollen/müssen, dann verwen- 
den Sie bitte den Konjunktiv II in direkten und indirekten Bitten und Aufforderungen 
sowie bei Vorschlägen oder vorsichtig angebrachter Kritik. 


2. Nomen-Verb- Verbindungen 


Nomen-Verb- Verbindungen bestehen, wie der Name schon sagt, aus einem Nomen und 
einem Verb. 

Beispiele: einen Antrag stellen 

Berücksichtigung finden 

Das Nomen beschreibt die Handlung und das Verb wird seiner eigentlichen Bedeutung 
enthoben. 

Oft lassen sich Nomen- Verb-Verbindungen durch einfache Verben ersetzen. 

Beispiele: Antrag stellen - beantragen 

Berücksichtigung finden - berücksichtigt werden. 

Wenn Sie die Nomen- Verb- Verbindung verwenden, bekommt die Sprache einen formel- 
leren Charakter. 

Sehr gebräuchlich ist die Verwendung von Nomen- Verb- Verbindungen z. B. im Ge- 
schäftsleben, auf Ämtern und in allen Situationen, wo man sich etwas formeller ausdrü- 
cken möchte. 


3. Nominalstil - Schriftsprache 

- Wenn das Flugzeug startet, bitten wir Sie das Rauchen einzustellen. (Verbalstil) 

- Beim Start (des Flugzeugs) bitten wir Sie das Rauchen einzustellen. (Nominalstil) 
Der Nominalstil wirkt formeller als der (eher erzählerisch wirkende) Verbalstil. 

Er wird vor allem (aber nicht ausschließlich) in der Schriftsprache und im Amtsdeutsch 
verwendet. 


191 







Schritte für Umformungen von Sätzen in Nominalgruppen 

Umzuformende Sätze: 

a) Die Zahlung ist fällig, wenn die Lieferung eintrifft. 

b) So weit man bis jetzt weiß, gibt es bei diesem neuen Medikament keine Nebenwir- 
kungen. 

1. Streichen Sie die Konjunktion: wenn, so weit 

2. Substantivieren Sie das Verb: 
eintrijft - das Eintreffen 

weiß - das Wissen, die Erkenntnis 

3. Suchen Sie die passende Präposition: 
bei/nach dem Eintreffen 

nach dem Wissen/nach der Erkenntnis/dem Wissen nach 

4. Fügen Sie den Rest der Aussage als Attribut hinzu: 

Bei/nach (dem) Eintreffen der Lieferung 

nach der jetzigen/bisherigen Erkenntnis 

5. Passen Sie die Präpositionalgruppe in den Rest des Satzes ein. 

Umgeformte Sätze: 

a) Öie Zahlung ist bei Eintreffen der Lieferung fällig. 

b) Nach der bisherigen Erkenntnis gibt es bei diesem neuen Medikament keine 
Nebenwirkungen. 


4. Einige Präpositionen der Schriftsprache 


anhand (G) 

anhand der erdrückenden Beweise 

anlässlich (G) 

anlässlich des 100. Todestages 

auf Grund (G) 

auf Grund sich häufender Beschwerden 

Bezug nehmend auf (A) 

Bezug nehmend auf Ihr Schreiben vom 

binnen (G/D) 

binnen der nächsten 14 Tage 

dank (G/D) 

dank seiner Hilfe 

gemäß (D) 

gemäß Artikel 1 der Straßenverkehrsordnung 

der Form halber (G) 

der Form halber 

hinsichtlich (G) 

hinsichtlich seiner körperlichen Verfassung 

infolge (G) 

infolge schlechter Wetterumstände 

kraft (G) 

kraft seines Amtes 

laut (G/D) 

laut neuester Umfrageergebnisse 

mangels (G) 

mangels ausreichender finanzieller Unterstützung 

mittels (G) 

mittels gewaltiger Maschinen 

seitens (G) 

seitens der Staatsanwaltschaft 

trotz (G) 

trotz seiner Bemühungen 

ungeachtet (G) 

ungeachtet der Zwischenrufe 

zeit (G) 

zeit seines Lebens 

zu Gunsten (G) 

zu Gunsten des Angeklagten 

zufolge (D) 

einem Bericht der FAZ zufolge 

zuliebe (D) 

meiner Mutter zuliebe 

zwecks (G) 

zwecks besserer Kommunikation 


192 






Formelles und Informelles 


Kapitel 8-C 


Kapitel 8 Formelles und Informelles 

Teil C Übungen 


1. Konjunktiv II als Ausdruck der Höflichkeit/Zurückhaltung 
Bilden Sie den Hauptsatz im Konjunktiv II. 

0. ich - vorschlagen // nächste Sitzung - 10. September - 15.00 - stattfinden 

Ich würde vorschlagen , dass die nächste Sitzung am 10. September um 15.00 Uhr 
stattfindet. 

1. ich - sich vorstellen können // Preiserhöhung - Kunde - Kritik stoßen 


2. ich - abraten // andere Werbefirma - beauftragen 


3. wir - sich freuen // weitere Aufträge - Sie - erhalten 


4. ich - Sie - bitten // Rechnung - umgehend - begleichen 


5. ich - Vergnügen sein // Sie - begleiten - dürfen 


6. ich - hinweisen dürfen // Fehler - Jahresabrechnung - sein 


7. es - besser gewesen // zuständiger Kollege - Rücksprache halten 


8. Sie - etwas ausmachen // Gast - Bahnhof - bringen 


2. Nomen- Verb- Verbindungen 

Ergänzen Sie die passenden Verben und die fehlenden Präpositionen. 

1 . Die Autofahrer haben wegen der Verteuerung des Benzins der Regierung Kritik 

2. Die Polizei befürchtet, dass der entflohene Häftling wieder ein Verbrechen 

3. Für diese Fehlentscheidung muss der Manager die Verantwortung 

4. Er wurde deshalb vom Aufsichtsrat Rechenschaft Da musste er 

Rede und Antwort 

5. Wer muss den Schaden ? Wer wird die Kosten 

6. Gestern wurde in dem Prozess das Urteil 

7. Niemand wollte den Reisenden Glauben 

8. Das neue Gesetz zu Beginn nächsten Jahres Kraft. 

9. Gegen den drastischen Fall des Dollars müssen Maßnahmen werden. 

10 Sie bitte Kenntnis, dass die Bearbeitung des Antrags ca. zehn Monate 

dauert. 


193 












Kapitel 8-C 


Formelles und Informelles 


11. Für den Posten des Abteilungsleiters insgesamt drei Mitarbeiter 

Betracht. 

12. Ich meine Unterlagen gern Verfügung. 

13. Sie hat das Vertrauen Ihres Chefs 

14. Ich bitte Sie, dem Vorschlag Stellung zu 

15. Man kann ihr wirklich keine Bitte 

3. Ergänzen Sie die bei den Nomen fehlenden Verben. 

Was hat sie getan? Sie hat 

1. einen Antrag 

2. ihren Standpunkt 

3. sich mit dem zuständigen Beamten in Verbindung 

4. mit ihrem Antrag großes Aufsehen 

5. damit alle in Erstaunen 

6. mögliche Einwände in Erwägung 

7. eine Auswahl möglicher Änderungen 

8. einige Zweifel 

9. keine Niederlage sondern einen Sieg 

4. Formen Sie die Sätze um und verwenden Sie eine Nomen- Verb- Verbindung. 

0. Seine guten Noten haben uns überrascht. (Staunen) 

Seine guten Noten haben uns in Staunen versetzt. 

1 . Der Ministerpräsident wird auch verschiedene Hilfsorganisationen besuchen. 
(Besuch) 


2. Der Staat kann in bestimmten Fällen helfen. (Unterstützung) 


3. Wir haben den Diebstahl sofort bei der Polizei gemeldet. (Anzeige) 


4. Ich empfehle dir, nicht so streng zu sein. (Nachsicht) 


5. Die Bank hat sich nach seinem Einkommen erkundigt. (Auskünfte) 


6. Sie hat mal wieder erreicht, was sie wollte. (Willen) 


7. Das Ehepaar ist bei einem Autounfall tödlich verunglückt. (Leben) 


8. Die Frau wurde von ihrem Mann ständig unterbrochen. (Wort) 


9. Die Nachbarn haben sich wieder miteinander versöhnt. (Streit) 


194 



Formelles und Informelles 


Kapitel 8-C 


10. Die Bank hat uns für die nächste Rückzahlung noch Zeit gegeben. (Aufschub) 


11. Er hat über den Vorfall nichts gesagt. (Stillschweigen) 


12. Der Politiker hat zu den Vorwürfen der Presse geschwiegen, (jedes Kommentars) 


13. Vielleicht haben Sie nicht bemerkt (Aufmerksamkeit), dass die Rechnung vom 3. des 
vergangenen Monats von Ihnen noch nicht bezahlt worden ist. 


14. Über die Konstruktionspläne darf nicht gesprochen werden. (Geheimhaltung) 


15. Von den Mitarbeitern wird immer mehr verlangt. (Forderungen) 


5. Nominalisierung 

Formen Sie die Sätze um, ohne einen Nebensatz zu bilden. 

0. Wie die Regierung gestern beschlossen hat , werden die Steuern ab 1 . 1 . nächsten Jahres 
erhöht. 

Au f Beschluss der Regierung werden die Steuern ab 1.1. nächsten Jahres erhöht. 

1. Obwohl wir uns intensiv bemüht haben , ist uns eine Umsatzsteigerung nicht gelun- 
gen. 


2. Um Krankheitsübertragungen zu vermeiden , müssen die hygienischen Vorschriften 
genau beachtet werden. 


3. Wenn Sie es wünschen , senden wir Ihnen die Ware ins Haus. 


4. Weil er Angst hatte , schwieg er. 


5. Wenn wir auf das kommende Jahr blicken , sollten wir uns Gedanken über neue Projekte 
machen. (Hinblick) 


6. Wenn wir alle Faktoren berücksichtig en, dürfte bei dem Vorhaben nichts schief ge- 
hen. 


7. Nachdem die Sitzung beendet ist , gibt es im Zimmer des Direktors ein Glas Wein. 
(Anschluss) 


8. Wie die Gewerkschaften meinen , wird sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt auch im 
nächsten Jahr nicht verbessern. 


195 











Kapitel 8-C 


Formelles und Informelles 


9. Wenn der Ehepartner nicht unterschreibt , wird der Antrag nicht bearbeitet. 


10. Um die Schädlinge effektiver zu bekämpfen , wird ein neues Mittel ausprobiert. 


11. Wenn alle Sicherheitsregeln beachtet werden , ist ein Unglück ausgeschlossen. 


12. Um Sie rechtzeitig zu informieren , senden wir Ihnen unsere neue Preisübersicht. 


6. Feste Verbindungen mit Präpositionen 

Bilden Sie aus den vorgegebenen Wörtern Sätze. Suchen Sie die passenden Präpositio- 
nen. 

0. Beschluss - Regierung - Steuern - 1.1.- nächstes Jahr - erhöhen - werden 
Auf Beschluss der Regierung werden die Steuern ab 1.1. nächsten Jahres erhöht. 

1 . Dr. Braun - Kapazität - Gebiet - Immunforschung - sein 


2. Anlass - zehnjährig, Firmenjubiläum - wir - Sie - festlich, Empfang - einladen 


3. Verlauf - Veranstaltung - mehrere Zwischenfälle - kommen - es 


4. Rahmen - seine Tätigkeit - Korrespondent - Herbst - Krisengebiet - reisen 


5. Grund - Sitzung - er - fembleiben 


6. schlecht, Wetterverhältnisse - Bau - termingerecht - können - beenden - werden 


7. Mangel - Beweise - Angeklagte - Gericht - freisprechen - werden 


8. Erfahrung - man - klug - werden 


9. Anbetracht - Tatsache - wir - rote Zahlen - Sparmaßnahmen - schreiben - ergrei- 
fen- müssen - werden - dass 


10. Angaben - Polizei - Unfall - niemand - verletzen - werden 


1 1 . Interesse - Kunden - Einhaltung - Termine - wir - achten 


1 2. Voraussetzung - Preise - weiter, Zusammenarbeit - stabil - wir - bleiben - interessiert 
sein - dass 


196 


Formelles und Informelles 


Kapitel 8-C 


1 3. Prozess - Ausschluss - Öffentlichkeit - stattfinden 


14. Schutz - Seuchen - Maßnahmen - schnell - ergreifen - werden 


15. Basis - freundschaftlich, Zusammenarbeit - Gespräche - stattfinden 


16. Aussage - Zeuge - Bank - drei, maskiert, Männer - sein 


7. Ergänzen Sie die fehlenden Präpositionen der Schriftsprache: anhand, anlässlich, auf 
Grund, Bezug nehmend auf, binnen, dank, gemäß, halber, hinsichtlich, infolge, kraft, laut, 
mangels, mittels, seitens, trotz, ungeachtet, zeit, zu Gunsten, zufolge, zuliebe, zwecks. 


1 der erdrückenden Beweise wurde der Angeklagte zu einer lebenslänglichen 

Freiheitsstrafe verurteilt. 

2 Ihr Schreiben vom 25. dieses Monats möchte ich Ihnen mitteilen, dass wir mit 

den von Ihnen genannten Bedingungen einverstanden sind. 

3 seiner Hilfe konnten wir die Arbeit rechtzeitig beenden. 

4 sich häufender Beschwerden sehen wir uns gezwungen, das Produkt vorläufig 

vom Markt zu nehmen. 

5. Wir erwarten Ihre Antwort der nächsten 14 Tage. 

6 Artikel 1 der Straßenverkehrsordnung gilt im Straßenverkehr Vorsicht und ge- 

genseitige Rücksichtnahme. 

7 schlechter Wetterumstände mussten die Bergungsarbeiten unterbrochen werden. 

8. Du musst seine Ehefrau mit einladen, schon der Form 

9 seiner körperlichen Verfassung muss der Radsportler bis zum Rennen noch 

einiges tun. 

10 neuester Umfrageergebnisse stößt die Umweltpolitik der Regierung bei der 

Bevölkerung auf heftige Kritik. 

11 seines Lebens war er um die Rettung vom Aussterben bedrohter Tierarten be- 

müht. 

12. Im Zweifel muss das Gericht des Angeklagten entscheiden. 

13 gewaltiger Maschinen konnten die Rettungsmannschaften zu den verschütteten 

Bergleuten Vordringen. 

14 ausreichender finanzieller Unterstützung konnte das Projekt nicht zu Ende 

geführt werden. 

15 seines Amtes erließ der Minister ein Gesetz zum Verbot solcher Medikamente. 

16 der Staatsanwaltschaft liegen keine Gründe zur Befragung weiterer Zeugen 

vor. 

17 besserer Kommunikation wird im Betrieb eine neue Telefonanlage installiert. 

18 seiner Bemühungen schaffte er das Examen nicht. 

19 der Zwischenrufe hielt der Politiker eine zweistündige Rede. 

20 des 100. Todestages fanden überall Lesungen zur Erinnerung an den Dichter 

statt. 


197 


Kapitel 8-C 


Formelles und Informelles 


2 1 . Einem Bericht der FAZ wurden in der Arzneimittelfabrik auch chemische Waffen 

produziert. 

22. Meiner Mutter kaufen wir für Weihnachten einen großen Tannenbaum. 

8. Textvariationen 

Formen Sie die Texte so um, dass Sie die auf der rechten Seite angegebenen Wörter bzw. 
Hinweise in den Text einarbeiten. 


Brauchtum und Feste 

Brauchtum ist ein Gruß aus guter alter Zeit - sagt der 
Volksmund , obwohl die alte Zeit manchmal gar nicht so 
gut war. 

Viele Bräuche, die uns bis heute romantisch und erhaltens- 
wert erscheinen und an denen unser Herz hängt, gehen auf 
recht prosaische Ereignisse zurück . 

Brauchtum und Feste gehören oft zusammen , denn zu 
den großen kirchlichen, historischen, bäuerlichen oder 
heidnischen Festen entfaltet das Brauchtum seine gan- 
ze'Pracht und andererseits gestalten die überlieferten 
Bräuche örtliche Feierlichkeiten zu besonderen Festen 
aus . Und es ist bemerkenswert , dass in unserer hoch 
technisierten, computergesteuerten Zeit immer mehr 
junge Menschen ihre Liebe zur Tradition entdecken 
und pflegen. 

Das gilt, abgesehen von den allerorts zu findenden Volks- 
musikveranstaltungen und Trachtenumzügen vor allem für 
die bäuerlichen Feste im Jahresverlauf . 

Mit lärmendem Herumtollen abschreckend vermummter 
Gestalten wird den bösen Geistern der Garaus gemacht 
und das neue Jahr vor ihnen geschützt. 

Und daneben versuchen die Menschen sich ein wenig 
Glück und Wohlstand für die kommenden zwölf Monate zu 
sichern . Sie schenken sich Glückssymbole wie Kleeblätter, 
Hufeisen oder kleine Schornsteinfeger aus allen möglichen 
Materialien, verwahren eine Schuppe des Silvesterkarpfens 
im Portemonnaie oder versuchen , beim Bleigießen ihr 
bevorstehendes Schicksal zu deuten. 

Das berühmteste aller historischen Feste ist das Münch- 
ner Oktoberfest, zu dem Besucher aus der ganzen Welt 
kommen, um das eigens für dieses Ereignis gebraute 
süffige Bier zu trinken und besondere Leckereien zu 
verzehren. Sie bummeln an den Schaustellerattrak- 
tionen vorbei und genießen den Nervenkitzel in den 
Fahrgeschäften. 

Das erste Oktoberfest im Jahre 1810 sah allerdings ganz 
anders aus- König Max Joseph lud seinerzeit die Bürger 
ein , um die Hochzeit des Prinzen Ludwig mit der Prinzessin 
Therese von Sachsen zu feiern. 


laut 


(Partizipialattribut) 

zurückführen 

Zusammenhang 

weil 

Beitrag, Gestaltung 
man, Staunen 


(Relativsatz) 

jährlich, stattfinden 
tollen herum 


um ... zu 
hoffen 

beschenken 

aufbewahren 

Versuch 

(Satzbeginn:) Zu ... 
(Apposition) 


entlang 


Aussehen 

(Passiv) 

Hochzeitsfeier 


198 



Formelles und Informelles 


Kapitel 8-C 


Dieses Fest war ein solcher Erfolg, dass die Gardekavalle- 
rie beantrag te, die Festwiese nach der Braut zu benennen 
und die Stadt München beschloss , das Fest Jahr für Jahr 
zu wiederholen. 

Und weil anlässlich der Hochzeit die Münchner in feier- 
lichem Zuge an der Residenz vorbei zur Festwiese zogen, 
ist es Brauch geblieben, einen Trachten- und Festzug durch 
München zu veranstalten. 

Zum Festzug, der in seiner Farbenpracht und Vielfältigkeit 
für jeden Zuschauer ein unvergessliches Erlebnis bleibt. 
kommen Trachtengruppen aus dem ganzen Land. 

Aus: Kulturelles Leben in der BRD 


Antrag 
Namen geben 
Beschluss 

Anlass 


(Partizipialattribut) 


9. 


Umgangssprachliche Redewendungen 

Ergänzen Sie die unten stehenden Sätze mit einer der folgenden Redewendungen und 
suchen Sie synonyme Ersatzmöglichkeiten. 


auf der Nase herumgetanzt 
auf den Arm nehmen 
der Kragen geplatzt 
steht ... unter dem Pantoffel 
den Braten gerochen 
in den sauren Apfel beißen 


hat ... die Hosen an 
Jacke wie Hose 

red(e) nicht ... um den heißen Brei herum 
keinen Finger krumm gemacht 
letztes Hemd hergegeben 


0. Meinst du das ernst oder willst du mich auf den Arm nehmen ? ( veralbern, verschaukeln, 
willst du dich über mich lustig machen) 

1. Hat er schon was gemerkt? - Ja, ich glaube er hat 


2. Das ist mir völlig gleichgültig, das ist 


3. Wir haben alle wie die Irren geschuftet und er hat dagesessen und 


4. Der Vertretungslehrer konnte in der Klasse nicht für Ruhe sorgen, die Schüler sind 
ihm 


5. Wie bitte, Peters Frau will nicht mehr, dass er zu unserem Skatabend kommt? 
Ja, sie hat zu Hause Peter bei ihr ganz schön 


6. Nach einer Viertelstunde wurde ihm alles zu viel und ihm ist 


7. Sie hätte dieses Stück so gerne in ihrer Sammlung, dafür würde sie ihr 


8. Nun sag schon endlich, was Sache ist und ständig 


9. Aufgrund von Sparmaßnahmen müssen wir beim Betriebsumzug alle Umzugskisten 
selber packen. Es geht nicht anders, wir werden müssen. 


199 










Kapitel 8-D 


Formelles und Informelles 


Kapitel 8 Formelles und Informelles 

Teil D Themen für Vortrag und Aufsatz 


Verhandlungskunst 

1 . Welche Maßnahmen halten Sie für geeignet, um aus Mitarbeitern gute Verhandlungsfüh- 
rer zu machen? Welche Rolle spielt Weiterbildung in Ihrem Betrieb und für Sie selbst? 
Begründen Sie Ihre Ausführungen. 

Höflichkeit und Umgangsformen 

2. Höflichkeit ist immer auch Heuchelei, denn es gehört Unehrlichkeit dazu, zu Leuten nett 
zu sein, die man nicht mag. Lügt man, wenn man höflich ist? Nehmen Sie dazu Stellung 
und erläutern Sie Ihre Meinung anhand von Beispielen. 

3. Das Einhalten der Etikette ist vor allem im Geschäftsleben sehr wichtig. Erläutern Sie, 
warum das so ist und geben Sie Beispiele aus Ihrem Heimatland. 

Weitere Aufsatz- und Vortragsthemen 

Vorbilder und Idole 

4. Vor allem junge Menschen schwärmen für Popstars, Models, Schauspieler oder Sportler. 
Welche Gründe gibt es Ihrer Meinung nach dafür und welche Einflüsse kann die Schwär- 
merei auf das Leben der Jugendlichen haben? Begründen Sie Ihre Meinung. 

5. Kann ein Idol oder Vorbild auch negativen Einfluss, z. B. auf Jugendliche ausüben? Nehmen 
Sie zu dieser Frage Stellung und beschreiben Sie, wenn Sie dieser Meinung sind, eventuelle 
Lösungsmöglichkeiten. 

Arbeit 

6. Arbeitslosigkeit stellt sowohl für die Gesellschaft als auch für die Betroffenen ein großes 
Problem dar. Ist Arbeitslosigkeit für Sie ein notwendiges Übel der modernen Industrie? 
Was kann der Staat zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit tun und was sollte Ihrer Meinung 
nach der Betroffene unternehmen, um Arbeit zu finden? Begründen Sie Ihre Meinung. 

7. Frauen in höheren Positionen sind in Deutschland noch nicht zur Normalität geworden. 
Was müsste sich Ihrer Meinung nach ändern, um das Verhältnis von Männern und Frauen 
in höheren Positionen auszugleichen? Wie ist die Situation in Ihrem Heimatland? 

Entwicklungshilfe 

8. Manche Leute weigern sich, Geld oder Kleidung für Länder der Dritten Welt zu spenden, 
weil sie der Meinung sind, es käme bei den Notleidenden sowieso nicht an. Nehmen Sie 
dazu Stellung und erläutern Sie, was man Ihrer Meinung nach für eine optimale und er- 
folgreiche Unterstützung und Förderung bedürftiger Länder tun kann. 

Sport 

9. Um erfolgreich zu sein, nehmen einige Sportler freiwillig unerlaubte Mittel (Doping). Was 
können nationale und internationale Sportverbände dagegen tun? Welche Rolle spielen 
Sportfunktionäre, die vom Erfolg der Sportler leben, und welche Rolle spielt das Publikum 
und die Presse, für die oft nur der Sieg zählt? Begründen Sie Ihre Meinung. 


200 



Anhang 


Hinweise zu den Prüfungen 


Anhang Hinweise zu den Prüfungen 

Zentrale Oberstufenprüfung (ZOP) 


Übersicht über die Prüfungsaufgaben 
der Zentralen Oberstufenprüfung (ZOP)* 

Schriftliche Prüfung 

1 . Texterklärung (90 Minuten) 

- Lesen eines authentischen Textes (z. B. aus einer Zeitschrift) von ca. 800-1000 Wörtern 
Länge 

- Beantwortung von Fragen zum Textinhalt (in ganzen Sätzen) 

- Erklärung einzelner Textstellen 

- Umformungen einzelner Textstellen mit Hilfe synonymer Wendungen 

- Erklärung einzelner Ausdrücke und Wörter mit synonymen Wendungen 

2. Ausdrucksfähigkeit (90 Minuten) 

(Die Aufgaben zur Ausdrucksfähigkeit lehnen sich inhaltlich an das Thema der Texterklärung 
an.) 

- Ergänzungsaufgaben ( Ergänzen von Präpositionen) 

- Umformung eines Textes anhand von Vorgaben (Textvariation) 

- Umformung von Sätzen anhand von Vorgaben: 

- Umformung von Nebensätzen in Nominalkonstruktionen und umgekehrt 

- Umformung von Relativsätzen in Partizipialkonstruktionen und umgekehrt 

- Umformungen von Modalverben in synonyme Ausdrücke und umgekehrt 

- Umformungen von Aktiv- in Passivkonstruktionen und umgekehrt 

- Umformungen von Aussagesätzen in z. B. irreale Bedingungssätze 

- Wortschatzaufgabe: Finden von Antonymen 

3. Aufsatz (90 Minuten + 10 Minuten Zählen der Wörter) 

- Schreiben eines Aufsatzes von mindestens 250 Wörtern Länge 

Als Thema kann ein lektüregebundenes oder ein allgemeines Thema gewählt werden. 

4. Hörverstehen 

- Zweimaliges Hören eines Textes (der zweite Durchgang wird in Abschnitten abgespielt) 
und Beantwortung offener Fragen in kurzen Sätzen oder Stichwörtern 

Zur Vorbereitung auf diesen Prüfungsteil eignen sich die Kassetten und Übungssätze des 
Goethe-Instituts. Bitte wenden Sie sich an ein Goethe-Institut in Ihrem Heimatland oder an 
die Prüfungszentrale in München. Sie können natürlich auch durch Hören eines deutschen 
Radiosenders oder durch das deutsche Fernsehprogramm Ihr Hörverständnis schulen. 

Mündliche Prüfung (15 Minuten Vorbereitung + 20 Minuten Prüfung) 

1. Vorbereiteter Lesetext (ca. 10 Minuten) 

- Text laut vorlesen 

- Hauptinformationen des Textes zusammenfassen 

- Äußerung zu einer von vier Aufgaben zum Text 

2. Vortrag (ca. 5 Minuten) 

Gespräch über den Vortrag (ca. 5 Minuten) 

* Prüfung des Goethe-Instituts 


201 





Hinweise zu den Prüfungen 


Anhang 


Anhang Hinweise zu den Prüfungen 

Kleines Deutsches Sprachdiplom (KDS) 


Übersicht über die Prüfungsaufgaben 

des Kleinen Deutschen Sprachdiploms (KDS)* 

Teil A 

Mündliche Einzelprüfung (40 Minuten Vorbereitung + ca. 20 Minuten Prüfung) 

1 . Vorlesen eines vorbereiteten Textes (ca. 3 Minuten) 

2. Vortrag (ca. 5 Minuten) 

Thema: Von drei angebotenen Themen können Sie ein Thema auswählen. 

Gespräch über den Vortrag (10-15 Minuten) 

Teil B 

Schriftliche Prüfung 

1 . Erklärung eines Textes nach Inhalt und Wortschatz (90 Minuten) 

- Lesen eines anspruchsvollen literarischen Textes 

- Beantworten von Fragen zum Textinhalt (in ganzen Sätzen) 

- Erklärung einzelner Textstellen mit eigenen Worten/synonymen Wendungen 

- Erklärung einzelner Wörter mit Synonymen 

2. Ausdrucksfähigkeit (60 Minuten) 

(Die Aufgaben zur Ausdrucksfähigkeit sind inhaltlich unabhängig von der Texterklärung) 

- Ergänzungsaufgaben: Ergänzen von Präpositionen, Ergänzen von Verben 

- Aufgaben zu Modalverben: Umformung von Sätzen mit Modalverben in Sätze mit 
synonymen Ausdrücken oder umgekehrt oder Ergänzen von Modalverben 

- Umformung von Sätzen anhand von Vorgaben: Umformung von Nebensätzen in Nominal- 
konstruktionen und umgekehrt, Umformungen von Relativsätzen in Partizipialkonstruk- 
tionen und umgekehrt, Umformung von Sätzen in teilweise vorgegebene Strukturen 

- Bildung von Sätzen aus vorgegebenen Wörtern 

3. Diktat (20 Minuten) 

Schreiben eines mittelschweren, ungefähr 20 Zeilen langen Textes 
TeilC 

Schriftliche Prüfung 

Aufgaben zur Lektüre (120 Minuten) 

Schreiben von zwei Aufsätzen von ca. 250 Wörtern Länge zu jeweils einem Buch aus der Lek- 
türeliste - also zu insgesamt zwei Büchern. 

(Die Lektüreliste umfasst vier Bücher und wird jedes Jahr neu zusammengestellt.) 


Prüfung des Goethe-Instituts, durchgeführt im Auftrag der Ludwig-Maximilians-Univer- 
sität München 


202 




Anhang 


Hinweise zu den Prüfungen 


Anhang 


Hinweise zu den Prüfungen 

Vortrag (ZOP und KDS) 


Hinweise zum Vortrag in der ZOP und für das KDS 


Länge 

Bei den Prüfungen ZOP und KDS sollte der Vortrag ca. 5 Minuten , beim GDS 10 Minuten dauern 
(lieber etwas länger als die vorgeschriebene Zeit statt kürzer). Unterschätzen Sie die Länge des 
Vortrages nicht! 5 Minuten können, wenn man frei sprechen muss, sehr lang sein. 


Thema 

Bei der ZOP können Sie selbst ein Thema wählen und sich zu Hause darauf vorbereiten. Das 
Thema muss vor der Prüfung dem Prüfungszentrum mitgeteilt werden. Sie dürfen Ihre Auf- 
zeichnungen in der Prüfung nicht verwenden und nicht den Eindruck erwecken. Sie hätten Ihren 
Vortrag auswendig gelernt. 

Beim KDS erhalten Sie vor der Prüfung drei Themen, von denen Sie ein Thema auswählen und 
auf das sie sich in der Vorbereitungszeit vorbereiten dürfen. Es ist gestattet, die Stichpunkte in 
der Prüfung zu verwenden. Lesen Sie sich die Themen genau und in Ruhe durch. 

Inhalt 

Denken Sie bei Ihrer Wahl daran, ob Sie den nötigen Wortschatz haben, ob Sie etwas Allge- 
meines über das Thema sagen und ob Sie Ihre Darlegungen mit Beispielen verdeutlichen kön- 
nen. 

Bleiben Sie nicht bei Ihrer persönlichen Meinung und Ihren persönlichen Erfahrungen hängen. 
Versuchen Sie, die allgemeinen Aspekte in Ihren Vortrag mit einzubeziehen und machen Sie 
deutlich, wenn es sich um Ihre persönliche Ansicht handelt. 


Gliederung 

Ihr Vortrag sollte eine 
Kurze Einleitung: - 


Hauptteil : 


Schluss : 


deutlich erkennbare Gliederung vorweisen, z. B.: 

Begründung der Themenwahl 

Erläuterung des Themas 

Erläuterung der Gliederung o. ä. 

historische Entwicklung 

Situationsbeschreibung 

Pro- und Kontra-Argumente 

Vergleiche 

eigene Meinung 

Beispiele o. ä. 

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Hauptteils 
sich daraus ergebende Forderungen, Zukunftsprognosen o. 


ä. 


Sprache 

Halten Sie Ihren Vortrag in ganzen Sätzen. Vermeiden Sie umgangssprachliche Ausdrücke und 
bemühen Sie sich um adäquaten Wortschatz. 

Achten Sie auf grammatische Korrektheit und variationsreiche Satzverknüpfungen (z. B.: Verwen- 
den Sie nicht immer und, und, und, sondern lieber hierzu kommt .... ein weiterer Gesichtspunkt 
wäre .... zu beachten ist außerdem ... usw.) 


Außerdem: Prüfer sind auch nur Menschen und wollen Ihnen nur Gutes. 


203 


Hinweise zu den Prüfungen 


Anhang 


Anhang 


Hinweise zu den Prüfungen 

Aufsatz (ZOP) 


Allgemeine Hinweise zum Aufsatz 

bei der Zentralen Oberstufenprüfung (ZOP) 

Zeit: 90 Minuten 

Inhalt 

Sie wählen, ob Sie einen Aufsatz über ein „freies Thema“ oder einen Aufsatz über ein „lektüre- 
gebundenes Thema“ schreiben möchten. Der Umfang sollte mindestens 250 Wörter betragen. 

Sprache 

Verwenden Sie einen der Aufgabenstellung angemessenen Wortschatz und variieren Sie die 
Satzverknüpfungen. Achten Sie darauf, dass Sie sich sowohl im Wortschatz als auch bei den 
Strukturen nicht ständig wiederholen. 

Vorgehensweise 

- Lesen Sie das Thema ganz genau, klären bzw. definieren Sie die Begriffe. 

- Sammeln Sie Ideen, machen Sie dazu Stichpunkte. 

- Ordnen Sie die Ideen, z. B. nach Wichtigkeit, zeitlichen Abläufen o. ä. 

- Suchen Sie nach Begründungen und Beispielen. 

- Schreiben Sie nicht erst den gesamten, ausformulierten Text auf das Konzeptpapier, denn 
dann bekommen Sie Probleme mit der Zeit. 

- Beginnen Sie mit dem , »richtigen“ Aufsatz, wenn Sie Ideen, Begründungen und Beispiele 
gesammelt und gegliedert haben. 

Hinweise zum „freien Thema“ 

Sie können aus vier angegebenen Themen ein Thema auswählen. Die Themen sind aus allgemei- 
nen Bereichen des Lebens, z. B. Erziehung, Arbeit, Reisen, mitmenschlicher Umgang, Freizeit, 
technische Entwicklungen usw. 

Beispiel: Bücher über Benimmregeln erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. 

Erörtern Sie (auch anhand von Beispielen), welche Rolle Benimmregeln in Ihrem 
Heimatland und für Sie persönlich spielen. 

Bemühen Sie sich, ähnlich wie beim Vortrag, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen 
allgemeiner Darstellung und Ihrer persönlichen Meinung. Denken Sie an eine logische und 
erkennbare Gliederung. 

Hinweise zum „lektüregebundenen Thema“ 

Sie müssen aus der Lektüreliste zur Zentralen Oberstufenprüfung, die mit der Literaturliste zum 
Kleinen Deutschen Sprachdiplom identisch ist, (mindestens) ein Buch gelesen haben. 

Zu diesem Buch erhalten Sie in der Prüfung das zu bearbeitende Thema. 

Beispiel: Ulrich Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W. 

Wie entsteht und entwickelt sich die Beziehung zwischen Edgar und Charlie? 
Erläutern Sie dies anhand von Beispielen aus der Erzählung. 

Ein paar kurze Hinweise zur Vorbereitung auf literarische Themen finden auf Seite 205. 

Die Bücher dürfen während des Aufsatzschreibens nicht verwendet werden. 


204 




Anhang 


Hinweise zu den Prüfungen 


Anhang 


Hinweise zu den Prüfungen 

Aufsatz (KDS) 


Allgemeine Hinweise zum Aufsatz 

beim Kleinen Deutschen Sprachdiplom (KDS) 


Zeit: 120 Minuten 

Inhalt 

Zwei Aufsätze von je ca. 250 Wörtern über zwei der von Ihnen ausgewählten Bücher aus der 
Lektüreliste zum Kleinen Deutschen Sprachdiplom, wobei Sie zu einem Buch FragetypA und 
zu dem anderen Buch Fragetyp B beantworten müssen. 

Tipps zur Vorbereitung 

Machen Sie sich während des Lesens unbedingt Notizen: 

1 . Beschreiben Sie die Hauptpersonen und ihre Charaktereigenschaften. 

2. Beschreiben Sie die Konflikte (innere und/oder äußere), ihre Entstehung und ihre Lösung. 

3. Schreiben Sie auf Deutsch eine Inhaltszusammenfassung von ca. ein- bis anderthalb 
DINA4-Seiten. 

4. Lesen Sie kurz vor der Prüfung nochmals die wichtigsten Stellen des Buches. 

Hinweise zu Typ A 

Beispiel: Ulrich Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W. 

Beschreiben Sie den Charakter Edgar Wibeaus. Gehen Sie dabei kurz auf folgende 
Punkte ein: 

- Edgars Vorbilder 

- Edgars Wünsche 

- Edgars Verhältnis zur Arbeit 

Nehmen Sie ausführlich zur folgenden Frage Stellung: Wie beurteilen Sie die Rolle 
von jugendlichen Außenseitern in der Gesellschaft? 

(Verbinden Sie Ihre Antworten und Ihre Stellungnahme zu einem zusammenhängenden 
Text von ca. 250 Wörtern Länge.) 

Achten Sie beim Typ A darauf, dass Sie wirklich nur kurz auf den Inhalt den Buches eingehen 
und Ihre eigene Meinung zur gestellten Frage ausführlich darstellen. Insgesamt muss ein (so 
weit wie möglich auch inhaltlich) zusammenhängender Text entstehen. 

Hinweise zu Typ B 

Beispiel: Ulrich Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W. 

„ Wir sind dann zurück nach Berlin auf demselben Weg. Charlie sagte nichts, aber 
sie hatte es plötzlich sehr eilig. Ich wusste nicht, warum. Ich dachte, dass ihr einfach 
furchtbar kalt war. Ich wollte sie wieder unter die Pelerine haben, aber sie wollte nicht, 
ohne eine Erklärung. Sie fasste die Pelerine auch nicht an, als ich sie ihr ganz gab. 
Sie sagte auf der ganzen Rückfahrt überhaupt kein Wort. Ich kam mir langsam wie 
ein Schwerverbrecher vor. Ich fing wieder an, Kurven zu ziehen. Ich sah sofort, dass 
sie dagegen war. Sie hatte es bloß eilig. Dann ging uns der Sprit aus. Wir plätschelten 


205 


Hinweise zu den Prüfungen 


bis zur nächsten Brücke. Ich wollte zur nächsten Tankstelle Sprit holen, Charlie soll- 
te warten. Aber sie stieg aus. Ich konnte sie nicht halten. Sie stieg aus, rannte diese 
triefende Eisentreppe hoch und war weg. “ (Textauszug S. 135) 

1. Erläutern Sie den Kontext der Passage. 

2. Warum rennt Charlie weg? 

3. Beschreiben Sie das Verhältnis zwischen Charlie und Edgar. 

4. Schildern Sie Edgars Gefühle gegenüber Dieter. 

(Schreiben Sie insgesamt ca. 250 Wörter.) 

Beim Teil B beantworten Sie die Fragen nach den angegebenen Punkten, also 

1 . ... 

2 . ... 

3. ... usw. 

Natürlich müssen die jeweiligen Antworten in ganzen Sätzen erfolgen. 

Achten Sie bei beiden Aufsätzen auf die Anzahl der Wörter. Wenn Sie sehr viel mehr oder sehr 
viel weniger Wörter schreiben, können Ihnen bei der Beurteilung Punkte abgezogen werden. 


Hilfreiche Wendungen 

Bezug zur Lektüre oder zum Autor: 

- In der Erzählung/In dem Roman geht es um ... 

- Die Erzählung/Der Roman handelt von ... 

- Der Autor berichtet/beschreibt/will zeigen ... 

- An dieser Stelle der Erzählung/des Romans wir deutlich/kann man erkennen ... 

- Der wichtigste/zentrale Punkt in der Geschichte ist ... 

- Das Verhalten der Personen ändert sich/nimmt eine entscheidende Wende, als ... 

- Das Verhältnis zwischen/Die Einstellung von ... zu ... wird besonders deutlich, als ... 

Bezug zum Leser: 

- Der Leser erfährt zu Beginn der Erzählung/des Romans ... 

Ihre persönliche Stellungnahme: 

- Meiner Meinung/Auffassung nach ... 

- Ich bin der Meinung, dass ... 

- Meines Erachtens ... 

- Bei mir entstand der Eindruck .../Obwohl man zuerst den Eindruck gewinnt, dass ... 

- ... erscheint/scheint mir problematisch/ich sehe durchaus Probleme in ... 

- ... entspricht nicht meinen Erfahrungen/Aus meiner Erfahrung kann ich dazu sagen, dass ... 


206 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


Anhang 


Lösungsschlüssel 


Bei manchen Übungen (z- B. bei Synonymübungen) gibt es eine Vielzahl von Lösungen. 
Im Lösungsschlüssel sind nicht alle Lösungen, die möglich sind, angefiihrt. 


Kapitel 1 

Teil A 

1. Prognose und Realität 

4. Synonyme: 1. Gebiet, auf dem man sich besonders gut auskennt 2. Hinterhältigkeit und 
Bosheit 3. Vorhersagen 4. gekennzeichnet 5. entwickelt sich 6. erlauben/ermöglichen 

5. 1. mit allen Mitteln/auf unehrliche Weise 2. der scheinbare Widerstand eines leblosen 
Dings/unberechenbare Missgeschicke/Gefahren 

6. Präpositionen: 1. zur, an, mit 2. in, im, in/bei, von 3. In, um, in 

7. Verben: I. gehören 2. lesen, geprägt 3. gestellt, blüht auf/erwacht 4. offenbarten/zeigten, 
vorhersagten/prophezeiten, gewährt/ermöglicht 

9. Präpositionen: a) für, mit, als, zur, über, an b) im, als, zur c) am, in, von, um, von, im, 
im, von, mit, aus, in, auf, von 

10. zusammengesetzte Wörter: Zukunftsaussicht, Zukunftsforscher/-forschung, Zukunftsmu- 
sik ( etwas ist erst später, wenn überhaupt, realisierbar). Zukunftsplan, Zukunftsroman, 
zukunftsträchtig (in der Zukunft von großer Bedeutung), Zukunftstraum, zukunftswei- 
send ( zukünftige Entwicklungen fördernd) 

11. Sätze: 1. Das Aufstellen von Prognosen ist für manche Zukunftsforscher ein einträgli- 
ches Geschäft. 2. Nur in seltenen Fällen treffen die Vorhersagen tatsächlich ein. 3. In 
der Regel vollziehen sich die Veränderungen langsamer als die Forscher vorhersagten. 

4. Zukunftsorientiertes Denken stellt einen wichtigen Faktor für die gesellschaftliche 
Entwicklung dar. 

II. Moderne Kunst 

2. b) Wörter: I. die Theateraufführung 2. der Drehbuchautor 3. der Vorabdruck 4. das 
Bühnenbild 5. die Schwarz-Weiß-Fotografie 6. die Außenaufnahmen 7. die Filmszene 

8. die Gebäudeeinweihung 9. die Choreografie 10. das Instrument 11. der Hauptdarstel- 
ler 12. die Ausstellungseröffnung 13. der Entwurf 14. die Generalprobe 15. die Skulptur 
16. der Literaturkritiker 17. das Manuskript 18. der Ausstellungsbesucher 19. das Thea- 
terstück 20. die Bestsellerliste 

6. Synonyme: 1. verunsichert 2. in der jeweiligen Zeit lebender 3. erfolglos 4. zeichnen 
sich aus/stechen hervor 5. bewunderte/anerkannte/beliebte 6. heraussteilen 

7. Präpositionen: 1. von, zum 2. von, von 3. im, von, im 

8. Verben: 1. bemerken/feststellen/sehen, steht, bemüht, interpretieren/verstehen 2. heben 

3. weiß, entstand, dachte/meinte, bedeuten 4. Steht 


Bücher, Hörbücher und Hörspiele auf Deutsch - car/ioe nynwee cooÖmecTBO khmt 
Ha HeMei^KOM H3biKe BKoHTaxTe, pyKOBOflmenb HßaH Bepeu^arMH 


207 


Lösungsschlüssel 


Anhang 


II. Text (Beispiel): Schwedische Wissenschaftler haben bewiesen, dass regelmäßiger 
Kunstgenuss das Immunsystem stärkt. Das Betrachten eines Bildes kann eine geistige 
Stimulation bewirken. Eine ungesunde Lebensweise ohne Kunst verkürzt das Leben um 
einige Jahre. 

13. Synonyme: 1. zeigt 2. die sich dem Kunstgenuss hingegeben haben 3. Menschen ohne 
Kunstverständnis/ohne Sinn für Kunst 4 . plaudern, reden 

14. Verben: 1. auslösen, erfreuen 2. belegt, wirkt 3. hingaben, frönten 4 . ausgeht 5. nachgehen 

15. Verben: 1. gestalten 2. formen 3. hervorbringen/schaffen 4 . entwickeln 5. betrachten 

6. hingeben 7. erfreuen 

III. Werbung 

3. Synonyme: 1. größte 2. hat begonnen 3. Angeberei 4 . ist modem/entspricht dem Zeit- 
geist 5. spotten/ironische Bemerkungen machen 6. heftig kritisieren 7. seine Fehler/ 
Schwächen zeigen/bloßstellen 

4. Begriffe: 1. Media (z. B. Fernsehen, Post,. Radiosender, Zeitungen usw.) 2. Inhalt, be- 
stimmt durch das Werbeziel 3. Geldmenge, die eine Firma/ein Unternehmen für Wer- 
bung zur Verfügung stellt 4 . Ausdrucksmittel (Werbespot, Anzeige, Werbegeschenk 
usw.) 5. Gesamtheit aller gestalteten Werbemittel und deren Einsatz in ausgewählten 
Werbeträgern 6. kurzer Werbefilm, ausgestrahlt in Femsehen oder Kino 

6. Verben: 1. befriedigt, entbrannt 2. errichteten, kauften 3. hervorgebracht 4 . kam 5. rea- 
gierten, zeigten/präsentierten 6. gruppieren, aufzuwerten 7. gemacht, ausgibt 8. hinter- 
lassen 

7. passende Adjektive: 1. werbefeindliche 2. moderne 3. namhafte 4 . übermäßige 5. messba- 
re 6. harte 7. inhaltsvolle 8. diskreter 9. hintergründiger 

8. Übertreibungen: 1. riesiges 2. winziger 3. hervorragende/ausgezeichnete 4 . saumäßige/ 
katastrophale/miserable 5. herrliches/wunderschönes 6. überwältigende/großartige 7. ei- 
sige 8. verschwenderischer/großzügiger 

9. Sätze: 1. In den fünfziger Jahren vermittelte die Werbung eine Sehnsucht nach Wohl- 
stand. 2. In den sechziger Jahren hält der Humor in die/der Werbung Einzug. 3. Gute 
Werbung kann zur Kunst werden. 4 . Durch die übermäßige Werbepräsenz hinterlassen 
immer weniger Produkte Produktbotschaften im Gedächtnis der Zuschauer. 5. Durch 
häufige Werbeunterbrechungen in Spielfilmen fühlen sich viele Fernsehzuschauer von 
Werbung belästigt. 6. Um die Werbeaufträge ist ein harter Konkurrenzkampf entbrannt. 

7. Hervorragende Werbung kann Kunden zum Kauf animieren. 

IV. Keine Zeit 

3. Synonyme: 1. strenge 2. haben/hegen/fühlen 3. die Uhr bestimmt den Rhythmus des Le- 
bens 4 . die Zeit nutzlos verbringen/verschwenden 5. unangenehm 6. beweist 7. weiß die 
Zeit nicht sinnvoll zu nutzen 8. übereinstimmen/gut zusammenpassen müssen 

4. Präpositionen: 1. mit, im, nach, mit, für, damit, für 2. Auf, von, in, im, durch, an 3. Au- 
ßerhalb, bis ins, nach 

5. Sätze: 1. Er verbringt seine Freizeit in erster Linie mit Tennisspielen. 2. Durch das neue 
Textverarbeitungsprogramm/Mit dem neuen Textverarbeitungsprogramm kann man viel 
Zeit sparen. 3. Mit Computerspielen/Beim Computerspielen kann man jede Menge Zeit 
vertrödeln. 4 . Er hat sich die Wartezeit mit dem Lösen von Kreuzworträtseln vertrieben. 


208 



Anhang Lösungsschlüssel 

6. zusammengesetzte Wörter: z. B. Zeitabschnitt, Zeitalter, Zeitansage, Zeitaufwand, zeit- 
aufwändig, Zeitbombe, Zeitdruck, Zeitersparnis, Zeitgenosse, zeitgenössisch, Zeitgeist, 
zeitgemäß, Zeitgewinn, Zeitgeschehen, Zeitlupe ( Geschwindigkeit ist langsamer als in 
Wirklichkeit ), Zeitraffer ( schnellere Geschwindigkeit als in der Realität), Zeitmangel, 
Zeitnot, Zeitraum, Zeitspanne, zeitraubend, Zeitenwende, Zeitvergeudung, Zeitver- 
schwendung 

8. Synonyme: 1. es ist notwendig 2. für einen bestimmten Zeitraum 3. Keine Eile! 4. für 
immer 5. ab und zu 6. aus Langeweile etwas Belangloses tun 7. jmdn. von etwas Wich- 
tigem abhalten 8. (wie 3.) Jetzt noch nicht! Später! 9. jmdn. nicht drängen 10. versu- 
chen, Zeit zu gewinnen 11. Das lohnt sich nicht !/Das bringt nichts! 

9. 1. In der heutigen Zeit stehen die Menschen unter großem Zeitdruck. 2. Zeitforscher 
schenken dem Thema „Zeitknappheit“ große Aufmerksamkeit. 3. Man sollte nur 60 % 
seiner Zeit verplanen. 4. Nur wer sich Zeit zum Nachdenken nimmt, kann Probleme 
lösen. 

1 1. Umformungen: „Träumen, das ist Glück - Warten ist das Leben“, schreibt Victor Hugo. 
Jeder wartet täglich viele Male auf irgendetwas, doch jeder hat/hegt beim Warten andere 
Empfindungen. Für die einen ist es eine willkommene Pause, für andere ist es eine Qual. 
Für die Einstellung der dritten Gruppe ist der Grund des Wartens ausschlaggebend. 
Wartet man zum Beispiel auf ein öffentliches Verkehrsmittel, dann lässt sich das Ende 
des Wartens absehen. Das macht vieles leichter/Dadurch wird vieles leichter. Während 
der Wartezeit kann man sich beispielsweise mit Lesen, Rauchen, Essen oder Autos zählen 
beschäftigen. Den Ergebnissen einer deutsch-amerikanischen Studie zufolge ist die Reak- 
tion von Männern und Frauen beim Warten unterschiedlich. Im Gegensatz zu Frauen, die 
Wartezeiten häufig im Sinne von „Luftholen“ betrachten, scheint bei Männern von großer 
Bedeutung zu sein/eine große Bedeutung zu haben, ob das Warten selbst bestimmt ist 
oder nicht. Das Warten an der Supermarktkasse oder im Verkehrsstau empfanden Männer 
durchweg als stressig oder nicht zumutbar. Als Grund dafür führen Wissenschaftler das 
negative Bild, das wir vom Nichtstun haben, an. Denn in unserer westlichen Gesellschaft 
betrachtet man jemanden, der ohne erkennbaren Grund herumhängt, als Nichtsnutz und 
Wartezeit als verlorene Zeit /wird jemand (...) als Nichtsnutz und Wartezeit als verlorene 
Zeit betrachtet. Das negative Bild des Wartens macht sich auch die Werbung zu Nutze. 
Marketingexperten bemühen sich darum, den Absatz von Produkten mit den durch das 
Warten hervorgerufenen Emotionen und Werbesprüchen wie „Warten Sie nicht länger!“ 
oder „Warum warten?“ zu erhöhen. 

Teil C 

1 . 1. Er hielt einen Vortrag auf einer Konferenz in der Schweiz. 2. Sie schnitt sich beim 

Zwiebelnschälen in den Finger. 3. Die Fabrik brannte aus noch ungeklärter Ursache 
bis auf die Grundmauern ab. 4. Sie bestahl in der ersten Klasse ihre Mitschüler. 5. Der 
Pressesprecher wich den Fragen der Journalisten aus. 6. Der Angestellte erwog, sich 
selbstständig zu machen. 7. Er bat seinen Freund um Hilfe. 8. Die Geschwister glichen 
sich im Aussehen. 9. Er nannte seinen Freund einen Feigling. 10. Die Schneiderin maß 
die Armlänge der Kundin. 11. Der Schnee schmolz in manchen Gebieten erst Ende 
Mai. 12. Er ergriff die Gelegenheit, das Haus zu einem günstigen Preis zu kaufen. 

13. Beim Anblick der Höhe schwand sein Mut. 14. Er bewarb sich um die Stelle des 
Abteilungsleiters. 15. Die Forscher stießen bei Grabungen auf Knochen aus der Stein- 
zeit. 16. Die verstorbenen Könige im alten Ägypten ließen sich mit ihren Schätzen 
begraben. 17. Das Gericht lud den Hausmeister als Zeugen vor. 18. Er überschrieb der 


209 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


Stiftung sein Vermögen. 19. Früher rann durch diese Berge ein Gebirgsbach. 20. Die 
Diebe verließen das Museum durch den Hinterausgang. 21. Der Wein vergor zu Essig. 
22. Er lieh mir 10.000 Euro. 

2. 1. geschah 2. lieh 3. riet ... ab 4. kamen ... an 5. gesunken 6. gestiegen 7. gefunden 

8. belog 9. stahl 10. bot ... an 11. betrog 12. verschoben 

3. 1. schuf 2. schleifte 3. wog 4. bewegte 5. wiegte 6. erschrak 7. geschliffen 8. erschreckte 

9. sendete 10. geschafft 11. bewegt 12. geschafft 13. bewogen 14. gehängt 15. gehangen 
16. wandte/wendete 

4. Mein erster Bericht (Fritz Pleitgen) 

Es begann mit einem kleinen Schwindel. Der Fall ist verjährt. Man kann also darüber 
reden. In Bünde, einem kleinen Zigarrenmacherstädtchen, suchte die „Freie Presse“ für 
den Sportteil ihrer Lokalredaktion einen freien Mitarbeiter. Honorar: sechs Pfennig pro 
Zeile. Die Nachricht drang (gelangte) auch in unser Gymnasium. 

Einige zeigten sich interessiert, aber keiner traute (wagte/meldete/bewarb) sich. Für 
eine Zeitung zu schreiben, das hatte damals in dem kleinbürgerlichen Städtchen etwas 
Zwielichtiges an sich. Mich reizte (interessierte) die Sache, mich reizte (interessierte) 
das Geld; denn damit war es bei uns zu Hause nicht so gut bestellt. Das Ganze hatte 
nur einen Haken: Der Bewerber sollte (musste) wenigstens 18 Jahre alt sein und ich war 
erst*14. Aber ich hatte den Stimmbruch hinter mir, war einsfünfundsiebzig groß und der 
Redakteur war klein von Wuchs. Er fragte (erkundigte sich) erst gar nicht nach meinem 
Alter. Ich bekam (erhielt) den Job. 

Meine Eltern, einfache Leute, waren völlig ahnungslos. Um ihnen nicht den Seelenfrieden 
zu rauben, behandelte (sicherte) ich den Presseausweis zu Hause als Geheimdokument. 
Ich hielt ihn versteckt. Am nächsten Morgen zog ich zur allgemeinen Verwunderung den 
Konfirmationsanzug an, eilte (lief/ging/rannte) zum Sportplatz der SG Bünde 08, präsen- 
tierte (zeigte) den Presseausweis und erlebte gleich mein blaues Wunder. Der Kassierer 
schaute (sah) mich zunächst perplex an, dann legte er los: „Du willst mich wohl reinlegen. 
Beim letzten Spiel bist du noch über den Zaun gestiegen. Jetzt versuchst du’s mit einem 
Presseausweis. Anzeigen sollte man dich!“ Die Situation war prekär. Machte der Mann 
Emst, dann kam bei der Zeitung mein jugendliches Alter heraus. Also zog ich mich zu- 
rück, zahlte (bezahlte) am anderen Eingang brav meinen Eintritt und betrat als Reporter 
gewissermaßen incognito die Arena. Schon ein anderer Mensch. 

Das Geschehen auf dem Platz verfolgte (sah/beobachtete/registrierte) ich ohne Herzens- 
regung, notierte (beschrieb/beobachtete/verfolgte) emsig jeden Spielzug und enthielt mich 
jeder Sympathiekundgebung. Wer mich kannte, kannte (erkannte) mich nicht wieder. 
Nach Spielschluss eilte (lief/ging) ich in die Redaktion und machte mich mit Feuereifer 
an die Arbeit. Ganz Gymnasiast, ein dreiteiliger Aufsatz. Zwölf Seiten handgeschrieben. 
Die erste wahre Analyse der SG Bünde 08 und ihrer Spielweise. Selbstsicher überreichte 
(reichte/übergab/gab) ich dem Redakteur das Manuskript. 

Am nächsten Morgen fand (sah/entdeckte) ich meinen Bericht nicht in der Zeitung. Nur 
25 Druckzeilen über das Spiel der SG Bünde 08. Keine einzige stammte (war) von mir. 
Meine größte Enttäuschung erlitt ich gleich zu Beginn meiner Laufbahn. Der Redakteur 
tröstete (beruhigte) mich: das sei ein ganz normaler Anfang. Ein Zeitungsartikel sei kein 
Schulaufsatz, die Joumalistensprache sei knapp, prägnant, griffig. Ich würde das schon 
lernen. 

Beim nächsten Mal brachte (nahm) ich eine alte Ausgabe des damals populären „Sportbe- 
obachters“ mit, wählte ein Spiel mit dem passenden Resultat aus, wechselte (tauschte) in 
dem Artikel die Namen aus und gab den Bericht telefonisch an die Zentrale durch. „Schon 


210 


Anhang 


Lösungsschlüssel 


besser!“ lobte mich der Redakteur. Nur die Sprache sei schlechter geworden. Im Übrigen 
sollte ich erklären, wie in dem ostwestfälischen Bezirksklassenspiel der FC St. Pauli aus 
Hamburg auftauchen konnte. Seitdem verzichtete ich auf Anleihen. 

5. 1. Als es Nacht wurde/Als die Nacht einbrach, war er ... 2. Solange die Sitzung dauerte, 
sagte sie ... 3. Bis du mit dem Studium beginnst, solltest du ... 4. Nachdem das Konzert 
beendet worden war, sprachen wir ... 5. Bevor er abreiste, musste er ... 6. Nachdem zum 
wiederholten Mal die Elektronik des Flugzeugs ausgefallen war, wurde es ... 7. Seit sie 
in New York angekommen ist, hat sie sich ... 8. Während er in England war/Während er 
sich in England aufhielt, trieb er ... 9. Seit er entlassen worden ist, sucht er ... 10. Wenn 
Nebel aufkommt, dürfen Sie ... 

6. 1. für 2. über 3. - 4. im 5. um 6. Nach 7. Seit 8. In 9. innerhalb 10. - 11. Bei 12. Zu 
13. Während 14. vor 15. um/- 16. zu/an/- 17. bis zum 18. von, zu 19. auf 20. für 

7. 1. mit früheren und heutigen Mitarbeitern 2. gestrige Zeitung 3. auf der morgigen Sit- 
zung 4. sofortige Maßnahmen 5. damaligen Lieder 6. die ganztägige Konferenz 7. die 
tägliche Einnahme der Tabletten 8. die zehnmonatige Ausbildung 9. auf der wöchentli- 
chen Sitzung 10. die dreiwöchige Reise 11. das einjährige Praktikum 12. mein monatli- 
ches Gehalt 

Erklärung: wöchentlich, monatlich usw. = jede Woche, jeden Monat 

dreiwöchige Reise = einmalige Reise, die drei Wochen dauert 
einjährige Ausbildung = Ausbildung, die ein Jahr dauert 

8. 1. vereinbaren 2. verschieben 3. vormerken 4. verzögert/verschiebt 5. vorverlegt 6. datie- 
ren 7. vertagen/verschieben 8. anberaumt/festgesetzt 


Kapitel 2 

Teil A 

I. Mallorca - das bessere Deutschland 

4. Synonyme: 1. mögen 2. ungefähr 3. Urlauber auf Zeit in warmen Ländern 4. bewohnen 

5. durchsuchen 6. erkennen 7. nach etwas suchen 8. bewundern 

5. Verben: 1. geschlossen 2. formen/umbauen/verändem 3. belegen/machen 4. besuchen 
5. leben/wohnen 6. genießen 7. machen/begeben 8. erhöht/gesteigert 9. schwärmten/ 
träumten 10. kam 11. suchen/finden 

6. Sätze: 1. Berühmte Leute schwärmten/schwärmen für die Landschaft und verbrachten/ 
verbringen den Winter auf der Insel. 2. Eine Folge des Massentourismus sind Müllber- 
ge und überfüllte Strände. 3. Die Inselbewohner können oft die gestiegenen Preise der 
Häuser im Hinterland nicht mehr zahlen. 4. Auf dem Düsseldorfer Flughafen werden 
Billig-Tickets für weniger als 100 Euro unters Volk geworfen. 

10. Präpositionen: 1. Nach 2. in 3. vom 4. zum 5. auf 6. für 7. für 8. Im 9. Vor 10. ins 11. zu 
12. in 13. auf 14. zu 15. im 16. auf 17. in 18. in 19. Trotz 20. in 21. Im 

II. Das Europa-Haus 

4. Synonyme: 1. konzipieren/entwickeln 2. übertriebene Pracht 3. in verwahrlostem Zu- 
stand/von niederer Gesinnung (bei einer Tat) 4. vorwerfen/jmdn. beschuldigen 5. nor- 
mieren/einander angleichen 6. nicht notwendige 7. Abneigungen 8. geholfen 9. erklär- 


211 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


lich/begreiflich 10. in die Praxis umsetzen 11. Verantwortung/Leitung 12. starke Ein- 
wände 13. nachdenken über 14. der Streit 

5. Präpositionen: 1. von, an 2. Von, zu 3. ln, aus 4. über, unter 

6. Verben: 1. anzulasten, liegt 2. verurteilt 3. einigen 4. gewinnen, sinken 5. sagen 6. gera- 
ten 

7. Sätze: 1. Eine Möglichkeit für die Zukunft der Kulturpolitik wäre die Einrichtung eines 
Europa-Hauses. 2. Man könnte mit einem gemeinsamen Haus viel Geld sparen und das 
kulturelle Angebot erweitern. 3. Die Verantwortlichen in den Ministerien müssten sich 
für die auftretenden Probleme Lösungen einfallen lassen. 

8. Antonyme: 1. verringern 2. ausgeben 3. sinken 4. unerklärlich 5. Einfachheit 6. gesenkt 

III. Die Globalisierung des Kinos 

4. Synonyme: 1. gekennzeichnete/beeinflusste 2. vortäuscht 3. letztendlich 4. sich abson- 
dem 5. vemichtet/zerstört 6. langsam gehen 7. Umfeld 8. etwas/ein Hauch von Hoff- 
nung 9. sich begnügen 

5. Verben: 1. zeigen 2. kommen/stammen/sind 3. vertreten/präsent 4. vorweisen/erreichen 
5. scheint/ist 6. heißt/bedeutet 7. an(zu)sehen/an(zu)gucken (umg.) 8. muss/kann/könnte 

9. kauft/erwirbt 10. bestand 11. wiegten/glaubten/wähnten 12. zusammenwachsen/zu- 
sammenschmelzen 13. entstehen 14. trat ein/geschah 15. abzukapseln/zu isolieren 

16. beobachten/bemerken/feststellen 

6. Adjektive: 1. erfolgreichen 2. nationalen 3. digitalen 4. sozialen 5. hohen 6. ausgewoge- 
nen 7. nennenswerte 8. heile 

7. Sätze: 1. In letzter Zeit erweckten Filme aus Großbritannien und Dänemark weltweit 
das Interesse des Publikums/das Interesse eines weltweiten Publikums. 2. Digitale Tech- 
nologien verstärken den Trend zum Globalen. 3. Europäische Regisseure übten in der 
Vergangenheit Einfluss auf das amerikanische Kino aus. 

9. 1. Überreichung 2. Filmfestival 3. Wettbewerb 4. Preise 5. Jurymitgliedem 6. Programm 
7. Eröffnungsfilm 8. Start 9. Sicht 10. Beitrag 11. Darstellerin 12. Regie 13. Überra- 
schung 14. Absage 15. Premiere 16. Vorgang 17. Präsenz 

IV. Nachtgedanken 

2. Erklärungen: 1. die alte Frau, die noch lange leben soll 2. seit ich sie nicht umarmt 
habe 3. Nach Deutschland habe ich keine Sehnsucht. 

4. Antonyme: 1. Femweh/Geborgenheit 2. sich geborgen/wohl fühlen 3. erfreut/positiv 
überrascht 4. heiteres 5. von etwas genug haben/jmds./etwas überdrüssig sein 6. sich 
öffnen/sich interessieren für 

5. 1— c Ob Osten oder Westen, zu Hause geht’s am besten. 2-e Hinter den Bergen wohnen 
auch Menschen. 3-h Andere Länder - andere Sitten. 4-i Ein guter Nachbar in der Not 
ist besser als ein ferner Freund. 5-d Der Prophet gilt nirgends weniger als in seinem 
Vaterland. 6-j Reiche Leute sind überall daheim. 7-k Wenn einer eine Reise tut, dann 
kann er viel erzählen. 8-1 Andere Städtchen - andere Mädchen. 9-b Viele Wege führen 
nach Rom. 10-g Warum in die Feme schweifen, sieh das Gute liegt so nah. 11-a Über- 
all wird nur mit Wasser gekocht. 12-f Eigener Herd ist Goldes wert. 


212 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


Teil C 

1 . Made in Hongkong (Franz Hohler) 

„Made in Hongkong“ - das habt ihr sicher schon auf einem eurer Spielzeuge gelesen. 
Aber wisst ihr auch, was es heißt? Also, ich will es euch erklären. 

Was Maden sind, wisst ihr, so nennt man Käfer, wenn sie noch so klein sind, dass sie wie 
winzige Würmer aussehen. 

In einem Garten lebte einmal eine ganze Schar solcher Maden. Eine davon war besonders 
klein und wurde von den anderen ständig ausgelacht. „Du bringst es nie zu etwas!“ sagten 
sie immer wieder, bis die kleine Made so wütend wurde, dass sie sagte: „Ich bringe es 
weiter als ihr alle. Ich komme bis nach Hongkong!“ und schnell davonkroch. 

„Viele Grüße!“ riefen ihr die anderen nach, „und lass es uns wissen, wenn du in Hongkong 
angekommen bist.“ 

Die Made kroch zum Flughafen und konnte sich dort im Spalt einer großen Kiste verste- 
cken. Der Zufall wollte es, dass diese Kiste nach Hongkong geflogen wurde, aber das war 
noch nicht alles. Die Kiste war nämlich voll Gold und deshalb wurde sie in Hongkong 
auf dem Flughafen von Räubern gestohlen, die damit davonfuhren und sie in einem Keller 
versteckten. Nachher wollten sie eine zweite solche Kiste rauben, wurden aber dabei von 
der Polizei erschossen. 

Jetzt wusste niemand mehr, wo die Kiste mit dem Gold war, außer unserer Made. Die 
überlegte sich, wie sie ihren Maden zu Hause mitteilen konnte, dass sie in Hongkong 
angekommen war. Dabei kam ihr in den Sinn, dass im Garten, wo sie lebten, ein großer 
Sandhaufen war, in dem viele Kinder spielten. Deshalb kaufte sie mit ihrem Gold alle 
Spielzeugfabriken in ganz Hongkong und befahl sofort, dass man auf jedes Spielzeug, das 
in Europa verkauft wurde, die Nachricht draufdrucken musste: „Made in Hongkong.“ 
Ich kann euch sagen, die Maden machten große Augen, als sich die Kinder im Sandhaufen 
laut vorlasen, was auf ihrem Spielzeug stand. „Habt ihr das gehört?“ flüsterten sich die 
Maden untereinander zu, „die ist tatsächlich angekommen.“ 

Viele von ihnen versuchten daraufhin auch, die Reise zu machen, aber keiner gelang es, 
die eine flog in einer Pendeluhr nach Amsterdam, die andere versteckte sich in einem 
Sandwich und wurde unterwegs aufgegessen und die meisten kamen nicht einmal bis zum 
Flughafen, weil sie ihn entweder nicht fanden oder vorher von einem Vogel aufgepickt 
wurden. 

Klein sein allein genügt eben nicht, es gehört auch noch etwas Glück dazu. 

2 . 1. entlang 2. um, herum 3. auf dem 4. in die, auf die 5. gegenüber 6. Abseits, an/zwi- 
schen 7. Außerhalb 8. in den/in die 9. aufs 10. gegen das 11. in den 12. im 13. auf der 
14. am 15. an der 16. im, auf einem 17. vom, zum 18. über dem, über das 19. aus dem 
20. unter das, in der 21. Inmitten 22. unter das/unter dem 

3. 1. Der Sturm wehte die Ziegel vom Dach herunter. 2. Die Katze kroch durch den Zaun. 
3. Der Hund lief hinter dem Fahrradfahrer her. 4. Wir kamen nicht an der Post vorbei. 

5. Er lief jeden Morgen den Fluss entlang. 6. Sie sonnte sich täglich zwei Stunden am 
Strand. 7. Die Ausstellung fand in der alten Kirche statt. 8. Der Weg zum alten Pfarr- 
haus führte durch den Wald. 

4 . 1 . hin/her 2. hin 3. her 4. hin 5. - 6. her 7. hin 8. her 

5. 1. hinaus/raus 2. hinüber/rüber 3. hinunter/runter 4. herauf/rauf 5. herein/rein 6. heraus/ 
raus- 7. hervor 8. heran 


213 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


6. 1. Die Verkaufsabtei iung befindet sich oben in der ersten Etage. 2. Die Wissenschaft- 
ler fanden den Sarg in der innersten Grabkammer. 3. Der Kopierapparat steht unten 
im Keller in der hintersten Ecke. 4. Das Kind versteckt sich unter dem Bett. 5. Das 
Zimmer der Sekretärin liegt hinter dem Zimmer des Chefs. 6. Er belegte/belegt bei 
Wettkämpfen immer vordere Plätze. 7. Das Dokument ist möglicherweise hinter den 
Schreibtisch gerutscht. 8. Der Portier steht vor der Eingangstür. 

7. 1. der Portugiese/die Portugiesin/die Portugiesen (n-Deklination) 2. der Argentinier/die 
Argentinierin/die Argentinier (normale Deklination) 3. der Chinese/die Chinesin/die 
Chinesen (n-Deklination) 4. der Sudanese/die Sudanesin/die Sudanesen (n-Deklination) 
5. der Deutsche/die Deutsche/die Deutschen ( Ausnahme ) 6. der Ire/die Irin/die Iren 
(n-Deklination) 7. der Israeli/die Israeli/die Israelis (Ausnahme) 8. der Pakistani/die Pa- 
kistani/die Pakistanis (Ausnahme) 9. der Chilene/die Chilenin/die Chilenen (n-Deklinati- 
on) 10. der Brasilianer/die Brasilianerin/die Brasilianer (normale Deklination) 

8. 1. Er lernte sie auf einer Messe in der Schweiz kennen. 2. Im Sudan herrscht ein lang- 
jähriger Bürgerkrieg. 3. Er verbringt die Wintermonate auf den Kanarischen Inseln. 

4. Der Autor wurde in den Niederlanden geboren und lebt jetzt auf den Antillen. 5. Mit 
1 8 wanderte er in die USA aus. 6. Wir fuhren mit dem Auto die französische Küste ent- 
lang bis nach Spanien. 

9. Tante Magdalena (Christoph Hein) 

Tante Magdalena wohnte über der Bäckerei Theuring in der Mühlenstraße, wo wir unser 
Brot kauften und die Brötchen und manchmal auch ein paar Plunderstücke. Der Eingang 
zu ihrer Wohnung war aber nicht in der Mühlenstraße, man musste um die Ecke gehen, 
in die Molkengasse, zu dem großen Holztor, das im Unterschied zu allen anderen Toren 
in der Stadt nie offen stand und in das eine Tür hineingeschnitten war. Wenn man diese 
öffnete, bewegten sich die beiden mächtigen Torflügel in den Angeln und man musste 
einen Moment warten, bis sie wieder Stillständen und man über den Fußteil des eisernen 
Türrahmens treten konnte. Durch einen breiten Torgang gelangte man in den Hof, dort 
waren die Kamickelställe des Bäckers und ein Drahtverschlag für die Hühner. Es gab 
auch einen winzigen, mit Draht geschützten Garten, in dem Tante Magdalena Kräuter 
anbaute. 

Links schloss sich ein Hofgang an, von dem man zu den Hintertüren der anderen Häuser 
in der Molkengasse gelangte und der bis zum Anger reichte, wo die Garagen standen. Am 
Ende des Torgangs rechter Hand führten drei Steinstufen zu einer Tür, hinter der sich ein 
Treppenhaus und der Eingang zur Backstube von Herrn Theuring befanden. 

Über eine gewundene, sehr schmale Treppe gelangte man in den ersten Stock zur Wohnung 
von Tante Magdalena. Wenn man die Tür öffnete, war man in ihrer Wohnküche, in der 
neben dem Eingang ein Gaskocher neben einem mit bunten Stoffgardinen verhängten Regal 
stand. Zwischen dem Fenster und der nächsten Tür waren der Eisschrank, ein Schränkchen, 
ein ausziehbarer Tisch vor dem Küchensofa und zwei Stühle. 

An die Küche schloss sich das gute Zimmer an. Über dem runden Tisch mit den Intarsien 
lag stets eine feine, durchbrochene Decke. Sie war so fein, dass sie eher wie ein kostbares 
Netz wirkte und die Einlegearbeiten der Tischplatte nicht verhüllte, sondern hervorhob. Um 
den Tisch standen sechs Stühle mit hohen geschnitzten Lehnen und dunklen Samtpolstem. 
Neben dem Fenster, das zum Hof ging, war eine Vitrine. Der obere Teil hatte Glastüren, 
hinter denen farbige Kelche zu sehen waren und Blumenvasen, in die Tante Magdalena 
aber nie Blumen stellte. 


214 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


Kapitel 3 

Teil A 

I. Lachen 

4. Synonyme: 1. wird für geringer gehalten/erfährt nicht die notwendige Beachtung 2. zu- 
wenden/sich beschäftigen mit 3. bewiesene 4. erfolgreich sein 5. lustige/dumme/einfälti- 
ge/abgeschmackte 

5. Verben: 1. unterschätzt 2. erkannt/anerkannt 3. bewiesen/nachgewiesen 4. erhöht/stärkt 
5. steigt 6. sinkt 7. auswirken/bemerkbar machen. 8. festgestellt/gesagt 9. erzielen/errei- 
chen 10. suchen 11. senden/schicken 12. erlemen/trainieren 

6. Präpositionen: 1. über 2. auf/über 3. an 4. auf jmdn./über etwas 5. über 6. auf jmdn./ 
über etwas 7. über/mit 8. über 9. wegen/über 10. über 

7. Adjektiv: 1. heiter, traurig 2. vergnügt, verdrossen 3. übermütig, kummervoll 4. fröhlich, 
missmutig 5. aufgeräumt, bedrückt 6. entzückt, verärgert 

8. Sätze: 1. Lachen gilt als spezifisch menschliche Fähigkeit. 2. Die medizinische Kraft 
des Humors nickt immer mehr ins menschliche Bewusstsein. 3. Forscher haben positive 
Reaktionen des Körpers auf Lachen nachgewiesen. 4. Eine Minute Lachen ist genauso 
gut wie 15 Minuten Entspannungstraining. 5. Wut und Stress haben negative Auswir- 
kungen auf das Herz und das Immunsystem. 

10. Präpositionen: 1. in der 2. mit 3. über 4. mit 5. an 6. in 7. mit dem 8. als 9. in 10. durch 
11. zum 12. vor der 13. mit 14. in 15. nach 16. zwischen 

II. Prima Klima im Betrieb 

3 . 1. Identifikation mit der Firma - das verlangen viele Unternehmen von ihren Mitarbei- 
tern. Zunächst geht es Malik um eine Begriffsklärung: geht es um wirkliche Identifi- 
kation oder nur um die Akzeptanz von Unternehmen oder Produkten, die Identifikation 
genannt wird? Wirkliche Identifikation bedeutet für ihn die unkritische Übernahme von 
Motiven und Idealen anderer Personen und das sei verbunden mit dem Verlust an Dis- 
tanz und kritischem Urteilsvermögen. Er hält Identifikation für nicht wünschenswert. 

2. Nach Meinung des Autors ist es wichtig, dass Mitarbeiter vom Produkt überzeugt 
sind und in ihrer Arbeit einen Sinn sehen. Außerdem fordert er Pflichtbewusstsein, Ver- 
antwortung, Engagement, Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt. 

3. Führungskräfte sollten ein objektives Ürteilsvermögen haben, eine gesunde kritische 
Distanz. Die Führungskräfte müssen dafür sorgen, dass die Mitarbeiter ihre, Arbeit gut, 
gewissenhaft, verantwortungsbewusst und ungestört erledigen können. 

4. Umformung Modalverben: 1. Es ist notwendig, dass viel für die Firma und die Produk- 
te getan wird. 2. Hat man den Wunsch/die Absicht, sich mit der Firma zu identifizieren? 
Ist es erlaubt oder sogar eine moralische Pflicht? 3. Es ist eine Bedingung/notwendig, 
dass die Mitarbeiter vom Produkt überzeugt sind, sonst sind sie nicht in der Lage/fähig, 
es glaubhaft zu verkaufen. 4. Es ist die Aufgabe von Führungskräften, Menschen zu 
einer für das Unternehmen wichtigen Leistung zu befähigen. 5. Es ist empfehlenswert/ 
wünschenswert, dass Führungskräfte ein gutes Urteilsvermögen besitzen. 

5. Umformung Synonyme: 1. Es ist heute modem/üblich/angesagt, von den Mitarbeitern 
eines Unternehmens zu erwarten, dass sie ... 2. In weiten Kreisen hält man das für eine 
besonders progressive Untemehmenskultur. 3. Es muss viel unternommen werden/Es 
müssen Maßnahmen ergriffen werden, ... 4. Nach meiner Meinung/Meiner Ansicht nach 


215 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


ist es nicht wichtig/sinnvoll, dass ... 5. Selbst für den interessantesten Beruf kann man 
nicht ewig/bis ans Lebensende/Begeisterung empfinden/sich begeistern. 6. .... verliert 
die Fähigkeit/ist nicht mehr in der Lage, es objektiv zu beurteilen/richtig einzuschätzen. 

8. Präpositionen: 1. für 2. seit 3. in 4. im 5. an 6. Im 7. im 8. am / auf dem 9. bei 10. für/in 

11. bei 12. von 13. in/bei 14. über 15. unter 16. mit 17. an 18. unter 19. durch 20. in 
21. Zu 22. über 23. mit 24. in 25. in/in den 26. zum 27. mit/in 28. in 29. in 30. zum 
31. für 32. zum 

9. Sätze: 1. In einer Firma für Kommunikationstechnik wurde die Mitarbeiterzahl um die 
Hälfte reduziert, die Anzahl der Kunden aber blieb gleich. 2. In/Bei Untersuchungen 
bei IBM erwies sich Projektarbeit als spannungsgeladene Arbeitsform./Untersuchungen 
zufolge erwies sich bei IBM Projektarbeit als spannungsgeladene Arbeitsform. 3. Zwei 
Drittel aller Beschäftigten beschweren sich über das Klima in ihrem Betrieb. 4. Mit 
simplen Ratschlägen lässt sich das Problem nicht lösen. 

III. Teure Langeweile 

3. Synonyme: 1. handeln 2. (bis ins kleinste Detail) ausdenken 3. Befolgen 4. in großem 
Umfang 5. benötigte 6. vor Beginn 7. wichtig 8. streng/themenbezogen/ohne Abschwei- 
fungen zu dulden 9. Übereinstimmung 10. deutlich/klar 

4. Verben: 1. kosten 2. gelten 3. gaben, bekannten/erklärten 4. gestalten/leiten, beherzigen/ 
befolgen/beachten 5. stellen 6. Setzen/Legen, vereinbaren 7. wegführt/abkommt 8. auf- 
genommen/geschrieben 

5. Präpositionen: 1. in, um, für 2. Bei, in, auf 3. während, auf 4. durch, ohne 5. von, im, 
zur 6. nach 7. für, von 8. auf 9. für, über 10. vom 

6. Sie oder Ihnen: 1. Ihnen 2. Sie 3. Ihnen 4. Sie 5. Ihnen 6. Sie 7. Sie, Ihnen, Ihnen 8. Sie 
9. Sie 10. Sie, Ihnen 

7. Zum Substantiv gehörende Verben/Sätze: 1. (nehmen/beziehen) Meines Erachtens sollte 
der Betriebsrat zum Vorschlag des Vorstandes Stellung nehmen/beziehen. 2. (spielen) 
Meiner Meinung nach sollte das Thema auf der heutigen Sitzung eine untergeordnete 
Rolle spielen. 3. (ziehen) Meiner Meinung nach sollten wir eine Erhöhung des Werbe- 
etats in Erwägung ziehen. 4. (kommen) Meiner Meinung nach müssen die Transport- 
probleme auf der nächsten Besprechung unbedingt zur Sprache kommen. 5. (unterbrei- 
ten/machen) Meiner Meinung nach sollten wir der Firma Simpex ein neues Angebot 
unterbreiten. 6. (tragen/übemehmen) Meines Erachtens muss die Versicherung die Kos- 
ten für den gesamten Schaden tragen/übemehmen. 

IV. Sollen 

3. Sätze: 1. Wenn man vor hat/beabsichtigt, etwas zu lernen, ist es notwendig, viel zu 
üben. 2. Es ist auch erlaubt, Fehler zu machen. 3. Es ist nicht empfehlenswert/zu emp- 
fehlen, wichtige Dinge auf Morgen zu verschieben. 4. Man sagt/ich habe gehört, er sei 
der beste Schüler seines Jahrgangs gewesen. 

TeilC 

1 . 1. muss 2. sollen 3. solltest 4. kann/könnte 5. soll/will 6. müsste 7. kann/könnte 8. hät- 
ten ... sollen 9. dürfte 10. soll 

2. (Es sind auch andere Lösungen denkbar.) 1 . Das Fahrrad könnte entwendet worden 
sein. 2. Er wird/dürfte gleich kommen. 3. 2100 könnten die ersten Häuser auf dem Mars 


216 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


gebaut werden. 4. Klaus muss die Unterlagen verloren haben. 5. Das Kunstwerk dürfte 
noch nicht verkauft worden sein. 6. Sie könnte sich in Andreas verliebt haben. 7. Die 
alten Möbel müssten schon abgeholt worden sein. 8. Er kann das Geld gestohlen haben. 
9. Sie könnte zur Vorsitzenden gewählt werden. 10. Die Tür muss mit einem Nach- 
schlüssel geöffnet worden sein. 

3. 1 . Frau Meier soll ihren Mann verlassen haben. 2. Morgen soll es regnen. 3. Er will die 
Rechnung schon lange bezahlt haben. 4. Sie will nie in Rom gewesen sein. 5. Der Ex- 
Terrorist soll wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden sein. 

6. Die Konkurrenz soll bereits an einem ähnlichen Projekt arbeiten. 7. Er will uns vor 
eventuell auftretenden Schwierigkeiten gewarnt haben. 8. Diese Bank soll schon dreimal 
ausgeraubt worden sein. 

4. 1. a) Es wäre besser gewesen, wenn er seine Arbeit effektiver organisiert hätte, b) Er 
hätte seine Arbeit effektiver organisieren sollen. 2. a) Es wäre besser gewesen, wenn 
du sie im Krankenhaus öfter besucht hättest, b) Du hättest sie im Krankenhaus öfter 
besuchen sollen. 3. a) Es wäre besser gewesen, wenn er vorsichtiger gefahren wäre, 
b) Er hätte vorsichtiger fahren sollen. 4. a) Es wäre besser gewesen, wenn man die 
Preise langsamer angehoben hätte, b) Man hätte die Preise langsamer anheben sollen. 

5. a) Es wäre besser gewesen, wenn die Untersuchungsergebnisse veröffentlicht worden 
wären, b) Sie hätten veröffentlicht werden sollen. 6. a) Es wäre besser gewesen, wenn 
die Subventionen verlängert worden wären, b) Sie hätten um ein Jahr verlängert werden 
sollen. 7. a) Es wäre besser gewesen, wenn du die Anleitung genauer gelesen hättest. 

b) Du hättest die Anleitung genauer lesen sollen. 8. a) Es wäre besser gewesen, wenn 
sie vorsichtiger mit dem Geld umgegangen wäre, b) Sie hätte vorsichtiger mit dem Geld 
umgehen sollen. 

5. 1. Er muss den Termin vergessen haben. 2. Keiner will es gewesen sein. 3. Er kann/ 
könnte jeden Moment erscheinen. 4. An wen mag/kann/könnte er jetzt denken? 5. Ich 
kann/könnte mich geirrt haben. 6. Du hättest den Brief gleich beantworten sollen. 

7. Die Diamanten sollen gestohlen worden sein. 8. Er muss davon gewusst haben 9. Er 
kann nicht der Täter gewesen sein. 10. Du hättest den Rasen mähen sollen. 11. Wegen 
der Krise müssten die Außenminister schon Kontakt aufgenommen haben. 12. Er will 
der beste Torwart der Bundesliga sein. 13. Sie kann/könnte das Buch noch gar nicht 
gelesen haben. 14. Bei seinem Wissen muss er die Prüfung bestehen. 15. Die berühmte 
Sängerin soll sich von ihrem Ehemann getrennt haben. 16. Du solltest in Zukunft auf 
eine gesündere Ernährung achten. 

6. 1. wir müssen 2. Peter soll 3. ich darf nicht 4. ich kann 5. Sie kann perfekt Englisch. 

6. die Regierung will 7. darf/dürfte ich 8. jemand mag nicht 9. Sie brauchen keine eige- 
nen Schlittschuhe. 10. man muss/soll 

7. 1. (Erlaubnis) Fritzchen durfte jeden Abend bis 22.00 Uhr femsehen. 2. (Vermutung) 
Diese Angaben dürften nicht gestimmt haben. 3. (Notwendigkeit) Er musste noch viel 
lernen. 4. (Vermutung) Er muss sich geirrt haben. 5. (Absicht) Sie wollte diesen Fehler 
nicht noch einmal machen. 6. (Behauptung) Sie will eine schlechte Lügnerin gewe- 
sen sein. 7. (Fähigkeit) Sie konnte diese schwierigen Aufgaben ohne Probleme lösen. 

8. (Vermutung) In diesem Fall könn(t)en Sie Recht gehabt haben. 

8. 1. Der Betrieb musste umstrukturiert werden. 2. Die Stadt will die alte Kirche abreißen. 
3. Der Beschluss müsste Proteste hervorrufen. 4. Die Aufgaben brauchen nicht wie- 
derholt zu werden. 5. Das Bild könnte gestohlen worden sein. 6. Die Leuchtkraft der 
Farben des Originals kann man nicht beschreiben. 7. In den Räumen sollte eine Schutz- 


217 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


kleidung getragen werden. 8. Er sollte die neuen Produkte vorstellen. 9. Du hättest auf 
seinen Rat hören sollen. 10. Sie muss es mal wieder verschlafen haben. 11. Dürfte ich 
Ihr Telefon benutzen? 12. Er will den Kunden rechtzeitig benachrichtigt haben. 13. Die 
Benzinpreise sollen im nächsten Monat wieder erhöht werden. 14. Es könnte zwischen 
den zerstrittenen Parteien doch noch zu einer gütlichen Einigung kommen. 

9. 1. Ich schätze das Alter des Mannes auf 50 Jahre. 2. Ich benötige deine Hilfe nicht 
mehr. 3. Eine Verbesserung seiner Noten bedarf größerer Anstrengung 4. Wir sind pro 
Jahr zur Vergabe von zehn Stipendien berechtigt. 5. Erlauben Sie, dass ich mich setze? 

6. Herr Schneeweiß bittet Sie, ihn noch heute zurückzurufen. 7. Ich rate dir zur Vorsicht 
beim Umgang mit den gefährlichen Chemikalien. 8. Es bleibt dir nichts anderes übrig, 
als die Strafe für das Falschparken zu bezahlen. 

10. (Es sind auch andere Lösungen denkbar.) 1. Er hat sich vorgenommen, dieses Jahr noch 
befördert zu werden. 2. Es ist ihre Aufgabe, die Tiere täglich mit Wasser und Nahrung 
zu versorgen. 3. Ich bin mir sicher, das in dieser Abrechnung etwas nicht stimmt. 4. Ich 
habe in den Nachrichten gehört, dass es morgen schon wieder regnet. 5. Er hat diese 
Nachricht wahrscheinlich noch nicht erhalten. 6. Es wäre ratsam, den Chef über den 
Vorfall zu informieren. 7. Sind Sie in der Lage, den gesamten Betrag sofort und bar zu 
zahlen? 8. Nach langer Wartezeit wurde ihnen gestattet, das Land zu verlassen. 

11. a) 1» wieder verwendbare Altstoffe 2. erreichbare Ziele 3. nachvollziehbare Gedanken 

4. schwer erziehbare Kinder 5. ein vermeidbares Risiko 6. vorhersehbare Schwierigkei- 
ten 7. erkennbare Zeichen 8. ein unbezahlbares Auto 9. ein nicht umsetzbarer Vorschlag 
10. ein kaum hörbarer Ton 

b) 1. unleserlich 2. unbeschreiblich schön 3. unsterblich 4. unverkäuflich 5. bestechlich 
6. unverständlich 7. einträgliches 8. unerträglich 


Kapitel 4 

Teil A 

I. Lo b der Lü ge 

5. Präpositionen: 1. Bei 2. am/pro 3. beim/zum 4. vom 5. mit 6. Am 7. für 8. am 9. an 

6. a) Wahrheit: verlässliche Informationen, Aufrichtigkeit, Wahrheitsliebe, nicht falsch 
Zeugnis reden, schonungslose Offenheit, mit der Wahrheit umgehen zu können; das 
offensichtlich ehrlichste Medium; Lüge: jemanden belügen, nicht die Wahrheit sagen, 
lügen, die Wahrheit frisieren, die Täuschung, der Seitensprung, der Betrogene, Vertrau- 
en missbrauchen, die Selbsttäuschung, es wird gelogen und betrogen, falsche Tatsachen 
vorspiegeln, Hochstapler (hochstapeln), Mogeleien (mogeln), jemandem eine Geschich- 
te auftischen, den Wahrheitsgehalt verschleiern, die Unwahrheit sagen; weitere Wörter: 
etwas verschweigen, etwas beschönigen, sich herausreden, flunkern, schummeln, jeman- 
den bescheißen (sehr umgangssprachlich!) 

7. Konjunktionen: 1. denn 2. wenn 3. obwohl 4. weil 5. damit 6. wenn 7. deshalb/deswe- 
gen/darum 8. indem 9. sondern 10. dadurch ... dass 

8. Sätze: 1. In bestimmten Situationen greifen Menschen zu Notlügen. 2. Die Anzahl 
unserer Lügen hängt vom Medium ab, das wir gerade benutzen. 3. Am Telefonist^eS 
für den Gesprächspartner/dem Gesprächspartner unmöglich, unsere Mimik zu Leuten. 

4. Hilfe für misstrauische Telefonpartner kommt von einer Neuentwicklung am/auf dem 


218 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


Computermarkt./Als Hilfe für misstrauische Telefonpartner kommt eine Neuentwick- 
lung auf den Computermarkt./Eine Neuentwicklung auf dem Computermarkt kommt 
misstrauischen Telefonpartnem zu Hilfe. 5. Das Computerprogramm basiert auf einer 
Analysetechnik und funktioniert wie ein Lügendetektor. 6. Es sucht die Stimme und das 
Sprechverhalten des Anrufers auf/nach Zeichen von Stress ab. 7. Findet das Programm 
genügend Stressmerkmale/Wenn das Programm genügend Stressmerkmale findet, er- 
scheint auf dem Computerbildschirm ein grünes Licht. 

II. Kriminalität in Deutschland 

2. Wortschatz: Welle wachsender Kriminalität, kriminelle Delikte, polizeiliche Kriminal- 
statistik, Straftaten, Verkehrs- und Staatsschutzdelikte, tatsächliches kriminelles Gesche- 
hen, Anzeigeverhalten der Bevölkerung, polizeiliche Ermittlungen, Verbrechen = Straf- 
taten, die mit wenigstens einjähriger Freiheitsstrafe bedroht sind, Vergehen = Straftaten, 
für die kürzere Freiheitsstrafen oder Geldstrafen ausgesprochen werden können, Krimi- 
nalitätsbelastung, das Erscheinungsbild der Kriminalität, Schwerpunkt des kriminellen 
Geschehens, Eigentums- und Vermögensdelikte, Diebstahl, Fälschungsdelikte: Betrug, 
Veruntreuung, Unterschlagung, Übergriffe auf Leib und Leben = Gewaltdelikte: schwe- 
re Körperverletzung, Raubdelikte, Vergewaltigungen, Mord und Totschlag, Tatverdächti- 
ge, Fälle aufklären, Aufklärungsquote, Tötungsdelikte, Taschendiebstahl, den Tätern auf 
die Spur kommen 

3. Verben: I. verzeichnet/erfasst/registriert 2. ereignen sich/passieren 3. prägen 4. zeigen 

5. verbesserte sich/stieg 6. kam 

5. Verben: 1. verhört 2. angezeigt, verdächtigte, entwendet 3. gestand, überführt 4. erhob 

6. Verben: 1. angeklagt 2. gestohlen 3. nennen 4. verweigerte 5. traten, bezeugten 6. erhär- 
tete 7. ausräumen 8. hatte 9. aussagten, überführt 10. tagte, verkündete II. einlegen 

7. Antonyme: 1. Opfer 2. gestand 3. begehen 4. freigesprochen 5. entkam der Polizei 

8. Adjektive und Partizipien: 1. mutmaßlicher Täter 2. siegreiche Verteidigung 3. hohe 
Kriminalitätsrate 4. schwerer Betrug 5. erdrückende Beweislast 6. sich erhärtende Ver- 
dachtsmomente 7. mildes Urteil 8. überführter Bankräuber 9. erbeutetes Geld 10. aufge- 
klärte Verbrechen 

III. Untemehmenserfolg 

4. Synonyme: 1. Auf sich aufmerksam machen gehört dazu. 2. dem Kunden gefallen 
3. einfach/spärlich 4. etwas meiden 5. etwas weniger als 6. ohne Schwierigkeiten zu 
machen/problemlos 7. zu große/überbesetzte Verwaltungen 8. befolgten 9. nach Erfolg 
strebende 

5. Präpositionen: 1. für, von 2. bei, um, mit, auf 

6. Verben: 1. gehört 2. reicht/genügt 3. bietet 4. schneiden 5. lassen, einfahren/machen 

6. beherzigt/berücksichtigt, fürchten 

7. Antonyme: 1. gut 2. unambitioniert/am Erfolg nicht interessiert 3. unsicher 4. Verlust 
5. ausgeben 6. abschlagen/nicht befolgen 7. üppig/teuer 

8. Sätze: 1. Die Konzentration des Management auf Preis und Qualität der Produkte 
scheint beim Publikum anzukommen. 2. Der Grund des Erfolges ist die Orientierung an 
den Wünschen des Kunden. 3. Bei einem Jahresumsatz von 20 Milliarden Euro erzielt 
das Unternehmen in der Branche sehr hohe Gewinne. 4. Immer wieder erzielen Aldi- 
Produkte bei den Tests von „Stiftung Warentest“ gute Resultate. 


219 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


IV. Koedukation 

5. Synonyme/notwendige Umformungen: 1. Untersuchungen an den Schulen haben erge- 
ben, dass die Mädchen am Ende/wenn man sich alles/die Resultate betrachtet/genauer 
ansieht/letztendlich die Verliererinnen des gemeinsamen Unterrichts sind. 2. Die Koe- 
dukation wird jetzt kritisiert./An der Koedukation wird jetzt Kritik geübt. 3. Die Folgen 
sind klar/deutlich zu erkennen/zu sehen: nur wenige Mädchen erlernen später einen der 
zukunftsträchtigen Berufe/entscheiden sich für ... 

6. Präpositionen: 1. an/in, unterm 2. in, zu, am 3. in, in, aus, nach 4. über, in, an 5. in, an 
6. nach, in 

7. Verben: 1. durchgesetzt, geraten/gekommen 2. liegen, ergreifen/wollen 3. ermöglichte/ 
verankerte/genehmigte, folgten 4. bemerken/beobachten, spielen/stellen, verfallen 

8. Verben: 1. zugelassen 2. trennen 3. geschickt 4. erwiesen 5. geraten 6. besteht, unter- 
richtet/ausgebildet 7. erfordert 

9. Antonyme: 1. getrennt 2. Vorteile/gute Seiten 3. erhalten 4. Rückschritt 5. Befürworter 

6. gestärkt 

10. Verben: 1. gehen 2. besuchen 3. versetzt 4. schwänzt 5. machen/ablegen / bestehen/nicht 
bestehen 6. vorbereiten; lemen/büffeln 7. studieren 8. machen/absolvieren 9. teilnehmen 
10. besuchen 

1 1. Sätze: 1. Mädchen sollten in der Erziehung nicht benachteiligt werden. 2. Frauenuni- 
versitäten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. 3. Geschlechtertrennung kann in 
einigen Fächern die Leistung der Schüler stimulieren. 

TeilC 

1. 1. Obwohl sie sehr warm angezogen war, fror sie. 2. Wie die Polizei mitteilte, gab es 
bei dem Unfall mehrere Verletzte. 3. Das Gerät lässt sich anschalten, indem man auf 
die grüne Taste drückt. 4. Man kann jetzt auch abends einkaufen, weil die Abendöff- 
nungszeiten verlängert wurden. 5. Obwohl er die besten Abschlussnoten hatte, ist er 
noch immer arbeitslos. 6. Sie hat zwei Töchter. Während die eine klein und zierlich ist, 
ist die andere groß und kräftig. 7. Um Geld zu sparen, übernachten wir im Auto./Wir 
übernachten im Auto, weil wir Geld sparen wollen. 8. Weil die Familie jahrelang keine 
Miete bezahlt hat, wird die Wohnung jetzt zwangsgeräumt. 9. Statt Hausaufgaben zu 
machen, hat sie die ganze Zeit femgesehen. 10. Weil wir die Produktionskosten verrin- 
gert haben, geht es dem Betrieb wirtschaftlich wieder besser./Nachdem wir die Produk- 
tionskosten verringert haben, ... 11. Obwohl sie die Prüfung mit „sehr gut“ bestanden 
hatte, war sie mit sich selbst unzufrieden. 12. Weil es auf der Autobahn einen schweren 
Unfall gab, wurde sie für mehrere Stunden gesperrt. 

2. 1. weil 2. obwohl 3. um ... zu 4. denn 5. damit 6. entweder ... oder; weder ... noch 

7. sondern 8. sowohl ... als auch 9. weder ... noch 10. Seit(dem) 11. Wenn 12. Je ... des- 
to 13. Bevor/Wenn 14. bis 15. Nachdem 

3. a) 1. weil sie verschwenderisch war/lebte; weil sie unter Verschwendungssucht litt 

2. nur weil er sie liebte 3. weil er sein Abitur bestanden hatte 4. weil die Einschaltquo- 
ten sanken 5. weil er sich seinen Fuß gebrochen hatte 

b) 1. wenn der Druck stärker gewesen wäre 2. wenn es Feueralarm gibt; wenn Feuer- 
alarm ausgelöst wird 3. nur wenn man eine gute Ausrüstung hat/nur wenn man über 
eine gute Ausrüstung verfügt 4. wenn er nicht so hart trainiert hätte 5. nur wenn der 
Vertrag geändert wird 


220 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


c) 1. obwohl er Gewalt verabscheute/verabscheut 2. obwohl es verboten war 3. Während 
vormittags die Sonne schien, regnete es nachmittags in Strömen. 4. obwohl sie über 
gute Spanischkenntnisse verfügt 5. obwohl er gute Kritiken hatte/bekam/obwohl gute 
Kritiken geschrieben wurden 

d) I. um seine Noten zu verbessern; damit er seine Noten verbessert 2. um die Löhne 
im öffentlichen Dienst um 5 % zu erhöhen; um eine Lohnerhöhung im öffentlichen 
Dienst um 5 % zu erreichen 3. um sich zu erholen 4. um sich besser über ihr Reiseziel 
zu informieren/um bessere Informationen über ihr Reiseziel zu erhalten 5. damit man 
das Gerät einfacher bedienen kann 

e) 1. wie die Polizei angab 2. wie eine Studie ergab 3. so weit ich weiß 4. indem man 
sie elektronisch markiert 5. indem die Temperatur verringert wird; dadurch, dass man 
die Temperatur verringert; wenn man die Temperatur verringert 6. indem/wenn man ein 
Passwort eingibt 7. ohne zu grüßen/ohne dass er grüßte 

4. 1. um die Attraktivität ihrer Fernsehsender zu erhöhen/damit sie die Attraktivität ihrer 
Fernsehsender erhöhen (können) 2. weil er immer wieder tolle Ideen hat 3. dadurch, 
dass/indem er den Witzig-Trend ins ertragsstarke Kino verlagerte 4. obwohl wir gegen- 
wärtig eine Medienkrise haben/obwohl gegenwärtig eine Medienkrise herrscht 5. um 
die Zuschauer zu belustigen/damit die Zuschauer belustigt werden 6. wenn die Wirt- 
schaftslage schlecht ist 7. indem sie Späße über menschliche Schwächen machen/indem 
sie sich über menschliche Schwächen lustig machen/lenken ... dadurch ab, dass sie sich 
über menschliche Schwächen lustig machen 8. doch obwohl es Komödie heißt/doch 
obwohl man es Komödie nennt 9. wenn sich die Nachfrage nach Witz erhöht/wenn die 
Nachfrage nach Witz steigt 10. wie die Zeitschrift „Der Spiegel“ schrieb/berichtete 

5. 1. Mit dieser schlechten Vorbereitung kommt der Schwimmer bei den Meisterschaften 
nicht in den Endlauf, geschweige denn unter die ersten drei. 2. Sie hinterließ ihren 
Schreibtisch nicht sauber, nicht einmal aufgeräumt. 3. Susanne kann Peter nicht einmal 
10 Euro borgen, geschweige denn 1000. 4. Er hat mit Sicherheit kein großes Auto, 
geschweige denn eine Segeljacht. 5. Sie kann nach der Operation noch nicht sitzen, ge- 
schweige denn laufen. 6. Sie hat im Moment keine Zeit für mich, nicht einmal für ihren 
Freund. 

6. 1. Die Meteorologen warnten vor einer Lawinengefahr, dessen ungeachtet machte sich 
eine Gruppe von Bergsteigern früh auf den Weg. 2. Es wurden sofort Maßnahmen er- 
griffen, trotzdem verbesserte sich die Lage nicht. 3. Es war ein Verbotsschild an dem 
Zaun befestigt, ungeachtet der Tatsache betraten sie das Militärgelände. 4. Die Ret- 
tungsmannschaft war sofort zur Stelle, dennoch konnte sie keine Lebenden mehr ber- 
gen. 5. Er sollte den Hauseingang die ganze Nacht überwachen, nichtsdestotrotz fuhr er 
nach Hause, um sich umzuziehen. 6. Sie fand den Film sehr spannend, dennoch schlief 
sie ein. 

7. 1. Wir kommen mal wieder zu spät, es sei denn, du beeilst dich ein bisschen. 2. Er wird 
durch die Prüfung fallen, es sei denn, er bereitet sich besser vor. 3. Das Openair-Kozert 
wird verschoben, es sei denn, das Wetter ändert sich noch. 4. Herr Kunz wird entlassen, 
es sei denn, er ändert seine Arbeitseinstellung entscheidend. 5. Klaus kann uns nicht 
abholen, es sei denn, sein Auto ist nicht mehr in der Werkstatt. 6. Den Opfern im Kata- 
strophengebiet kann nicht mehr geholfen werden, es sei denn, es geschieht ein Wunder. 

8. 1. Georg ist ein guter Tennisspieler, sein Freund dagegen kann überhaupt nicht Ten- 
nis spielen. 2. Bei Herrn Meier haben die Abrechnungen immer gestimmt, bei seinem 
Nachfolger treten jedoch immer wieder Fehler auf. 3. Früher schrieben viele Romanau- 


221 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


toren ihre Bücher auf der Schreibmaschine, während sie sie heute auf dem Computer 
schreiben. 4. Letztes Jahr war das Konzert der Popgruppe ausverkauft, dieses Jahr je- 
doch war die Hälfte des Saales leer. 5. Er achtet auf das Geld und lebt sehr sparsam, im 
Gegensatz dazu kann seine Frau an keinem Modegeschäft Vorbeigehen. 

9. 1. Zur besseren Wiederverwertung muss der Müll getrennt werden. 2. Trotz des Wun- 

sches nach besserem Umweltschutz wollen viele auf ihr Auto nicht verzichten. 3. Mit 
der Erhöhung/Durch die Erhöhung der Ökosteuer könnte man einen Teil der Unkosten 
finanzieren. 4. Die Verteuerung des Benzins wäre eine weitere Möglichkeit zur Bezah- 
lung der Umweltschutzkosten. 5. Bei geringerem Verkehrsaufkommen sinkt der Schad- 
stoffausstoß. 6. Wegen/Aufgrund der Erwärmung der Erde steigt der Wasserspiegel. 

7. Durch sauberes Trinkwasser/Mit sauberem Trinkwasser könnte sich die Zahl der 
Krankheiten weltweit erheblich reduzieren. 8. Aufgrund steigender Bevölkerungszahlen 
bleibt die Wasserversorgung ein Hauptproblem der Umweltexperten. 9. Im Gegen- 
satz zu den Industrieländern (die Wasser tonnenweise verschwenden) leiden in Afrika 
viele Länder unter Wassermangel. 10. Man kann eine gesündere Ernährung durch die 
Vermeidung von Fertigprodukten erzielen. 


Kapitel 5 

Teil A 

1. Krieg der Geschwister 

3. Synonyme: 1. handelte er nach/verhielt er sich nach 2. wollte er weniger/es war nicht 
seine Absicht 3. unbeherrschte 4. überzeugter/unverbesserlicher 5. gestaltet/beeinflusst 
entscheidend 6. machtbewusstes Verhalten 7. etwas (zu bieten) haben 

4. Präpositionen: 1. Im, gegen, zu 2. im, für, um, über, um 3. im, zum 

5. Verben: 1. übte 2. lag 3. zeigte/hatte 4. entwickeln/demonstrieren 5. konkurrieren, nei- 
gen 6. tobt/entsteht, modelliert/gestaltet/beeinflusst 

9. Verhaltensweisen: 1. Mitarbeiter dürfen keine eigenen Entscheidungen treffen. 

2. Keine Transparenz, der Chef lässt seine Mitarbeiter über wichtige Arbeitsprozesse 
und Entscheidungen im Unklaren. 3. Der Chef ist nicht in der Lage, notwendige oder 
schnelle Entscheidungen zu treffen. 4. Verhaltensweisen und Entscheidungen sind nicht 
vorauszusehen, Launenhaftigkeit. S. Unfähigkeit, bei einer Sache zu bleiben oder einen 
Gedanken zu verfolgen 6. Der Chef hört nicht auf Hinweise oder Ratschläge seiner 
Mitarbeiter. 7. Der Einführung von Neuerungen, der Umsetzung von neuen Ideen steht 
der Chef skeptisch gegenüber. 8. Es besteht kein Vertrauensverhältnis zwischen den 
Mitarbeitern und dem Chef. 9. Der Chef meint, er wisse alles besser. 10. Der Chef lobt 
sich gern selbst. 

II. Gerüche 

2. a) Handwerker: Der Seifensieder stellt Seife her (u. a. aus Tierfetten). Der Kürschner 
schneidert aus Tierpelzen Pelzbekleidung oder füttert und verziert Kleidung mit Pelz. 
Der Färber färbt Stoffe und Leder. Der Gerber verarbeitet/gerbt Tierhäute zu Leder, 
b) Synonyme: 1. Um den Dreck einigermaßen bekämpfen/beseitigen zu können/in den 
Griff zu bekommen 2. ... kommt/angesagt ist/erwartet wird 3. ... hohes Ansehen genießt/ 
einen guten Ruf hat/respektiert wird 4. ... würden/könnten wir den Geruch/den Gestank 


222 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


nicht ertragen 5. ... in Acht nehmen/sie müssen bei/mit verdorbenem Fisch und Fleisch 
vorsichtig sein/sie dürfen keinen verdorbenen Fisch und kein verdorbenes Fleisch essen 
6. ... ist der eigene Körpergeruch nicht mehr wichtig/bemerkt man den eigenen Körper- 
geruch nicht so 7. verdächtigt man sogar Wasser/sagt man Wasser nach 

3. Fragen zum Text: 1. Den meisten Gestank verursachen die Seifensieder, Kürschner, 
Färber und Gerber, die einen schlechten Geruch von Fäulnis und Verwesung verbrei- 
ten. Aber auch die Straßen sind voll mit Abfällen und Unrat aller Art. 2. In manchen 
Städten gibt es Straßenreiniger, aber nicht genug. Nur wenn politischer Besuch kommt 
oder in Seuchenzeiten achtet man auf Sauberkeit. 3. Das hängt vom Stand ab. In den 
Randgebieten der Städte, wo die armen Leute wohnen, stinkt es am meisten, denn 
Menschen und Tiere wohnen oft in einem Raum. 4. Kräuter und Gewürze spielen eine 
große Rolle. Zum einen werden die Mahlzeiten (z. B. Fisch, Fleisch, aber auch Brot) 
reichlich gewürzt und mit Kräutern verfeinert, zum anderen werden vor allem von den 
Wohlhabenden Vorhänge, Bettbezüge, Kissen oder Fußböden mit Kräutern versehen, 
damit die Häuser besser riechen. In den Pestjahren hat man versucht, mit Kräutern wie 
Wacholder, Rosmarin und Lorbeer die Seuche vom Haus fem zu halten. 5. Die Men- 
schen haben sich vor allem gegen Ende des Mittelalters so gut wie nie gewaschen, weil 
sie glaubten, Wasser würde ihrem Körper schaden. Im Allgemeinen wird derjenige als 
sauber angesehen, der saubere Kleidung trägt. 

4. Gewürze und Kräuter (Beispiele): Basilikum, Bohnenkraut, Chili, Curry, Dill, Estragon, 
Fenchel, Ingwer, Kamille, Knoblauch, Kümmel, Kreuzkümmel (Kumin), Kurkuma, 
Lorbeerblatt, Majoran, Melisse, Muskat, Nelken (Gewürznelken), Oregano, Paprika, 
Pfeffer, Piment, Petersilie, Rosmarin, Salbei, Safran, Schnittlauch, Sellerie, Thymian, 
Wacholderbeeren, Zimt, Zitronenmelisse 

5. Endungen: Strenge Gerüche strömen durch Häuser und Gassen. Begeben wir uns in 
eine deutsche Stadt um 1400: Wer keine schweren Überschuhe aus Holz trägt, versinkt 
an manchen Stellen knöcheltief im Dreck, da es trotz städtischer Vorschriften üblich 
ist, alles Überflüssige aus dem Fenster zu werfen. Eine öffentliche Reinigung gibt es 
kaum. Manche mittelalterlichen/e Städte beschäftigen zwar Straßenreiniger, aber es sind 
viel zu wenige. Nur in Zeiten von Seuchen und wenn politisch hoher Besuch ansteht, 
bemühen sich die lokalen Machthaber ernsthaft um Sauberkeit. Zu den Ausdünstungen 
des Unrats kommen nun neue Gerüche hinzu: Duftwolken von fettig-heißen Kuchen, 
bratenden Würsten und geräuchertem Fleisch vermengen sich mit dem Rauch, den 
die/das offen en/e Feuer der unterschiedlichen Werkstätten erzeugen. Vor allem aber der 
schreckliche Gestank der Gerber belästigt die Umgebung. Die Ratsherren vieler mit- 
telalterlicher Städte beschließen daher, die Gerber an den Stadtrand zu drängen. Selbst 
bei einem mittelalterlichen Mittagessen wären heutige Nasen überfordert. Verderbliche 
Lebensmittel sind häufig an der Grenze der Genießbarkeit. Einen besseren Magen als 
wir haben die Menschen aber nicht. Deshalb müssen sie sich vor wirklich verdorbenem 
Fisch oder Fleisch hüten. Angesichts der vielen intensiven Gerüche spielt der eigene 
Körpergeruch keine besondere Rolle mehr. 

6. Präpositionen: 1. in 2. von 3. Beim 4. von 5. in 6. aus 7. von 8. über 9. in 10. aus 

8. Umformungen: In fast alle Bereiche unseres Lebens hat sich unbemerkt ein gewisser 
Wohlgeruch eingeschlichen. Man kann sich Waschpulver und Putzmittel ohne Parfümie- 
rung nicht mehr vorstellen. Selbst die Mülltonne, die Spülmaschine und der Staubsau- 
ger verfügen schon über ein eigenes Deo. Ursprünglich kam dieser Trend aus Frank- 
reich, wo es sogar parfümierte Spülschwämme und Gummihandschuhe mit Fruchtaro- 
ma zu kaufen gibt. 


223 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


Doch Deutschland holt auf. In den vergangen fünf Jahren stieg der Umsatz von „ Ge- 
ruchsverbesserem" um ein Drittel. Das ist der Grund dafür, dass Duftstoffhersteller 
immer mehr Mut zeigen/haben/aufbringen./Aus diesem Grund zeigen ... die Dufther- 
steller immer mehr Mut. Zur Zeit laufen beispielsweise Experimente mit beim Auftreten 
(einen) feinen Ledergeruch freisetzenden Gummischuhsohlen. 

Duft als Marketinginstrument, diese Idee gewinnt immer mehr an Beliebtheit/erfreut 
sich immer größerer Beliebtheit. Nach Untersuchungen einer Marketingprofessorin aus 
Dresden/Untersuchungen ... zufolge kann man mit angenehmen Gerüchen in Geschäften 
sowohl die Verweildauer der Kunden als auch den Umsatz steigern. Diese Erkenntnis 
machten sich viele Unternehmen zunutze. Allein im deutschsprachigen Raum sind 
10 000 Hotels und Geschäfte mit Duftsäulen ausgestattet. Doch in einer Welt, in der 
Plastik nach Leder und Mülltonne nach Limone riecht, lauem auch Gefahren. Eine 
Studie im Jahr 2000 zeigte, dass Duftstoffe bei rund drei Prozent der Bundesbürger 
Allergien auslösen. Die Anzahl der Fälle ist gegenüber 1990 doppelt so hoch/hat sich 
gegenüber 1990 verdoppelt. 

III. Lvrik im Immobilienteil 

5. Synonyme: 1. kritisch/skeptisch betrachten 2. wachsam sein 3. verspricht/bedeutet 

4. misslungener/missglückter 5. besser/schlechter sein 

6. Verben: 1. genießen 2. geboten 3. übersetzen, bedeutet 4. verbirgt/versteckt 5. empfoh- 
len/geraten, besichtigen 

7. Sätze: 1. Der Laie muss sich erst mühsam in die Geheimsprache der Immobilienpoesie 
einarbeiten. 2. Es gibt Wohnviertel, die selbst Mitglieder des Boxvereins bei Einbruch 
der Dunkelheit meiden. 3. Wenn jemand den Kauf eines Hauses in Betracht zieht, sollte 
er es sich genau ansehen. 

8. 1. großzügige 2. komfortable 3. 4 Zimmer 4. Altbau- Wohnung 5. Einbauküche 6. Mo- 
natsmiete 7. Nebenkosten 8. Zentralheizung 9. Erdgeschoss 10. Garten 11. Baujahr 
12. Provision 13. gehobene Ausstattung 14. Fußbodenheizung 15. Tiefgarage 

9. Präpositionen: 1. Nach/Laut 2. nach 3. Vor 4. aufs 5. zur 6. zum 7. in die 8. für 9. in 
den 10. zufolge 11. unter 12. vor/hinter 13. auf dem 14. in der 15. in den 16. bei 17. auf 
18. in die 19. im 20. zum 21. in den 

IV. Bauhaus und Design 

3. Synonyme: 1. übliche/gebräuchliche 2. erst einmal 3. akzeptiert 4. nicht umgesetzt/ver- 
öffentlicht wurden 

4. Präpositionen: 1. von, für, mit 2. in, mit, von 3. in, zu 4. an 5. vom, bis zum, von, bei, 
bis zu, im 6. in, auf 7. Mit, nach 8. in, für 

5. Antonyme: 1. karge 2. altmodische 3. langweiliger 4. gedeckte 5. extravagante 6. klare 

6. Relativsätze: 1. Das Bauhaus, das 1919 von Gropius gegründet wurde, war eine Hoch- 
schule für Gestaltung. 2. Die Bauhäusler waren keine Gruppe, die in sich geschlossenen 
war. 3. Dort wurden Ansätze zu fast allen Design- Vorstellungen, die heute gängig sind, 
entwickelt. 

7. Partizipialkonstruktionen: 1. Die 1955 in Ulm gegründete Hochschule für Gestaltung 
schloss an die noch moderne Tradition des Bauhauses an. 2. Das Wort Design setzte 
sich in dem heute gebräuchlichen breiten Bedeutungsspektrum durch. 3. Mehr Gestal- 
tungsfreiheit hat der Designer bei für den persönlichen Bereich bestimmten Produkten. 


224 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


V. Peter Härtling: Der Bericht 

2. Synonyme: 1. nicht trauen/ein bisschen Angst haben vor etwas 2. gleichgültig/unver- 
krampft 3. vomehm/edel 4. dünn/sehr schlank 5. ungeschickt/ungewandt 6. innerlich 
bewegt 7. fleißig 8. zeigen/erkennen lassen 9. (schwer) tragen 

3. Verben: 1. kenne/kannte/liebe/mag ... 2. gefürchtet 3. diente, verstärkte/verbesserte 

4. stellen 5. hält 6. hielte/halte 7. trägt 8. wirken 9. beschreiben/bezeichnen, -geben 

4. Antonyme: 1. schlank 2. unkonvertienell 3. ordentlich/akkurat 4. unsauber/herunterge- 
kommen 5. kräftig 6. hässlich 7. ordinär/gewöhnlich/ärmlich 8. schlicht 

TeüC 

1 . einen Dümmeren, aus den Unfallprotokollen deutscher Versicherungsnehmer 1. in der 
Faschingszeit, mancher Büttenredner, auf der verzweifelten Suche, für humorvolle An- 
regungen, auf die Wirklichkeit, in die Unfallprotokolle der deutschen Versicherungen, 
die folgenden Formulierungen, aus den Briefwechseln, mit ihrer Assekuranz. 2. in eine 
falsche Grundstücksauffahrt, einen Baum 3. ein unsichtbares Fahrzeug 4. an der Kreu- 
zung, einen unvorhergesehenen Anfall 5. eine steile Straße, eine Grundstücksmauer, 
einen Baum, das Bremspedal 6. in eine große Trommel, jeden Monats, mit verbundenen 
Augen, bis das große Los 7. für solche faulen Ausreden, einen Dümmeren 8. viele For- 
mulare, mein geliebter Mann 

2. 1. einer Feier, vielen alten Freunden, seines 50. Geburtstages, der mutmaßliche deutsche 
Drogenhändler 2. einiger großer niederländischer Drogenhändler 3. alle anwesenden 
Polizisten, das dreistöckige Haus, die meisten der überraschten Gäste 4. einzelne anwe- 
sende Gäste 5. einer seiner Freunde, seiner zu Protokoll gegebenen Aussage 6. mehrere 
alte Vertraute des Festgenommenen, den nächsten Tagen 7. eines der teuersten Anwälte, 
ungeklärte Weise, des reichen Verdächtigen 8. mehrere sichere Beweise 

3. 1. Der Computer des japanischen Vorgesetzten wurde durch ein neueres Modell ersetzt. 
2. Die anhaltende Trockenheit vernichtete die Vegetation des ganzen Gebietes. 3. Ein 
Dieb stahl Frau Friedrichs Tasche. 4. Die Anzahl der tödlichen Autounfälle ging im 
letzten Jahr um drei Prozent zurück. 5. Fischen war früher das Hobby vieler pensionier- 
ter Beamter. 6. Die Behandlung des kranken Jungen kostete die Eltern ein Vermögen. 

7. Der Erfolg war das Ergebnis eines starken Willens. 8. Die militärische Auseinander- 
setzung der benachbarten Staaten bedeutete eine Gefährdung des Weltfriedens. 9. Ein 
Glas klares Wasser half Peter gegen/bei Kopfschmerzen. 10. Der Empfang des französi- 
schen Botschafters verlief ohne die befürchteten Zwischenfälle. 11. Bisher unbekannte 
Fotografien des berühmten Komponisten wurden in seinem Nachlass gefunden. 12. Der 
Entwurf des heute anerkannten Architekten fand bei der damaligen Ausschreibung kei- 
ne Beachtung. 

4. 1. Er wartet/wartete auf den ankommenden Zug. 2. Herr Meier beobachtet/beobachtete 
die in der gegenüberliegenden Wohnung tanzende Frau 3. Die lärmenden Fußballfans 
stürmen/stürmten in die Kneipe. 4. Autofahrer müssen auf am Straßenrand spielende 
Kinder Acht geben. 5. Die Besatzung verließ das sinkende Schiff. 6. Der in der Schweiz 
lebende Schriftsteller wurde/wird mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 

7. Das Publikum zollte dem Sänger anerkennenden Beifall. 8. Die als Juristin arbeiten- 
de Ehefrau des Politikers setzt/setzte sich für die Rechte der Kinder ein. 

5. 1. Die gestohlene Ware war nicht versichert. 2. Von dem entflohenen Täter/den entflo- 
henen Tätern fehlt jede Spur. 3. Das neu erschienene Buch wurde in kürzester Zeit ein 


225 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


Bestseller. 4. An dem Kongress nahmen viele anerkannte Wissenschaftler teil. 5. Auf 
den vom Eis befreiten Straßen gab es in den letzten Tagen weniger Unfälle. 6. Der in 
Moskau aufgewachsene Künstler gastierte zum ersten Mal in Berlin. 7. Der neu einge- 
baute Motor ist für die Probleme des Rennwagens verantwortlich. 8. Das seit Jahren ge- 
suchte Beutegeld aus dem Banküberfall in Zürich konnte von der Polizei sichergestellt 
werden. 

6. a) 1. Die während des Versuchszeitraums immer wieder aufgetretenen Fehler konnten 
beseitigt werden. 2. Von den bei dem Lawinenunglück verschütteten Menschen hat kei- 
ner überlebt. 3. Die von der Gewerkschaft auf der Betriebsversammlung vorgebrachten 
Bedenken konnten vom Vorstand nicht vollständig ausgeräumt werden. 4. Die für den 
Erfolg verantwortlichen Mitarbeiter bekamen hohe Prämien. 5. Das vermutlich 1895 
gemalte und dann verschollene Bild kann ab heute im Museum Ludwig bewundert wer- 
den. 6. Dieses Gesetz ist durch einen am 7.9.2004 vom Parlament gefassten Beschluss 
geändert worden. 

b) 1. Die im Krieg völlig zerstörte Kirche konnte dank zahlreicher Spenden wieder 
aufgebaut werden. 2. Die orginalgetreu restaurierten Deckengemälde sind Meisterwerke 
des Barock. 3. Auch einige von den Alliieren vor der Vernichtung gerettete Kunstwerke 
sind ab nächste Woche im Stadtmuseum zu bewundern. 4. Der erst kürzlich zum dritten 
Mal wieder gewählte Bürgermeister der Stadt eröffnet die Ausstellung. 5. Wenn man 
durch die während des Krieges von Bomben verschont gebliebenen Straßen läuft, be- 
kommt man ein Gespür für den ehemaligen Glanz der Stadt. 6. Die sich direkt im Zen- 
trum befindenden Wohnungen gehörten früher reichen Kaufleuten. 7. Die vor, während 
oder nach dem Krieg aus der Stadt geflohenen Wohnungseigentümer haben jetzt An- 
spruch auf ihr ehemaliges Eigentum. 8. Mit den jedes Jahr stattfindenden Musiktagen 
erreicht dieser Sommer seinen kulturellen Höhepunkt. 

7. a) 1. vor der 2. mit der 3. mit der 4. für das 5. von dem 6. gegen die 7. über das 8. mit 
der 9. mit denen 10. für die 11. für die 12. über die 13. mit denen 14. über die 15. auf 
die 16. über die 

b) 1. dessen Erfindung eine Sensation wurde. 2. über dessen Erfindung alle Leute reden. 
3. dessen Frau Lehrerin ist. 4. der kürzlich Abteilungsleiter wurde. 5. dessen Sekretärin 
sehr gewissenhaft arbeitet. 6. über dessen Herkunft niemand etwas weiß. 7. von dessen 
Einsatzbereitschaft alle begeistert sind. 8. der eine Vorliebe für alte Autos hat. 

c) 1. wovor 2. wo/in der 3. wo 4. wohin 5. das/was 6. denen 7. wogegen/wofür 8. das/ 
was 

d) 1. desjenigen 2. Derjenige 3. demjenigen 4. diejenigen 5. Denjenigen 6. diejenigen 
7. denjenigen 8. Diejenigen 

8. 1. Die Einwände, die gestern von Frau Grünberg vorgetragen wurden, sollten unbedingt 
Beachtung finden. 2. ln dem Intercity-Zug, der vor wenigen Minuten auf dem Hambur- 
ger Hauptbahnhof ankam, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans, die 
miteinander in Streit geraten waren. 3. Der Patient, der von Beginn an falsch behandelt 
wurde, erlag gestern seinem Leiden. 4. Der Wagen, der erst kürzlich auf der Automobil- 
messe vorgestellt wurde, konnte den hohen Erwartungen nicht entsprechen. 5. Die Ber- 
gungsarbeiten, die immer wieder durch starke Regenfälle unterbrochen wurden, konnten 
erst gegen Mittag fortgesetzt werden. 6. Der Mitarbeiter, der von seinen Kollegen lange 
eingearbeitet wurde, übernahm seinen ersten selbstständigen Auftrag. 7. Das Raumfahrt- 
projekt, das von den Europäern mitfinanziert wurde, konnte erfolgreich abgeschlossen 
werden. 8. Die Satellitenschüssel, die auf dem Dach des Hauses installiert wurde, hielt 
dem starken Sturm nicht Stand. 


226 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


9. 1. Der Prozess fand in Holzkirchen, einem Ort in der Nähe von München, statt. 2. Die 
Tat wurde von W. S., einem Angestellten bei der Post, begangen. 3. Der Angeklagte 
sprach vor der Verhandlung noch einmal mit Frau Lange, seiner Anwältin. 4. Nach Aus- 
sagen des Bruders, des Eigentümers der Apotheke am Hauptplatz, neigte der Beschul- 
digte schon als Kind zum Diebstahl. 5. Die bestohlenen Opfer, ganz normale Bürger, 
können nicht mit einer Entschädigung rechnen. 6. Die Post will nach Aussage ihres 
Anwalts, des erfolgreichsten der Stadt, nicht für den Schaden aufkommen. 

10. a) 1. Das sind unbedingt zu beachtende Vorschriften. 2. Das ist ein nicht zu unterschät- 
zender Konkurrent. 3. Das ist eine noch zu beweisende These. 4. Das sind noch heute 
zu klärende Fragen. 5. Das sind umgehend zu lösende Probleme. 6. Das sind auf der 
nächsten Sitzung zu besprechende Punkte. 

b) 1. Das sind kaum mehr zu ertragende Arbeitsumstände. 2. Das sind nicht zu finanzie- 
rende Vorhaben. 3. Das sind nur schwer zu beseitigende Beschädigungen. 4. Das sind 
nicht emst zu nehmende Vorwürfe. 5. Das sind nicht zu akzeptierende Forderungen. 

6. Das sind nicht mehr zu diskutierende Beschlüsse. 

11. 1. Sie spricht Spanisch, als hätte/habe sie jahrelang in Spanien gelebt; ... als ob sie 
jahrelang in Spanien gelebt hätte/habe. 2. Er trainiert so hart, als wollte/wolle er dieses 
Jahr noch den Weltrekord brechen; ... als ob er dieses Jahr den Weltrekord noch bre- 
chen wollte/wolle. 3. Die Jacke sieht aus, als wäre/sei sie 100 Jahre alt; ... als ob sie 
100 Jahre alt wäre/sei 4. Sie sieht mich an, als hätte/habe sie mich nicht verstanden; 

... als ob sie mich nicht verstanden hätte/habe. 5. Sein Gang wirkt so schwer, als hät- 
te/habe er Blei in den Schuhen; ... als ob er Blei in den Schuhen hätte/habe. 6. Sie geht 
mit dem Geld um, als würde sie über ein großes Vermögen verfügen; ... als ob sie über 
ein großes Vermögen verfügen würde/verfügte/verfüge. 

12. 1. pünktlich 2. stolz 3. fleißig 4. schlau 5. glatt 6. störrisch 7. still 8. fromm 9. groß 
10. schnell 11. sicher 

13. 1. vergesslich/faul 2. sauber 3. eifersüchtig 4. langweilig 5. unordentlich 6. zuverlässig 

7. ehrlich 8. großzügig 9. eingebildet/selbstbewusst 10. pünktlich 11. ehrgeizig 12. spon- 
tan/unberechenbar 

14. 1. tolerant 2. bescheiden 3. sparsam/geizig 4. weltoffen 5. taktvoll 6. ausgeglichen 7. ge- 
wandt 8. friedlich/harmoniebedürftig 9. kreativ 10. kleinlaut 11. naiv 12. freundlich 

15. 1. schädlich, schädliches Gas/schädlicher Stoff 2. kindlich, kindliches Gemüt 3. kränk- 
lich, kränkliches Kind 4. schrecklich, schrecklicher Vorfall 5. dumm, dummer Fehler 
6. vergesslich, vergesslicher Mensch 7. bedrohlich, bedrohliche Situation 8. bildlich, 
bildliche Beschreibung 


Kapitel 6 

Teil A 

I. Störfall Kommunikation 

4. Synonyme: 1. besorgen/herbeibringen 2. außerdem/überdies 3. hinweisen/hindeuten auf 
etwas 4. Hindemis/Barriere 5. gewinnbringend 6. Ehrlichkeit 7. richtig umgehen kön- 
nen/richtig verwenden 8. richtiges 

5. Verben: 1. geht/läuft 2. fällen/treffen, lösen, darzustellen/zu diskutieren, sorgt, baut 

3. hält 4. verweisen 5. spielt 6. überspringt, entstehen/resultieren 7. einzuschätzen, hand- 


227 



Lösungsschlüssel Anhang 

zuhaben, zu machen 8. setzt, zu reden/nachzudenken, zu verbessem/zu reduzieren/abzu- 
stellen 

6. Präpositionen: 1. für 2. Auf, an 3. In, zum, zufolge/nach, am, auf 

7. Synonyme: 1. Er ist aufgeschlossen für die Meinung anderer. 2. Er macht beim Spre- 
chen lebhafte Gebärden/gestikuliert sehr stark. 3. Du bist davon nicht betroffen, deshalb 
kannst du einfacher darüber sprechen. 4. Es ist leichter über etwas (ein Vorhaben z. B.) 
zu reden als etwas zu tun. 5. Einer Sache (zu) große Aufmerksamkeit schenken. 

II. Ti pps zur erfolgreichen Kommunikation 

2. Synonyme: 1. vor dem Gespräch gebildete/bereits feststehende 2. teilnahmslos/uninte- 
ressiert 3. Gesamturteile/undifferenziertes Urteile 4. Verharmlosungen/Beruhigungen 
5. analysieren/interpretieren/einschätzen 6. gezielt befragen/verhören 7. ungenau/ver- 
schwommen/zögerlich 8. zum Wesentlichen kommen/keine langen Vorreden halten 

9. sich abweisend verhalten 

3. Verben: 1. Vermeiden 2. vermitteln 3. Spielen 4. verletzen 5. Zeigen 6. Drücken 7. pro- 
vozieren 8. Kommen 9. führt 10. Lenkt 

4. Sätze: 1. Der Beziehungsaspekt zwischen Sender und Empfänger spielt in der Kommu- 
nikation eine wichtige Rolle. 2. Ein Großteil der Fehler im Berufsleben lässt sich auf 
mangelnde Kommunikation zurückführen. 3. Die Betriebsführung sollte Wert auf die 
Weiterbildung aller Mitarbeiter im Bereich der Kommunikation legen. 4. Das Training 
kommunikativer Fähigkeiten und die Entwicklung der Persönlichkeit sind eng miteinan- 
der verbunden. 5. Wenn aber die Mitarbeiter nicht an ihrem kommunikativen Verhalten 
konstant arbeiten, erweisen sich die Fortbildungsmaßnahmen als unwirksam. 

III. Zeitung en 

5. Synonyme: 1. gestaltet 2. Neuigkeiten aus der Umgebung 3. streng 4. zeigen/herausstel- 
len 5. nicht übermäßig/im richtigen Verhältnis 

7. Präpositionen: 1. unter 2. aus, im, auf 3. an, entgegen 4. außerhalb, von, im, auf 5. Von, 
vor, im 

8. Sätze: 1. Übersichtliches Design und ein vielfältiges Angebot machen Zeitungen beim 
Leser erfolgreich. 2. Eine Erweiterung des Service-Angebots hat keine höhere Nachfra- 
ge zur Folge. 3. Die Leser trennen die Ansprüche an Zeitungen und Femsehen. 

10. Umformungen: Es herrscht Krisenstimmung im Zeitungsgeschäft./Im Zeitungsgeschäft 
herrscht Krisenstimmung. Seit einem Zwischenhoch durch die Wiedervereinigung sin- 
ken die Zeitungsauflagen/die Auflagen der Zeitungen in Deutschland. Auch die Zahl 
der einzeln erscheinenden Blätter ist deutlich zurückgegangen/ging zurück. Es wurden 
unterschiedliche Strategien gegen das Zeitungssterben entwickelt. /Gegen das Zeitungs- 
sterben wurden unterschiedliche Strategien entwickelt. 

So manche Zeitung flüchtete, um den Konkurs zu vermeiden, zu einem Geldgeber des 
bisher bekämpften politischen Lagers. Andere, wie die „Süddeutsche Zeitung“, befinden 
sich/sind auf der Suche/begeben sich auf die Suche nach neuen Einnahmequellen: Die 
Geschäftsführer der SZ hatten die Idee! Den Geschäftsführern kam die Idee , 50 Mil- 
lionen Euro zu erwirtschaften, indem sie Bücher der Weltliteratur zu Niedrigpreisen 
verkaufen./50 Millionen Euro dadurch zu erwirtschaften, dass sie ... Damit sollen in 
Zukunft bei der SZ schwarze Zahlen geschrieben werden. /Damit will man in Zukunft 
bei der SZ schwarze Zahlen schreiben/erreichen. 


228 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


Einen ganz anderen Weg schlägt die „Lausitzer Rundschau“ in Cottbus ein. Durch die 
Arbeitslosigkeit, die in der Region herrscht, haben die Zeitungsmacher einen Verlust 
von 50 000 Exemplaren Auflage zu verzeichnen. Nachdem sie zu der Erkenntnis ka- 
men/Nachdem ihnen die Erkenntnis kam, dass keiner eine Zeitung machen kann, die 
für 14- bis 94-Jährige gleichermaßen von Interesse ist, erscheinen jetzt zwei Zeitungen. 
Eine davon hat/trägt/bekam den Titel „20 Cent“. In dem Blatt, das für Jugendliche ent- 
wickelt wurde/worden war, haben/erhalten zum Beispiel Singles die Möglichkeit, sich 
auf einer Doppelseite vorzustellen. Die Zeitschrift „Die Welt“ setzt auf Verschlankung. 
Ihr Ziel ist es, in einem kleineren Format, gekürzt auf 32 Seiten, eine mobile Leser- 
schaft anzusprechen, die mit weniger Lesestoff zufrieden ist. 

1 1 . Präfixe: anlesen - ein Buch ( nur den Anfang lesen), auslesen - ein Buch (zu Ende 
lesen), durchlesen - ein Manuskript (von Anfang bis Ende lesen), sich einiesen - in 
ein Buch (sich an den Schreibstil gewöhnen), nachlesen - in einem Fachbuch (sich in- 
formieren), überlesen - einen Fehler (nicht bemerken), vorlesen - einem Freund (laut 
lesen), belesen + zerlesen können als Adjektive oder Adverbien gebraucht werden: ein 
belesener Mensch (ein Mensch, der sich viel Wissen durch Lesen angeeignet hat), ein 
zerlesenes Buch (vom vielen Lesen beschädigtes/abgegriffenes Buch) 

12. Synonyme Wendungen: 1. Der Lektor überprüft ihn auf Rechtschreibfehler. 2. Der 
Priester zelebriert die Messe 3. Der Professor hält eine Vorlesung über Goethe 4. Er be- 
merkte/deutete etwas in ihren Augen. 5. Die Trauben werden geerntet. 

IV. Lesen und femsehen 

6. Synonyme/Umformungen: 1. Selbst die Bayern, in der Statistik an letzter Stelle/auf 
dem letzten Platz, sehen täglich fast drei Stunden fern. 2. Der durchschnittliche Tages- 
konsum steigt/steigert sich mit dem Alter. 3. Ein Klischee, das es allerdings nicht gäbe, 
würde es nicht (ein bisschen/zum Teil) der Wahrheit entsprechen/wäre es nicht ... wahr 
4. Zumal aktive Freizeitgestaltung heutzutage oft viel Geld kostet. 5. Nicht einmal eine 
Jugendsendung hält die über 50-Jährigen ab, .../Nicht einmal eine Jugendsendung kann 
verhindern, dass die über 50-Jährigen den Fernseher einschalten. 

8. Wörtersammeln (aus dem Text): Standardsprache: Femsehen/femsehen, Einführung 
des Privatfemsehens, der tägliche Femsehkonsum, der durchschnittliche Tageskonsum, 
Dauerzuschauer, vorm Fernseher sitzen, Jugendsendung wie Bravo-TV, der/die Zu- 
schauer; Umgangssprache: in die Röhre gucken, die Gaffer der Nation, der typische 
TV-Junkie 

9. Präpositionen: 1. Gegenüber 2. in 3. Seit 4. um 5. mit 6. bis auf/auf 7. bei 8. über 
9. vom 10. im 11. vorm 12. auf 13. in 14. über 15. in 16. durch 17. durch 

1 1. Sätze: 1. Viele Jugendliche sitzen den ganzen Nachmittag vor dem Fernseher. 2. Selbst 
Kinderprogramme weisen einen hohen Anteil an Gewaltszenen aus. 3. Die Gewalt- 
verherrlichung im Femsehen kann die Hemmschwelle der Jugendlichen zur aktiven 
Gewaltausübung senken. 4. Der Staat sollte Maßnahmen zur Einschränkung der Gewalt- 
szenen im Jugendfemsehen ergreifen. 5. Einschaltquoten üben auf die Gestaltung der 
Programme großen Einfluss aus. 

12. Verben: 1. beobachtet 2. musterte 3. betrachtete 4. besichtigen 5. Glotz(e) 6. blinzeln 
7. bestaunte 8. entdeckte 

13. Synonyme: 1. zu erwarten 2. suchen (nicht reflexiv) 3. verzeihen 4. betrachtet (nicht re- 
flexiv) 5. zu studieren 6. begreifen 7. in Acht nehmen 8. nicht bemerkt 


229 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


TeilC 

1. 1. Nach Aussagen des Ministers sei eine Steuerreform notwendig und müsse deshalb 
innerhalb kürzester Zeit durchgeführt werden. 2. Wie der Minister sagte, sei ein Ausbau 
der europäischen Zusammenarbeit die Grundlage weiteren Wachstums. 3. Laut Meinung 
des Ministers habe die Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Europa einen 
besonderen Stellenwert. 4. Wie der Minister mitteilte, seien Untersuchungen darüber 
vor kurzem in Auftrag gegeben worden. 5. Aussagen des Ministers zufolge müssten zur 
Entspannung der Lage auf dem Arbeitsmarkt auch die Unternehmen umdenken. 

2 . 1. Er sagte, sie solle für ihn einen Termin mit Dr. Kurz vereinbaren. 2. Er sagte, sie 
solle die Briefe bitte gleich zur Post bringen. 3. Er sagte, sie solle die Transportfirma 
an die Einhaltung des Liefertermins erinnern. 4. Er sagte, sie solle die Kunden über die 
Preisänderung informieren. 5. Er sagte, sie solle seine Frau anrufen und ihr sagen, dass 
er heute später komme. 

3. 1. Der Patient fragte den Arzt, ob er die Untersuchungsergebnisse schon habe. 2. Der 
Leser fragte den Bibliothekar, ob er die Ausleihfrist noch um zwei Wochen verlängern 
könne. 3. Der Wähler fragte den Politiker, was er konkret gegen die Arbeitslosigkeit 
tue. 4. Der Student fragte den Dozenten, bis wann die Arbeiten abgegeben werden müss- 
ten. 5. Der Lehrer fragte Susi und Anette, aus welchem Grund sie so oft ihre Hausauf- 
gaben vergessen würden/vergäßen (veraltet). 

4. a) 1. sei 2. hätten 3. sei. 4. mache 5. einschränken/reduzieren würden 

b) 1. zwinge 2. gingen 3. dürfe 4. ausgeben würden 

c) 1. erfülle 2. werde 3. liege 

d) 1. sei 2. könne 3. komme 4. erwarte 

e) 1. habe 2. sei 3. habe 4. seien 5. bedenke 6. sei 

f) I. könnten 2. habe 3. befinde 4. sei 5. arbeite 6. verlaufe 

g) 1. enthalte 2. liege 3. sei 4. enthalte/habe 5. hätten/erzielen würden 6. Vorbeugen würden 

5 . Ich habe letztens folgende Geschichte gehört: 

Der Schauspieler Manfred Krug sei spät abends nach seiner Arbeit mit der Straßen- 
bahn nach Hause gefahren. Er habe die Fahrt bezahlt und den Schaffner gebeten, ihn 
kurz vor der Haltestelle, wo er aussteigen müsse, zu wecken, damit er ein bisschen 
schlafen könne. Der Schaffner habe das vergessen und Manfred Krug sei an der End- 
station aufgewacht. Er habe beschlossen, mit derselben Bahn wieder zurückzufahren. 

Da sei der Schaffner wiedergekommen und habe erneut Fahrgeld kassieren wollen. Der 
Schauspieler habe sich geweigert, denn schließlich sei es nicht seine Schuld gewesen, 
dass er eine zweite Fahrt habe antreten müssen. Aber der Schaffner habe darauf be- 
standen: Fahrschein oder keine zweite Fahrt! Es sei zu einem Streit mit dem Schaffner 
gekommen und Krugs Personalien seien festgestellt worden. Er habe die Straßenbahn 
verlassen und mitten in der Nacht zu Fuß nach Hause laufen müssen. Nach einer Weile 
seien Zahlungsaufforderungen gekommen: erst seien es fünf Mark Strafgebühr, dann 
zehn, dann zwanzig gewesen, plus Mahnkosten wegen Benutzung der Bahn ohne Fahr- 
schein. Nachdem sich der Schwarzfahrer noch immer geweigert habe, das Geld zu be- 
zahlen, habe man ihm mit einer Gefängnisstrafe gedroht. Selbst das habe ihn nicht zum 
Nachgeben veranlasst und ein paar Wochen später habe sich Manfred Krug in sauber 
gewaschenem Zustand, mit Zahnbürste, zum Absitzen seiner Strafe im Gefängnis einge- 
funden. 

6. 1. Der Politiker will von der Vergabe des Millionenauftrags an seinen Schwager nichts 
gewusst haben. 2. Er will von dem Vorfall keine Ahnung gehabt haben. 3. Er will dafür 


230 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


nicht zuständig sein. 4. Er will diesen Brief nicht unterschrieben haben. 5. Er will über 
dieses Projekt erst heute Morgen informiert worden sein. 

7. 1. In dem berühmten Juweliergeschäft „Diamant“ soll gestern zum fünften Mal ein- 
gebrochen worden sein. Das soll in diesem Jahr schon das fünfte Mal gewesen sein. 

2. Das königliche Paar soll einen Freund im Krankenhaus besucht haben. 3. Die Feier 
soll nicht wie geplant im Schlossgarten, sondern in der Pauluskirche stattgefunden ha- 
ben. 4. Neugierige sollen die Rettungsmannschaft bei der Versorgung der Unfallopfer 
behindert haben. 5. Morgen soll in weiten Teilen des Landes die Sonne scheinen. 

8. 1. warnte 2. vereinbarte 3. bat 4. riet ab 5. empfahl 6. lehnte ab 7. richtete aus 8. beru- 
higte 9. verschob 


Kapitel 7 

Teil A 

1. Das 19. Jahrhundert 

2. Verbalisierung: 1. organisierte Parteien wurden gebildet 2. die Arbeiterbewegung 
entstand 3. der Nationalismus kam auf 4. politischen Dimensionen wurden erweitert 

5. neue Ideen brachen durch 

3. Verben: 1. finden 2. nachdenkt, gelangen/kommen 3. verknüpft/verbunden 4. prägen/be- 
stimmen/beeinflussen 5. fällt 

4. Sätze: 1. 1833 wurden elektromagnetische Telegrafenverbindungen von Carl Friedrich 
Gauß und Wilhelm Weber hergestellt. 2. 1835 wurde die erste deutsche Dampfeisen- 
bahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth eröffnet/eingeweiht. Sie war nur 6, 1 km 
lang. 3. 1 837 wurde der erste brauchbare Schreibtelegraf von Samuel Morse entwickelt. 
4. 1848 wurde das „Manifest der kommunistischen Partei“ von Karl Marx und Friedrich 
Engels veröffentlicht. 5. 1849 wurde von James B. Francis die Hochdruckwasserturbine 
konstruiert. 6. Von 1859 bis 1869 wurde der Suez-Kanal gebaut. 7. 1861 wurde der ers- 
te Fernsprecher von Johann Philipp Reis konstruiert. 8. 1869 wurde die „Sozialdemo- 
kratische Arbeiterpartei“ von Wilhelm Liebknecht und August Bebel gegründet. 9. 1878 
wurde von Alexander Bell der elektromagnetische Fernsprecher erfunden. 10. 1878 
wurde das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ 
erlassen. 11. 1883 wurde von Gottlieb Daimler ein gebrauchsfähiger Benzinmotor ent- 
wickelt. 12. 1884 wurde von Carl Benz ein dreirädriges Automobil mit Viertaktmotor 
konstruiert. 13. 1890-96 wurden von Otto Lilienthal Gleitflugversuche durchgeführt. 

14. 1 893-97 wurde von Rudolf Diesel der Dieselmotor entwickelt. 

8. Synonyme: 1. Rudolf Diesel hat oft versucht/war dazu gezwungen, Leute von seiner 
Idee zu überzeugen/seine Idee an den Mann zu bringen/zu verkaufen; Rudolf Diesel 
ist mit seiner Idee bei vielen Leuten gewesen. 2. Nur eine gute Idee zu haben, genügt 
nicht/reicht nicht aus. 3. als der Erfinder wollte/dachte/beabsichtigte 4. Heute gehören 
sie in jedes Büro/sind sie in jedem Büro zu finden/kann man auf sie nicht mehr ver- 
zichten. 5. Auch die Karriere des Wunderstoffes Polytetrafluorethylen verlief nicht ge- 
radlinig; Der Karriere ... lagen Steine im Weg; Bei der Karriere ... gab es Hindernisse. 

6. Viele Jahre wusste niemand es zu nutzen/einzusetzen/zu verwenden. 7. Eine Flasche 
Tetrafluorethylen ließ er ohne sich darüber Gedanken zu machen/ohne Nachzudenken/ 
ohne Absicht/unbeabsichtigt bei Zimmertemperatur stehen. 

9. Verben: 1. gemacht 2. angemeldet 3. eingereicht 4. geprüft 5. erteilt 


231 


Lösungsschlüssel 


Anhang 


II. Suchen und finden 

6. Synonyme: 1. solche 2. der die Maus betätigen kann/der sich einigermaßen mit Com- 
putern auskennt/der einen Computer bedienen kann 3. nützlich/fruchtbar/nutzbringend 

4. wird der Umstand/die Tatsache berücksichtigt/wird auf die Tatsache eingegangen 

5. nur/ausschließlich; sind wahrscheinlich/möglicherweise 6. das Verlangen/die Sehn- 
sucht 7. wie wichtig Sie für die anderen sind/was Sie für die anderen leisten 8. nichts 
mehr einfallt 

7. Adjektive: 1. Ihre rosarote 2. graue 3. toll 4. deine bloße 5. der bedauerlichen 6. dieser 
brillanten 7. Ihr messerscharfer 8. den einzigartigen 9. Die durchweg positiven 10. die 
subjektive 11. ergreifende 

8. a) Wortschatz: 1. der Rechner 2. das DVD-Laufwerk 3. das Passwort 4. die Speicher- 
kapazität 5. die Tastatur 6. die Festplatte 7. die Intemetverbindung 8. die Suchmaschine 

9. die unerwünschte Mail 10. die Soundkarte 11. der Bildschirm 12. die Leitseite 13. die 
Speichererweiterung 14. das Antivirenprogramm 15. die Zugangsberechtigung 16. der 
Arbeitsspeicher 17. die Grafikkarte 

b) Textverarbeitungsprogramm: Texte a) schreiben b) ausschneiden c) einfügen d) ko- 
pieren e) speichern f) löschen 

10. Verben: 1. durchgeführt/geleitet 2. beschäftigen 3. enthielt/zeigte/hatte 4. entscheiden/ 
bestimmen 5. ansehen 6. zu messen/nachzuweisen 7. betrachteten 8. nachweisen/sehen/ 
bemerken 9. zeigten 10. führe 

III. Senden und gesendet werden 

4. Synonyme: 1. einfaches 2. überzeugt/die Sympathien der Welt gewonnen 3. der Nach- 
teile bewusst sind/die Nachteile kennen 4. unzufrieden sind/die sich über ihr Gerät 
beklagen 5. sofort 6. begutachten/untersuchen/schauen sich das Volk genau an 7. au- 
ßerdem/obendrein/auch noch 8. keinen Kontakt mehr haben/nicht in Verbindung stehen 
9. fast/nahezu/geradezu 10. verwöhnen/sich dem Telefon liebevoll zuwenden/hingeben 

11. quälte/peinigte 12. machen/anstellen/wozu sie es nutzen 13. viel versprechende/ 
Hoffnung (er)weckende Funktion 14. einen Grundmangel abschaffen/beseitigen 

5. Textumformung: Noch nie hat ein schlichtes Gerät in der Welt so schnell Sympathie 
erzeugen/finden/auf Sympathie stoßen können wie das Mobiltelefon. Was für ein Segen, 
dass jeder fiir mich erreichbar ist! Was für ein Fluch, dass auch mich jeder erreicht! 
Studien zufolge kennen selbst die heftigsten Nutzer die Nachteile des Mobiltelefons und 
hadern oft mit ihrem Gerät. Dennoch gibt es keinen Weg zurück. Erwachsenen dient das 
Handy von allem zur Beziehungspflege im kleinen Kreis. Die meisten ihrer Telefonate 
gelten Freunden und Verwandten. In der Familie wird das Handy außerdem zum Werk- 
zeug des Managements: Auch im wirrsten Getriebe des flexibilisierten Lebens kann 
man in Kontakt bleiben. So bestellt die Mutter beim sich auf dem Heimweg befinden- 
den Vater etwas Safran vom Wochenmarkt. Auch Zwölfjährige sind oft schon ziemlich 
gerätefixiert. In diesem Alter etwa fangen die Kinder mit dem grenzenlosen Verwöhnen 
ihrer Telefone an. Allein in Klingeltöne investierte die meist jugendliche Kundschaft im 
vergangenen Jahr weltweit rund dreieinhalb Milliarden Dollar. Kein Wunder, dass das 
heutige Gerät durch satten, symphonischen Klingelklang auf sich aufmerksam macht. 
Die Kundschaft freut sich über jede Neuerung. Nach Beobachtungen der japanischen 
Medienforscherin Mizuko / Beobachtungen der japanischen Medienforscherin Mizuko 
zufolge benutzen die Leute das Kamerahandy am liebsten als ambulantes Fotoalbum 


232 


Anhang 


Lösungsschlüssel 


für die kleinen (all)täglichen Denkwürdigkeiten. Ein paar Freunde könnten/können sie 
lustig finden. So etwas darf nicht unterschätzt werden. Das Gerät hat ja schon gezeigt, 
welche Emotionen es erzeugen kann, sobald die Benutzer erkennen, dass/wie das Ge- 
rät/es zur Gemeinschaftsbildung beiträgt. 

6. Passivsätze: 1. Die Entwicklung des Mobiltelefons kann nicht mehr umgekehrt wer- 
den. 2. Ein paar Tasten werden gedrückt und ein ferner Mitmensch greift sich hastig 
in die Jackentasche. 3. Das Volk wird von Forschem aller Art beäugt. 4. Die kleinen 
Neubürger in Finnland können von Handys nicht so leicht beeindruckt werden. 5. Ihren 
Mobiltelefonen werden (von ihnen) Puppenkleider angezogen. 6. Im vergangenen Jahr 
konnten mehr Fotohandys als Digitalkameras verkauft werden. 

7. Präpositionen: 1. für 2. zum 3. Trotz 4. Mit 5. pro/am 6. in 7. vor 8. wegen 9. Laut/Nach 
10. von 11. beim 12. um 13. in 14. von 15. über 16. per/mit Hilfe der 

8. Substantive; 1. Schwäche 2. Jahresvergleich 3. Machtverhältnisse 4. Quartal 5. Markt- 
anteile 6. Talfahrt 7. Prozentpunkte 8. Spitzenzeiten 9. Vergleich 10. Ziel 11. Boden 
12. Weltrangliste 13. Zufall 14. Strategien 15. Wettbewerb 16. Kundenwünsche 

IV. Waldsterben 

4. Synonyme: 1. unschädlich gemacht 2. beschädigte 3. gestrichen 4. ist entstanden 

5. krank 6. sehr schnell gestiegen 7. notwendiges/dringend benötigtes 8. vemichtet/zer- 
stört werden 9. inzwischen/unterdessen 

5. Präpositionen: 1. aus, von, über 2. zum, mit 3. unter, vor, in, dank 4. im, auf 5. zum 

6. innerhalb von/binnen, von, auf 7. aus, aus, für, zu, von, mit, in 

6. Verben: 1. ausgeschaltet/eliminiert/unschädlich gemacht 2. abgelöst/übertroffen 3. be- 
schädigt/geschädigt 4. gestiegen 5. gefällt/abgeholzt, gestrichen/getilgt/ausgerechnet 

6. bewirkt 7. stimmt, beeinflusst/vorantreibt, dienen/entstammen, eingreifen 

7. Verben: 1. bemüht, wieder zu verwerten 2. (wieder)aufgeforstet/bepflanzt 3. versucht, zu 
retten/bewahren 4. beitragen, zu senken/verringem. 5. getroffen/ergriffen, einzudämmen/ 
zu bremsen/aufzuhalten. 6. reichen, zu verringem/reduzieren/senken, zu erhalten/si- 
chem/retten. 

8. Sätze: 1. Kunden achten beim Einkäufen immer mehr auf die Umweltverträglichkeit der 
Produkte. 2. Die Industrie versucht mit dem gezielten Einsatz von Umweltargumenten, 
Käufer zu gewinnen. 3. Durch Öko- Werbung haben einige Firmen ihren/den Umsatz 
um 30 Prozent gesteigert. 4. Doch häufig wirken die Werbeinformationen auf die Ver- 
braucher irreführend. 5. Seit den 80er Jahren herrscht/In den 80er Jahren herrschte in 
der Werbung an Öko-Lügen kein Mangel. 6. Es müssen dringend neue Grundsätze für 
eine bessere Öko- Werbung entwickelt werden. 

9. Substantive: 1. Gewinnung von Boden durch Abbrennen der Wälder 2. sehr/zu viele 
Touristen an einem Ort 3. Trennung von Müll, z. B. Plastik, Glas, Papier, Gartenmüll, 
Metall usw., zur besseren Wiederverwertung 4. Kohlendioxid und andere Gase heizen 
die Atmosphäre auf. 5. Pflanzung neuer Bäume 6. Wiederverwertung von Rohstoffen 

7. Gesetze zum Schutz von Pflanzen und Tieren 8. Der Boden wird trocken und un- 
fruchtbar, z. B. durch Monokultur. 9. Reisen incl. Übernachtung, Rüg und oft auch 
Mahlzeiten 10. Verunreinigung der Luft durch Gase, Dämpfe, Staub usw. 


233 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


TeilC 

1. 1. wurde eröffnet 2. wurde unterzeichnet/geschlossen/ratifiziert 3. wurden festgenom- 
men, verhindert werden 4. wurde gegeben 5. wurden entdeckt/geklärt/bekannt gegeben 
6. wurde gestürzt/verjagt 7. wurde erhoben 8. wurden zerstört/verwüstet, gebracht wer- 
den 

2. 1. Durch die anhaltende Dürre ist die gesamte Ernte vernichtet worden. 2. Hier durfte 
geraucht werden. 3. Der Betrag hat vom Computer viel schneller errechnet werden 
können. 4. Der Motor ist neu eingebaut worden. 5. Der Täter hat nach kurzer Zeit aus 
Mangel an Beweisen wieder freigelassen werden müssen. 6. Die alten Häuser mussten 
abgerissen werden. 7. Der Wahl Vorgang wurde wiederholt. 8. Der Drucker ist neu in- 
stalliert worden. 

3. I. Die Untersuchungen wurden von einer betriebsintemen Kommission geleitet. 2. Die 
schwere Krankheit wurde durch einen Virus übertragen. 3. Die Grundstücke werden 
durch einen Zaun getrennt. 4. Das älteste Lebewesen der Welt wurde von deutschen 
Forschem entdeckt. 5. Das Examen wurde von zwei externen Prüfern abgenommen. 

6. Der Fußgänger wurde von einem herunterfallenden Dachziegel verletzt 7. Die Regie- 
rung wird durch einen Gesandten vertreten. 8. Durch das gewaltsame Öffnen des Pakets 
wurde der Inhalt beschädigt. 

4 . 1. Irtformationen werden gesammelt, das Profil einer Zielperson wird erstellt. Verwert- 
bares wird gemeldet - das ist nicht die Tätigkeit eines Geheimagenten, sondern das 
passiert auf Ihrem PC! 2. Sie werden (durch ein Programm) ausspioniert. 3. Ihnen wird 
beim Surfen (von der Schnüffelsoftware) über die Schulter geschaut. 4. Jede gedrückte 
Taste, Ihre Passwörter und Kreditkartendaten werden (von den Programmen) registriert. 

5. Die wissensdurstige Software wird „Spyware“ oder „Adware“ genannt. 6. Meist wer- 
den diese Überwachungsprogramme durch einen Virus oder einen Wurm übertragen. 

7. Spyware muss als unmittelbare Gefahr eingestuft werden, weil diese Software oft 
einen kriminellen Hintergrund hat. 8. Wenn Ihre Vorlieben beim Surfen durchs Internet 
(durch Spyware) herausgefunden worden sind, werden Ihnen entsprechende Werbemails 
zugesandt. 9. Wenn kostenlose Programme aus dem Internet heruntergeladen werden, 
könnte Spyware darin versteckt sein. 10. Vorsicht! Auch nachdem das Trägerprogramm 
gelöscht worden ist, bleibt Spyware auf Ihrem Rechner. 

Anmerkung: In Satz 2, 6 und 8 wird „durch“ verwendet im Sinne eines „Überträgers/ 
Spions“. 

5 . 1 . Wenn der Brief nicht rechtzeitig abgeschickt worden wäre, hätten wir von der Ter- 
minänderung nichts erfahren. 2. Wenn das Theaterstück nicht vier Monate geprobt wor- 
den wäre, wäre es kein Erfolg geworden. 3. Wenn ihm das wertvolle Ölgemälde nicht 
gestohlen worden wäre, hätte er das Bild für viel Geld verkaufen können. 4. Wenn er 
beim Fußball nicht verletzt worden wäre, hätte er an den Meisterschaften teilnehmen 
können. 5. Wenn die Einsparvorgaben nicht erfüllt worden wären, hätte der Betrieb Mit- 
arbeiter entlassen müssen. 6. Wenn der Wagen nicht repariert worden wäre, hätten wir 
nicht in den Urlaub fahren können. 

6. 1. Hier hätte unbedingt ein Hinweisschild angebracht werden müssen. 2. Die Untersu- 
chungsergebnisse hätten nicht verheimlicht werden dürfen. 3. Die Geräte hätten sofort 
nach Gebrauch gereinigt werden sollen. 4. Das Haus hätte neu gestrichen werden müs- 
sen. 5. Der Kunde hätte über den Vorfall gleich informiert werden sollen. 6. Das Rund- 
schreiben hätte von allen Mitarbeitern gelesen werden müssen. 7. Der Brief hätte sofort 
beantwortet werden müssen. 8. Die Abrechnung hätte noch einmal kontrolliert werden 
müssen. 


234 


Anhang 


Lösungsschlüssel 


7. (Beispielsätze) 1. Der Antrag könnte abgewiesen worden sein. 2. Die Geldbörse könnte 
aus der Handtasche gestohlen worden sein. 3. Er könnte vorher gewarnt worden sein. 

4. Die Sitzung könnte in einen anderen Raum verlegt worden sein. 5. Der ganze Besitz 
könnte versteigert worden sein. 6. Die Dateien könnten gelöscht worden sein. 7. Beim 
Hausbau dürfte unsachgemäß gearbeitet worden sein. 8. Ihm dürfte eine Falle gestellt 
worden sein. 9. Sie kann vom Immobilienmakler betrogen worden sein. 10. Die Ware 
könnte schon abgeholt worden sein. 

8. 1. Zehn Demonstranten wurden von der Polizei festgenommen. 2. Die Rechnung muss 
noch bezahlt werden. 3. Die Ursachen des Unglücks werden noch bekannt gegeben. 

4. Der Motor musste zweimal ausgewechselt werden. 5. Die neue Rennstrecke wird am 
Samstag vom Bürgermeister eingeweiht. 6. Das Messer müsste mal geschliffen werden. 
7. Der Präsident soll entmachtet worden sein. 8. Er will von niemandem gesehen wor- 
den sein. 9. Bei OPEX sollen 1000 Mitarbeitern entlassen werden (entlassen worden 
sein). 10. Wäre der Bau der Autobahn vom Stadtrat nicht genehmigt worden, hätte man 
hier ein Naherholungszentrum errichten können. 11. Wäre der Brief rechtzeitig abge- 
schickt worden, hätte man den Schaden begrenzen können. 12. Wäre dieser Protestbrief 
doch von allen unterschrieben worden! 13. Der Chef will über alles informiert werden. 

9. 1. Das Fenster ist nur sehr schwer zu öffnen/lässt sich nur schwer öffnen. 2. Die beiden 
Teile lassen sich miteinander verschrauben/sind verschraubbar. 3. Der Feuerlöscher ist 
nur im Notfall zu verwenden. 4. Dieses Gedicht lässt sich nicht übersetzen/ist nicht zu 
übersetzen. 5. Der Aufsatz ist nochmals gründlich zu überarbeiten. 6. Das neu entwi- 
ckelte Gerät ist bei Regen nicht einsetzbar. 

10. 1. Seine Forschungsergebnisse fanden auf der Konferenz besondere Beachtung. 2. Der 
zu Lebzeiten berühmte Dichter geriet wenige Jahre nach seinem Tod in Vergessenheit. 

3. Der zu spät eingereichte Antrag kann keine Berücksichtigung mehr finden. 4. Der 
mutmaßliche Entführer stand seit Tagen unter Beobachtung der Polizei. 5. Die Themen 
stehen auf der heutigen Besprechung zur Diskussion. 6. Seine Bemühungen um eine 
friedliche Lösung des Konflikts fanden auf der ganzen Welt Anerkennung. 7. Die Ver- 
besserungsvorschläge fanden sofort in der Praxis Anwendung. 8. Der Junge stand unter 
dem negativen Einfluss seiner Freunde. 9. Das Theaterstück gelangte seit vielen Jahren 
nicht mehr zur Aufführung. 10. Manche Wünsche finden nie/keine Erfüllung. 

11. 1. Er ist am Werdegang des jungen Mannes interessiert. 2. Viele Tierarten sind vom 
Aussterben bedroht. 3. Das Geschäft ist seit/für drei Wochen geschlossen. 4. Ich bin 
über das Schicksal des Kindes betroffen. 5. Er ist von lauter Fachidioten umgeben. 

6. Er war zum sofortigen Handeln gezwungen. 7. In das Gerät sind drei Zwischenschal- 
ter eingebaut. 8. Das Schwimmbad ist seit Juni geöffnet. 9. Er ist in Sabine verliebt. 

10. Das Auto ist mit einer Alarmanlage ausgerüstet. 

12. 1. a) Spyware ist in der Lage, Ihre Surfgewohnheiten im Internet auszuspionieren. 

b) Spyware ermöglicht das Ausspionieren Ihrer Surfgewohnheiten im Internet, c) Durch 
Spyware ist es möglich, dass Ihre Surfgewohnheiten im Internet ausspioniert werden. 

2. a) Es gelingt in der Regel nicht, die Täter, die hinter krimineller Software stecken, 
zu fassen, b) Die Täter, die hinter krimineller Software stecken, lassen sich in der Regel 
nicht fassen, c) Nur in Ausnahmefällen können die Täter, die hinter krimineller Softwa- 
re stecken, gefasst werden. 

3. a) Gegen die Computerspione müssen Maßnahmen ergriffen werden, b) Es sind 
Maßnahmen gegen die Computerspione zu ergreifen. 


235 



Lösungsschlüssel Anhang 

Kapitel 8 

Teil A 

I. Schluss mit dem Tauziehen 

3. Synonyme: 1. sich mit einem Trick und zu jemandes Ungunsten eigene Vorteile ver- 
schaffen/jmdn. austricksen 2. zur Zeit üblich/modem 3. ohne übermäßigen Erfolg 

4. nachfragen 5. falsche Schlussfolgerung 6. werden dünner 7. überzeugende 

4. Präpositionen: 1. In/Bei, zwischen, in/bei, über 2. für, bei, in 3. über 4. in, zu, mit 

5. Verben: 1. gilt 2. gesetzt 3. analysiert, überprüft 4. festzulegen, vorzubeugen 5. scheitern 

6. Sätze: 1. Die Ziele für die Verhandlung dürfen nicht zu hoch angesiedelt werden. 

2. Eine Analyse des Verhandlungspartners hilft, Konfliktbereiche im Vorfeld zu erken- 
nen. 3. Beide Vertragspartner sollten sich auf die Verhandlung eingehend vorbereiten. 

II. Andere Länder - andere Sitten 

4. Synonyme: 1. mit mehr Spielraum/großzügiger 2. formell 3. sehr 4. unterstreichen/her- 
vorheben 5. wird als gutes Benehmen verstanden 6. nur wenig/spärlich 7. ist nach herr- 
schender Sitte untersagt/wird nicht gern gesehen/gegen die guten Sitten 

5. Präpositionen: 1. auf, von, in, in 2. in, in, vor, nach 3. in, zum, mit, ohne 

7. Verben: 1. flattert/fliegt 2. angesehen/interpretiert 3. ziert/verschönt/schmückt 4. fah- 
ren/reisen/fliegen 5. begehen/verüben 6. umgehen/vermeiden 7. informieren würde 

8. besteht/existiert 9. interessiert 10. ausgeht 11. spricht 12. verzeichnen/feststellen 

13. wiederholen/machen/begehen 14. besichtigen/besuchen 15. laufen/gehen 16. ignorie- 
ren/missachten 17. befinden 18. unterscheiden 19. Benimmt 20. wirft 

8. Sätze: 1. Die Deutschen teilen ihr Leben in Berufsleben und Privatleben. 2. Sie achten 
genau darauf, dass diese zwei Bereiche strikt voneinander getrennt sind. 3. Im Berufs- 
leben trägt man formelle Kleidung und ist höflich gegenüber/zu den Kollegen. 4. Ge- 
schäftliche Termine müssen eingehalten werden und man muss pünktlich zur Arbeit 
erscheinen. 5. Scherze sind bei formellen Gelegenheiten nicht besonders beliebt. 6. Im 
Privatleben kleiden und benehmen sich die Deutschen lockerer. 7. Das Grüßen spielt im 
gesamten deutschen Leben eine wichtige Rolle. 

III. Deutsche und fremde Wörter 

1. b) Das schönste deutsche Wort: 1. Platz: Habseligkeiten (Erklärung der Jury: Das Wort 
verbinde das weltliche Haben mit dem unerreichbaren Ziel des menschlichen Glücks- 
strebens) 2. Platz: Geborgenheit 3. Platz: lieben 4. Platz: Augenblick 5. Platz: Rhabar- 
bermarmelade 

4. Fragen zum Text: 1. Am Anfang gehen sie sehr vorsichtig damit um. Sie sind froh, 
wenn sie die Bedeutung der Fremdwörter kennen und vermeiden es, sie zu benutzen. 
Später dann, wenn das Wort in die Sprache integriert ist, wird es behandelt wie jedes 
andere Wort auch, also es wird auch dekliniert bzw. konjugiert. 2. Für die Einbürgerung 
gibt es keine festen Regeln. Wenn es von irgendwem das erste Mal verwendet worden 
ist, verbreitet es sich nach und nach und irgendwann haben sich alle dran gewöhnt. 

3. Wenn sie die deutsche Sprache bereichern, dann sind sie sinnvoll. Wörter wie „gepi- 
xelt“, „gescannt“ und „gestylt“ sind kürzer und genauer als ihre deutschen Übersetzun- 


236 


Anhang 


Lösungsschlüssel 


gen. 4. Wörter wie „gevotet“, „upgedated“ oder „gebackupt“ hält der Autor im Deut- 
schen für unnötig, weil sie gleichwertige deutsche Wörter ersetzen und im schlimmsten 
Fall sogar verdrängen können. 

5 . Synonyme: 1. Manche Menschen gehen vorsichtig mit Fremdwörtern um, andere ver- 
suchen sie zu meiden/vermeiden/haben Angst davor. 2. Wenn das Fremdwort schon ein 
fester Bestandteil unserer Sprache ist/schon fest zu unserer Sprache gehört, ... 3. Also 
machen wir es genauso. 4. Wir haben Papier recycled - das kann man im Perfekt noch 
machen/das ist im Perfekt noch möglich. 5. Irgendjemand wagt sich/fasst den Mut 
irgendwann ... 6. Es ist auch nicht nötig, sich darüber Gedanken zu machen/darüber 
nachzudenken, ... 7. .... der simst wie verrückt/ohne Pause/sehr häufig 

6. Verben: 1. behandelt 2. bedeuten 3. vermeidet 4. gewöhnt 5. werden 6. betrachtet/behan- 
delt 7. verläuft 8. traut/wagt 9. verbreitet 10. benutzen/verwenden 11. ersetzen/verdän- 
gen 

7 . 1. Einige Politiker wollen mit der/durch die Einführung von neuen Gesetzen/neuer Ge- 
setze ihre Muttersprache vor fremden Einflüssen schützen. 2. Erst nach der Aufnahme 
in ein deutsches Wörterbuch gilt ein Wort als „eingebürgert“./Erst nach der Aufnahme 
eines Wortes in ein deutsches Wörterbuch gilt es als „eingebürgert“. 3. Aus Angst, 
einen Fehler zu begehen, vermeiden viele Menschen die Benutzung von Fremdwör- 
tern. 4. Fremde Wörter können auch noch vor ihrer „Einbürgerung“ wieder aus dem 
Wortschatz verschwinden. 5. Durch das Verdrängen/Mit dem Verdrängen gleichwertiger 
deutscher Wörter steigt die Zahl der benutzten Fremdwörter vor allem im Bereich der 
neuen Medien. 

TeilC 

1 . 1. Ich könnte mir vorstellen, dass die Preiserhöhung bei den Kunden auf Kritik stößt. 

2. Ich würde davon abraten, eine andere Werbefirma zu beauftragen. 3. Wir würden 
uns freuen, weitere Aufträge von Ihnen zu erhalten. 4. Ich würde Sie bitten, die Rech- 
nung umgehend zu begleichen. 5. Es wäre mir ein Vergnügen, Sie begleiten zu dürfen. 

6. Dürfte ich Sie darauf hinweisen, dass in der Jahresabrechnung ein Fehler ist. 7. Es 
wäre besser gewesen, mit dem zuständigen Kollegen Rücksprache zu halten. 8. Würde 
es Ihnen etwas ausmachen, den Gast zum Bahnhof zu bringen? 

2 . 1. an, geübt 2. begeht/verübt 3. übemehmen/tragen 4. zur, gezogen, stehen 5. für, auf- 
kommen, bezahlen/übemehmen/tragen 6. gefällt/verkündet 7. schenken 8. tritt, in 9. er- 
griffen/getroffen 10. Nehmen, zur 11. kommen, in 12. stelle, zur 13. gewonnen/verloren/ 
missbraucht 14. zu, nehmen 15. abschlagen/verwehren 

3. 1. gestellt 2. vertreten/verteidigt 3. gesetzt 4. erregt 5. versetzt 6. gezogen 7. getroffen 

8. gehegt 9. erlitten, errungen 

4. 1. Der Ministerpräsident wird auch verschiedenen Hilfsorganisationen einen Besuch ab- 
statten. 2. Der Staat kann in bestimmten Fällen Unterstützung bieten/gewähren. 3. Wir 
haben den Diebstahl sofort bei der Polizei zur Anzeige gebracht. 4. Ich empfehle dir 
Nachsicht zu üben. 5. Die Bank hat Auskünfte über sein Einkommen/bezüglich seines 
Einkommens eingeholt. 6. Sie hat mal wieder ihren Willen durchgesetzt. 7. Das Ehepaar 
ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. 8. Der Frau wurde von ihrem Mann 
ständig das Wort abgeschnitten/Der Mann fiel seiner Frau ständig ins Wort. 9. Die 
Nachbarn haben den Streit beendet/begraben. 10. Die Bank hat uns für die nächste 
Rückzahlung Aufschub gewährt. 11. Er hat über den Vorfall Stillschweigen gewahrt/be- 


237 



Lösungsschlüssel 


Anhang 


wahrt. 12. Der Politiker hat sich gegenüber den Vorwürfen der Presse jedes Kommen- 
tars enthalten. 13. Vielleicht ist Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, dass die Rechnung 
vom 3. des vergangenen Monats von Ihnen noch nicht bezahlt worden ist. 14. Die Kon- 
struktionspläne unterliegen der Geheimhaltung. 15. An die Mitarbeiter werden immer 
höhere Forderungen gestellt. 

5. 1. Trotz intensiver Bemühungen ist uns eine Umsatzsteigerung nicht gelungen. 2. Zur 
Vermeidung von Krankheitsübertragung müssen die hygienischen Vorschriften genau 
beachtet werden. 3. Auf Wunsch senden wir Ihnen die Ware ins Haus. 4. Aus Angst 
schwieg er. 5. Wir sollten uns im Hinblick auf das kommende Jahr Gedanken über 
neue Projekte machen. 6. Bei Berücksichtigung aller Faktoren dürfte bei dem Vorhaben 
nichts schief gehen. 7. Im Anschluss an die Sitzung gibt es im Zimmer des Direktors 
ein Glas Wein. 8. Nach Meinung der Gewerkschaften wird sich die Lage auf dem Ar- 
beitsmarkt auch im nächsten Jahr nicht verbessern. 9. Ohne Unterschrift des Ehepart- 
ners wird der Antrag nicht bearbeitet. 10. Zur effektiveren Schädlingsbekämpfung wird 
ein neues Mittel ausprobiert. 11. Bei/Unter Beachtung aller Sicherheitsregeln ist ein 
Unglück ausgeschlossen. 12. Zu Ihrer rechtzeitigen Information senden wir Ihnen unse- 
re neue Preisübersicht. 

6. 1. Dr. Braun ist eine Kapazität auf dem Gebiet der Immunforschung. 2. Aus Anlass 
unseres zehnjährigen Firmenjubiläums laden wir Sie zu einem festlichen Empfang ein. 
3. Im Verlauf der Veranstaltung kam es zu mehreren Zwischenfällen. 4. Im Rahmen 
seiner Tätigkeit als Korrespondent reist/reiste er im Herbst ins Krisengebiet. 5. Er blieb 
ohne Grund der Sitzung fern. 6. Trotz der schlechten Wetterverhältnisse kann der Bau 
termingerecht beendet werden. 7. Aus Mangel an Beweisen wurde der Angeklagte vom 
Gericht freigesprochen. 8. Aus Erfahrung wird man klug. 9. In Anbetracht der Tatsache, 
dass wir rote Zahlen schreiben, müssen Sparmaßnahmen ergriffen werden. 10. Nach 
Angaben der Polizei wurde bei dem Unfall niemand verletzt. 11. Im Interesse der/des 
Kunden achten wir auf die Einhaltung der Termine. 12. Unter der Voraussetzung, 

dass die Preise stabil bleiben, sind wir an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert. 
13. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 14. Aus Schutz vor 
Seuchen müssen schnell Maßnahmen ergriffen werden. 15. Die Gespräche fanden auf 
der Basis freundschaftlicher Zusammenarbeit statt. 16. Nach Aussage des/der Zeugen 
waren drei maskierte Männer in der Bank. 

7. 1. Anhand 2. Bezug nehmend auf 3. Dank 4. Aufgrund 5. binnen 6. Gemäß 7. Infol- 
ge 8. halber 9. Hinsichtlich 10. Laut 11. Zeit 12. zu Gunsten 13. Mittels 14. Mangels 
15. Kraft 16. Seitens 17. Zwecks 18. Trotz 19. Ungeachtet 20. Anlässlich 21. zufolge 
22. zuliebe 

8. Brauchtum und Feste 

Brauchtum ist laut Volksmund ein Gruß aus guter alter Zeit, obwohl die alte Zeit manch- 
mal gar nicht so gut war. 

Viele uns bis heute romantisch und erhaltenswert erscheinende Bräuche, an denen unser 
Herz hängt, sind auf recht prosaische Ereignisse zuriickzufiihren. 

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Brauchtum und Festen, weil zu den großen kirchli- 
chen, historischen, bäuerlichen oder heidnischen Festen das Brauchtum seine ganze Pracht 
entfaltet und andererseits die überlieferten Bräuche einen Beitrag zur Gestaltung örtlicher 
Feierlichkeiten als besondere Feste leisten. Und man kommt ins Staunen (darüber), dass 
in unserer hoch technisierten, computergesteuerten Zeit immer mehr junge Menschen ihre 
Liebe zur Tradition entdecken und pflegen. 


238 



Anhang 


Lösungsschlüssel 


Das gilt, abgesehen von den Volksmusikveranstaltungen und Trachtenumzügen, die allerorts 
zu finden sind, vor allem für die bäuerlichen Feste, die jährlich stattfinden (oder: für die 
jährlich stattfindenden bäuerlichen Feste). 

Abschreckend vermummte Gestalten tollen lärmend herum, um den bösen Geistern den 
Garaus zu machen und das Neue Jahr vor ihnen zu schützen. 

Und daneben hoffen die Menschen auf ein wenig Glück und Wohlstand für die kommen- 
den zwölf Monate. Sie beschenken sich mit Glückssymbolen wie Kleeblätter, Hufeisen 
oder kleine Schornsteinfeger aus allen möglichen Materialien, bewahren eine Schuppe 
des Silvesterkarpfens im Portemonnaie auf oder untemehmen/machen den Versuch, beim 
Bleigießen ihr bevorstehendes Schicksal zu deuten. 

Zum Münchner Oktoberfest, dem berühmtesten aller historischen Feste, kommen Besucher 
aus der ganzen Welt, um das eigens für dieses Ereignis gebraute süffige Bier zu trinken 
und besondere Leckereien zu verzehren. Sie bummeln die Schaustellerattraktionen entlang 
und genießen den Nervenkitzel in den Fahrgeschäften. 

Das erste Oktoberfest im Jahre 1810 hatte allerdings ein ganz anderes Aussehen. Die 
Bürger wurden seinerzeit von König Max Joseph zur Hochzeitsfeier des Prinzen Ludwig 
mit der Prinzessin Therese von Sachsen eingeladen. 

Dieses Fest war ein solcher Erfolg, dass die Gardekavallerie den Antrag stellte, der Fest- 
wiese den Namen der Braut zu geben, und die Stadt München fasste den Beschluss, das 
Fest Jahr für Jahr zu wiederholen. 

Und weil aus Anlass der Hochzeit die Münchner in feierlichem Zuge an der Residenz 
vorbei zur Festwiese zogen, ist es Brauch geblieben, einen Trachten- und Festzug durch 
München zu veranstalten. 

Zum in seiner Farbenpracht und Vielfältigkeit für jeden Zuschauer ein unvergessliches 
Erlebnis bleibenden Festzug kommen Trachtengruppen aus dem ganzen Land. 

9. 1. den Braten gerochen (etwas ahnen) 2. Jacke wie Hose (egal/für mich uninteressant) 

3. keinen Finger krumm gemacht (nicht geholfen/nichts getan) 4. auf der Nase herum- 
getanzt (nicht auf ihn gehört/seine Anweisungen nicht befolgt) 5. Sie hat die Hosen an. 
(Sie bestimmt, was gemacht wird/ist dominant.); Peter steht ... unter dem Pantoffel. (Er 
kann seine Meinung nicht durchsetzen.) 6. der Kragen geplatzt (Er hatte genug davon und 
hat das laut gesagt.; Er ist aus Ärger sehr laut geworden.) 7. letztes Hemd hergegeben 
(große finanzielle Opfer bringen) 8. red(e) nicht ständig um den heißen Brei herum (etwas 
sprachlich nicht klar/deutlich ausdrücken/benennen wollen) 9. in den sauren Apfel beißen 
müssen (etwas Unbeliebtes tun müssen) 


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